Die Erziehung unserer Kinder

Eine Textzusammenstellung aus der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber

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Contenido

Vorwort

[— 1 —] Die Zeugung eines Menschen

1.1 Gebot der Keuschheit

1.2 Vom heiligen Ernst des Zeugungsaktes

1.3 Der Beweggrund der Zeugung

1.4 Der heilige Zweck der Zeugung

1.5 Die gerechte fleischliche Zeugung

1.6 Reichhaltige Zeugungsfähigkeit des Mannes

1.7 Geschlechtlicher Gefühlsreichtum des Mannes

1.8 Geistige Zeugung in der Urzeit

1.9 Geistige Zeugung auf dem Saturn

1.10 Geistige Zeugung auf der Sonne

1.11 Folgen der Unkeuschheit

1.12 Ungeordnete und geordnete Zeugung

1.13 Die Bildung einer Menschenseele

1.14 Einzeugung einer Naturseele

1.15 Einzeugung einer Sternenseele

[— 2 —] Entwicklung und Geburt

2.1 Entwicklung der menschlichen Leibesfrucht

2.2 Einlegung von Seele und Geist in den Embryo

2.3 Embryonalentwicklung und Geisteseinlegung

2.4 Embryonalentwicklung und Geburt

2.5 Einlegung des Geistes bei der Geburt

2.6 Geschlechtliche Schonung während der Schwangerschaft

2.7 Nachteiliges Ebenliegen für Schwangere

2.8 Vorkreaturformen der Kinder

2.9 Die Ähnlichkeit der Kinder mit den Eltern

2.10 Die Geburt

2.11 Der Ursprung der Muttermale

2.12 Geistige Nacht der Kindesseele

2.13 Unentwickelte Kinder

2.14 Woher sind eure Kinder?

[— 3 —] Ernährung, Krankheit und Tod der Kleinkinder

3.1 Das Stillen des Säuglings

3.2 Stillen und Ernährung hitziger Kinder

3.3 Besessenheit und Tod durch unreine Ernährung

3.4 Eßgier der Kinder

3.5 Mäßige Ernährung

3.6 Natürliche und geistige Kinderkost

3.7 Besessenheit der Kinder

3.8 Krankheiten und Besessenheit der Kinder

3.9 Ursachen der Leibeskrankheiten der Kinder

3.10 Erbkrankheiten durch elterliche Unzucht

3.11 Erbkrankheiten durch Sünden

3.12 Erbkrankheiten der Neugeborenen

3.13 Tod der Kinder durch Sünden der Eltern

3.14 Ursachen der Kindersterblichkeit

3.15 Mütterliche Sehnsucht nach verstorbenem Kind

3.16 Erscheinung verstorbener Kinder im Jenseits

3.17 Über die Pockenschutzimpfung

3.18 Von den Eingeweidewürmern

[— 4 —] Liebe und Weisheit in der Erziehung

4.1 Die Kleinkindertaufe

4.2 Über Kindertaufe und Elternpflicht

4.3 Das Weib als Mutter

4.4 Wiegenunterricht

4.5 Weise Weiber - weise Kinder

4.6 Mutterliebe

4.7 Den Müttern über Kindererziehung

4.8 Mütter, wachet und betet!

4.9 Erziehung ohne Weltfurcht

4.10 Erziehung ohne Furcht und Angst

4.11 Blinde Elternliebe

4.12 Rechte Elternliebe

4.13 Die Liebe als Triebfeder der Erziehung

4.14 Die Liebe zwischen Kindern und Eltern

4.15 Das Kind als Vorbild der Liebe

4.16 Werdet wie die Kinder

4.17 Vater, Mutter und Kind

4.18 Der Mann als Vater

4.19 Über familiäre Liebe und Sorge

4.20 Sparsamkeit und familiäre Sorgen

4.21 Kinderversorgung durch Jesus

4.22 Kinder reicher Eltern

4.23 Eigenliebige Sorge um die Kinder

4.24 Die Liebe zu den Kindern

4.25 Adoption armer Kindern

4.26 Adoption statt Hundehaltung

4.27 Folgen falscher Erziehung

4.28 Materielle Erziehung und deren Folgen

[— 5 —] Die Bildung der Kinder

5.1 Falsche und rechte Seelenbildung

5.2 Verstandesbildung

5.3 Kindererziehung bei den Nubiern

5.4 Verstandes- und Gemütsbildung bei den Nubiern

5.5 Herzensbildung der Kinder

5.6 Geduld bei Herzensbildung

5.7 Rechte Gemütsbildung

5.8 Rechte Verstandesbildung

5.9 Nützliche Bildung der Kinder

5.10 Weltliche Bildung nicht zur Hauptsache machen

5.11 Verdorbenes Gehirn schon im Mutterleib

5.12 Einfluß der Verstandesbildung auf das Gehirn

5.13 Gehirnentwicklung bei falscher Bildung

5.14 Menschliche Phantasie

5.15 Veranlagung und Talent der Kinder

5.16 Verschiedenartige Erziehung

5.17 Des Kindes Eigenschaften

5.18 Erziehung von Wildlingen

5.19 Bändigung böser Kinder

5.20 Von der Erziehung der Kinder

5.21 Der Drang zur Selbstsucht und zum Geiz

[— 6 —] Zucht und Ordnung

6.1 Züchtigung

6.2 Strafe für Kinder und Jugendliche

6.3 Wider die Züchtigung

6.4 Rat an überstrenge Eltern

6.5 Strenge und nachgiebige Eltern

6.6 Gehorsam und Unterordnung

6.7 Gehorsam statt Eigenmächtigkeiten

6.8 Gehorsam durch Erfahrungen

6.9 Erziehungswink zum Gehorsam der Kinder

6.10 Gehorsam, die erste Pflicht des Kindes

6.11 Arbeit und Pflichterfüllung

6.12 Eltern- und Kinderzucht

6.13 Kinderzucht

6.14 Rat des Paulus an Kinder und Eltern

6.15 Kindesfurcht und Kindesliebe

6.16 Erziehung zur freien Selbständigkeit

6.17 Kinder zur rechten Tätigkeit anhalten

6.18 Keine Verzärtelung und Nachgiebigkeiten

6.19 Strafet das Lachen

6.20 Kinder sind stark in ihrer Schwäche

6.21 Wichtiger Erziehungsrat

[— 7 —] Der Unterricht der Kinder

7.1 Elterlicher Unterricht der Kinder

7.2 Liebe-, Glaubens- und Willensbildung

7.3 Kinderbelehrungen in Wort und Tat

7.4 Kinderlallen dem Herrn angenehm

7.5 Kindererziehung in Jesu Lehre

7.6 Frühzeitiges Erkennen Gottes

7.7 Gotterkenntnis durch zeremonielle Anschauung

7.8 Religiöse Erziehung der Kinder

7.9 Kindern von Jesus erzählen

7.10 Erziehung bei Reichen und Armen

7.11 Überschätzung der Kinder

[— 8 —] Schulunterricht der Kinder

8.1 Weise Kindererziehung

8.2 Kindererziehung in den alten Prophetenschulen

8.3 Erziehung in altägyptischen Priesterschulen

8.4 Weise Kindererziehung auf der Erde

8.5 Kindererziehung auf der Sonne

8.6 Schulunterricht auf der Sonne

8.7 Freiheit des Willens in der Erziehung

8.8 Engel und Weltschulung

8.9 Untaugliche Weltschulen

[— 9 —] Sittliche Bewahrung

9.1 Bewahrung vor der Fleischeslust

9.2 Selbstverleugung in der Jugend

9.3 Vom Schamgefühl der Kinder

9.4 Kinder keinen Reizungsgefahren aussetzen

9.5 Behütet eure Töchter

9.6 Warnung vor dem Verliebtwerden

9.7 Unschuld und Seelenreinheit der Kinder bewahren

9.8 Frühreife Mädchen

9.9 Regung der geschlechtlichen Triebe

9.10 Kinder vor der Welt verwahren

[— 10 —] Erziehung der Kinder

10.1 Geistige Hausordnung - Winke zur Kindererziehung

10.2 Das tägliche Stündchen

10.3 Kindererziehung in der göttlichen Ordnung

10.4 Über Kindererziehung

10.5 Vom Spielteufel und der modernen Erziehung

10.6 Gefährliche Kinderspielereien

10.7 Vom Zorn und Eigensinn

10.8 Fasten bei kindlischen Zornausbrüchen

10.9 Wesen und Folgen des Zornes

10.10 Von der kindlichen Rangsucht

10.11 Muttersöhnchens Erziehung und vom Geistereinfluß

[— 11 —] Vom Tanz und seinen Folgen

11.1 Die Untugend des Tanzens

11.2 Der Tanz als Laster

11.3 Wider den Tanzgebern

11.4 Tanzveranstaltungen als Fallen des Satans

11.5 Gefahren beim Tanz

11.6 Besessenheit, Krankheit und Tod durch den Tanz

[— 12 —] Das heranwachsende Kind

12.1 Erziehung zum guten Staatsbürger

12.2 Ehen und Kindererziehung im 1000jährigen Reich

12.3 Jesu Rat an junge Menschen

12.4 Vater und Mutter ehren

12.5 Erziehungswinke für Knaben

12.6 Eigensinn, Zorn und Eitelkeit der Mädchen

12.7 Bestimmung der Ehe

12.8 Eherat des Herrn

12.9 Das Alter für die Ehe

12.10 Standesdünkel in der Erziehung

12.11 Ein Beispiel gottesfürchtiger Töchter

12.12 Winke für Mütter verzogener Kinder

12.13 Erziehungswinke I

12.14 Erziehungswinke II

12.15 Winke für Eltern zur Kindererziehung

12.16 Erziehungswinke IV

[— 13 —] Auszüge aus den Schriften Emanuel Swedenborgs (1688-1772)

13.1 Ursprung der Kinderliebe

13.2 Die verschiedene Beschaffenheit der Liebe zu Kindern bei den Geistigen und bei den Himmlischen

13.3 Das Zurückweichen der Kindesunschuld und damit der elterlichen Liebe

13.4 Nur gute Geister und Engel sind bei Kindern

13.5 Die Anteile der Eltern am Kind

13.6 Die Sphäre der Kinderliebe

13.7 Kinderliebe und Erziehung

Buchtitelabkürzungen

INHALTSVERZEICHNIS


Vorwort

Diese Textzusammenstellung ist für all diejenigen Eltern gedacht, die mit den vielen oft widersprüchlichsten Vorstellungen über Kindererziehung konfrontiert, nach einem festen urchristlichen Standpunkt suchen. Sie sollen hier auf fast alle ihre Fragen die Antwort unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus erhalten, so wie sie uns hauptsächlich in Seinen Neuen Offenbarungen durch seinen Schreibknecht Jakob Lorber (1800-1864) übermittelt wurden.

Darüberhinaus ist diese Schrift auch für alle diejenigen Gotteskinder gedacht, die ihre eigene Erziehung durch ihren himmlischen Vater näher beleuchtet haben wollen. Zwischen den Zeilen lesend erkennen wir uns als Kinder Gottes und erhalten Einblick in die göttliche Erziehungsweise unseres himmlischen Vaters mit uns.

Dem Entsprechungskundigen werden diese Texte auch für die Erziehung seiner geistigen Kinder gelten, die er tagtäglich durch seine Gedanken und Gefühle sowie durch Willensregungen und Handlungen erschafft. Auch diese, unsere geistigen Kinder, wollen erzogen werden durch uns, ihre geistigen Eltern.

So möge jeder, der diese Schrift in Händen hält, das ihm Gemäße dem göttlichen Worte entnehmen und es durch die tätige Befolgung zum Leben erwecken, zum Wohle seiner leiblichen und geistigen Kinder, sowie der gesamten Menschheit und zur Ehre Gottes. (kwk)

[— 1 —] Die Zeugung eines Menschen

1.1 Gebot der Keuschheit

„Achte die zeugende Kraft in dir wie die aufnehmende im Weibe; denn siehe, Gott, dein Herr, hat dieses allmächtige Fünklein aus Seiner höchsten und tiefsten Liebe in dich gelegt. Mißbrauche daher nie diese heilige Kraft Gottes in dir und zerstreue sie nicht vergeblich, so wirst du ein allzeitiger Mehrer deines eigenen Lebens und des Lebens deiner gezeugten Kinder sein.“ (GS II 48,14)

1.2 Vom heiligen Ernst des Zeugungsaktes

„Wenn das Leben eines Menschen kein tändelnder Scherz, sondern ein sehr geheiligter Ernst ist, so kann auch der Entstehungsakt desselben durchaus keine Tändelei, sondern auch nur ein sehr geheiligter Ernst sein. Fasse den Grund recht, und es wird dir darauf bald von selbst alles klar werden!

Die wohltuenden Empfindungen des Aktes selbst sollen nicht der Beweggrund zum Akte sein, sondern allein, daß ein Mensch gezeugt werde!

Fassest du das, so wirst du bald finden, daß die wohltuenden Empfindungen nur begleitende Erscheinungen sind, durch die das Werk der Menschwerdung in der Natur des Fleisches ermöglicht wird. Drängt dich der Hauptgrund, so gehe und handle, und du hast keine Sünde!” (Gr.Ev.Joh. III

215,1-3)

1.3 Der Beweggrund der Zeugung

„So jemand den Akt der Zeugung begeht, welche Liebe war da der Beweggrund, die Eigenliebe, unter deren Botmäßigkeit auch jegliche Genußsucht steht, oder die göttliche Liebe, welche nur mitteilen will, was sie hat, ihrer selbst gänzlich vergessend? Sehet, wir sind jetzt schon ziemlich dem eigentlichen Hauptkerne auf der Spur. Setzen wir nun zwei Menschen: der eine begeht den Akt aus selbstsüchtiger Genußsucht, der andere aber in dankbarer Andacht für die Zeugungsfähigkeit, seinen Samen einem Weibe mitzuteilen, um in ihr eine Frucht zu erwecken. Welcher von den beiden hat denn gesündigt? Ich glaube, hier einen Richter zu machen und ein rechtes Urteil zu fällen, wird eben nicht schwer sein.

Damit uns aber die Sache völlig klar wird, müssen wir uns auch mit dem Begriffe ‘Unkeuschheit’ näher vertraut machen. Was ist Keuschheit und was ist Unkeuschheit? Keuschheit ist derjenige Gemütszustand des Menschen, in welchem er aller Selbstsucht ledig ist, oder in dem er rein ist von allen Makeln der Eigenliebe. Unkeuschheit ist derjenige Gemütszustand, in welchem der Mensch nur sich selbst berücksichtigt, für sich selbst handelt und seines Nebenmenschen, besonders in Berücksichtigung des Weibes, gänzlich vergißt. Die Selbstsucht aber ist nirgends schmählicher, als wie gerade bei dem Akte, wo es sich um die Fortzeugung eines Menschen handelt. Warum denn? Die Ursache liegt am Tage. Wie der Grund, wie der Same, so auch wird die Frucht. Ist göttliche Liebe, also die Keuschheit der Same, so wird auch eine göttliche Frucht zum Vorschein kommen; ist aber Eigenliebe, Selbst- und Genußsucht, also der unkeusche Zustand des Gemütes der Same, welch eine Frucht wird da hervorgehen?” (GS II 80,15-18)

1.4 Der heilige Zweck der Zeugung

„Ist denn nicht der Mensch der Kulminationspunkt aller Schöpfung?! - So er aber das doch unleugbar ist, kann da seine Zeugung ein gleichgültiger Akt sein?!

Die Zeugung der Tiere ist eine gerichtete und kann darum nicht anders als in der strengsten Ordnung verrichtet werden. Die Zeugung des Menschen aber ist eine freie; durch sie soll schon der erste freie Same in den Embryo gelegt werden, aus dem wieder ein freier Mensch hervorgehen soll. Wie soll aber dieser heilige Zweck erreicht werden, so mit diesem allerersten und allerwichtigsten Akte, bei dem es sich um das Allerhöchste handelt, die barste Schindluderei zu treiben gestattet wäre?! Durch Pissen und Kotlassen wird nichts erzeugt; aber bei dem Akte der Zeugung handelt es sich um die Werdung des Kulminationspunktes der ganzen Schöpfung!

Es handelt sich um das Wunder aller Wunder; um einen freien Menschen handelt es sich, der berufen ist, für ewig (als) ein Gott mit Gott zu leben und zu verrichten Gottes Taten!

Solch ein Akt, solch ein großer Akt sollte unter gar keiner Regel, in gar keiner Ordnung ausgeübt werden?! - O du kurzsichtiger Menschenverstand, der du dich gesund nennst und bist dennoch über und über voll Beulen und Geschwüren!

Die Ehe ist ja eben die erste Ordnung, in der die Menschheit gezeugt werden muß, so sie je in eine höhere Ordnung eingangsfähig werden soll! Die Ehe ist eine freie Einung zweier Herzen, zweier Seelen, zweier Geister, aus welcher einst die große Einung in Mir und mit Mir Selbst hervorgehen soll als ein Endzweck alles Seins. Wie und wann aber sollte das erreicht werden, wenn dazu nicht der erste Same durch eine wohlgeordnete, rechte Ehe und durch die durch sie bedingte geordnete Zeugung gelegt werden soll?! Also fasse es, wer es fassen kann! - Durch Unzucht, Geilerei und Hurerei des Fleisches, also durch Ehebruch aller Art, kann für Gott keine Frucht gezeugt werden! -Darum ist derlei Sünde über Sünde! Denn Ich, Gott der Herr, bin die allerhöchste und vollkommenste Ordnung und kann daher nicht zugeben, daß der Mensch, als der Schluß all Meiner Schöpfung, gleich den Fröschen in stinkenden Pfützen gezeugt werden soll! Das fasse, wer es fassen kann! Amen.” (Hi. II S. 355,12-19 )

1.5 Die gerechte fleischliche Zeugung

„Was da die naturmäßige Zeugung betrifft, die der Mensch zumeist mit den Tieren gemein hat, so kann diese nicht umgeändert werden im Allgemeinen, wohl aber in ganz besonderen, geistig ausgezeichneten Fällen. Denn durch die fleischliche Zeugung, wie sie besteht, wird weder der Geist noch die Seele gezeugt, sondern allein ein fleischlicher Leib, welcher im Mutterleibe vorerst vollends ausgebildet werden muß, bevor er zur Aufnahme der Seele und diese dann zur Aufnahme des Geistes befähigt wird; und so hat alles seinen guten Grund und besteht aus seiner guten Ordnung. Das Fleisch zeugt das Fleisch, die Seele die Seele und der Geist den Geist!

Siehe, darum ist somit die Fleischliebe und die ihr entsprechende Zeugung ja ebenso gerecht wie die des Geistes und die der Seele, wenn sie geschieht in Meiner gesetzten ewig bestehenden Ordnung. Ist sie aber der entgegen, dann ist sie eine Zeugung des Todes statt des Lebens und ist daher eine grobe Sünde, weil durch sie das Leben der Seele und des Geistes sogar untergraben und zerstört wird. Solches also verstehet auch alle wohl, und tuet danach, so werden alle eure Zeugungen gerecht sein und Mir wohlgefällig!” (HGt II 133,8-9+21-23)

„Wenn du nun zeugst deinesgleichen aus dieser Ordnung heraus, aus der du von Mir Selbst bist geschaffen und gewisserart gezeugt worden, so ist deine Zeugung ja gerecht, da sie ist in der Ordnung, in welcher Ich Selbst bin.

Zeugst du aber nur blind oder taub, dann zeugst du nicht, sondern zerstörst nur, was Ich Selbst fürs ewig freie Sein geschaffen und gezeugt hatte, und das ist dann doch natürlich wider Meinen Willen, welcher ... ja nur allein ist das eigentliche fest bestimmte Sein jedes von Mir gezeugten und geschaffenen Wesens. Solchem Meinem Willen entgegenhandeln aber ist ja die Sünde oder der Tod des von Mir gezeugten Wesens! Daher muß die Zeugung in aller Ordnung geschehen!” (HGt II 135,15-18)

„Zeuget aus euch wahre, lebendige Früchte der reinen Liebe! Ferne sei euerm Leibe die stumme Befriedigung dessen, daran das Fleisch und somit die Sünde hängt, - so werdet ihr stets wandeln wahrhaft und getreu vor Mir. Wer aber da wohltut seinem Fleische, es nährt über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tode alle Gewalt über sich ein. Daher bezähmet allzeit eure Begierden, so es nicht Zeit ist, daß ihr Mir zeugetet eine lebendige Frucht. Wenn es aber Zeit ist, dann rufet zu Mir, damit Ich euch halte, wenn ihr der Sünde ein Opfer bringet und ihr darum nicht fallet, sondern bleibet in Meiner Gnade.” (HGt II 89,3-4)

1.6 Reichhaltige Zeugungsfähigkeit des Mannes

„Ich erschuf dem ersten Menschen nur ein Weib, und in dieser Anzahl gebe Ich noch bis zur Stunde für ein männliches Wesen nur ein weibliches; und daraus kannst du alsbald gar leicht den guten Schluß ziehen, daß dem Manne von mir aus nur ein Weib bestimmt ist, trotz seiner reichhaltigeren Zeugungsfähigkeit.

Was aber diese betrifft, so ist sie nicht gegeben der Vielzeugerei, sondern nur der kräftigen Zeugerei wegen; und so kann ein Mann mit einem Weibe zwar wenigere, aber dafür desto kräftigere Kinder zeugen, während bei der Vielzeugerei nur die größten und unreifsten Schwächlinge zum Vorscheine kommen können. Denn jeder Same wird eine schlechte oder gar keine Frucht erwecken, so er nicht vorher zur vollen Reife gelangt ist. Also ist es auch bei dem Menschen um so mehr der Fall, wo es sich doch um die Erweckung der alleredelsten Frucht handelt. Also bleibe es bei einem Weibe, und dieses tut genug, wenn es alle drei Jahre nur eine Frucht ausreift.” (HGt III 63,11-15)

1.7 Geschlechtlicher Gefühlsreichtum des Mannes

„Der Mann aber hat ein Gefühl, demzufolge er nicht nur ein, sondern viele Weiber ergreift und dieses Gefühl ist ein wahrer Nimmersatt. Mit diesem Gefühlsreichtume verhält es sich da gerade also, wie es sich verhält mit der reichen Ausstattung der Zeugungsfähigkeit. Das Gefühl, welches sich als ein mächtiger Zug oder Trieb im Herzen ausspricht, ist ebenfalls eine reiche Zeugungsfähigkeit, im Geiste aber nur.

Wenn aber ein Mann ein geiler ist und seinen Samen auf den Gassen und Straßen verstreut, sage Mir, wird so ein grund-geschwächter Mann wohl je mit seinem aus- und durchgewässerten Zeugungsvermögen selbst mit einem wohl fruchtbaren Weibe mehr eine Frucht von gerechtem Maße zu zeugen imstande sein?

Siehe, das wird er nicht! Denn aus den Trebern preßt man keinen geistigen Saft mehr.

Also aber steht es auch mit dem Gefühlsreichtume: Der Mann sammle nur sein Gefühl im Herzen und kehre es dann zu Mir; und wenn es die gerechte Kraftreife wird erlangt haben, dann wird er in Mir, dem Urgrunde aller Dinge und somit auch aller noch so schönen Weiber, den allergenügendsten und allerbefriedigendsten Ersatz finden und wird dann mit diesem kraftvollsten Gefühle ein Weib in aller gerechten Kraft lieben können, und es wird ihn das Weib seines Nachbarn auch nimmer anfechten.

Solches also aber wisse, daß auf dieser Welt alles im Menschen nur eine auszubildende Anlage ist für einen endlos erhabenen ewigen Zweck; daher soll er von den in sich wahrgenommenen Kräften nicht töricht eher einen Gebrauch machen, als bis sie zur Vollreife gelangt sind.

Wie aber die Früchte der Erde nur im Lichte der Sonne reifen, also reifen auch die geistigen Kräfte des Menschen in Meinem Lichte nur. Daher soll jeder Mensch seine Kräfte auf Mich hinwenden, so wird er ein vollkommen reifer, mächtiger Mensch werden in Meiner Ordnung. Wer aber das nicht tut, der ist selbst schuldig an seinem Tode.“ (HGt III 64,9-18)

1.8 Geistige Zeugung in der Urzeit

„In der ersten Kirche, welche die adamitische war, wurde der Zeugungsakt von jenen Menschen, die damals mit den Himmeln in beständigem Verkehr gestanden sind, viel mehr auf eine geistige Weise denn auf eine sinnliche begangen. Bei Gelegenheit eines solchen Aktes wurden die beiden Ehegatten mehr denn sonst vom göttlichen Geiste durchdrungen, gerieten dadurch in einen leiblichen Schlaf, erweckten sich bald aus diesem naturmäßigen Schlaf und wurden dann im Geiste eins und sonach auch völlig in den Himmel entrückt. Allda erst verrichteten sie den Akt der Zeugung und wurden nach demselben wieder sobald wie geschieden in die naturmäßige Welt leiblich versetzt. Aus dieser Ursache wurde damals dieser Akt auch der Einschlaf, Mitschlaf, auch Beischlaf benamset. Da aber mit der Zeit die Menschen durch allerlei Weltgenüsse naturmäßiger und sinnlicher geworden sind, so fingen sie auch an, ohne geistige Vorbereitung in ihrer naturmäßigen Sphäre den Weibern rein tiermäßig beizuwohnen, gerieten dabei in keinen geistigen Schlaf mehr oder vielmehr in einen natürlichen Schlaf, damit der Geist frei würde. Darum wurden aber auch die Früchte als Zwecke der Ursache und Wirkung, wie eben die Ursache und Wirkung selbst bestellt war.” (GS I 45,10-11)

„Dem Abraham ist ein rechter Nachkomme erweckt worden geistig ohne sinnlichen Beischlaf. Desgleichen ward Johannes gezeugt, die Maria, und in der Urzeit geschahen solche Zeugungen häufig, und so manche Propheten wurden auf diese Art gezeugt. Diese Zeugung ist freilich die rechte und kommt noch jetzt nicht selten ohne Wissen der Eltern vor. Aber diese Art ist des Himmels und taugt nicht für die Welt, die aber doch auch, ob der möglichen Teilnahme an der Erlösung, sein muß. Was bleibt da aber dann anderes übrig, als der Welt ihre sinnliche Zeugungsweise zu belassen, und sonach die alte Sünde nebst der völligen Erlösung fortbestehen zu lassen, auf daß jede gefangene Naturseele in das Reich der Gnade und Erbarmung den ungehinderten Weg habe so oder so?” (Hi. III S. 243,1-2)

1.9 Geistige Zeugung auf dem Saturn

„Wie geschieht denn dort (auf dem Saturn) die Zeugung? - Also wie sie auch auf der Erde hätte geschehen können, wenn der Mensch nicht von Mir abgefallen wäre, noch bevor Ich ihn gesegnet hatte - durch die alleinige Liebe und durch den festen Willen. Wenn der Mann dort sonach eine Zeugung vornehmen will, so stellt er sich mit seinem ihm angetrauten Weibe dem Ältesten vor (der Saturnmann hat nie mehr als ein Weib). Der Älteste segnet ihn dann im Namen des Großen Geistes. Darauf fallen der Mann und das Weib zur Erde nieder und bitten inbrünstigst den Großen Geist um die Erweckung einer lebendigen Frucht.

Ist solches geschehen, sodann nimmt der Mann das Weib auf seinen Arm, drückt es an sein Herz und gibt demselben einen Kuß auf die Stirne, einen auf den Mund und einen auf die Brust. Darauf legt er seine rechte Hand über ihren Leib und fixiert sie mit seinem Willen. Und das ist auch das ganze der Zeugung, während welcher sowohl der Mann wie auch das Weib eine wahrhaft himmlisch reine Wollust schmecken, die sie begeistert und auf lange Zeit überfröhlich macht. Ist die Zeugung geschehen, sodann fallen beide Gatten wieder zur Erde, danken dem Großen Geiste dafür und bitten Ihn zugleich um den Segen für das Gedeihen der Frucht. Darauf begeben sie sich wieder zum Ältesten, allwo das Weib von diesem gesegnet wird und nachdem erst von ihrem eigenen Mann.” (Sat 38,13-16)

1.10 Geistige Zeugung auf der Sonne

„Wie ist aber das moralische Leben (auf der Sonne) bestellt? Solches könnt ihr gleich im voraus erfahren, daß allda von einer Unzucht nirgends die Rede ist. Denn fürs erste geschieht auch hier die

Zeugung nicht auf diese Weise wie bei euch auf der Erde; sondern solches geschieht durch ein vereintes Gebet und durch einen darauf folgenden vereinten Liebewillen, welcher eigentlich nur eine Vereinigung alles Guten und Wahren oder eine Vereinigung des Lichtes mit der Wärme ist, allda der Zeuger ist gleich dem Lichte und die Mitzeugerin aber gleich der Wärme.

In solcher Vereinigung empfindet das Ehepaar die größte Wonne, welche Wonne aber nicht ist gleich eurer sinnlichen Wollust, sondern nur gleich einem Zustande, wie wenn sich bei euch zwei gleichgesinnte Gemüter in einem und demselben Guten und Wahren finden; nur müsset ihr euch dabei einen überaus hohen Grad eines solchen Gemütszustandes denken.

Dieses ist sonach der Akt der Zeugung bei den Menschen der Sonne. Aus dem Grunde aber kommt allda auch nirgends ein törichter Zustand des bei euch so moralisch verderblichen Verliebtseins vor, sondern die gegenseitige Neigung hat nichts zum Grunde als allein das Gute und Wahre.” (NS 23,23-25)

„Wie wird denn allhier bei diesen großen Menschen der Sonne die Zeugung bewerkstelligt?

Wenn ihr auf die Produkte des Landes aufgemerkt habt, wie diese aus dreifachen Quellen herrühren, so möget ihr daraus auch ersehen, daß es mit der Zeugung des Menschen nahe derselbe Fall ist. Sie wird sonach ebenfalls auf eine dreifache Weise begangen; aber nicht entweder auf die eine oder auf die andere, sondern allzeit auf die zur Einheit vereinigte dreifache Art.

Ihr werdet hier fragen: Wie ist solches wohl möglich? - Und Ich sage euch, daß solches gar wohl möglich ist, denn selbst bei euch ist eine Zeugung ja ebenfalls eine dreifache. Nur ist sie umgekehrter Ordnung, da (bei euch) die sinnliche zuerst und dann erst, euch gewisserart zuallermeist unbewußtermaßen, die seelische und geistige erfolgt. - Bei den uns bewußten Sonnenmenschen aber ist die geistige Zeugung das erste. Dann folgt die seelische und endlich erst die leibliche. Wie geschieht denn die geistige Zeugung? - Durch das innere Wort an das innere Wort. - Wodurch die seelische? - Durch den Willen an den Willen. - Wodurch die leibliche? -Durch ein Sichergreifen, welches ungefähr also aussieht wie eine brüderliche Umarmung. Nach einer solchen Umarmung haucht der Mann das Weib an, und der ganze Akt der Zeugung ist vollbracht.” (NS 71,1-4)

1.11 Folgen der Unkeuschheit

„Würden die Menschen dieses Laster (der Unkeuschheit) meiden und den Beischlaf nur so oft begehen, als wie oft er zur Erweckung einer Frucht in eines ordentlichen Weibes Leibe notwendig ist. Ich sage es euch: Nicht einen gäbe es unter euch, der nicht mindestens ein Hellseher wäre! So aber, wie es unter euch Sitte ist, vergeudet der Mann wie das Weib die besten Kräfte durch das oft tägliche Verpuffen der alleredelsten und seelenverwandtesten Lebenssäfte und hat demnach nimmer einen Vorrat, aus dem sich am Ende ein stets intensiveres Licht in der Seele ansammeln könnte!

Darum aber werden sie stets mehr und mehr träge und polypenartig genußsüchtige Wesen. Sie sind selten eines hellen Gedankens fähig und sind furchtsam, feig, sehr materiell, launisch und wetterwendisch, selbstsüchtig, neidisch und eifersüchtig. Sie können schwer oder oft gar nimmer etwas Geistiges begreifen; denn ihre Phantasie schweift immer im Reize des stinkenden Fleisches umher und mag sich nimmer zu etwas Höherem und Geistigem emporzuerheben. Und gibt es darunter schon auch dann und wann etwelche Menschen, die wenigstens in fleisch-gierlichkeitslosen Momenten irgendeinen flüchtigen Blick nach oben senden, da kommen doch gleich, wie schwarze Wolken am Himmel, fleischsinnliche Gedanken und verdecken das Höhere derart, daß die Seele dessen rein vergißt und sich gleich wieder in den stinkenden Pfuhl der Fleischeslust stürzt!

Bei solchen Menschen nützen zumeist ihre nicht selten ganz guten Vorsätze wenig oder nichts. Sie gleichen zumeist den Schweinen, die sich mit stets erneuter Gier in die allerabscheulichsten

Kotlachen stürzen und darin mit dem ganzen Leibe herumwühlen, und den Hunden, die zu dem, was sie gespien haben, wieder zurückkehren und es mit Gier wieder auffressen.

Darum aber sei es euch auch für vollwahr gesagt, daß Hurer und Huren, Ehebrecher und Ehebrecherinnen und Unzüchtlinge aller Art und jeden Geschlechts in Mein Gottesreich schwer oder auch gar nie den Eingang finden werden!” (Gr.Ev.Joh. IV 230,2-5)

1.12 Ungeordnete und geordnete Zeugung

„Sorget darum vor allem, daß dieses Laster (der Unzucht) nirgends einreiße, und die Eheleute sollen nur so viel tun, als da zur Zeugung eines Menschen unumgänglich notwendig ist!

Wer sein Weib stört während ihrer Schwangerschaft, der verdirbt die Frucht schon im Mutterleibe und pflanzt derselben den Geist der Unzucht ein; denn welch ein Geist die Gatten nötigt und reizt, sich über die natürliche Gebühr zu beschlafen, derselbe Geist geht dann potenziert in die Frucht über.

Daher soll auch bei der Zeugung dieses wohl und sehr gewissenhaft beachtet werden, daß erstens die Zeugung nicht aus gemeiner Geilheit verübt werde, sondern aus wahrhafter Liebe und seelischer Neigung, und zweitens, daß das einmal empfangen habende Weib noch gut sieben Wochen nach der Ausgeburt ihrer Frucht in der Ruhe ungestört belassen werde!

Kinder, auf diese ordentliche Art gezeugt und im Mutterleibe ungestört ausgereift, werden erstens schon seelenvollkommener in die Welt kommen, weil die Seele in einem vollkommen ausgebildeten Organismus doch sicher eher und leichter für ihren geistigen Herd sorgen kann als bei einem ganz verdorbenen, an dem sie gleichfort zu bessern und zu flicken hat; und zweitens ist sie selbst reiner und heller, weil sie nicht von den geilen Unzuchtsgeistern, die durch die oft täglichen geilen Nachzeugungen in des Embryo Fleisch und auch Seele hineingezeugt werden, verunreinigt ist.

Wie leicht kann solch eine Seele ihr Gemüt schon in der zartesten Kindheit gleich einem Samuel zu Gott erheben aus wahrer kindlicher, allerunschuldigster Liebe! Und welch eine herrliche Urlebensgrundzeichnung wird auf diese Weise aus der wahren Gemütstiefe dem jungen, zarten Gehirne vor jeder materiellen Zeichnung ganz licht und hell eingeprägt, aus welchem Lichte sich dann ein Kind die später kommenden Bilder aus der materiellen Welt in der rechten Bedeutung und Beziehung erklären wird, weil diese Bilder auf einen lichtvollen und lebenswahren Grund gewisserart eingepflanzt werden und erweitert und wie in ihre Einzelteile zerlegt und, als durch und durch besterleuchtet, von der Seele auch leicht durch und durch beschaut und begriffen werden.

Bei solchen Kindern fängt sich schon frühzeitig eine Außenlebenssphäre zu bilden an, und sie werden bald und leicht hellsehend, und ihrem Willen wird sich alles in Meiner Ordnung Seiende zu fügen anfangen. - Was sind dagegen die schon im Mutterleibe verdorbenen Kinder? Ich sage es euch: Kaum mehr als scheinbelebte Schattenbilder des Lebens! Und was ist hauptsächlich daran schuld? Das, was Ich euch bisher sattsam als Folge der Geilheit gezeigt habe!” (Gr.Ev.Joh. IV

231,3-8)

1.13 Die Bildung einer Menschenseele

Der Herr erklärt seinen Jüngern die Bildung einer Menschenseele, welche sich aus den im Naturkampfe verendeten Tierseelen einer Gazelle, eines Schakals und eines Riesenaars bildete. „Und nun sieh her! Da vor der Tür steht schon eine Menschengestalt, wie die eines Kindes, und wartet, bei einer nächsten Zeugung in den Leib einer Mutter aufgenommen zu werden. Und hinter dieser Seelen-erscheinung siehst du eine Lichtgestalt; das ist schon dieser Seele jenseitiger Geist, der dafür Sorge tragen wird, daß diese - gegenwärtig noch - Naturseele bei der allernächsten Gelegenheit in einem Mutterleibe versorgt wird.

Und nun hast du auch das gesehen, wie aus den letzten drei, schon vollkommenen Tierstufen -freilich mit vielen tausend Vorangängen - eine Menschenseele zum Vorschein gekommen ist. Es wird davon ein männliches Kind zur Welt geboren werden, aus dem, so es wohl erzogen wird, ein großer Mann werden kann. Das Gemütliche (Wesensentsprechende) der Gazelle wird sein Herz regieren, das Schlaue des Schakals seine Vernunft und das Kräftige des Riesenaars seinen Verstand, seinen Mut und seinen Willen. Sein Hauptcharakter wird ein kriegerischer sein, den er aber durch sein Gemüt und durch seine Klugheit mäßigen und also ein sehr brauchbarer Mensch in was immer für einem Stande werden kann. Wird er aber ein Krieger, so wird er zwar auch durch seinen Mut Glück haben, aber ebenfalls eine Beute der andern kriegerischen Waffen werden.” (Gr.Ev.Joh. X 185,4-6)

1.14 Einzeugung einer Naturseele

„Die Erde ist die Trägerin von zweierlei Arten von Menschen. Die eine und bessere Art stammt von oben, ursprünglich schon, darunter zu begreifen sind die Kinder Gottes. Die andere und eigentlich schlimme Art aber stammt pur von dieser Erde ab; ihre Seele ist gewisserart eine Zusammensetzung von einzelnen Lebensteilchen, die, vom Satan genommen, in der Masse des Erdkörpers als Materie gefangengehalten werden, von dieser dann durch die Pflanzenwelt in die Tierwelt übergehen, sich durch die vielen Stufen der Tierwelt endlich dann als eine Potenz, bestehend aus zahllosen Urseelenteilchen, zu einer Weltmenschenseele ausbilden und bei den besonders ungesegneten Zeugungen in den Leibern der Weiber Fleisch annehmen und weiter, gleich wie die Kinder des Lichtes aus der geistigen Sphäre der Himmel, in diese Welt geboren werden.” (Gr.Ev.Joh. II 169,3)“Das Weizenkorn, wenn es in das Erdreich gelegt wird, muß verfaulen, und aus dem Moder der Verwesung erst erhebt sich der zarte Keim. Was besagt aber das gegenüber der Natur des Menschen? Das Hineinlegen des gesunden, schönen Samens bedeutet entsprechend das erste Werden des Menschen! Es ist gleich dem Eingefleischtwerden der an und für sich schon ganz ausgebildeten Seele, deren vorleiblicher Aufenthaltsort die Luft, besonders in der Mittelregion der Berge, ist, wo gewöhnlich die Baumregion aufhört, bis zur Schnee- und Eisregion hinauf.

Wenn eine einmal ganz beisammenseiende Seele die gehörige planmäßige Konsistenz in der Luft erreicht hat, so steigt sie tiefer und tiefer bis zu den Wohnungen der Menschen herab, bekommt dann aus dem Außenlebensätherkreise, den ein jeder Mensch um sich hat, eine gewisse Nahrung und bleibt, wo sie angezogen wird durch die Homogenität (Gleichartigkeit) ihres Wesens.

Wenn dann irgend Gatten sich durch den Naturtrieb genötigt fühlen, eine Begattung zu begehen, so erhält eine solche vollreife und dem Gattenpaare zunächststehende freie Naturseele aus dem Außenlebensäther eine momentane Kunde, oder sie wird durch die vermehrte Kraft des Außenlebenskreises der Gatten als homogen angezogen, tritt mit einem gewissen Zwange während der Begattungshandlung in den Strom des Mannes und wird durch diesen in ein kleines Ei gelegt, was man die Befruchtung nennt. Und siehe, von da an gleicht die Lebensseele dann schon dem Samenkorne, das irgend ins Erdreich gelegt ward, und macht im Mutterleibe alle die Stadien entsprechend durch bis zur Ausgeburt in die Welt, die das Samenkorn in der Erde durchgemacht hat, bis es den Keim treibt über den Erdboden!

Von da an beginnen dann die verschiedenen Stadien der zuerst äußeren und hernach inneren Bildung.” (Gr.Ev.Joh. II 216,2-5)

1.15 Einzeugung einer Sternenseele

„In den großen Welten aber gibt es hie und da doch auch Weise, die zuweilen mit höheren Geistern gewisserart zusammenkommen und sich von ihnen in der tieferen Erkenntnis Gottes unterweisen lassen. Da geschieht es denn zuweilen, daß hie und da einen Geweckteren die Begierde anwandelt, auch ein Kind Gottes zu werden! Denn in den Weltenallen wissen die Weisen durch die sich ihnen offenbarenden höheren Geister, daß es in dem weiten Schöpfungsraume eine Welt gibt, auf der die Menschen Gotteskinder sind, und daß da auch eine Seele, wenn sie in ihrer Welt ihres Leibes bar geworden ist, auf jene glückliche Welt von neuem in einen aber wohl ganz grobfleischlichen Leib treten kann. Von dem Augenblick an aber, da jemand ernstlich den Wunsch äußert, wird ihm alles haarklein vorgestellt, was er auf dieser Welt wird zu bestehen haben. Einmal wird der Seele alle Erinnerung an den früheren guten Zustand derart benommen werden, daß sie in der neuen Welt, aus einem Weibe mit dem unvollkommenen Leibe zur Außenwelt geboren, nahe in einem ganz bewußtlosen, untersten Tierzustand dasteht und sich nicht einmal vom neuen Dasein die allergeringste Rechnung zu geben imstande ist. Erst nach und nach, etwa nach einem Jahre, fängt sich ein ganz neues Bewußtsein aus den durch die Sinne wahrgenommenen Bildern, Erscheinungen und Wahrnehmungen zu entwickeln an; das Gedächtnis und die frische Rückerinnerung an das Empfundene sind dann die alleinigen Wegweiser und Behelfe auf der neuen Bahn des diesirdischen Lebens. Da kommen keine höheren Geister, von Gott gesandt, um das Kind in eine höhere und tiefere Erkenntnis zu führen, sondern die Eltern mit ihren gemachten Erfahrungen müssen bemüht sein, das Kind auf eine bessere Bahn zu bringen. Das Kind muß darauf viel lernen, muß sich selbst zu bestimmen anfangen, muß suchen und bitten, muß Angst, Hunger, Durst, allerlei Schmerz und Entbehrungen ertragen, muß sich bis auf den letzten Lebenspunkt demütigen lassen, und am Ende solchen Lebens kommt dann gewöhnlich eine schmerzhafte und schwere Krankheit, dem Fleischmenschen das Leben zu nehmen.” (Gr.Ev.Joh. III 221,5-7)

[— 2 —] Entwicklung und Geburt

2.1 Entwicklung der menschlichen Leibesfrucht

„Was die materielle Zeugung betrifft, so unterscheidet sie sich von der gemein-tierischen wenig oder gar nicht; der Unterschied liegt mehr im Innern.

Die Seele muß natürlicherweise schon vor der Zeugung komplett da sein, d.h. sie muß alle substanziellen Spezifika in sich vereinen, welche sonst im ganzen Universum verteilt sind und ihr von allen Seiten zugeführt werden.

Ein solches vollkommenes substanzielles Spezifikalkompendium (eine Vereinigung der substanziellen Spezifika) ist dann schon die Seele; nur sind die Spezifika in ihr gewisserart chaotisch (ungeordnet) also untereinandergemengt, daß man allenfalls sagen könnte: die Seele ist vor der Zeugung ein Knäuel, ein sogenannter gordischer Knoten, der erst entwirrt werden muß, um zu einer Form zu gelangen. Die Entwirrung dieses Knotens beginnt eben mit dem Akte der Zeugung; denn da wird dieser gordische Seelenknoten in den Mutterleib getrieben und umhülst.

Innerhalb dieser Umhülsung fangen dann die korrespondierenden Intelligenzen an sich zu erkennen, sich einander zu nähern und einander zu ergreifen. Damit sie aber das können, verschaffen ihnen die Geister in ihre Umhülsung Licht, in welchem Lichte sich diese substanziellen Spezifikalintelligenzen erkennen, aussondern, sich dann einander annähern, ergreifen und verbinden, und das alles durch die Nötigung aus dem Willen jener Geister, denen dieses Geschäft anvertraut ist. Diese Geister aber sind das, was ihr - Schutzgeister - nennt, und es sind Engel und große Engel, die alle da Einfluß nehmen; und da gibt es keinen Menschen, der nicht wenigstens drei Schutzgeister, zwei Engel und einen großen Engel hätte, über die noch ein Siebenter wacht, Den ihr schon wohl kennet! Diese Schutzgeister und Engel sind vom Augenblicke der Zeugung fortan um die neugezeugte Seele und sorgen unablässig für die ordnungsmäßige Ausbildung derselben.

Hat die Seele einmal in ihrer Umhülsung die menschliche Form wieder bekommen, so werden ihr dann aus dem Mutterleibe entsprechende Spezifika zugeführt. Diese Spezifika verwendet endlich die Seele zu ihrer eigenen festeren Aneinanderbindung ihrer Intelligenzen. Ist das geschehen, so strömen aus dem Mutterleibe schon wieder andere und neue Spezifika in den Ort der neuen Menschwerdung im Mutterleibe; diese werden schon zur Bildung der Nerven verwendet. Die Nerven sind gewisserart Stricke und Schnüre, die von der Seele überall ergriffen und angezogen werden können, um dadurch dem nachfolgenden Leibe eben durch diese Schnüre und Stricke jede mögliche Bewegung geben zu können.

Sind die Nerven in ihren Grundlagen und Verbindungen fertig, dann strömen schon wieder neue Spezifika nach. Diese werden zur Bildung der Eingeweide angeordnet; und sind die Haupteingeweide in den ersten organischen Grundlagen dargestellt, so werden sie dann sogleich mit den Hauptnerven verbunden.

Nach dieser Arbeit geht es dann mit schon wieder etwas anderen Spezifiken an die völlige Ausbildung der Eingeweide. Da aber natürlich in dem Kopfe die meisten Nerven zusammenlaufen, und zwar hauptsächlich im Hinterhaupte, in dem auch die Seele ihren Kopf hat, so beginnt zugleich mit der Bildung der Eingeweide auch die Bildung des Kopfes, welcher das entsprechendste Bild der Seele ist, weil alle Intelligenz der Seele sich durch gewisse Hauptausstrahlungen im Kopfe konzentriert. Und weil die Augen das allervollkommenste Symbol der Intelligenz sind, so wird auch der Kopf und besonders die Augen am ersten ersichtlich sein; denn in den Augen strömen alle Ausstrahlungen der einzelnen Intelligenzen der Seele durcheinander und bilden durch eben dieses Durcheinanderströmen die naturmäßige Sehkraft der Seele, mittelst welcher sie die Außenwelt in sich selbst hineinschauen kann.

Ist die Seele mit dieser Arbeit durch die Willenshilfe der Geister fertig, so werden ihr wieder neue Spezifika zugeführt; aus denen werden dann schon allerlei Dinge des menschlichen Leibes geordnet. Es braucht hier nicht des Machens oder Schaffens; die Sache macht sich von selbst, wenn ihr nur der Weg in die Ordnung angezeigt ist. Und so wird hier Fleisch, Knorpel, Muskeln, Sehnadern und Knochen gestaltet, und es ergreift sich von selbst, was zu einem und demselben gehört; nur würde die Richtung verfehlt sein, und dadurch auch die Form, wenn die Geister den Intelligenzspezifiken durch ihre weise Willenskraft nicht den rechten Weg vorzeichneten, was sogar manchmal geschehen kann, wenn sich die Mutter, die so ein Kind in sich trägt, manchmal in ihrem Gemüte in die Hölle begibt, wo dann freilich Meine guten Geister und Engel nicht volle werktätige Gesellschaft leisten können. Die Folge solchen Übels ist gewöhnlich eine Mißgeburt oder manchmal gar ein Einschiebling aus der Hölle, welchen das sogenannte gemeine Volk einen -Wechselbalg - nennt, - daher es jeder Mutter zu empfehlen wäre, sich während der Schwangerschaft so christlich tugendhaft als möglich zu betragen.

Wenn die Seele obbeschriebene Knorpeln, Muskeln, Knochen und Sehnadern ausgebildet hat, so wird von ihr weitere Sorge dahin getragen, die äußersten Extremitäten (Glieder) durch richtige und ordnungsmäßige Verwendung der dazu gehörigen Spezifika zur völligen Vollendung zu bringen.

Wenn auch das getan ist, dann zieht sich die Seele in die Eingeweide zurück und beginnt die Muskeln des Herzens in Bewegung zu setzen, durch welche Bewegung zuerst durch eigene, wasserklare Säfte die Organe geöffnet und gewisserart durchstoßen werden. Ist dieser Durchstoß geschehen, dann setzt die Seele alsbald die Milz in Tätigkeit; dadurch wird sogleich das Blut erzeugt und in die Herzkammern geführt, von denen aus es dann auch alsbald in die durchstoßenen Organe getrieben wird.

Hat das Blut einmal den ersten Kreislauf gemacht, so wird der Magen in Tätigkeit gesetzt und beginnt sogleich die in ihm liegenden Nährsäfte in eine größere Gärung zu bringen, wodurch dann schon die edleren, mehr substanziellen Spezifika ausgesondert, die gröberen, unverdaulichen, schleimigeren Flüssigkeiten aber hinausgestoßen werden durch den natürlichen Entleerungskanal, wodurch dann auch die Flüssigkeit in der Mutterblase herkommt, welche gewisserart nichts anderes ist als der Unrat des nun schon im Mutterleibe leiblich lebenden Kindes.

Wenn diese Frucht im Mutterleibe dem Leibe nach lebend bei drei Monate zugebracht hat, so wird der ruhig gewordenen Seele, deren seelisches Herz eine gewisse Solidität erreicht hat, durch einen Engelsgeist ein ewiger Geist in eben das Herz der Seele unter siebenfacher Umhülsung eingelegt; natürlich muß sich hier niemand eine materielle Umhülsung denken, sondern eine geistige, welche viel kräftiger und haltbarer ist als eine materielle, - was sich auch schon aus vielen Dingen auf der Welt ersehen läßt, wo es ein leichteres ist, einen materiellen Kerker zu durchbrechen als einen geistigen.

Nehmet nur einmal einen dürftigen und dann einen überaus reichen Menschen! Stellt den dürftigen Menschen zu einer dicken Mauer hin und sagt ihm, daß er diese Mauer durchbreche, - und er wird ein Brecheisen und einen starken Hammer nehmen und wird damit Meister der starken Mauer. Wenn er aber zu dem reichen, hartherzigen Menschen kommt, da wird er weder mit Brecheisen noch mit dem Hammer und noch weniger durch Bitten das Herz des Reichen bemeistern; denn dieses ist mit geistigen Banden umschlossen, die keine irdische Macht zu durchbrechen vermag. Das vermag allein nur der Geist aller Geister! Nach der Einlegung des Geistes in das Herz der Seele, welche Handlung bei einigen Kindern früher, bei anderen später geschieht, bei vielen drei Tage vor der Geburt, wird der Leib schneller ausgereift, und die Geburt wird vor sich gehen.

Wenn das Kind vom Mutterleibe ausgeboren wird, so wird die Lunge in die Tätigkeit gesetzt, und das Kind fängt dann an, aus der Luft durch jeden Atemzug eine zahllose Menge Spezifika in sich aufzunehmen, welche sofort zur Bildung des Nervengeistes und zur Kräftigung der Seele verwendet werden, d.h. was ihr substanziell-formelles Wesen betrifft. Was aber ihre innere Spezifikal- und Intelligenzialnahrung betrifft, das bekommt sie durch die Sinne des Leibes, und das alles geordnet von den guten Geistern in dieser Sphäre.” (EM 50,2 - 51,7”16)

2.2 Einlegung von Seele und Geist in den Embryo

„Sehet, der Mensch ist zusammengesetzt aus einem naturmäßigen Leibe, der da ist ein Gefäß, darin sich durch die verschiedenen Organe eine lebendige Seele ausbilde; denn im Entstehen durch die Zeugung wird nur das alleinige Wesen des Leibes konstruiert, - und erst im siebenten Monate, wenn schon das leibliche Wesen organisch, wenn auch nicht ganz der Form, doch aber all’ den Teilen nach, ausgebildet ward, durch das vegetative Leben der Mutter, so erst wird in der Gegend der Magengrube ein für eure Augen nicht wahrnehmbares, vom Zeuger herrührendes Bläschen, darin die Substanz der Seele enthalten ist, geöffnet, und teilt sich diese dann dem ganzen Organismus durch die Verbindung der Nerven mit, umwandelt ein in allen Nerven vorfindliches magnetisches Fluidum in das seinige, und dringt hierauf in aller elektrischen Schnelle, bald auch in alle übrigen Organe, namentlich aber zuletzt erst in die Herzmuskeln, was gewöhnlich erst am siebenten Tage, bei einigen manchmal etwas später geschieht. Dann fängt ganz langsam das Herz an, sich auszudehnen, durch die allmähliche Füllung mit der Seelensubstanz, und wenn es so nach und nach voll geworden ist, gleich einer elektrischen Flasche, so entlädt es sich dann in die Adern, durch eine obere Kammer. Dieses entladene Fluidum teilt sich allen dort befindlichen Säften mit, zwingt sie in alle Gefäße, und so auch die in den Gefäßen selbst vorhandenen Säfte zur Bewegung weiter in die Venen und durch dieselben wieder zum Herzen zurück; während welcher Zeit das Herz schon wieder geladen wird und die dahin kehrenden Säfte sogleich wieder weiter befördert.

Und so beginnt dann der Pulsschlag und die Zirkulation der Säfte, und etwas später die des daraus hervorgehenden Blutes. Dadurch bildet sich nun, durch derart bewirkten beständigen Verkehr und Austausch der Säfte, und zwar durch den des Blutes - die Masse des Leibes, und durch die in seinen Säften erhaltene Substanz - die Solidität der Seele elektromagnetisch aus. - Und wenn dann erst der Magen vollends ausgebildet wurde für die Aufnahme von gröberen Säften aus dem Leibe der Mutter, zur Unterstützung der für diese Bestimmung verwendeten Säfte und des Blutes, dann wird der Mensch abgelöst von den Nährbanden im Mutterleibe, und wird geboren in die Außenwelt, begabt mit fünf naturmäßigen Sinnen, um aufzunehmen die Sinnenwelt oder eigentlich die verschiedenen Substanzen, als des Lichtes, des Schalles, des Geschmackes, des Geruches und endlich des allgemeinen Gefühles, welches alles nun bestimmt ist, auszubilden die Seele, und nach deren Bedürfnis wachsen zu lassen den Leib, was dann mehrere Jahre nacheinander geschieht. Und so sind nun zwei Menschen in einem, nämlich zuerst ein materieller und in dem ein substantieller, -(und hernach noch ein essentieller).

Hier merket wohl auf - gleich ungefähr drei Tage vor der Geburt wird aber aus der allerfeinsten und zugleich solidesten Substanz der Seele in der Gegend des Herzens ein anderes unendlich feines Bläschen gebildet, und in dieses Bläschen wird ein einst böse gewordener Geist, der da ist dem Wesen nach ein Funke der göttlichen Liebe, hineingelegt; gleichviel ob der Körper männlich oder weiblich ist, so ist doch der Geist ohne geschlechtlichen Unterschied und nimmt erst mit der Zeit etwas Geschlechtliches an, welches sich durch die Begierlichkeit kundgibt.

Nun ist aber dieser Geist noch tot, wie er schon in der Materie gebannt seit langen und langen Zeiten es war. Die Seele aber ist ein imponderables substantielles Wesen, einfach und somit unzerstörbar, und ihre nun nach und nach vollends ausgebildeten Sinne, als da sind gleich den Ohren die Vernunft, gleich den Augen der Verstand, gleich dem des Geschmacks das Behagen an den empfangenen Eindrücken des Schalles und des Lichtes, dann gleich dem allgemeinen Gefühle das Bewußtsein des naturmäßigen Lebens in ihr, welches bewirkt wird durch die beständigen Evolutionen der feinsten Substanzen in ihren denen des Leibes entsprechenden Organen.

Wie aber zuvor Säfte des Leibes zirkulierend die Wesenheit der Seele ausbildeten durch die ihr von der Außenwelt zugeführten Substanzen, ebenso soll und wird durch die Zirkulation der feinsten Substanzen in deren Organen der in dem Bläschen eingeschlossene Geist genährt, so lange bis er selbst reif wird das Bläschen zu zersprengen und somit auch nach und nach alle Organe der Seele zu durchdringen, und wie die Seele im Leibe, so auch er in der Seele ein vollkommener dritter Mensch zu werden, durch die Nahrung aus dem Denken der Seele, was auf folgende Weise geschieht:

Der Geist hat eben auch wie der Leib und die Seele entsprechende geistige Organe, als gleich dem Gehör und der Vernunft die Empfindung oder Wahrnehmung, - gleich dem Licht und dem Verstande den Willen, - gleich dem Geschmack und dem Behagen an den empfangenen Eindrücken des Schalles und des Lichtes die Aufnahmefähigkeit alles Welttümlichen in entsprechenden Formen, - gleich dem des Geruchs und der Wahrnehmung von Gut und Böse die Einsicht vom Wahren und Falschen, - und endlich gleich dem allgemeinen Gefühle und Bewußtsein des naturmäßigen Lebens die aus diesem allem hervorgehende Liebe. Und wie nun die Kost des Leibes ist durch all die Sinne, so ist auch die der Seele und endlich auch die des Geistes. Ist die allgemeine Kost schlecht, so wird am Ende alles schlecht, und somit auch verwerflich; ist aber die allgemeine Kost gut und annehmbar, so wird am Ende auch alles gut und annehmbar. Nun sehet, das sind die naturmäßigen Bestandsverhältnisse zwischen Leib, Seele und Geist. Und es fragt sich nun, was da eine schlechte, und was da eine gute Kost ist?

Sehet, alles Weltliche ist da schlecht, weil es den Geist wieder zur Welt wendet, aus deren Todeskerkermacht (und Nacht) Ich ihn der Materie entriß und gelegt habe in das Herz der Seele, damit er da wieder lebendig und geläutert werde von allem Sinnlich-Naturmäßigen, MateriellWeltlichen, und damit er da endlich fähig würde zur Aufnahme des Lebens aus Mir. So nun ihm aber gereicht wird schlechte Kost, so wird er wieder weltlich, sinnlich und endlich materiell, und dadurch tot, wie vor der Geburt; so auch die Seele mit dem Leibe, da sie dadurch selbst leiblich geworden ist. - Wird nun aber gegeben dem Geiste gute Kost, welche ist Mein geoffenbarter Wille und die Vermittlung durch die Werke der Erlösung, oder Meiner Liebe im Vollbestande durch den lebendigen Glauben, so wird in dem Herzen des Geistes ein neues Bläschen gestaltet, in welchem ein reiner Funke Meiner Liebe eingeschlossen wird. Und wie es früher ging bei der Zeugung der Seele und aus derselben der des Geistes, ebenso geht es auch mit dieser neuen Zeugung des Heiligtums; wird es nun vollends reif, dann zerreißt diese heilige Liebe die lockeren Bande des Gefäßes und strömt wie das Blut des Leibes, oder wie die feinsten Substanzen der Seele oder wie die Liebe des Geistes in alle Organe des Geistes über, welcher Zustand dann die Neugeburt genannt wird, so wie der der Einlegung dieses Lebensbläschens ist und genannt wird die Eingeburt.

Und siehe, zu gleicher Zeit aber werden auch von der Hölle schon bei der Zeugung, besonders wenn diese als sündhaft auf rein tierische Befriedigung abgesehen war, eine Menge höllischer LiebeBläschen in der Gegend des Wanstes (Bauch) und der Geschlechtsteile gelegt, welche dann auch mit Meiner Liebe fast zu gleicher Zeit ausgeboren werden, wie die Raupen im Frühjahr, wenn die Wärme der natürlichen Sonne kommt, so auch diese Brut durch die aufgehende Wärme Meiner göttlichen Liebe im Geiste des Menschen.

Sehet, daher kommen dann auch die Versuchungen, da ein jedes dieser ausgeborenen Wesen der Hölle unablässig Versuche macht, wo irgend nur immer möglich ins Leben der Seele einzugreifen. Und wenn dann der Mensch nicht kräftig mit der neugeborenen Liebe aus Gott selbstwillig den Bestien entgegentritt, so strömen sie dann in alle Organe der Seele und setzen sich da gleich saugenden Polypen an den Stellen fest, da der Geist einfließet in die Seele, und verhindern so der Seele die Aufnahme des Lebens aus dem Geiste und so auch durch ihn die Aufnahme des Lebens der göttlichen Liebe. So nun der Geist sieht, daß er sich nicht erweitern kann, um eine Fülle des neuen Lebens aus Gott in sich aufzunehmen, so zieht er sich wieder zurück in sein stummes Bläschen, und so in ihm auch noch um so mehr Meine Liebe, die da ist der Gott im Menschen. -

Und ist das in dem Menschen vor sich gegangen, dann wird er wieder rein naturmäßig und überaus sinnlich, und auch verloren, weil er nicht weiß, daß solches in ihm vorgegangen ist, da die Bestien ganz gemächlich wohltuend anfangs die Sinne des Menschen bestechen, und ihn so nach und nach ganz gefangennehmen, so daß er von allem, was des Geistes ist, lediglich nichts mehr weiß, hört, sieht, schmeckt, riecht und empfindet.” (Hi. III S. 10,3-14,15)

2.3 Embryonalentwicklung und Geisteseinlegung

„Im Menschen wird drei Tage vor der Geburt ein kleines Bläschen von der feinsten, solidesten Seelensubstanz gebildet, welches den einst böse gewordenen Geist einschließt, in dessen Innerstem aber doch der eigentliche Gottesfunke der Liebe selbst seinen Sitz hat, welch letzterer dann diesem bösen Geistesfunken erstens die Möglichkeit gibt, sich für das Gute auszubilden und zweitens ihn auch stets zu diesem antreibt.

Nun siehe, wenn du das Vorausgesagte nur ein wenig überdenkst, so muß in dir die Frage aufsteigen: Wenn dieser Geist in dieses Bläschen erst drei Tage vor der Geburt eingelegt wird, wer bildet dann den Körper des Kindes bis dorthin aus ? Wer sorgte für seine innere, wer für seine äußere Form und Beschaffenheit als Mensch, auf daß wenigstens doch die Mittel schon alle vorhanden sind, die dazu benötigt wären, einen Menschen nach Meinem Sinne daraus zu machen? Siehe, hier muß Ich dir antworten: Hast du denn vergessen, daß alle abgefallenen Geister in Materie gebunden die Materie selbst ausmachen.

Wer ist nun die Bildnerin des Kindes, vom Embryo angefangen bis zu dieser erwähnten Zeit vor der Geburt? Siehe, daß sind die nämlichen namenlosen Geister-Parzellen, die, als seelischer Prozeß geführt durch die Mutter-Seele, selbst die Entwicklung, Aufbauung und Einrichtung des Kinderleibes betreiben, die aber wie in einer Pflanze oder sonst einem materiellen Produkte den materiellen Aufbau genau so wie dort gemäß ihrer Gattung vollziehen.

Das Kind, ehe es geboren wird, hat ein Pflanzen- (vegetatives) und kein intellektuelles Leben noch Bewußtsein. Es wird von den Geistern ausgebaut, gemäß seiner Gattung, wie jedes Tier im Mutterleibe oder Ei. Sobald aber der Austritt aus dieser inneren Welt sich nähert und das Pflanzenleben des Kindes nicht mehr genügt, sondern eben der große Schritt getan werden muß, der den Menschen vom Tier unterscheidet, da wird diesem, zu weiterem geistigem Aufbau fertigen Apparate, der eigentliche Pulsator, Wecker und Weiterbeförderer, in dieses Bläschen gelegt, d.h. ein Funke jenes großen Geistes, der hier im Kleinen das aus der Finsternis des Mutterleibes kommende unmündige Kind von Nacht zum Licht führen muß!

Dieser Funke des einst abgefallenen großen Lichtgeistes hat allerdings Tendenzen seines Ursprunges in sich, da der Weg der Menschen stets der nämliche ist und zwar vom Schlechten zum Guten vorwärtszuschreiten, allein - wie auch im großen, gefallenen Geiste nur Mein Liebesfunke lag, der von ihm verkannt, mißbraucht wurde, ebenso liegt in diesem kleinen einst abgefallenen Geistesfunken derjenige Strahl Meiner nie zu vernichtenden Liebe, wodurch dann mit dem Austreten des Kindes und seinem Trennen von dem Leben der Mutter sein eigenes beginnt wo, wie im großen Luzifer, der Streit zwischen dem Guten und Bösen seinen Anfang nimmt (als menschliches Leben), das nur das Produkt aus dem Kampfe dieser beiden sich entgegenwirkenden Prinzipien und Tendenzen ist.

So auf diese Art ist der Zweck des Lebens und die geistige Vorwärtsschreitung gesichert, von Nacht

- zum Licht! So besteht sie, und muß die Welt sich selbst erhalten.” (SGh S. 164ff)

2.4 Embryonalentwicklung und Geburt

„Aber nur dürfet ihr dieses Beispiel (einer tierischen Embryonalentwicklung) nicht auf die Werdung und Zeugung des Menschen, namentlich auf dieser Erde, übertragen; obschon dabei viel Ähnliches stattfindet, so ist aber der Grund davon dennoch höchst verschieden!

Es hat zwar das Menschenweib auch schon einen Naturstoff in sich; wenn aber die Zeugung geschieht auf die jedermann bekannte Weise, so wird zwar auch ein Klümpchen befruchtet und erregt, aber es wird, wie eine Beere von einer Traube abgerissen, an die rechte Stelle gebracht, und eine schon fertige Seele tritt da hinzu, pflegt eine Zeitlang diese Lebensbeere, bis der Stoff in derselben so weit gediehen ist, daß die sich stets mehr zusammenziehende Seele in den noch sehr flüssig lockeren Embryo eindringen kann, zu welcher Verrichtung die Seele auch bei zwei Monden lang zu tun hat. Hat sie sich des Embryos im Mutterleibe ganz bemächtigt, dann wird das Kind gleich fühlbar lebendig und wächst dann auch schnell zur ordnungsmäßigen Größe.

Solange die Nerven des Fleischkindes nicht völlig ausgebildet und tätig sind, arbeitet die Seele mit Selbstbewußtsein eifrigst fort und richtet sich den Leib nach ihren Bedürfnissen ein; sind aber einmal die Nerven alle ausgebildet, und wird deren sich stets mehr entwickelnder (Nerven-) Geist ganz ordnungsmäßig tätig, dann begibt sich die Seele mehr und mehr zur Ruhe und schläft am Ende in der Gegend der Nieren ganz ein. Sie weiß nun nichts von sich selbst und vegetiert bloß, ohne alle Erinnerung an einen früheren nackten Naturzustand.

Erst etliche Monde nach der Geburt fängt sie stets mehr und mehr an zu erwachen, was aus der Abnahme der Schlafsucht recht gut wahrgenommen werden kann; aber bis sie zu einigem Bewußtsein gelangt, braucht es schon eine längere Zeit. Wenn ein Kind der Sprache mächtig wird, dann erst tritt auch ein rechtes Bewußtsein in die Seele, jedoch ohne Rückerinnerung; denn diese könnte man bei der höheren Weiterbildung der Seele auch durchaus nicht brauchen. Die Seele aber sieht und erkennt nun, ganz im Fleische steckend, selbst vorderhand nichts, als was ihr durch des Leibes Sinne vorgestellt wird, und kann etwas anderes in sich selbst gar nicht erkennen, weil sie durch die Fleischmasse in sich derart verfinstert ist und sein muß, daß sie zumeist gar nicht weiß, daß sie für sich auch ohne das Fleisch da sei. Sie fühlt sich lange Zeit hindurch als mit dem Fleische ganz identisch, und es gehört viel dazu, eine Seele im Fleische so weit zu bringen, daß sie sich als etwas Selbstisches zu fühlen und zu betrachten anfängt, - was auch wieder höchst notwendig ist; denn ohne dieses könnte sie keinen Geist in sich bergen und denselben natürlich auch nie erwecken. Erst wenn der Geist in der Seele zu erwachen beginnt, wird es nach und nach lichter in der Seele; sie fängt an, sich genauer zu erkennen und in sich selbst ganz verborgene Dinge zu entdecken, mit denen sie freilich noch nicht viel zu machen weiß.

Erst wenn der Geist und sein mächtiges Licht in der Seele ganz zur vollen Tat werden, dann auch kehrt alle Erinnerung in die Seele zurück, aber natürlich alles in einem verklärten Lichte. Da gibt es dann keinen Trug und keine Täuschung mehr, sondern eine allerhellste, himmlische Wahrheit, und die Seele ist dann selbst eins mit ihrem göttlichen Geiste, und alles in ihr und außer ihr wird zur höchsten Wonne und Seligkeit.” (Gr.Ev.Joh. IV 120,14-19)

2.5 Einlegung des Geistes bei der Geburt

„Bei der Ausgeburt des Leibes aus dem Mutterleibe wird der ewige Lebenskeim als ein Fünklein des reinsten Gottesgeistes in das Herz der Seele gelegt, gleichwie bei der Frucht einer Pflanze, wenn sie die Blüte abgeworfen hat und sich für sich zu wappnen und zu konsolidieren (festigen) anfängt. Ist der Leib einmal ausgebildet, so beginnt die Ausbildung des Geistes im Herzen der Seele. Hier muß dann die Seele alles mögliche aufbieten, daß der Geist in ihr zu keimen beginne, und muß ihm förderlich an die Hand gehen.” (Gr.Ev.Joh. II 217,5)

2.6 Geschlechtliche Schonung während der Schwangerschaft

„Du hast empfangen und bedarfst nun für die Zeit, die von Gott dazu bestimmt ist, Ruhe, auf daß du in deinem gesegneten Stande keinen Schaden und kein unnötiges Leiden dir zuziehest durch die nutzlose Befriedigung deines Fleisches.” (Gr.Ev.Joh. III 71,2)“Das einmal gesegnete Weib bedarf der Ruhe für die Zeit, die Gott in der Natur des Weibes verordnet hat.” (Gr.Ev.Joh. III 71,12)“Wer sein Weib stört während ihrer Schwangerschaft, der verdirbt die Frucht schon im Mutterleibe und pflanzt derselben den Geist der Unzucht ein; denn welch ein Geist die Gatten nötigt und reizt, sich über die natürliche Gebühr zu beschlafen, derselbe Geist geht dann potenziert in die Frucht über.

Das einmal empfangen habende Weib soll noch gut sieben Wochen nach der Ausgeburt der Frucht in ihrer Ruhe ungestört belassen werden.” (Gr.Ev.Joh. IV 231,4-5)

2.7 Nachteiliges Ebenliegen für Schwangere

„Am meisten nachteilig aber ist das Ebenliegen den schwangeren Weibern; denn fürs erste werden dadurch die Kinder schon im Mutterleibe verkrüppelt und geschwächt, und fürs zweite rühren ihre schweren und oft sehr verkehrten Geburten zumeist von den Ebenlagern her.” (Gr.Ev.Joh. V 196,8)

2.8 Vorkreaturformen der Kinder

„Die puren Erdkinder aber sind seelisch und auch leiblich aus der gesamten organischen Schöpfung dieser Erde zusammengesetzt. Dafür liefert schon die höchst verschiedene Nahrung für den Leib, die ein Mensch zu sich nimmt, den Beweis, während ein Tier in der Wahl der Nährkost sehr beschränkt ist. Damit aber der Mensch allen Intelligenzpartikeln, aus denen seine Seele besteht, aus den zu sich genommenen natürlichen Nährstoffen eine entsprechende Seelennahrung zuführen kann, kann er eben auch so verschiedenartige Nahrungsteile aus dem Tier, Pflanzen- und auch Mineralreiche zu sich nehmen; denn der substantielle Formleib der Seele wird gleich wie der Fleischleib aus der zu sich genommenen Naturkost genährt und ausgereift. Nun kommt es aber noch darauf an, aus welcher vorhergehenden Kreatursphäre ein pur diesirdischer Mensch seine Seele nach den aufsteigenden Graden erhalten hat. Und es ist dann, besonders bei Kindern, fürs zweite der Umstand zu erwägen, daß ihre Seele für sich noch immer Spuren jener Vorkreaturgattung in sich birgt, aus der sie zunächst in eine Menschenform überging. Wird ein Kind gleich in eine gute Erziehung gebracht, so geht die Vorkreaturform bald völlig in die Menschenform über und festigt sich stets mehr und mehr in derselben. Wird aber bei einem Kinde die Erziehung sehr vernachlässigt, so tritt in dessen Seele bald mehr und mehr die Vorkreaturform in den Vordergrund und zieht nach und nach sogar den festgeformten Leib in die besagte Vorkreaturform und man kann bei so manchem rohen Menschen mit leichter Mühe erkennen, welche Form seine Seele sicher ungezweifelt vorherrschend besitzt.” (Gr.Ev.Joh. IV 151,7-8)

2.9 Die Ähnlichkeit der Kinder mit den Eltern

„Die Eva ging samt Leib und Seele aus dem Adam hervor. Und in diese zweite Seele wurde auch ein unsterblicher Geist gelegt, und so wurden aus einem Menschen und aus einer Seele zwei und waren dennoch ein Fleisch und eine Seele.

Eine solche Seelenteilung kann man auch an den Kindern der Eltern gar leicht erkennen. Denn daß die Seele der Kinder auch zum Teil aus der Seele der Eltern genommen ist, beweist die physiognomische Ähnlichkeit der Kinder mit den Eltern. Was darin fremdartig ist, das bleibt fremdartig und physiognomisch unähnlich den Zeugern; was aber aus den Zeugern ist, das spricht sich ebenbildlich durch das Ebenbildliche mit den Zeugern sympathetisch aus, und die Eltern erkennen daran ihre Kinder.” (EM 53,4)

2.10 Die Geburt

„Geburt, d.h. der sichtbare Eintritt einer im menschlichen Körper gebundenen Seele ins materielle Reich eines allgemeinen Gemeinlebens. Von dem Akte der Zeugung bis zum Akte der Geburt hat euch die medizinischen Wissenschaft so manches mitgeteilt und kundgegeben, aber doch gelang es ihr nie, den geheimen Weber zu entdecken, der alle diese Fäden wie ein Netz so zusammenfügt, daß ein geordnetes Ganzes, eine menschliche Organisation im Kleinen zur Welt kommt, welche mit dem ersten Atemzuge aus der atmosphärischen Luft wieder dem allgemeinen Verwandlungs- und Fortschreitungs-Prozesse anheimfällt, welchem alle Materie untertan ist und sein muß. Sehet, schon anderswo hab Ich euch gesagt, daß die Zeugung ein Schöpfungsakt ist, in welchem Ich euch gewisse Rechte einräume, die sonst in der ganzen Schöpfung nur Mir allein angehören. Daß aber eben dieser Akt ein Attribut von Mir ist, und nicht von eurem Willen abhängt, könnet ihr alle Tage sehen; denn der Zustand der Schwangerschaft tritt ein, wenn Ich, und nicht wenn ihr es wollet! Schon aus dieser Erfahrung mußtet ihr erkennen, daß ein Warum da ist, weswegen in einer Familie Kinder im Überflusse, und in einer anderen gänzliche Fruchtlosigkeit vorhanden ist, welche oft gerade den eingebildeten höheren Klassen eurer Gesellschaft soviel zu schaffen macht, wo so mancher eitle Geck einen Stammhalter möchte, der seine zusammengerafften Reichtümer wieder würdig seines Standes ausgeben und verschwenden könnte!

Auch selbst bei dem Geschlechte der einzelnen Kinder - ob Mädchen, ob Knabe - habe wieder Ich das wichtigere Wort zu sprechen, weil ich am besten weiß, welche Veränderungen aus dem Ereignis erwachsen werden, wenn der neue Ankömmling einem oder dem anderen Geschlecht angehört. Dieses alles sind nur einzelne Winke, womit ich euch beweisen will, daß überall geistiges Einwirken die materiellen Resultate bestimmen muß.

Wenn wir zur Empfängnis selbst übergehen und dann den ganzen Verlauf der Entwicklung des Embryo mit aufmerksamen Auge betrachten wollen, so will Ich euch einen Vergleich aufstellen, der durch alle drei Worte: Geburt, Leben und Sterben durchgeführt werden soll, und dieser Vergleich ist der eines Fischernetzes welches vor und nach der Geburt gestrickt, im Leben gebraucht und im Sterben dann Masche für Masche, Knoten für Knoten wieder aufgelöst wird.

Sehet, nach allen wissenschaftlichen Forschungen zeigen sich als erste Anfänge des Embryo zwei Punkte, welche mittelst eines zarten Fadens zusammenhängen. Der eine dieser Punkte wird das Gehirn, der andere das Herz, und der sie verbindene Faden die Wirbelsäule und das Rückgrat werden.

Es sind die ersten Maschen des Fischernetzes, welches als ein Faden und zwei Knoten den Anfang bildlich darstellen könnte, aus welchem sodann das ganze Netz gestrickt als ein verschiedenartiges Zellgewebe das Haus der ganzen menschlichen Organisation verbindet und zu einem Ganzen abschließt.

So, von diesen beiden mikroskopischen Punkten angefangen, bildet sich auf der einen Seite das ganze Nerven- und auf der anderen das ganze Arterien-, Venen- und Kapillar-System der wichtigen Blutgefäße aus, welch’ ersteres als Anreger und Beweger, letzteres als Ausführer, Ausscheider und Ergänzer langsam in einer gewissen Zeit den menschlichen Körper mit Hilfe des mütterlichen Lebens vollenden,- bis der Moment eintritt, wo das mütterliche Leben mit dem nun zu Gebärenden nichts mehr zu schaffen hat, es aus seinem Körper ausstoßen muß, damit es seine weitere Ausbildung unter anderen Verhältnissen und anderen Einflüssen einer höheren Führung überlasse, wo das erste unbewußte Leben im Mutterleibe zwar die Grundlage, der Anfang, aber nicht der Hauptzweck, nicht das Ende sein kann. So werden alle Organe im menschlichen Körper aufgebaut, da mit dem ersten Pulsieren des Herzens im Embryo die hineingelegte Seele ihr Handwerk beginnt, und das Gewebe fortsetzt, und zwar mit den Mitteln, welche sie im mütterlichen Leibe vorfindet, und mit dem Zusatze, den sie aus dem mütterlichen Leben fortwährend empfängt. Je nachdem nun diese Mittel gesund und im normalen Zustande sind, oder unbrauchbare Elemente enthalten, wird auch das neu zu gebärende Wesen seine Lebensdauer, seine Leiden oder Freuden demgemäß empfangen, wo neben körperlichen Mißverhältnissen selbst auch die geistigen darunter leiden werden, was das Verkommen der menschlichen Rasse und die Vermehrung aller möglichen Krankheiten beweiset da die meisten davon nicht selbst gemachte Fehler, wohl aber angeerbte Krankheiten sind, welche der geistigen Entwicklung auf dieser Welt viele Hindernisse in den Weg legen, indem durch Krankheiten das geistige Fortschreitungswerk nicht vollendet werden kann, sondern oft für das Jenseits aufgehoben wird, wo dann aber das Verbessern nicht so leicht wie hier geschehen kann.

Sobald das Kind dem Mutterleibe entschlüpft ist, und in den Kreis des planetarischen Lebens eintritt, so ist sein Leben (vorerst) ein rein pflanzliches, vegetierendes; denn die Werkzeuge, deren sich die Seele zur Äußerung ihres inneren Lebens mit der Zeit bedienen sollte, sind noch zu zart, vertragen keine geistige Einwirkung, und es muß erst abgewartet werden, daß Auge und Ohr und Zunge sich daran gewöhnen, von Außen Eindrücke zu empfangen, selbe der Seele zu übermachen, und sodann wieder rückwirkend der Außenwelt wiederzugeben, was die Seele als geistiges Wesen den andern geistigen Wesen mitteilen will. Für das neugeborene Kind ist die Muttermilch die erste Nahrung; diese Milch ist nicht allein das Produkt der Drüsen, die in dem Busen der Mutter sich befinden, sondern sie ist das Produkt der Liebe, der früher nie gefühlten Mutterliebe, welche in dem Säugling einen aus dem eigenen Mutterleibe gebildeten menschlichen Organismus erblickt, und mit der Milch die weitere Ausbildung desselben fortsetzen will, da solches im Mutterleibe nicht mehr gestattet wurde, und andere Faktoren und andere Elemente in kurzer Zeit auch die Muttermilch ersetzen werden.

So wächst das pflänzliche Leben langsam fort, die körperliche Organisation wird nach und nach Werkzeug der in ihr wohnenden Seele, und die nächste Zeit zeigt dann, wie die Seele sich ihrer Werkzeuge bedienend den langsamen Entwicklungsgang betritt, wo übersprudelnd von materieller Lebenskraft sie heftige Bewegungen, heftige Gemütsaffekte, als Lachen oder Weinen, und heftige Kraftanstrengungen, als Lieblingsbegierden, in den Vordergrund stellt.

So wächst das Kind zum Knaben, zum Mädchen heran, so entwickelt sich die dem Geschlechte angemessene Richtung; die Erziehung vollführt dann, was die Seele allein nicht kann, und so geht zwischen Verirrungen und Fehlern, zwischen nicht erfüllten Wünschen und bitteren Erfahrungen das ernste Leben an, wo die Familienverhältnisse, Neigungen und weltlichen Ereignisse das weitere Leben begründen, welches die späteren Verhältnisse dahin wieder zurückführen, von wo es ausgegangen ist.

Wenn ihr je ein Fischernetz aufmerksam betrachtet habt, so werdet ihr gesehen haben, daß beim Anfange das Netz weitere Öffnungen hat und dann stets enger zusammenlaufend in einen Sack endet, wo selbst das kleinste Fischlein nicht mehr entweichen kann. Was ihr nun an diesem Netze bemerket, das ist bei dem Menschen von Geburt an auch der Fall. Im Mutterleibe sind die Maschen des Netzes groß, es heißt dort nur den materiellen Leib aufzubauen, nichts beengt dieses Geschäft, was die Mutter durch die Außenwelt empfängt, alles wird Gemeingut zwischen ihr und dem Kinde. Ernste Fragen treten nicht auf, denn die Seele (Lebenskraft) des Kindes hat noch die Hände gebunden, kann nicht tun, was sie will, weil die Organe nicht fähig sind, ihr im mindesten Gehorsam zu leisten, um so mehr, da im Anfange dieselben sich erst nach und nach aufbauen. Je mehr dieses Aufbauen fortschreitet, desto mehr trachtet die Seele an dem Punkte anzukommen, wo sie zum Teil unabhängig von der Mutter die Zügel in die Hand nehmen kann. Das Gewebe wird stets enger und dichter, es läßt nicht mehr alles durch, faßt alles auf, um es zum eigenen körperlichen Aufbau zu benützen, um so den menschlichen Körper vorzubereiten, daß er ein tüchtiges Werkzeug für die Seele werde, damit am Ende alle weltlichen und geistigen Eindrücke zum Ziele führen, wie der Fischer auch sein Netz gebraucht, nämlich sich seinen Unterhalt zu gewinnen und seine Erdenmission zu erfüllen.

So werden die im Embryo fein gewebten Fäden stets stärker, stets enger, vereinen sich zu Gruppen, zu Maschen und Knoten, die dann stark genug sind, alles Schwere und Leichte, welches während der Lebensdauer ins Lebensnetz fällt, gehörig zum Aufbau seines geistigen Ichs zu benützen.

Der geistige Hauch Meiner Allmacht, der alles durchdringt, er ist es, der dem Embryo die Kraft zur weiteren Entwicklung verleiht, nach allgemeinen Gesetzen sich auszubilden. Er ist es, der die Seele in selben hineinlegt, er ist die Kraft, alle Hindernisse zu bekämpfen, sie nach und nach mit Mitteln versieht, daß die in denselben gelegte Seele sich äußern kann zu ihrem und anderer Nutzen, um so Freude und Liebe zu bewirken, zu verbreiten und selbst zu genießen. Denn Mein Reich, aus dem alle Seelen stammen, ist ein Reich der Freude und des geistigen Genusses, welches natürlich nur jenen zuteil werden wird, welche die geeigneten Elemente besitzen, in diesem künftigen Reiche sich wohl zu finden (d.h. in der Liebe).

Wenn das erste Erwachen der Mutterkraft nur in zwei Punkten und einem leichten Faden besteht, wo der eine Punkt das geistige und der andere das materielle Leben, und der Nervenfaden die Verbindung beider vorstellt, so ist im jenseitigen Leben ebenfalls das Nämliche der Fall. Auch dort bestehen die zwei Punkte und ein Verbindungsfaden, in dem aus Mir und zu Mir führenden Geistigen und in dem Seelenleben, welche beide durch die Liebe verbunden nur nach einem Ziele streben. Auch dort ist das Netz mit seinen weiten und engen Maschen, welches alle umgibt, und es stets enger und enger zu fassen strebt, damit auch dort wieder nach der hier körperlich stattgefundenen Geburt, die geistige desto leichter erfolgt, wo ein geistig-ätherischer Körper eine vollkommene Seele umkleiden soll, die ihren ersten Anfang in zwei Punkten im irdischen Mutterleibe und ihr geistige Geburt in der anderen Welt ebenfalls wieder erneuern und fortsetzen kann, nämlich als geistiges ewiges Leben, zum Heile ihres eigenen Ichs und zum Siege über die Materie, als Abkömmling von Mir, von wo sie ausgegangen und zu dem sie zurückkehren muß! Amen!” (Heil- und Diätwinke S. 120-124)

2.11 Der Ursprung der Muttermale

„Nach der Einlegung des Geistes in das Herz der Seele, welche Handlung bei einigen Kindern früher, bei anderen später geschieht, bei vielen drei Tage vor der Geburt, wird der Leib schneller ausgereift, und die Geburt wird vor sich gehen. In dieser Zeit soll eine Mutter sich überaus von allen Reizungen und Begierden enthalten; denn diese Begierden und Reizungen stammen meistens von der Hölle ab, und wo immer sich die Mutter in einem solchen Reizzustande berührt, da erregt sich als entgegengesetzter Pol der in die Seele gelegte Geist und zeichnet die Seele durch Entsprechung an der erregten Stelle. Diese Zeichnung der Seele aber reproduziert sich dann auch auf dem Leibe. Daher haben auch die sogenannten Muttermale der Kinder ihren Ursprung. Daß ein solches Zeichen nur eine örtliche, kleine Stelle einnimmt und nicht anfänglich die ganze Seele und nachträglich den ganzen Leib, das bewirken die Geister; denn würde das nicht der Fall sein, so könnte durch eine solche unvorsichtige Berührung und darauf erfolgte gänzliche Brandmarkung der Hölle eine ganze Verderbung der Seele und mit derselben der Tod des Leibes erfolgen, und das wäre eben, was die Hölle bezwecken möchte.

Daher sollte sich auch jedermann vor solchen Menschen, die viele und ansehnliche obbeschriebene Muttermale am Leibe tragen, ein wenig in acht nehmen. Denn nicht selten werden die höllischen Spezifika in einem solchen Wesen mehr oder weniger wach, - und wenn sie wach sind, dann ist dasjenige Individuum, das mehrere solche und ansehnlich große Zeichnungen am Leibe trägt, nicht selten böse in einer oder der anderen Sphäre. Entweder glauben solche Menschen nichts oder sie sind der Unzucht oder bösem Leumunde ergeben und es kann in einer Hinsicht auch hier die Warnung gelten: - Nehmet euch in acht vor den Gezeichneten!” Denn die Hölle zeichnet alles, was sie gibt, damit es ihr nicht abgenommen werden könnte und sie das ihrige wieder nach abgelaufener Frist wohl erkennend rechtwähnig zurückfordern möchte. Es geht da fast so zu wie auf der Welt. Die himmlischen Menschen geben auch von ihrer Habe ihren Brüdern und Schwestern ohne Schuldschein und Siegel; denn sie geben es, um es nicht wieder zu nehmen, - und da gibt es nie einen Prozeß.

Die Weltmenschen geben zwar auch, aber niemals ohne Schuldschein und Siegel, auf daß sie es nach abgelaufener Frist wieder nehmen können; und können die Schuldner es ihnen nicht wieder zurückbezahlen, so gibt es Klage und Prozeß, - und das ist höllisch, denn die Hölle klagt und prozessiert ewig.

Jedoch müßt ihr diese Muttermalzeichnung nicht so genau nehmen; denn wenn diese Male nur wenige und sehr klein sind, so haben sie entweder nur sehr wenig und zumeist auch gar keinen Bezug auf obige Beleuchtung. Wie es schon oben gezeigt wurde, so verhindern die schützenden und werkführenden Geister die Hölle an solch argem Tun und Treiben; und wenn auch ein Kind da während des Kampfes der guten Geister mit den bösen einige Zeichen bekommt, so sind aber das dennoch nur Zeichen (Stigmata), die keine Folgen in sich tragen, weil die höllischen Spezifika von ihnen weggeschafft sind.

Es könnte hier freilich ein Psychologe fragen und sagen: “Wie kann aber der Herr, so Er einer ist, samt Seinem zahllosen Engelgeisterheere, das mit aller Macht und Weisheit ausgerüstet ist, zulassen, daß die scheußliche Hölle solches verübe an der unschuldigsten Frucht im Mutterleibe? Das ist ja höchst unweise und klingt sehr stark nach einer Ohnmacht!” Da aber sage Ich: Jedem das Seinige! Lasset das Unkraut mit dem Weizen wuchern bis zur Zeit der Ernte; dann wird man alles Höllische von dem Himmlischen höchst genau sondern, das Himmlische zuführen dem Himmel und das Höllische wieder der Hölle. Und darob wird keine Seele verlorengehen, und ob sie schon tausend höllische Marken in sich trüge; denn diese werden ihr genommen und der Hölle zugewiesen werden. Alles aber wird davon abhängen, daß die Seele sich durch die Demut über die Befreiung ihres Geistes hergemacht hat. Hat sie diesen frei gemacht, dann wird auch sie frei von allem durch ihn; hat sie aber das nicht, so wird sie selbst gefangen bleiben so lange, bis der Geist seine siebenfache Umhüllung verloren hat und danach eins geworden ist mit der Seele.” (EM 51,7-15)

2.12 Geistige Nacht der Kindesseele

„So ein Kind zur Welt geboren wird, da ist es in dessen Seele vollkommen finster und somit Nacht. Das Kind aber wächst auf, bekommt dann allerlei Unterricht und wird dadurch stets mehr und mehr einsichtig in allerlei Dingen, und seht, das ist der Abend, das heißt, es fängt dann in der Seele an, so dämmerig zu werden, wie im Vergleiche es am Abend ist.” (Gr.Ev.Joh. I 157,11)

2.13 Unentwickelte Kinder

„In euch Menschen liegt Unendliches, nur entwickelt ist es nicht; darum kann das Kind, wenn es in die Welt kommt, gar nichts und steht tief unter jeder Gattung eines neugeborenen Tieres. Aber eben, weil es gar so nackt, so schwach und total unbehilflich und nahe über einen Meerespolypen bewußtlos dasteht als ein gänzlich leeres Gefäß, kann es bis zum höchsten göttlichen Bewußtsein emporklimmen und jeder Vollendung gewärtig werden!” (Gr.Ev.Joh. III 178,12-13)

2.14 Woher sind eure Kinder?

„Wisset ihr, woher eure Kinder sind? Wißt ihr, wo sich ihr geistiges und seelisches Prinzip ehedem aufgehalten hat, bevor sie euch aus den Weibern sind geboren worden? Ihr saget: Solches wissen wir durchaus nicht. Ich (Johannes) frage euch aber wieder und gebe euch dadurch ein neues Stößchen: Wie erkennet ihr demnach die geborenen Kinder als die eurigen und wie die Kinder euch als ihre Eltern? Diese Frage sollte euch schon so einen recht starken Wink geben. Ist es nicht die Liebe, die euch die Kinder gibt? Werden sie nicht in der Liebe empfangen?

Sehet, wenn das Kind zur Welt geboren wird, da umfassen es die Mutter und der Vater sogleich mit großer Liebe, und das ist schon die erste Taufe. Hat das Kind auch noch keinen Namen, so hat es aber doch ein Zeichen glühend in die Herzen der Eltern eingegraben, welches unauslöschlich ist. Dieses Zeichen ist nichts anderes als die Liebe. Durch diese Liebe wächst die beiderseitige Erkenntnis und Bekanntschaft immer größer, sie entfaltet sich immer mehr und mehr, wird am Ende so intim, stark und mächtig, daß ihr euer Kind unter jeder Zone sobald erkennen werdet, und das Kind wird dasselbe ganz sicher imstande sein, besonders wenn es in irgendeiner kleinen Not steckt.

Sehet, in euren Kindern habt ihr so auf dem Wege der Liebe eine bei weitem wunderbarere Welt für beständig kennengelernt, als diese da ist, welche wir jetzt betreten, und ihr kennet sie dennoch recht gut und werdet das Merkmal nicht leichtlich vergessen und es verlöschen lassen in euren Herzen.” (GS II 14,13-14)

[— 3 —] Ernährung, Krankheit und Tod der Kleinkinder

3.1 Das Stillen des Säuglings

„Des Menschen Natur ist wie ein Säugling, den nichts so gut nährt als der Mutter Brust; und jene Kinder, die lange von der Brust der kräftigen Mutter die Nahrung erhielten - vorausgesetzt, daß sie so naturgesund und unverdorben ist wie eine Eva -, werden riesenhaft stark, und der Kampf mit einem Löwen wird sie nicht ermüden.” (Gr.Ev.Joh. III 211,6)“Für das neugeborene Kind ist die Muttermilch die erste Nahrung; diese Milch ist nicht allein das Produkt der Drüsen, die in dem Busen der Mutter sich befinden, sondern sie ist das Produkt der Liebe, der früher nie gefühlten Mutterliebe, welche in dem Säugling einen aus dem eigenen Mutterleibe gebildeten menschlichen Organismus erblickt, und mit der Milch die weitere Ausbildung desselben fortsetzen will, da solches im Mutterleibe nicht mehr gestattet wurde, und andere Faktoren und andere Elemente in kurzer Zeit auch die Muttermilch ersetzen werden.” (Heil- und Diätwinke S.122)“Ißt die Mutter durch Moses bekanntgegebene unreine Speisen, so soll sie das Kind nicht säugen, sondern es von einer anderen säugen lassen, die reine Speise genießt, sonst wird sie mit dem Kinde eine große Not haben.” (Gr.Ev.Joh. I 242,6)“So irgend etwas dein Gemüt stark erregt hat, und du hast noch ein Kind an der Brust, da laß das Kind so lange nicht saugen, bis dein Gemüt wieder in eine völlige Ruhe zurückgekehrt ist! Denn mit der Muttermilch können allerlei Übel im Leibe und sogar in der Seele der Kinder entstehen.” (Gr.Ev.Joh. VI 80,8)

3.2 Stillen und Ernährung hitziger Kinder

„Das Kind, wenn es sich schon in der Wiege zeigt, daß es sehr empfindlicher Natur ist und leicht durch allerlei Einflüsse gereizt werden kann, sollte, solange es noch kein Gedächtnis hat, durch solche Mittel genährt werden, die das Blut nicht erhitzen, sondern nur sanft kühlend herabstimmen.

Säugt die Mutter das Kind an der Brust, so enthalte sie sich von geistigen Getränken und hauptsächlich von Gemütsbewegungen; denn durch alles das setzt sie Spezifika in ihre Brust, die eine Nahrung dieses Feuergeistes (des Zornes) sind, - kurz und gut, sie enthalte sich von solchen Speisen und Getränken, die zu sehr die Galle erzeugen oder die schon erzeugte aufrütteln. Hülsenfrüchte, besonders Bohnen, sind einer solchen Mutter durchaus nicht zu empfehlen, wohl aber mäßige Fleischbrühen, auch Braten vom Fleische reiner Tiere und Mehlspeisen von Weizen, Roggen und weißem Mais; auch Wassergerste oder Reis ist einer solchen gedeihlich, in nicht fetter Milch gekocht.

Wenn aber eine Mutter das Kind nicht selbst säugt, sondern es an der Brust einer sogenannten Amme trinken läßt - was zwar nie recht gut ist -, da soll fürs erste die Amme wohl erkannt sein, wessen Geistes Kind sie ist, und hat sich’s herausgestellt, daß sie eine gute und sanfte Seele ist, so muß sie dann fürs zweite dieselbe Diät im Essen und Trinken und die Zügelung ihres Gemütes beachten, wie eben diese Diät der Mutter vorgeschrieben ist.

Säugt die Mutter oder die Amme das Kind, so soll es alsbald von der Brust entwöhnt werden, wenn sich die ersten Zähne zeigen; denn mit den Zähnen beginnt auch das Gedächtnis bei dem Kinde. Am besten wäre jedoch für ein solches Kind die Auferziehung ohne Brust. Weizenkleie gekocht und mit etwas reinem Honig gemengt, wäre die beste uranfängliche Kost für ein hitziges Blutkind. Man kann aber wohl auch Gerstenwasser, mit etwas Honig oder Zucker versüßt, nehmen; ebensogut und manchmal noch besser sind gekochte Feigen und gekochtes Johannisbrot.

Bei manchen Kindern, besonders in späterer Zeit, würde auch ein leichtes Linsenmus eine sehr beachtenswerte Kost sein, wenn jene, wie gesagt, im Alter schon etwas vorgerückt sind. Tierische Milch ist anfänglich nicht zu empfehlen, weil Tiere manchmal selbst nicht vollkommen gesund sind und somit auch keine gesunde Milch liefern können, - was gewöhnlich zur Winterszeit der Fall ist.

Manchmal sind aber auch schon Tiere vollblütigen und heftigen Temperamentes, deren Milch also einem solchen hitzigen, vollblütigen Kinde sehr übel zustatten kommen würde. Erst wenn Kinder ein bis zwei Jahre alt geworden sind, können sie mit leichter, durch Wasser verdünnter Milch bedient werden.

Dagegen wird es ihnen aber nie schaden, manchmal ein gekochtes Obstmus zu genießen; denn das Obst, besonders gute Äpfel und feinere Birnen, sind sehr tauglich, das Blut zu reinigen und herabzustimmen.

Fleisch kann solchen Kindern erst dann gereicht werden, wenn sie die Zähne gewechselt haben. Bekommen die Kinder, besonders obenerwähnte, früher Fleischspeisen, so wird dadurch ihr Blut zu sehr genährt, ihr Fleisch selbst zu fett und dadurch werden ihre Transpirationswerkzeuge (Schweißdrüsen) zu sehr verschleimt, woraus dann bald eine Menge gefährlicher Krankheiten für dergleichen Kinder entstehen.

Wenn solche Kinder bis dahin ausgereift sind, daß sie einmal gehen und reden können, dann sollten sie mit allerlei mehr ruhigen und für das kindliche Gemüt nützlich-erhebenden Spielereien beschäftigt werden, und es sollte dabei fortwährend die Aufmerksamkeit gehandhabt werden, daß solche Kinder sich nie zu sehr erhitzen, weder durch Bewegung, noch viel weniger durch einen Gemütsaffekt; es muß alles hinweggeräumt werden, was sie nur im geringsten ärgern könnte. Wird aber bei einem oder dem andern trotz all der Vorsichten bemerkt, daß nicht selten Gemütsaufbrausungen vorhanden sind, da ist eine zweckmäßige Strafe nie zu versäumen, welche jedoch nicht so geschwind mit Schlägen sondern viel wirksamer und gedeihlicher mit zweckmäßigem Fasten bei der Hand sein sollte; denn nichts heilt den Zorn besser als der Hunger, und Hungernde sind am wenigsten zu einer Revolution aufgelegt, während, wenn sie satt sind, ihnen durchaus nicht zu trauen wäre.

Sehr gut für Kinder ist, wenn man sie dergleichen Ursachen wegen zu strafen nötig hat, daß man ihnen begreiflich macht und ihnen sagt, daß der himmlische Vater, weil sie schlimm waren, ihnen kein Brot geschickt habe. Wenn sie aber wieder vollends brav würden und den himmlischen Vater um Brot bitten würden, so werde Er ihnen gleich wieder eines geben. Dadurch werden dergleichen Kinder auf Gott aufmerksam gemacht, und es wird sich ihrer jungen Seele stets tiefer einprägen, daß sie in allem von Gott abhängt, und daß Er der getreueste Vergelter ist für alles Gute und Schlechte. Sind solche Kinder aber dann recht ruhig und sittsam geworden, dann soll es aber auch nicht versäumt sein, ihnen recht begreiflich zu zeigen, wie der himmlische Vater eine recht große Freude an ihnen hat und ihnen tagtäglich am Morgen, Mittag und Abend zuruft: Lasset diese lieben Kleinen zu Mir kommen!

Wenn die Kinderchen so geleitet werden, dann wird es späterhin wenig Anstände mit ihnen haben; werden sie aber nicht also geleitet, so wird es schon etwas schwerer sein, sie in späterer Zeit auf den rechten Weg zu bringen, und es wird da das Sprichwort in Erfüllung gehen, laut dessen sich ein alter Baum nicht mehr beugen läßt, außer manchmal durch Blitz und Sturm, - wobei aber ein solcher Baum selten ohne Schaden davonkommt.

Sind dergleichen Kinder völlig erwachsen und haben schon eine vollkommene Selbsterkenntnis erlangt - d. h. insoweit als man in natürlicher Hinsicht diesen Begriff ausdehnt - und zeigen sich bei ihnen noch hie und da merkliche Symptome von übertriebener Gemütsreizbarkeit, da ist ihnen vor allem anzuempfehlen, daß sie in allem sehr mäßig leben, früh schlafen gehen, aber noch früher aufstehen, von geistigen Getränken sich längere Zeit enthalten, wie auch vom Fleische unreiner Tiere, und ja keine solchen Orte besuchen, wo allerlei toller Spektakel zur schlechten Belustigung der Zuseher ausgeführt wird, besonders aber jene Orte nicht, wo getanzt und gespielt wird. Dergleichen muß von solchen Brauseköpfen auf längere Zeit, wenn nicht bei manchen auf immer, gemieden werden.” (EM 62,3-17)

3.3 Besessenheit und Tod durch unreine Ernährung

„So oft die Seele für ihren Leib materielle Nahrung verlangt und ihr solche gereicht wird, so bekommt sie mit solcher auch allzeit schon eine Legion freier gewordener, noch arger und unreiner Geister in ihren Leib, die ihr dann zum Weiterausbau ihres Leibes behilflich sein müssen.

Die Geister aber ergreifen sich nach und nach und bilden bald ganz eigene, in ihrer Art intelligente Seelen; wenn sie sich auf eine solche Stufe erhoben haben, dann lassen sie auch bald die eigentliche Seele als befugte Besitzerin des Leibes im Stiche und fangen solche Einrichtungen im Leibe zu bewerkstelligen an, die für ihr vermeintes Wohl tauglich wären.

Haben sie, was besonders bei für ihren jungen Leib sehr hungrigen und fraßgierigen Seelen nur zu leicht der Fall ist, einmal einen ziemlich hohen Grad zu ihrem vermeinten Wohle erreicht, so kann da und muß auch eine oder die andere Erscheinung bei den Kindern eintreten. Das Fremdartige muß entweder durch was immer für eine taugliche Krankheit hinausgeschafft werden, so man das Kind nicht in ein förmliches Besessensein will übergehen lassen, oder man läßt, um eine schwächere Kindseele nicht zu sehr zu quälen, die Seele wohl kümmerlich in dem zur Hälfte fremdartigen Leibe fortleben bis zu einer gewissen Zeit und sucht sie dann wieder entweder durch Belehrung von der Außen- und der innern Geisterwelt zugleich auf eine solche Einsichtsstufe zu erheben, daß sie am Ende selbstwillig ihre Schmarotzer hinauszutreiben beginnt durch Fasten und allerlei andere Entbehrungen, oder man nimmt ihr, so die Schmarotzer zu hartnäckig sind, wohl auch den ganzen Leib und bildet dann solch eine Seele in einer andern Welt als zum ewigen Leben tauglich aus. Auch der für die Eltern oft bittere frühe Leibestod ihrer Kinder hat solch einen Grund; darum sollen besonders irdisch reiche Eltern wohl besorgt sein, daß ihre Kinder eine zweckdienliche äußere Kost bekommen.

Ißt die Mutter durch Moses bekanntgegebene unreine Speisen, so soll sie das Kind nicht säugen, sondern es von einer andern säugen lassen, die reine Speise genießt, sonst wird sie mit dem Kinde eine große Not haben.

Aus diesem Grunde sind schon vom Abraham, hauptsächlich durch Moses, den Juden die reinen Tiere und die reinen Früchte gesetzlich angezeigt worden, und alle, die solche Gesetze gewissenhaft hielten, hatten nie kranke Kinder und erreichten selbst ein hohes Alter und starben gewöhnlich an der Altersschwäche.

In dieser Zeit aber, wo man sogar nach den fremdartigsten Leckerbissen hascht und gar nie mehr daran denkt, ob so ein Bissen rein oder unrein ist, und in manchen Landen gleichweg schon alles in den Leib schiebt, was nicht Stein und Lehm heißt, da ist es von seiten der blinden Menschen ja doch ohnehin ein Wunder, daß sie sogar leiblich noch nicht in die entsprechenden Tiergestalten zurückgesunken sind, was sie seelisch doch schon bewirkt haben. Wenn nun Kinder schon in ihrer ersten Lebenszeit mit allerlei Übeln behaftet werden, so liegt hauptsächlich der mit Händen zu greifende Grund in der vor allem höchst unpassenden Nahrung, mittels welcher eine zu große Menge arger und unreiner Geister in den Leib geführt werden, die oft des Heiles der Seele halber selbst mit nicht selten gänzlicher Entfernung des jungen Leibes von ihr geschafft werden müssen, und es ist darum niemand als die nur zu oft unverzeihliche Blindheit der Eltern schuld an dem frühen Leibestode ihrer Kinder, weil solche Eltern alles eher befolgen als den Gottesrat im heiligen Buche!

Seht, Ich lasse durch Meine Engel sogar in jedem Jahre bei allen Fruchtbäumen, von deren Früchten die Menschen Nahrung nehmen, allersorgfältigst eine Ausmusterung vornehmen, derzufolge kein Apfel, keine Birne und keine was immer für Namen habende Frucht, die in der Blüte angesetzt wurde, zur Reife gelangen darf, in der sich irgendein für die Fruchtstufe noch zu unreiner Geist eingeschwärzt hat; jede solche Frucht wird als noch völlig unreif vom Baume oder Strauche geworfen.

Dieselbe Fürsorge geschieht bei allen für die menschliche Nahrung bestimmten Getreidearten und Pflanzen.

Aber der blinde Mensch erkennt solches nicht nur nicht, sondern frißt noch über alles das gleich einem Polypen alles, was ihm nur irgend leckerisch vorkommt; was Wunder, wenn er darauf in Kürze krank, träge, mühselig, krüppelhaft und also über und über elend wird!? Also sind die sogenannten Kartoffeln jeglicher Art besonders für Kinder und Säugeweiber wie auch für schwangere Weiber mehr wie schlecht, und noch schlechter der Kaffee! Aber die Blindheit sieht nichts und genießt beides des Wohlgeschmacks wegen mit großer Gier; die Kinder aber werden dadurch elend dem Leibe nach, und am Ende Weiber und Männer. Aber das macht dem Blinden nichts; er ißt ja auch viel ärgere Gifte, - warum soll er diese zwei leichteren Giftsorten nicht essen?!

Ich werde aber noch einmal dem Menschen die ihm dienlichen Speisen bestimmen; wird er sich darnach halten, so wird er gesund werden, sein und bleiben; wird er sich aber nicht danach richten, so soll er aber auch verderben wie ein böses Wild in der Wüste.” (Gr.Ev.Joh. I 242,1-14)

3.4 Eßgier der Kinder

„Sieh, mir und mehreren unserer Brüder geht es nun wie so manchen genäschigen Kindern, die nach allerlei Leckerbissen keine Eßgier haben, solange sie von dergleichen Süßigkeiten nichts wissen und nichts zu sehen bekommen; setze sie aber an einen mit allerlei süßen Speisen besetzten Tisch und verbiete ihnen, etwas davon zu genießen, und du wirst bald Tränen in ihren Augen und noch mehr Eßlustwasser in ihrem Munde entdecken. Aber dessenungeachtet hast du dennoch recht; denn wie ein weiser Vater seinen Kindern, um sie in der höchst wichtigen Tugend der Selbstverleugnung zu üben, auch dann und wann Leckerspeisen vorsetzen wird, die zu essen ihnen untersagt sein werden, ebenso scheint unser himmlischer Vater uns auch von Zeit zu Zeit geistige Speisen aufzutischen, die zu genießen uns so lange vorenthalten sein sollen, bis wir in einem gewissen Grade der Selbstverleugnung fest geworden sind.” (Gr.Ev.Joh. II 73,11)

3.5 Mäßige Ernährung

„Will daher ein Mensch dem Leibe und der Seele nach vollkommen gesund bleiben, so soll er von Kindheit an mäßig mit einer reinen Speise ernährt werden.” (Gr.Ev.Joh. X 210,1)

3.6 Natürliche und geistige Kinderkost

„Wie man aber den neugeborenen Kindern nicht sogleich gibt eines reifen Mannes Kost, die sie töten würde, also darf man um so weniger gleich anfänglich dem Geistkinde eine geistig männliche, sondern nur eine solchen Kindlein höchst angemessene geistige Kost geben, sonst werden sie getötet, und es ist dann überaus schwer, sie wieder zu beleben im Geiste.” (Gr.Ev.Joh. II 3,15)

3.7 Besessenheit der Kinder

„Die Erde ist die Trägerin von zweierlei Arten von Menschen. Die eine und bessere Art stammt von oben, ursprünglich schon, darunter zu begreifen sind die Kinder Gottes. Die andere und eigentlich schlimme Art aber stammt pur von dieser Erde ab; ihre Seele ist gewisserart eine Zusammensetzung von einzelnen Lebensteilchen, die, vom Satan genommen, in der Masse des Erdkörpers als Materie gefangengehalten werden, von dieser dann durch die Pflanzenwelt in die Tierwelt übergehen, sich durch die vielen Stufen der Tierwelt endlich dann als eine Potenz, bestehend aus zahllosen Urseelenteilchen, zu einer Weltmenschenseele ausbilden und bei den besonders ungesegneten

Zeugungen in den Leibern der Weiber Fleisch annehmen und weiter, gleich wie die Kinder des Lichtes aus der geistigen Sphäre der Himmel, in diese Welt geboren werden.

Nun, solche Kinder, da ihr ganzes Wesen aus dem Satan genommen ist, sind dann auch stets mehr oder weniger der Gefahr ausgesetzt, von irgendeinem bösen Geiste, das heißt von der schwarzen Seele eines einst auf dieser Erde schon im Fleische gelebt habenden Teufels von einem Menschen, besessen zu werden, was aber besonders da am ehesten geschehen kann, wo eine solch junge, aus dem Satansteile der Erde genommene Seele eine gute und himmlische Richtung zu nehmen beginnt. Weil dadurch ein Lebensteil sich aus der Sphäre der Hölle entreißt, so verursacht solches der gesamten Hölle einen unerträglichen Schmerz, darum sie dann auch alles aufbietet, um solch eine Verwundung zu verhüten.” (Gr.Ev.Joh. II 169,3-4)

3.8 Krankheiten und Besessenheit der Kinder

„Es ist ein großer Unterschied zwischen einem reinen und zwischen einem höchst unreinen Kinde. Das erste kann von Mir unmittelbar, das zweite aber nur mittelbar geleitet werden auf notwendig nach Bedarf sehr dornigen Pfaden.

Man sei daher auch nicht gar zu voreilig, zu fragen, warum nicht selten Kinder, die doch sicher entweder gar nichts verbrochen haben oder doch wenigstens unzurechnungsfähig sind, von Mir aus leiblich nicht selten härter hergenommen werden als alte Sünder, die ihre Sünden ebenso schwer zählen würden als den Sand des Meeres. Da sage Ich: Wer einem Baume eine beliebige Beugung geben will, der muß, solange der Baum noch jung und zart ist, demselben die Richtung und Beugung zu geben beginnen. Ist der Baum einmal alt geworden, dann müssen schon außerordentliche Mittel angewendet werden, um ihm immer schwermöglicherweise eine andere Richtung zu geben; ein gar alter Baum aber nimmt keine andere Richtung mehr an - außer die letzte, da er umgehauen wird.

Und darum geschieht es denn auch, daß Ich die Kinder und sogar Kindlein nicht selten mächtiger bearbeite als einen großjährigen Menschen; denn die argen Geister sind nirgends emsiger als eben bei den Kindern und sind sehr dienstfertig, der Seele ihren Leib also erbauen zu helfen, daß der Leib auch für sie eine große Anzahl freier und bequemer Wohnungen haben solle!

Was tut aber dann der Herr, dem nichts unbekannt bleiben kann, was da geschieht?

Seht, der sendet Seinen Engel, läßt das elende und hinterlistige Werk der argen Helfer zusammenreißen und als fremde Teile durch allerlei äußerlich erscheinliche Krankheiten hinausschaffen. Betrachtet die mannigfachen Krankheiten der Kindlein und Kinder, und Ich sage euch, sie sind nichts als Hinausschaffungen des fremden bösen Materials, mit dem sich der Seele baulich helfende, noch arge und unlautere Geister für sich selbst in einem und demselben Leibe freie Wohnungen haben errichten wollen.

Wenn bei Kindern solchem Unfuge nicht gleichfort auf das kräftigste gesteuert würde, so gäbe es Besessene, Taubstumme, Kretins und Krüppel aller Art in solcher Menge, daß auf der ganzen Erde nicht leichtlich irgendwo ein gesunder Mensch anzutreffen wäre.” (Gr.Ev.Joh. I 241,5-12)

3.9 Ursachen der Leibeskrankheiten der Kinder

„Ein noch größeres Betrübnis in dieser Hinsicht stellt sich bei den Kindern heraus.

Erstens haben schon die Eltern früher nach links und rechts hin gesündigt und ihren Leib dadurch mit einer großen Anzahl von bösen und schädlichen Seelensubstanzen angefüllt und das Kind war somit von einem sündigen Vater in den Leib einer noch sündigeren Mutter hinein gezeugt. Frage: Wie soll aus einem solchen Leibe ein gesundes Kind hervorgehen?

Und zweitens ist die Mutter in ihrer Schwangerschaft am meisten lüstern nach allerlei Leckereien und ihre Angehörigen wissen ihr keinen besseren Dienst zu erweisen, als nach Möglichkeit dem Verlangen des schwangeren Weibes nachzukommen. Bei dieser Gelegenheit bekommt das Kind den zweiten Stoß in seiner Gesundheit. Es ist nicht genug, daß es schon völlig krank aus dem Mutterleibe kam, sondern es muß darauf gleich mit einer noch schlechteren Muttermilch genährt werden. In dem besteht dann der zweite, noch gewaltigere Stoß in die Grundfeste der Gesundheit eines Kindes.

Ist ein Kind aus diesen zwei Gesundheitsstößen noch so glücklich als möglich mit allerlei Arzneimitteln sozusagen mit heiler Haut davongekommen, dann kommt noch ein dritter Gesundheitsstoß. Das Kind wird natürlich größer, neckischer und für seine Umgebung liebenswürdiger. Da wird es dann bald über alle Maßen verzärtelt und mit allerlei Naschereien versehen; denn solche dummen Eltern können ihrem Zärtling nichts versagen. Was aber ist die Folge davon? Daß das Kind sich dadurch schon frühzeitig den Magen und die nötigen Verdauungswerkzeuge derart verdirbt und schwächt, daß es dann bald in allerlei Leibeskrankheiten verfällt und auch bald stirbt. Manche Kinder sterben schon im Mutterleibe, eine bei weitem größere Anzahl bald nach der Geburt in zwei bis drei Jahren, die meisten aber von vier bis zwölf. Die aber dann noch in ein reiferes Alter gelangen, müssen erstens gescheite und vernünftige Eltern haben und ein keusches und diätes (einfaches) Leben führen, sich nicht erzürnen und ärgern. So können sie zu einer noch ganz guten und erträglichen Gesundheit gelangen und auch 60 - 70 - 80 Jahre und darüber alt werden; aber dann ist ihr Alter selbst schon so gut wie eine Krankheit, die immerwährend noch als eine Folge vom Mutterleibe und zumeist aber auch von den Jugendsünden herrührt. Die gegenwärtige Krankheit vor dem Leibestode der Menschen ist demnach nichts anderes als eine Folge der nahezu gänzlichen Verlassung der alten Ordnung, ist aber auch zugleich ein Hüter der in manchen Menschen noch gesunden Seelen, auf daß diese sich dann nach und nach aus ihrem schlechten Fleische zurückzieht, sich dadurch den Fesseln der bösen Seelensubstanzen ihres Leibes entwindet und, wenn diese ihr zu arg zu wirtschaften anfangen, sich mit Hilfe ihres bessern jenseitigen Geistes noch rechtzeitig aus ihrem Leibe für immer entfernt und darauf ewig nimmer nur den allerentferntesten Wunsch hat, sich je wieder in einen Leib zu begeben, - außer sie ist schon als völlig böse aus dem Leibe getreten und sucht dann, um sich am Fleische recht bitter rächen zu können, in das Fleisch eines auf der Erde noch lebenden Menschen zu dringen und dasselbe auf die grausamste und unbarmherzigste Weise zu quälen.” (Gr.Ev.Joh. X 182,8-13”19)

3.10 Erbkrankheiten durch elterliche Unzucht

-Von allen Lastern ist das böseste die Hurerei, die Unzucht und Geilerei aller Art und Gattung. Zu diesem Laster aber werden die Menschen verleitet durch Müßiggang, durch die Hoffart und durch den Hochmut. Denn dem Hochmute ist nichts mehr heilig; er sucht nur alle ihm zu Gebote stehenden Mittel auf, um durch sie seine weltsinnlichen Leidenschaften zu befriedigen.

Wenn dann von solch einem Menschen Kinder gezeugt werden, welch elende und mit wie vielen Krankheiten behaftete Menschen kommen dadurch in diese Welt! - Also, diese Sünde ist eine Hauptquelle, durch die alle die ärgsten Krankheiten in diese Welt kommen.” (Gr.Ev.Joh. VI 56,1-2)

3.11 Erbkrankheiten durch Sünden

„Die meisten Leibeskrankheiten sind Folgen von allerlei Sünden, die der Mensch schon von seiner Jugend an bis zu seinen alten Tagen hin gleichfort und am Ende schon aus einer Art Gewohnheit begangen hat. Manche Krankheiten der Menschen sind ein Erbe von Eltern und Voreltern an ihre Kinder und Kindeskinder, weil da schon die Eltern und Voreltern gesündigt haben. Da kann man

Gott dann keine Schuld geben, wenn die Menschen sich selbst allerlei Krankheiten, Schmerzen und Leiden bereiten...” (Gr.Ev.Joh. VI 162,2)

3.12 Erbkrankheiten der Neugeborenen

„Es gibt aber wohl auch kranke Menschen, die wegen der Sünden ihrer Eltern oder auch Voreltern schon vom Mutterleibe aus krank in diese Welt gekommen sind. Solcher kranken Seelen sind zumeist von oben her und machen nur eine zeitweilige Fleischprobe auf dieser Erde durch; für diese ist aber jenseits im Reiche der Geister schon ohnehin bestens gesorgt, und jeder, der sie pflegt und sie mit Liebe und Geduld behandelt, den werden sie auch jenseits mit der gleichen Liebe und Geduld in ihre himmlischen Wohnungen aufnehmen.” (Gr.Ev.Joh. VI 56,10)

3.13 Tod der Kinder durch Sünden der Eltern

„In der Urzeit der Menschen weiß kein Mensch etwas davon, daß damals auch Kinder gestorben wären; den frühen Tod der Kinder haben nur die Sünden der Eltern bewirkt, und sie sind darum wissentlich oder unwissentlich schuld am frühen Tode ihrer Kinder. Aber Gott wird in Seiner höchsten Weisheit auch für die unschuldigen Seelen der Kinder zu sorgen wissen; sie werden sicher im großen Jenseits das hier nicht durch ihre Schuld Versäumte nachzuholen bekommen!” (Gr.Ev.Joh. VIII 5,3)

“Also werden die frühverstorbenen Kindlein im Mittelgürtel unserer Sonne unterwiesen und großgezogen, - aber mehr im geistigen Teil der Sonne.” (Gr.Ev.Joh. II 140,1)

3.14 Ursachen der Kindersterblichkeit

„Liest du in einer Chronik von schweren Krankheiten unter jenen Menschen der Vorzeit, die Gott ergeben waren und nach Seinen Geboten lebten?! Sie erreichten alle ein hohes Alter und ihr Sterben war ein sanftes, schmerzloses Einschlafen. Da starb auch kein Kind; denn es ward von ganz gesunden Eltern gezeugt und der gesunden, einfachen Natur gemäß genährt und auferzogen.

Als aber später bei den Menschen allerlei Hoffart und mit ihr ein ganzes Heer von tollsten Sünden wider die Gebote Gottes und wider die Gesetze der Natur Eingang fand, da erst kamen aus eigenem Verschulden allerlei böse Krankheiten unter die Menschen. Die also geschwächten Menschen konnten dann auch keine gesunden Kinder mehr erzeugen. Solche schon vom Mutterleibe an verkümmerten Kinder mußten nach und nach auch stets mehr und mehr von allerlei Krankheiten befallen werden und zu sterben anfangen in allen Stadien ihres Alters. Daß nun solches also geschieht, müßt ihr euch nicht denken, als hätte solches Gott aus irgendeiner unerforschlich geheimen Absicht unter die Menschen verordnet; aber zugelassen hat Er es, damit die Menschen fürs erste durch die Krankheiten vom zu vielen Sündigen abgehalten werden, und fürs zweite, daß sie durch die bitterschmerzlichen Krankheiten mehr von der Welt abgezogen werden, in sich gehen, ihre Sünden erkennen, sie verabscheuen und so in Geduld und Ergebung in den göttlichen Willen selig werden können.

Also ist das auch bei den Kindern der Fall. Was soll aus einem körperlich ganz verkümmerten Kinde auf dieser Erde werden, und besonders bei Eltern, die selbst in allen Sünden geboren worden sind?! Wer wird sie erziehen und wer wird sie heilen von ihren Übeln?! Ist es da nicht besser, daß sie von dieser Welt zurückgenommen werden und sodann dort im eigens für sie bestehenden Kinderreiche von den Engeln großgezogen werden?! Ich sage es euch:

Gott weiß um alles und sorgt auch für alles! Aber da die meisten Menschen in dieser Zeit Gott gar nicht mehr kennen und nichts von Ihm wissen, wie sollen sie dann darum wissen, was Gott tut und was Er verordnet zu ihrem möglichen Heile?!

Würde Gott auf die Sünden der Menschen nicht die entsprechenden Krankheiten zugelassen haben, so ginge mehr denn die halbe Menschheit gänzlich zugrunde und die Erde würde ganz zur Hölle werden und müßte zerstört und in toten Trümmern im endlosen Weltenraume umherirren.” (Gr.Ev.Joh. VI 55,2-7)

3.15 Mütterliche Sehnsucht nach verstorbenem Kind

„Du hast dir die Nachfolge Jesu leichter vorgestellt. Nun scheint dir, Mein Kind zu werden, mit einemmal fast unmöglich. Und es ist auch fürwahr unmöglich, so wie du dir es vorstellst. Denn siehe, du möchtest erst dann Mein Kind heißen, wenn du dich dieses Namens würdig fühlst.

Ach, siehe doch, wie es deine eigenen Kinder machen und lerne von ihnen das, was dir noch fehlt -das kindliche Vertrauen zu Mir! Siehe, du sehnst dich danach, von deinem verstorbenen Söhnchen etwas zu hören. Du möchtest wissen, was es seit der Zeit seines Ablebens für Fortschritte gemacht hat. Und sonst noch sehr vieles möchtest du über ihn hören, was dir zu wissen gar nicht gut wäre. Nur eines will Ich dir sagen von deinem Sohne:

Eine große Freude würde es ihm bereiten, wenn du Mich, seinen himmlischen Vater, den er über alles liebt, viel, viel mehr lieben würdest als ihn, den Heimgegangenen. Das würde deines Kindes Seligkeit erhöhen und dich dem Ziele näherbringen - viel schneller, als wenn du Tag und Nacht dich bemühst mit äußeren Werken der Liebe. Erst wenn du alles, was du bist und hast, Mir so völlig überlassen kannst, daß du nichts mehr suchst als Mich, deinen Vater allein, dann liebst du Mich mit der reinen Kindesliebe, die Ich so selten bei Meinen Kindern finde.

Weißt du nun, was dir dein Kind aus tiefster Seele zurufen möchte? Liebe, liebe von ganzem Herzen Ihn, den allein heiligen, über alle Maßen guten Vater! Weihe Ihm alle deine Gedanken Tag und Nacht, bringe Ihm dich selbst zum Opfer dar! In allem, was du tust, blicke auf Ihn! Dann ist dein Leben ein Gebet, das Gott gefällt und das dich würdig macht, Sein Kind zu heißen.

So einfach ist ja das Leben mit Gott! - Nimm diese Lehre hier aus deines Kindes Munde! Mein Segen sei mit dir! - Amen.” (Lwo S.247)

3.16 Erscheinung verstorbener Kinder im Jenseits

„Im Geiste haben die Kinder nicht mehr das Anähnelnde der Gestalt ihrer irdischen Eltern, sondern nur das Anähnelnde in entsprechendem Maße nach der Aufnahmefähigkeit für das Liebegute und Glaubenswahre aus dem Herrn mit dem Herrn. - Dessen ungeachtet aber können sie auch bei gewissen Gelegenheiten das irdisch Anähnelnde, welches in ihrer Seele haftet, annehmen und sich dadurch der Form nach denjenigen kennbar machen, welche von der Erde hier (ins Jenseits) anlangen und von den geistigen Verhältnissen noch eben nicht gar zuviel wissen.” (GS II 73,2)

3.17 Über die Pockenschutzimpfung

„Die Pocken sind ein angeerbtes Übel der urgeschlechtlichen Unzucht, das von Zeitperiode zu Zeitperiode bei den jüngsten Nachkommen ausgereift wird, und haben mit dem ebenso genannten tierischen Übel, das besonders dem Rinde, den Schafen und Ziegen eigen ist und durch den Stich eines gewissen Insektes bewerkstelligt wird, nicht die leiseste Ähnlichkeit! - Wie sollte demnach der Eiterstoff aus den Pocken der Kühe ein Verwahrungsmittel sein, gegen die sogenannten Blattern, die sich bei den Menschen einfinden?! Ich sage euch, diese Behandlung hat noch niemals die Früchte getragen, von denen die törichte Menschheit geträumt hat. Und es hat der vermeinte günstige Erfolg keinen anderen Grund, als entweder den durch diese Handlung begünstigten und fixierten Aberglauben, was jedoch seltener und seltener wurde, da überhaupt nun nahezu jeder Glaube bei den Menschen verschwunden und an seine Stelle das sogenannte reine Wissen gekommen ist - oder es ist eine solche Behandlung vorgenommen worden an Kindern, die auch ohnedies ihr ganzes Leben hindurch aus doppelten Rücksichten hätten verschont werden mögen -d.h. es ist eben die mit dem Keime dieses Übels behaftete Generation noch nicht zum Standpunkte der Reife gekommen oder die Kinder waren von Grund aus nicht mit dem Keime des Übels behaftet.

Sehet, wenn irgend solchen Kindern eine solche Narrheit eingeimpft wurde, so konnten sie freilich leicht Zeuge sein von der Untrüglichkeit dieser Behandlung. Im Gegenteil aber konnten die Geimpften zur Zeit der Ausreifung eines solchen Übels davon ebensogut befallen werden wie diejenigen, an denen eine solche Behandlung nicht verübt wurde. Daß man dann aber solche wirkliche Pocken von ärztlicher Seite nicht für Pocken, sondern für einen anderen pfiffig ersonnenen Ausschlag erklärt hat, geschah - wie ihr leicht erraten könnet - zur Rettung der ärztlichen Ehre.

Nun fraget euch selbst, wenn ihr dieses voraussetzet, was Ich euch hier gesagt habe, und dabei nur einen kleinen Blick auf eure Erfahrungen werfet - wozu diese Mißhandlung der Kinder wohl taugen möge. Daß sie nichts nützt, davon könnet ihr vollkommen versichert sein.

Daß sie aber in vieler Hinsicht dem Menschengeschlechte schädlich ist, ein mattes, abgespanntes Leben bewirkt, Unlust, Untätigkeit, Abgespanntheit der tätigsten Organe des Lebens und besonders bei dem weiblichen Geschlechte der Sinnlichkeit gleich einer spanischen Fliege förderlich ist, dessen könnet ihr versichert sein. Denn so ihr das nicht glauben möget, da nehmet die Geschichte zur Hand und vergleicht eure geimpfte Nachkommenschaft und auch euch selbst mit jenen vorzeitlichen Generationen, so wird euch doch gewiß und sicher der himmelhohe Unterschied bezüglich der Gesundheit und natürlichen Lebensdauer in die Augen springen.

Ich sage euch, so ihr einen Stein ausbohret und gebet in das gebohrte Loch einen Tropfen ätzenden Giftes nur - untersucht dann den Stein in zwanzig Jahren, und ihr werdet euch bald überzeugen, welche verderblichen Folgen dieser Tropfen Ätzgiftes in dem Steine hervorgebracht hat, der doch gemacht ist, in seiner Natürlichkeit Jahrtausende zu trotzen.

Wenn nun aber dem zarten Organismus des Menschen das ätzende Sauergift der Verwesung eingeimpft wird, dann wird es euch wohl nicht schwer werden, auf dieses Problem die passende Antwort zu finden.” (HuG S. 111 bzw. S.120 Neuauflage)

3.18 Von den Eingeweidewürmern

„Was die heute von euch erwähnten Eingeweidewürmer betrifft, so sage Ich euch vor der Hand nichts als das:

Es war da ein Landmann. Dieser Landmann untersuchte alle seine Scheuern, Kästen und Mehltruhen und fand eine Menge Mäuse und Ratten, und dies Geschmeiß machte ihm viel Schaden an seiner Habe. Da beschloß er denn bei sich selbst, so viele Katzen zu halten, als ihm nur möglich war. Und was er beschlossen hatte, das tat er denn auch. Und es währte nicht lange, so war in all seinen Scheuern, Kästen und Truhen keine Maus und keine Ratte mehr zu finden.

Als er aber auf diese Weise sein Haus gereinigt hatte, so dachte er:

Wozu jetzt ferner noch die Katzen? Denn da diese keine Mäuse und Ratten mehr finden, so machen sie sich über meine Speisekammer und verzehren da dreimal so viel, als was mir früher die Mäuse und Ratten verzehrten. Daher will ich die Katzen nun auch vertilgen. - Und sehet, alsbald nach der Vertilgung der Katzen kamen wieder Mäuse und Ratten herbei und taten ihr Unwesen wie zuvor. Nun ging der Landmann nicht mehr zu den Katzen um Hilfe, sondern er dachte bei sich: Wartet nur, ich werde euch alles vergiften, und da wird euch der Appetit in meinen Scheuern, Kästen und Truhen wohl vergehen.

Als er aber solches tun wollte, da sagte ihm ein Freund: Siehe, so du das tust, womit wirst du dich denn am Ende sättigen, um nicht selbst umzukommen an dem Gifte, womit du umbringen möchtest all die Mäuse und Ratten? - Und es sagte ihm dieser Freund ferner: Verschließe lieber alle deine guten Früchte in eiserne Kammern, daß sich keine solche Maus oder Ratte durchbeißen kann, so wird sie der eigene Hunger am Ende von deinem Hause treiben.

Solchen Rat befolgte dieser sonst vermögliche Landmann, und er sah bald die guten Früchte dieses guten Rates. Denn ohne Mühe und Kosten kann der Mensch zu nichts Wertvollem und Tüchtigem gelangen. Sehet, so ihr dieses Gleichnis betrachtet, da werdet ihr freilich sagen: Wer dieses Gleichnis versteht, wie es mit den Würmern in den Eingeweiden übereinstimmt, der muß mehr verstehen können, als was ein gewöhnlicher Menschenverstand zu verstehen imstande ist. Ich sage aber, dieses Gleichnis stimmt gar wohl überein mit den Würmern in den Eingeweiden, die da sind hauptsächlich dreierlei Art, nämlich: die sogenannten kleinen Knäulwürmer, dann die langen, weißlichten, regenwurmartigen Würmer und endlich der Bandwurm. Und es gibt da neben diesen drei Hauptgattungen der Würmer noch einige andere, weniger bekannte Gattungen, darunter die sogenannten Spulwürmer, die Gedärm- und Magenraupen, dann die Fadenwürmer und endlich noch der Magenpolyp.

Sehet, alles dieses Ungeziefer entsteht hauptsächlich dadurch, daß der Mensch in natürlicher Hinsicht irgendeine Nahrung zu sich nimmt oder oft als Kind bekommt, die sehr viele animalische Teile in sich enthält. Dergleichen ist für die Kinder: unreine Milch oder zu fette Milch, sodann auch von den Vegetabilien solches Obst, das da schon bekannt ist als am meisten fähig zur Aufnahme und Ernährung animalischer Wesen.

Sehet, das ist nun die natürliche Ursache solcher Erscheinungen. Aber die Bildung derselben geht auf eine bisher noch unbekannte geistige Weise vor sich. Denn da suchen sich die unreinen Geister, die da schon bei der Geburt im Menschen mitgeboren werden, aus solcher Nahrung das ihnen Entsprechende, umkleiden sich damit und werden dann zu jenen sichtbaren, lästigen und scheußlichen Formen im Menschen, damit sie demselben gleich anfänglich schon wenigstens an seiner physischen Gesundheit nur einigermaßen schädlich werden können. Jedoch tun das nur die plumperen und dümmeren, die alsbald durch eine gerechte Sorgsamkeit bestraft werden, da sie auf die natürliche Art durch taugliche Mittel sich zu entfernen genötigt werden. Aber viel lästiger werden diese Wesen, wenn sie, die Formen der äußeren Welt verlassend, wieder geistig zurückkehren. Denn da lassen sie gewöhnlich den Körper in Ruhe und fangen an, sich in die Eingeweide der Seele einzunisten, allwann sie dann die Kinder zu allerlei Bübereien reizen. Und werden sie da durch eine kräftige geistige Medizin getötet, so fragt sich’s sehr, ob nicht die Seele dann in jeglicher ihrer Nahrung tödlichen Schaden leidet. Eine solche tödliche Nahrung wäre diese, so den Kindern oder den jungen Menschen alsogleich alle Laster und deren Schädliches und Schändliches bekanntgegeben würde. Dadurch wüßte dann die junge Seele freilich mit allem, wie sie daran ist. Aber saget selbst, ob eine solche Kost der Seele sich nicht gerade so verhielte, als so jemand, der in seinem Hause die Ratten und Mäuse vertilgen möchte, entweder alles vergiften oder das Haus anzünden wollte, um dadurch das Ungeziefer zu töten. Da ist sicher der gute Rat des Freundes an bester Stelle, nämlich: man verwahre die Kinder gar wohl zuerst vor solcher (leiblicher) Kost, deren schon erwähnt wurde. Und fürs zweite, was die Seele anbelangt, verwahre man sie wohl in eiserne Kammern, das heißt, man lasse ihnen, so lange sie noch irgendeines Unterrichtes bedürfen, keinen freien Willen und führe sie beständig zum pünktlichen Gehorsam und wahrer kindlicher Liebe hin. Sehet, das ist das Verwahren der edlen Frucht in eisernen Kammern! Und da dadurch dieses Ungeziefer keine Nahrung zu seiner Existenz finden wird und kann, da es ihm verzweifelt langweilig und hungrig zu Mute werden wird bei dem Nagen solchen Eisens, so wird es auch gar nicht zu lange da verweilen, allwo es nichts zu essen gibt, sondern es wird sich alsobald entfernen. Und da gleicht dann eine solche Handlungsweise der leiblichen strengen Diät, die bekanntlich gegen alle Übel des Lebens die beste Kur ist.

Sehet, das ist somit das Gleichnis! - Nun hättet ihr noch die vielen Katzen übrig! - Diese vielen Katzen sind naturmäßig ein zu vielfältiges Medizinieren, wobei zwar das Übel abgeschafft wird. So aber das Übel weg ist und die Katzen oder die Medizinen nichts mehr zu fressen haben, dann machen sie sich über die Speisekammer oder über die Eingeweide, wie auch dadurch, die Gesundheit untergrabend, über den ganzen Leib her. Und es wird am Ende schwerer sein, die Katzen zu bändigen und wegzuschaffen, als das durch sie vertilgte Ungeziefer selbst.

In geistiger Hinsicht aber werden unter den Katzen verstanden die oft zu vielen und vielartigen Instruktoren und Lehrer der Jugend. Diese mögen auch einige Untugenden in den Seelen der Jugend zunichte machen - wenn aber die Seele auf diese Art gereinigt wurde und solche Lehrer dann nichts mehr zu reinigen finden, so gibt’s da nicht selten Fälle (die Mir wohl bekannt sind), da solche Katzen dann Untugenden in die Seele der Jugend legen, damit es dann für sie neuerdings wieder etwas zu instruieren gibt.

Sehet, der gute Rat ist somit allein und gleich ursprünglich anzuwenden. Dann werdet ihr weder der Katzen noch des Giftes bedürfen, sowohl in natürlicher als in geistiger Hinsicht. Demnach beachtet dieses Zeugnis wohl, und ihr werdet euch und eure Kinder frei machen von allen derlei wohl zu verstehenden Schädlichkeiten.” (Hi. I 245,1 - 248,16)

[— 4 —] Liebe und Weisheit in der Erziehung

4.1 Die Kleinkindertaufe

„Ebenso hat auch die Wassertaufe an unmündigen Kindern gar keinen Wert außer den als ein pur äußeres Zeichen für die Aufnahme in eine bessere Gemeinde, und daß das Kind irgendeinen Namen bekommt, der für’s Leben der Seele doch offenbar nicht den allergeringsten Wert hat, sondern bloß nur einen äußern politischen. Man könnte aus diesem Grunde dem Kinde auch ohne die Beschneidung und ohne die Wassertaufe des Johannes einen Namen geben, und es wäre das vor Mir alles gleich; denn kein Name heiligt die Seele eines Menschen, sondern allein der freie, gute Wille, nach der besten Erkenntnis recht zu handeln sein Leben lang. Jeder Name kann durch den Willen und durch die Handlung geheiligt werden; aber umgekehrt ist das unmöglich je der Fall. Als Johannes taufte, da brachten sie ihm wie auch seinen Jüngern Kinder zur Taufe, und er taufte sie auch, wenn sich fürs Kind gewissenhafte Stellvertreter vorstellten und auf das heiligste gelobten, für die geistige Erziehung die eifrigste Sorge zu tragen. Nun, in diesem Falle kann wohl auch ein Kind des Namens wegen mit Wasser getauft werden; die Taufe aber heiligt des Kindes Seele und Leib auf nicht länger als auf so lange nur, bis das Kind zur wahren Erkenntnis Gottes und seiner selbst und zum Gebrauche des freien Willens kommt. Bis dahin hat der Stellvertreter auf das gewissenhafteste zu sorgen, daß das Kind in allem, was zur Erlangung der wahren Heiligung nötig ist, bestens versehen werde, ansonst der Stellvertreter alle Verantwortung auf seine Seele geladen trägt. Es ist darum besser, die Wassertaufe erst dann erfolgen zu lassen, wenn ein Mensch für sich fähig ist, alle Bedingungen zur Heiligung seiner Seele und seines Leibes aus seiner Erkenntnis und aus der freiwilligen Selbstbestimmung zu erfüllen. Übrigens ist die Wassertaufe zur Heiligung der Seele und des Leibes gar nicht nötig, sondern allein das Erkennen und das Tun nach dem richtigen Erkennen der Wahrheit aus Gott.” (Gr.Ev.Joh. IV 110,6-8)

4.2 Über Kindertaufe und Elternpflicht

„Sehet, die Kindertaufe an und für sich, wie sie nach Form und Sitte gehandhabt wird, ist nichts denn ein äußerer Akt, eine Menschensatzung, und hat keinen Wert vor Mir; wie überhaupt nichts vor Mir einen Wert hat, das nur gebrauchshalber und der Sitte wegen geschieht.

Wohl darf euch heilig sein die Taufe als Mittel zum guten Zweck; doch niemals heiliger als der Mittler selbst, ohne Dessen Segen das Mittel euch kein Nutzen wäre. Bringet Mir sonach nur her die Kindlein und taufet sie in Meinem Namen, damit sie empfangen den Segen aus Meinem Vaterherzen und Mir verschrieben seien auf ewig. Doch bedarf es hierzu von Mir aus keines äußerlichen Aktes, sondern nur eines aufrichtigen, wahrhaft gottergebenen Herzens, das Mir in brünstiger Liebe überreicht sein Innerstes und Liebstes, sein Kind, daß es zu Meinem Kinde werde. Sehet, das ist alles, dessen ihr bedürfet. Tut ihr darnach im wahren Glauben an Mich, so ist euer Glaube gerecht und ihr werdet selig sein dereinst durch diesen Glauben.

Das Kind aber, das Mir im Glauben übergeben wird, hat viel voraus und wird einst bald und leicht Mich finden, Mich lieben und an Mich glauben wodurch es dann zur Seligkeit gelangen wird. Welches Kind aber nicht getauft wird in dem Sinne, wie Ich es euch gezeigt, das wird wohl schwerer Mich finden, weil der in ihm liegende Keim noch ungeweckt den Schlaf des Todes schlummert. Und darum muß es erst durch Trübsal und Angst zum Leben erweckt werden. Ihr alle, die ihr gesegnet und gewürdigt seid, von Mir Kinder für Mein Reich zu erziehen, wecket daher frühe schon den Keim zum Guten in dem Kinde, das Mein Kind einst werden soll. Denn die Mich frühe suchen, finden Mich frühe. Euch Eltern ist viel anvertraut. Aber so ihr eure Aufgabe recht erkennet, werdet ihr einst viel Segen überkommen in Meinem Reiche.

Darum wachet über die euch anvertrauten Seelen mit Beten und ernstlichem Flehen und bringet sie Mir alltäglich vor Mein heiliges Angesicht, auf daß Ich sie segne und liebe, wie ein Vater seine Kinder liebt.” (Lwo S.48-50)

4.3 Das Weib als Mutter

„Sehet nur eure Welt an, welche Erziehung, welche Geistesrichtung wird den jungen Mädchen gegeben, die einst selbst, Mütter geworden, Kinder erziehen sollen.

Schon durch verkehrtes physisches Leben, durch Genuß- und Putzsucht getrieben, ruinieren die Mütter ihre eigene Gesundheit, sind nicht fähig, weder Kinder zu gebähren, noch selbe zu stillen, und es muß da ärztliche, dort fremde Hilfe in Anspruch genommen werden. Eben weil sie nicht wissen, was sie sein sollten, und was sie wirklich geworden sind, gehen so viele dem Tode und leider dem viel zu frühen Tode entgegen.

Ihre eigenen Verirrungen, nicht bloß, daß sie selbe selbst büßen, tragen sie auch auf unschuldige Wesen über, die sie, oft in geiler Lust gezeugt, statt als kräftige Kinder, als schwache Krüppel in die Welt setzen, und sie dann noch einer fremden Person anvertrauen, als ob Milch aus liebender Mutterbrust und Milch einer nur aus Interesse Dienenden das gleiche wäre!

O Menschen, o Weiber! Wie kurzsichtig seid ihr, wie blind, da ihr nicht im Geringsten wisset, was ihr tut, und wie eure Fehler auf Kind und Kindeskinder noch fortwirken!” (Lebensgarten/KuZ S. 24)

4.4 Wiegenunterricht

„Wollet ihr Menschen bilden nach Meinem Sinne, da müsset ihr schon bei den Kindern anfangen; denn wahrlich sage Ich euch: Der Unterricht in der Wiege ist mehr wert denn alle Hochschulen der Welt! Wer aber aus den Kindern Menschen bilden will, der muß sie lieben und muß mit ihnen eine rechte Geduld haben. Ein solches Kind ist von Natur aus mehr denn hundert Bettler arm; denn es ist arm am Geiste, arm an physischen Kräften und arm an Besitztümern.

Wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt Mich auf, und hat er Mich also in aller Liebe aufgenommen, so hat er auch den Vater im Himmel aufgenommen, und in seinem Hause wird es da am Segen nicht fehlen. Denn solche Kinder sind der echte und wahre Segen Gottes selbst in einem Hause, da sie sind und gepflegt, genährt und zu wahren Menschen gebildet werden, und es ist das Geschlecht einerlei, ob Knabe oder Mägdlein; in ihrer Jugend sind sie gleich den Engeln des Himmels!” (Gr.Ev.Joh. V 246,9-10)

4.5 Weise Weiber - weise Kinder

„Was die Weiber als Mütter und erste Erzieherinnen die Kinder lehren, ist bleibender und mehr wert als der Unterricht aller hohen Schulen auf der Welt!

Wenn ein Weib weise ist, so werden auch ihre Kinder weise; ist ein Weib aber dumm und ungebildet, so werden auch die Kinder schwerlich zu Propheten gemacht werden können. Da gilt das Sprichwort, laut dem ein Apfel nie weit vom Baume fällt.

Es ist schon ganz recht, daß ein Weib eine gute und emsige Hauswirtschafterin ist und auch ihre Kinder in der Hauswirtschaft bildet und übt; aber noch besser ist es, wenn sie als selbst vom Geiste der Wahrheit aus Gott erfüllt auch ihrer Kinder Herzen mit demselben Geiste erfüllt. Solchen Kindern wird dann leicht und wirksam Mein Evangelium zu predigen sein.” (Gr.Ev.Joh. VIII 213,10-12)

4.6 Mutterliebe

-Wenn Ich jemand - besonders eine Mutter - so recht nahe an Mich ziehen will, wie glaubst du denn, daß Ich das anstelle ? - Siehe, Ich schicke nicht ihr, sondern einem ihrer Kinder ein Leid und sieh’, die Mutter, die vielleicht mit kalter Resignation ihr eigenes Leiden ertragen hätte, zittert beim leisesten erhöhten Pulsschlag eines ihrer Kinder! Bei ihrem eigenen Leiden hätte sie vielleicht eher den Arzt als Mich zuerst gefragt, bei dem kranken Kinde aber ist ihr erster Blick und Gedanke zu Mir gewendet, und wenn gleich unwillkürlich, so ist es doch die Mutterliebe, einer der wichtigsten Triebe, eine Liebeart, die sie zu Mir führt; und glaubst du denn Ich lasse ihr tränenvolles Auge umsonst sich gen Himmel richten? Nein, Ich erhöre sie, jedoch nach Meinem Erachten, freilich oft nicht so geschwind, wie sie es möchte, oft auch gar nicht. wo aber eben andere wichtige Gründe Mich dazu bestimmen.” (Lebensgarten/Lw S. 28)

4.7 Den Müttern über Kindererziehung

„Mutterliebe ist ein Atom von Meiner Liebe. Sie hat Verwandtes mit der Vaterliebe und ist daher ein Funke aus Gott. Deshalb wende Ich Mich an euch, ihr Mütter, die ihr gewürdigt seid, Kinder für Mein Reich zu erziehen! Nehmet eure Aufgabe ernst, aber nicht schwer! Denn ihr könnet im Grunde wenig tun an dem euch geliehenen Gute. Es ist Meine Sache, Seelen zu retten! Und ihr wisset ja auch nicht, woher die euch anvertrauten Seelen stammen. Und was Ich mit ihnen vorhabe, ist euch ebenfalls verborgen.

Deshalb lasset die Erziehung in der Hauptsache Mir über! Leget eure Kinder, ob groß, ob klein, nur voll Vertrauen an Mein Vaterherz und schreibet Mir nichts vor, wie Ich es etwa machen soll in diesem oder jenem Falle! Blicket nur auf Mich und sprechet: ‘Dein Wille geschehe, o heiliger Vater, in allen Dingen!’ Seht, das ist alles, was ihr tun könnt als wahre Mütter Meiner Liebe: das ganze Regiment in Meine Hände legen und Mich walten lassen!

Das ist viel besser und wirksamer, als so ihr meinet, das Zepter schwingen zu müssen und euren Eigenwillen für Gotteswillen haltet. Eure Kinder sind ebenso selbständige Wesen, die sich frei entwickeln sollen, wie ihr selbst. Jeder Zwang auf erwachsene Menschen bewirkt jedoch das Gegenteil.

Lernte daher von Mir die wahre Freiheit! In Meiner Liebe gibt es kein Muß. Selbst in Meinen Geboten heißt es nur: ‘Du sollst Gott fürchten und lieben!’ Jedes Muß ist ein Gericht. Und das Gericht bringt den Tod, während die Liebe lebendig macht.

Also folget Mir in der Liebe, so seid ihr Meine rechten Kinder und auch rechte Mütter in Meinem Sinne! - Amen! (Lwo S. 268)

4.8 Mütter, wachet und betet!

„Ich habe jener Mutter stilles Gebet gehört und ihr brünstiges Flehen vernommen, auch ihr Kind zu einem Gotteskinde zu machen, es in Gnaden anzunehmen und von Kindesbeinen an vor allem Bösen, vor Satans List und Trug zu behüten.

O ihr Lieben, sehet, eure Kinder hüten und bewahren - das tu Ich ja allezeit! Denn würde Ich sie nicht bewahren und behüten, so wäre es nicht möglich Mir Seelen zu erziehen. Denn Satan sucht sie Mir ja schon im Mutterleibe zu entreißen. Er ist beständig auf der Lauer und läßt kein Mittel unversucht, wie er Meinem Reiche schaden könnte. Deshalb sage Ich: Wachet auch ihr über die euch anvertrauten Seelen!

Es ist Großes euch in die Hand gelegt.

Ihr Mütter wisset es nicht, was es heißt, Seelen für Mein Reich zu erziehen. Ihr freuet euch des Gnadengeschenks und danket Mir dafür; aber ihr wisset nicht, wen diese kleine Hülle birgt. Es soll euch dies auch verborgen bleiben, um eurer Freiheit willen. Nur eines sollt ihr wissen, daß Mir jede Menschenseele mehr gilt als eine ganze Welt!

In diesem Sinne betrachtet jedes Kind als ein teures Kleinod und hütet es wie einen Augapfel von der ersten Stunde seines Lebens an. Wachet über seine Seele, so wird Freude auch im Himmel sein über solch ein Menschenkind, das sich zum Gotteskinde gestaltet. Ihr wisset ja, was es heißt, den Fleischesweg zu gehen. Ihr kennet Weg und Ziel und seid daher nicht blind für die euch gestellte Aufgabe. Erfüllet sie daher im Aufblick zu Mir und holet euch täglich die rechte Weisung von oben! Dann wird es wohl gelingen. Und Ich werde das Gedeihen geben, euch viel Freude schenken, und Mein Segen wird allezeit mit euch sein.” (Lwo S. 272)

4.9 Erziehung ohne Weltfurcht

„Sage den ängstlichen Müttern, sie sollen ihre Töchter nicht in der Furcht vor den Männern und der Welt erziehen - denn was man fürchtet, dem gehorcht man blindlings in der Versuchung und dem Gefürchteten wird der Sieg leicht werden -, sondern sie sollen sie lieber in Meiner Furcht und Liebe erziehen, damit Ich Sieger werde, damit sie die Welt verachten und in Meiner unbegrenzten Liebe schwelgen. Sie sollen sie der Gewinnung eines Ehegatten willen nicht auf öffentliche Örter führen, sondern zu Mir, zu Mir sollen sie sie bringen, und Ich sage dir: Nicht eine ihrer Begierden soll ungesegnet und unbefriedigt bleiben; denn Ich bin ein reicher Gott, der an allem den unendlichsten Überfluß hat, der alles im höchsten Übermaße geben kann und auch geben will.” (HGt I 2,2)

4.10 Erziehung ohne Furcht und Angst

„Wohl aber habe Ich das größte Wohlgefallen an einem solchen Benehmen, das da völlig gleicht der Verhaltungsweise der kleinen Kindlein, die da keine Angst und Furcht vor ihren Eltern haben, sondern sind allzeit voll guten Mutes und reden und schreien vor ihren Eltern darauf los, als wären sie die Herren im Hause; wenn es sie aber hungert und dürstet, da laufen sie doch in aller kindlichen Liebe und Ergebung zu den Eltern und bitten sie um Brot und so sie das Brot empfangen aus den Händen der Eltern, danken sie den Eltern mehr durch den frohen, heiteren Genuß desselben als durch eine zu übertriebene Ehrfurcht und Angst vor ihnen und daneben mit einem viele Arme langen wenigsagenden Wortdanke! Oder ist es nicht jedem Vater lieber und jeder Mutter ums unaussprechliche angenehmer, so die Kinderchen vor ihnen fröhlichen und heiteren Mutes genießen die dargereichte Gabe und sehen dabei gesund aus und frisch wie die Blümchen nach einem erquickenden Regen, als so die armen Kinderchen vor lauter Furcht, Angst und unermeßlicher Hochachtung zittern vor dem Angesichte ihrer Alten und, so ihnen diese noch liebevollst das Brot reichen, sie sich aber dennoch nicht getrauen, das Brot zu nehmen und noch weniger zu genießen aus lauter übertriebener Ehrfurcht vor den Eltern, und sehen dabei aus wie verwelktes Gras, das mit schwachen Wurzeln aus einer mageren Steinplatte hervorwuchs?!

Siehe, ist solches nicht eine Torheit?! - Darin aber besteht die Regel der Liebe und aller Weisheit aus ihr: Für den Begrenzten muß alles in den gerechten Schranken gehalten werden; denn das Unbegrenzte ist für den Begrenzten der Tod.

Du kannst Mich (Gott) nicht lieben als Gott, sondern nur als Mensch; denn welche endliche Brust möchte wohl ertragen den unendlichen Gott, welche das endlose Feuer der göttlichen Liebe, welcher endlich geschaffene Geist die endlose Fülle der göttlichen Weisheit?! Welches Kindlein kann wohl seine Mutter, wie es die Mutter liebt, wieder lieben? Und könnte es das mit seiner geringen Kraft, was würde aber da wohl gar bald aus dem Kindlein werden?” (HGt II 24,13-17)

4.11 Blinde Elternliebe

„Alle deine und deiner Kinder Wege sollen genau gerichtet sein nach Meiner Gnade - dann werde Ich sorgen für alles! - So es dir aber behaget zu tragen so manche unnötige Weltsorge, so trage sie immerhin, aber habe ja acht, daß die Zahl eins nicht zu einer Legion gebrochen wird.

Die Liebe der Eltern ist allezeit blind gegen ihre Kinder. Sie sehen nicht den Samen, sondern nur den Baum und bedenken nicht, was alles in einem Samenkorne verschlossen ist. Es geht aber der gute Same mit tausendfältiger Frucht nur in Meiner Erde auf. In der Erde der Welt aber erstickt er alsobald. Aber der Weltsame gedeiht gar wohl, alles Unkraut hervorbringend, in der Welterde. Aber frage dich selbst, wozu nütze? Höre! - Zu Meinem Reiche und für Meine Scheuern nicht!” (Hi. I

254,3-4)

4.12 Rechte Elternliebe

„Verteile du, Mutter des Fleisches, deine Liebe unter die Deinen, wie Ich die Gnade - damit keines deiner Kinder ein scheeles Auge bekomme aus heimlichem Neide und nicht gut schauen möchte dereinst auf seinen Bruder oder seine Schwester!

Habe ein volles und gleiches Maß der Liebe gegen jedes deiner Kinder - damit Ich ihnen dann auch ein volles und gleiches Maß der Gnade schenken kann! Sonst aber sollen die mehr Geliebten weniger Gnade und die weniger Geliebten mehr Gnade von Mir empfangen. Denn siehe, Ich bin ein Vater der Verfolgten, ein Tröster der Betrübten - aber auch ein sehr strenger Richter der von euch zuviel geliebten Kinder. Denn das Übermaß eurer Liebe verdirbt eure Kinder und macht sie unfähig zum Empfange Meiner Gnade. - Daher lasse du künftig allen gleich angedeihen, was ihnen nützlich ist, not- und wohltut, und bezwinge dein Herz - und Meine Gnade wird dich in ihre Mitte nehmen!

Und glaube, daß Ich es bin, der dir das sagt, als euer guter Vater. - Was du matt siehst, das sehe Ich scharf. Wohin du aber mit aller Schärfe blickst, da schaue Ich durch die Finger. Was die Welt richtet, das nehme Ich auf; was aber die Welt erhöht, das wird nieder zu stehen kommen vor Mir. -Siehe die Ehebrecherin, gerichtet von der Welt! Ihre Schuld habe Ich in den Sand geschrieben, damit sie der Wind möge verwehen. So sollt es auch ihr alle tun, wollt ihr Meine rechten Kinder sein, die Ich mehr liebe, als du es je wirst fassen können.

So wie die Sonne scheint und wie der Regen fällt auf alles Gras, so sei eure Liebe gegen eure Kinder! - Gegen die fremden aber sei sie wie ein Feuerbrand und wie ein Wolkenbruch, damit keine Eigenliebe in euch und in euren Kindern herrsche - wodurch dann euer Vertrauen stark werde und Ich euch allezeit helfen kann und werde, da wo ihr am schwächsten seid.” (Hi. I S. 11,3 - 12,6)

4.13 Die Liebe als Triebfeder der Erziehung

„Ihr sollt nur darauf sehen, daß die Kinder alles, was sie tun, zu Meiner Ehre tun. Lehret sie frühe, alles aus Meiner Hand zu empfangen, damit der Hochmut und die Eitelkeit ihren Herzen fern bleibe und sie dankbar erkennen, daß Ich der Geber aller guten Gaben bin und nicht allein ihr Fleiß, sondern die Kraft Gottes sie zu allem Guten befähigt.

Überall soll die Liebe zu Mir die Triebfeder sein. - Darum erwecket vor allem die Liebe zu Mir in den Herzen der Kleinen. Stellet ihnen täglich Mein Bild vor die Seele und gewöhnet sie an einen regelmäßigen Verkehr mit Mir. Präget ihnen tief ein, daß Ich stets gegenwärtig bin, ob sie Gutes oder Böses tun, da Mein Auge sie überall sieht und Ich nur Freude habe an einem guten, willigen, gehorsamen Kinde. - Dies faßt ein Kinderherz am leichtesten. Und sobald es dieses wirklich innehat, wird es auch leicht zu lenken sein - so ihr Liebe anstatt Furcht in die Kinderseelen pflanzet. Hier aber ist der Punkt, wo so vielfach in blindem Eifer gefehlt wird. Versuchet es nur einmal, Mich euren Kindern als den allerliebevollsten, gütigsten und besten Vater darzustellen, der sie über alle

Maßen lieb hat und nichts will, als da auch sie Ihn von ganzem Herzen als ihren besten Vater lieben

- und sehet, ob ihr damit nicht mehr Erfolge erzielt, als so ihr stets von Meiner Strenge, Meinen Strafen und gar von Meinem Zorne redet. Saget ihnen nicht, wie Ich strafe, wenn sie ungehorsam sind, sondern erzählet ihnen, wie sehr Ich sie liebe, wenn sie brave Kinder sind. Die Aussicht Meiner Liebe wird ihre Herzen erwärmen und sie für Mich erglühen machen, da sie alsbald sich zu dem guten Vater wenden und ihm aus Liebe freiwillig folgen.” (Lwo S. 288)

4.14 Die Liebe zwischen Kindern und Eltern

„Doch aber müsset ihr die Liebe zum Herrn nicht platterdings mit der Liebe zu einer vorbeschriebenen Jungfrau völlig vergleichen wollen, sondern müsset sie mehr gleich stellen der reineren Liebe zwischen Kindern und Eltern. Diese Liebe aber ist nicht ein gewisser leidenschaftlicher Brand, sondern sie ist ein sanftes Wehen, welches den Menschen in seiner Freiheitssphäre ebensowenig beirrt, als wie wenig die Kinderliebe die Kinder in ihrer Tätigkeit nur im geringsten beirrt.

Sie lieben ihre Eltern sicher außerordentlich stark; natürlich sind hier nur die guten Kinder zu verstehen. Ja, sie wissen oft gar nicht, wie stark sie ihre Eltern lieben. Um das Maß solcher Liebe zu erschauen, dürfet ihr nur bei einem leidigen Todesfalle entweder des Vaters oder der Mutter solcher Kinder zugegen sein, so werden euch ihre Tränen und das Ringen ihrer Hände so bald das sehr gewichtige Maß der Liebe der Kinder zu ihren Eltern kundgegeben. Und dennoch hättet ihr bei Lebzeiten der Eltern bei aller sorgsamen Betrachtung solche Intensität der Liebe nicht herausgefunden. Sehet, also verhält es sich auch mit der Liebe zum Herrn. Sie ist, wie gesagt, ein sanftes Wehen, ein hochachtendes Gefühl, voll erhaben zarten Nachklanges, und beirrt niemanden in seiner Freiheitssphäre. (GS II 50,14-16)

4.15 Das Kind als Vorbild der Liebe

„Ich setze den Fall, ein Vater sehr vornehmen Standes, etwa ein Fürst, hätte mehrere Kinder. Diese Kinder wissen die Ordnung, wie sie sich zu ihrem Vater begeben dürfen, nämlich ganz geziemend geschmückt, gemessenen Schrittes, die Hände kreuzweise über ihre Brust gelegt und das Haupt demütigst zu Boden gesenkt. Wenn diese Kinder also vor den fürstlichen Vater kommen, da belobt er sie und entläßt sie dann.

Eines unter den Kindern, ein rüstiger Knabe, aber ist ganz keck, erscheint nicht mit den abgerichteten Kindern - denn solches bringt er nicht über sein Herz, welches den Vater zu sehr liebt -, sondern kommt ganz allein zum Vater gerannt, ist sonst auch mehr nachlässig in seiner Kleidung.

Als dieser Knabe den Vater ersieht, da breitet er seine Arme aus, umfaßt ihn mit aller kindlichen Liebeglut und schreit dabei: -O Vater, Vater! Du mein lieber Vater, wie sehr doch liebe ich dich! Siehe du, mein herrlicher, lieber, guter Vater, ich liebe dich zu sehr, als daß es mir möglich wäre, mich vor dir in den gesetzlichen höflichen Schranken zu bewegen!

Ja, ich will eher sterben, als vor dir, o mein Vater, meinem Herzen einen unterdrückenden Liebezwang antun!” Ich setze aber nun den Fall, du wärest der Vater solch eines Kindes, was würdest du da, rein nach deinem Vatergefühle geurteilt, einem solchen Kinde wohl tun? Du sprichst: -Oh, das würde ich auch über die Maßen lieben!” Gut geantwortet! Ich sage dir aber, gerade ein solcher Vater bin Ich auch! Wer demnach auch zu Mir kommt wie dieser kecke Knabe, alle die zahllosen törichten Höflichkeitsschranken übersteigend, der wird auch Mir der allerliebste Sohn sein!

Gott kannst du für Sich nicht lieben; aber den Vater kannst du lieben gleich dem kecken Knaben. Und Gott als der Vater wird dann dich auch mit aller Macht Seiner Liebe ergreifen und wird dich setzen in Seinen Schoß als ein wahres Ihm über alles teures Kind, und wird all den andern dann deinetwegen gnädig sein und ihnen die leere Höflichkeit erlassen! - Siehe, das ist die rechte Liebe! Solche also beachte!” (HGt II 232,14-23)

4.16 Werdet wie die Kinder

„Wenn ihr nicht werdet wie die Kindlein, so werdet ihr nicht eingehen in das Reich Gottes. - Wie und warum denn? - Siehe, weil die Kindlein wirklich die Geringsten und Kleinsten sind, indem sie alle ihre Sorgen auf den alleinigen Vater übertragen. Wo ist wohl das Kind, das da sorglich zu seinen reichen Eltern sagen möchte: Was werden wir essen und trinken, womit werden wir uns bekleiden? Siehe, solche Sorge ist den Kindlein fremd. Wenn es sie hungert und dürstet, so laufen sie zum Vater und bitten ihn um Brot und um einen Trank, und der Vater gibt es ihnen. Sie bitten ihn sogar nie um ein Kleid. Wenn es ihnen aber kalt ist, merkt das der Vater gar wohl und gibt ihnen nicht nur ein warmes, sondern auch ein schönes, stattliches Kleid, weil sie seine lieben Kindlein sind.

Also siehe nun, gib auch du dich so ganz dem Herrn hin und sei versichert, Er wird dich nicht weniger versorgen mit allem, was dir nottut, und das sicher um vieles eher und ums Unaussprechliche besser, als da ein irdischer Vater reichsten Standes seine Kinder versorgt und ihnen alles Nötige gibt.” (GS I 91,8-9)

4.17 Vater, Mutter und Kind

„Ihr nennet ‘Vater’ denjenigen Mann, der zur Erschaffung oder Erzeugung eines lebenden Wesens den ersten Impuls gegeben; denn die eigentliche Ausgebärerin des Erzeugten ist die Mutter. Nun, da zwischen diesen beiden - dem Erzeuger und der Gebärerin - das Erzeugte in der Mitte steht, als Produkt von beiden, so ist es auch natürlich, daß in der ganzen mit Seelen belebten Welt, wie selbst im Tierreiche, ‘seelische Rapporte’ zwischen diesen dreierlei Gliedern einer Familie bestehen. Im Tierreiche ist das Geschäft des Vaters sehr begrenzt, und die Erhaltung, Ernährung und der persönliche Schutz der Jungen von Geburt an meist der Mutter übertragen. In diese habe Ich die zarten Gefühle der Mutterliebe gelegt, die bei den Tieren - zur Schande der jetzigen Menschheit -bei weitem größer, heftiger und aufopfernder als bei dem mit Vernunft begabten Menschen sich zeigen. Bei dem Menschen ist das Verhältnis ebenso: im Anfang ist auch bei ihm die erste direkte Sorge für die Erhaltung des Neugeborenen der Mutter anheimgestellt; daher auch bei unmündigen Kindern die vorherrschende Liebe und Zuneigung für die Mutter, die auf ganz anderen seelischen Grundprinzipien beruht als die Liebe zum Erzeuger, zum Vater, weil das Neugeborene eigentlich vorerst nur Fleisch und Blut der Mutter, und deswegen mit ihr auch seelisch so enge verbunden ist, während der Vater, mehr durch das Band mit der Mutter, geistig die Seelenverwandtschaft mit dem Neugeborenen teilt.

Nun entsteht also die Frage:

Wie soll eigentlich die Liebe zur Mutter, wie die Liebe zum Vater von seiten des Kindes beschaffen sein, oder: welchen Grad von Liebe verdient jedes von beiden, damit es vor Meinen Augen gerecht erscheine!?

Sieh, Mein Kind, hier kommen wir auf ein Feld, wo sich vieles sagen ließe; denn nach menschlichen Begriffen verdient die Mutter von Anbeginn aus Dankbarkeit mehr Liebe, als der Vater. Denn sie ist es, die mit Leiden, Krankheitsfällen, ja selbst mit dem Tode zu kämpfen hat, bis nur das erzeugte Wesen das Licht der Welt erblickt, geschweige der andern Sorgen und Ängste, welche ihr erwachsen, von der Wiege an bis in die reiferen Jugendjahre. Wenn du nun dieses alles mit kaltem Blute überlegest, so könnte wohl in dir der Gedanke aufsteigen, ‘Wenn also die Liebe, welche ein Kind gegen seine Mutter fühlen solle, auf so vielen Wohltaten und Aufopferungen gründet und (vor Dir) gerecht ist, warum, o Herr, hast du uns nicht befohlen, Dich wie eine Mutter zu lieben? Denn auch Du hast uns auf dieser Erde ausgebären lassen, auch Du sorgst vom Punkte der Erzeugung bis zum Grabe für uns, Du führest uns, leitest unsre Schritte, bist wie eine Mutter nachsichtig, während unser weltlich-irdischer Vater oft strenge unsere Fehler ahndet, Du verzeihst, wo er strafen möchte! Warum ist also trotzdem die Liebe zu Dir als Vater doch stärker, als die im höchsten Grade ausführbare Liebe zur leiblichen Mutter!?’ Sieh, Mein Kind, jetzt sind wir an den Punkt angekommen, wo Ich dir die Vaterliebe, oder die Liebe zum Vater und die Liebe des Vaters zu dir, erklären kann. Siehe, bei euch auf Erden liebt der Vater seine Kinder, weil das seelische Band ihn mit der Mutter und so auch mit dem Kinde selbst verbindet. Bei euch auf Erden fühlt der Vater eine Verpflichtung gegen das von ihm erzeugte Wesen, er fühlt, daß das Kind ein Ableger auch von ihm ist; allein er kann dem Kinde seine Gefühle noch nicht begreiflich machen, als bis dieses erwachsen, auch diese Liebe, seine Liebesmahnworte und seine Sorgen und Mühen verstehen lernt, wie er sich abmüht, durch Arbeiten dem von ihm Erzeugten ein so angenehmes Los als möglich zu bereiten. Erst wenn das Kind den Vater verstehen lernt, wenn es begreifen kann, daß auch die Strafen aus Vaterhand nur von der Liebe diktiert werden, erst dann sieht das Kind in seinem Erzeuger seinen ersten und einzig wahren Freund, der ihm sein Leben so viel als möglich erleichtern und es von vielen Unannehmlichkeiten befreien will, welche der Vater oft mit großen Opfern und Leiden bezahlen muß. Diese Liebe des Vaters ist also eigentlich, verglichen mit jener der Mutter, die Liebe, eine Seele geistig zu heben, während die Mutter von Anbeginn an nur mehr mit dem Bilden eines jungen Körpers zu tun hat, und dazu alles anwendet, um später dem Vater eine unverdorbene Seele in einem gesunden Körper zu übergeben. Daß die Mutter auch für das Geistige des aufwachsenden Kindes sorgt, ist wohl wahr, sie ist die Vorbildnerin, sie legt den ersten Grundstein, auf welchem dann der Vater sein geistiges Lehr- und Erziehungsgebäude errichten kann. Aber sobald das ernstere Leben herantritt, so muß die Mutter zurückstehen, und nur bei Töchtern ist ihr Einfluß noch nachhaltiger, weil ein weibliches Gemüt von gleichem leichter verstanden wird und die Erfahrungen der Mutter auch der Tochter dienen können, was beim Sohne als männlichem Sprößling nicht mehr der Fall ist.” (Festgarten/Drei. S. 12)

4.18 Der Mann als Vater

„Siehe, der Vater ist der erste Mann, den die Tochter als wahren Mann in ihrem Herzen wohlgefälligst und ehrbar erkennen soll. Wenn aber dieser erste Mann vor seiner Tochter in aller Schwäche schmachtet und sie an ihm allerlei Schwächen gewahrt - sage Mir dann, welche Richtung wird dann wohl das Herz der Tochter in Anbetracht der anderen Männer nehmen? - Sie wird die anderen Männer dann alle in gleicher Schwäche erschauen. Und wer aus der Zahl der jungen Männer ihr dann nur ein wenig zusagen wird, den wird sie ohne weiteres Bedenken auch sobald wählen, und zwar in der und aus der inneren, losen Siegesfreude, eine schwache männliche Frühjahrspuppe zu ihren Füßen schmachten und seufzen zu sehen! - Siehe, solches ist auch schon zumeist der Fehler bei deinen Mägden! Sage oder urteile, wie soll Meine Allmacht ihnen da zu Hilfe kommen!” (Hi. II S. 17,22)

4.19 Über familiäre Liebe und Sorge

„Soll man für die Verbesserung seiner materiellen Lage nicht besorgt sein. besonders wenn man Familie hat, oder soll man bei Erfüllung seiner Pflicht alles andere dem Vater überlassen? -Antwort: -Dein Bruder fragt dich, ob und wie weit jemand für seine Familie sorgen oder ob er es ganz Mir überlassen solle? - Auf diese Frage antworte Ich mit einer anderen Frage: Wer hat denn die Kinder in die Welt gesetzt, du oder Ich? - Die Antwort ist: Du! oder - dir sind sie gerade durch Mein Zulassen gegeben worden. Nun gut, so bist auch du verpflichtet, für den materiellen und geistigen Unterhalt und Nahrung zu sorgen. Das heißt, du sollst deine Kinder soweit körperlich pflegen, daß sie geistig in ihrer Ausbildung nicht gehindert sind, - und geistig bist du wieder verpflichtet, ihnen diesen Weg zu zeigen, der sie nur dahin führt, wo sie einst würdig ihres himmlischen Vaters Seine Kinder genannt werden können. Daß bei den Menschen oft die väterliche und mütterliche Sorge und Liebe zu weit geht, und sie ihren Blick stets in die Zukunft gerichtet haben, um ihren Kindern eine glückliche Existenz nach weltlichen Begriffen zu verschaffen, während sie die Gegenwart vergessen, - das ist eine andere Sache, und meistens auch eine verfehlte Rechnung.

Denn was Ich aus diesen Kindern machen werde, welche Wege und durch welche Verhältnisse Ich sie zu führen gedenke, um (euch zu helfen) sie zu Menschen zu machen nach Meinem Sinne, - das geht die Eltern nichts an, und da fehlen sie, wenn sie sich zu sehr mit dem zukünftigen Schicksale ihrer Angehörigen beschäftigen. Sie sollen nur, wie jedes anvertraute Gut, selbe gewissenhaft verwalten, was die geistige und körperliche Bildung betrifft, das Ihrige tun, und dann das andere Mir überlassen. Diese ist dann eine Erziehung, die Gedeihen verspricht; alles andere heißt nicht erziehen, sondern verziehen!” (Lebensgarten/L S.54)

4.20 Sparsamkeit und familiäre Sorgen

„Der sehr sparsame Mensch aber läßt am Ende schon gar niemandem mehr etwas Gutes zukommen, scharrt alles für sich zusammen unter dem Titel, daß man für sein Haus und seine Familie sorgen müsse. Ich aber sage dir: Das Feuer deiner Liebe zu deiner Familie sei gleich einem Lichte, das man in der Nacht anzündet; aber deine Liebe zu den Kindern anderer, armer Eltern sei gleich wie ein großer Feuerbrand, durch den weithin eine große Gegend erleuchtet wird! Wer das von Mir nun Ausgesprochene bei seiner haushälterischen Sparsamkeit beachtet, der wird von Mir aus in allem Glück und Segen in der Fülle haben, und solch ein Glück und solch ein Segen werden auch fortan bei seinem Hause und bei seiner Familie verbleiben, - wer aber diesen Meinen ausgesprochenen Lebensgrundsatz nicht beachten wird, der wird es erleben, daß seine Kinder und Angehörigen das von ihm mühsam Ersparte nur zu bald und zumeist auf die liederlichste Weise vergeuden werden und darauf bald mit allerlei Not und Elend zu kämpfen bekommen. Daher tue du alles nach Meiner Lehre klug und weise, und bedenke bei allem wohl die Folgen und das Ende deiner Handlung!” (Gr.Ev.Joh. X 225,4-5)

4.21 Kinderversorgung durch Jesus

„Denket nun nicht, - wie ihr eure Kinder versorgen werdet, Ich sage euch: dadurch werdet ihr ihnen den Tod geben; sondern vor allem trachtet stets mehr und mehr nach Meiner Freundschaft, so werden auch eure Kinder eine ungestörte Versorgung finden.” (Hi. III S. 419,11)“Wem ein Kind geboren wird, der sorge sich nur um dessen Gesundheit, das Wachsen hängt von Mir allein ab.” (Gr.Ev.Joh. VIII 77,7)

4.22 Kinder reicher Eltern

„Wenn irgendein Reicher sagen möchte: Meine Allernächsten sind doch meine Kinder, da sage ich (Johannes): Mitnichten! Denn der Herr nahm nur ein armes Kind, das am Wege bettelte, auf und sprach: wer ein solches Kind in Meinem Namen aufnimmt, der nimmt Mich auf! Mit Kindern der Reichen hat der Herr nie etwas zu tun gehabt. Aus dem Grunde begeht der Reiche, wenn er ängstlich für seine Kinder sorgt, eine gar starke Sünde gegen die Nächstenliebe. Der Reiche sorgt dadurch für seine Kinder am besten, wenn er für eine dem Herrn wohlgefällige Erziehung sorgt und sein Vermögen nicht für seine Kinder spart, sondern es zum allergrößten Teile den Armen zuwendet. Tut er das nicht, so wendet der Herr Sein Angesicht weg von ihnen, zieht Seine Hände zurück und überläßt schon ihre zarteste Jugend den Händen der Welt, daß heißt aber den Händen des Teufels, damit dann aus ihnen Weltkinder, Weltmenschen, was so viel sagen will als selbst Teufel werden.” (GS II 104,19-20)

4.23 Eigenliebige Sorge um die Kinder

„Auch solche verpflegliche Sorge für die Kinder ist Eigenliebe; denn wer den Herrn mehr lieben würde, als sich selbst in seinen Kindern, der würde auch gleichen Maßes den Herrn mehr bedacht haben als sich selbst in seinen Kindern.

Ihr fragt: Warum denn? - Weil ihm der Herr dadurch die innere Erkenntnis verleihen würde, derzufolge er sonnenklar eingesehen hätte, daß der Herr für seine Kinder ums Unendlichfache besser sorgen kann und sie auch besser versorgen würde, als er sich in seinen Kindern eigenliebig selbst und seine Kinder versorgt hat. Denn der Herr hat nicht gesagt: Was ihr euren Leibeskindern tun werdet, das habt ihr Mir getan, sondern Er hat da der Armen, Nackten, Hungrigen, Durstigen und Gefangenen nur gedacht und sagte dann: ‘Was ihr diesen getan habt, das habt ihr Mir getan!’

Er hat auch nicht gesagt: Wenn ihr eure eigenen Kinder in Meinem Namen aufnehmet, so habt ihr Mich aufgenommen, sondern Er hat bei einer Gelegenheit solches nur gesagt, da viele Arme ihre noch ärmeren Kinder zu Ihm gebracht haben, ‘Wahrlich, wer ein solches armes Kind in Meinem Namen aufgenommen hat, der hat Mich aufgenommen.’-(GS I 40,11-12)

4.24 Die Liebe zu den Kindern

„Die rechte Liebe der Eltern zu ihren Kindern solle sein, wie ein rechtes Licht, und die Liebe zu den armen Kindern anderer armer Eltern wie ein großer Feuerbrand; dann wird sie sich Meines allzeitigen und ewigen Wohlgefallens und Segens erfreuen.” (Hi. III S. 489,91)

4.25 Adoption armer Kindern

„Eure Liebe zu euren Kindern brenne wie ein Licht; aber die Liebe zu den fremden Kindern armer Eltern sei ein großer Feuerbrand! Denn niemand in der Welt ist ärmer denn ein armes verlassenes Kind, ob ein Knabe oder ein Mägdlein, das ist einerlei. Wer ein solch armes Kind aufnimmt in Meinem Namen und versorget es leiblich und geistig also wie sein eigenes Blut, der nimmt Mich auf, und wer Mich aufnimmt, der nimmt auch Den auf, der Mich in diese Welt gesandt hat und vollkommen Eines ist mit Mir!” (Gr.Ev.Joh. II 68,6)“Wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt Mich auf, und hat er Mich also in aller Liebe aufgenommen, so hat er auch den Vater im Himmel aufgenommen und in seinem Hause wird es da am Segen nicht fehlen. Denn solche Kinder sind der echte und wahre Segen Gottes selbst in einem Hause, da sie sind und gepflegt, genährt und zu wahren Menschen gebildet werden, und es ist da das Geschlecht einerlei, ob Knabe oder Mägdlein; in ihrer Jugend sind sie gleich den Engeln des Himmels!” (Gr.Ev.Joh. V 246,10)“Wollt ihr Segen von Gott in euren Häusern ziehen und ihn wie ein wohlbestelltes Feld zur reichen Ernte erheben, so leget in euren Häusern Pflanzschulen für arme Kinder an, und ihr sollet mit allem Segen überschüttet werden also, wie ein hoch angeschwollener Strom die niederen Ebenen, die er überschwemmt, mit Sand und Steingerölle überschüttet; aber so ihr arme, hungrige Kindlein von euch weiset und sie obendrein noch angrollet, als wenn sie euch schon einen Schaden zugefügt hätten, der kaum ersetzlich wäre, da wird der Segen von euren Häusern also weichen wie der sterbende Tag vor der ihn raschen Schrittes verfolgenden Nacht. Wehe dann solchen Häusern, die von solcher Nacht ereilt worden sind! Wahrlich, darin wird es nimmer wieder zu tagen beginnen!” (Gr.Ev.Joh. II 68,7)

4.26 Adoption statt Hundehaltung

„Nehmet lieber Kinder armer Eltern in eure reichen Häuser denn nutzlose und leicht große Gefahr bringende Hunde, so werdet ihr nie von der bösesten Tobsucht, die vom Gifte des Satans, den die Hunde in sich tragen, herstammt, befallen werden!” (Gr.Ev.Joh. II 67,18)

4.27 Folgen falscher Erziehung

„Wer seine Kinder wahrhaft liebt, dem muß ja doch vor allem daran gelegen sein, ihre Seelen so zu ziehen, daß sie nicht von der Materie verschlungen werden. Werden die Seelen in der rechten Ordnung erzogen, so werden sie ehest fähig, den Geist in sich aufzunehmen, und nie blöde werden, und von einem Selbstmord wird da schon nie die Rede sein.

Aber bei eurer affenartigen Erziehung der Kinder, besonders in den Städten, kann es nicht anders kommen. Gewöhnet darum eure Kinder schon frühzeitig daran, das wahre Reich Gottes im Herzen zu suchen, und ihr habt sie dadurch mehr denn königlich geschmückt und habt für sie das größte und beste Erbteil erworben für zeitlich und ewig! Aus den verzärtelten Kindern aber wird nie und nimmer etwas Lebensgroßes! Wenn mit ihnen schon sonst auch nichts Arges geschieht oder sie in sonst nichts Arges übergehen, so bildet sich mit der Zeit bei ihnen doch so eine gewisse schwache Seite heraus, die kein Mensch beleidigen, ja nicht einmal antasten darf. Wird so eine schwache Seite angerührt und angetastet oder gar beleidigt, dann ist es schon aus mit solch einem Menschen. Er wird ganz rasend und grimmig werden und sich sicher an dem Beleidiger auf jede erdenkliche Art zu rächen suchen oder ihm wenigstens dahin eine ganz entsetzlich ernste Drohung machen, solchen Scherz in aller Zukunft zu meiden, da im Gegenteil ihm das ganz entsetzlich üble Folgen zuziehen würde. Solch eine schwache Seite ist im Grunde eigentlich nichts aus dem freien Willen und Erkennen hervorgehend Schlechtes; aber sie ist dennoch ein Leck in der Seele, an dem sie stets verwundbar bleibt, und das nicht nur hier, sondern auch noch lange während jenseits. Darum sollet ihr bei euren Kindern auch darauf sehr sehen, daß sich in ihnen keine sogenannten schwachen Seiten herausbilden, denn sie werden der Seele das, was die sogenannten chronischen, halbvernarbten Krankheiten sind. Ist es gleichfort schönes Wetter und geht dabei ein guter Wind, so schweigen sie, und der Mensch, der sie besitzt, fühlt sich ganz gesund; fängt es aber in der Luft nur an, sich zu einem bösen Wetter vorzubereiten, so fangen solche Lecks im Fleische auch gleich an, sich zu rühren und bringen den Menschen vor Schmerzen oft zur Verzweiflung.

Wie es aber für jeden Arzt etwas besonders Schweres ist, solche alte Leibesschäden zu heilen, ebenso schwer und oft nahe noch schwerer ist es, solch alte Seelenlecks zu heilen. Wenn der Schiffer sein Schiff vor den Lecks bewahren will, muß er nicht dahin fahren, wo es im Meere allerlei Klippen und Korallenbänke gibt, sondern nur dahin, wo das Wasser die ganz gehörige Tiefe hat. Und so muß der Erzieher der Kinder als ein wahrhaft lebenskundiger Steuermann seine kleinen Lebensschifflein auch nicht in aller weltlichen klippenhaften Seichtheit herumführen, sondern sich gleich mehr auf die inneren Lebenstiefen wagen, und er wird die kleinen Schifflein vor den gefährlichen Lecks bewahren und sich dadurch die Krone eines wahren Lebenssteuermannes erringen!

Wohl jedem, der auch diese Worte beherziget; sie werden nicht ohne Segen für ihn und seine Angehörigen verbleiben!” (Gr.Ev.Joh. IV 126,6-12)

4.28 Materielle Erziehung und deren Folgen

„Wird aber ein Mensch schon von der Wiege an mit nichts anderem in seinem Erkennen bereichert als mit solchem nur, was dem Leibe dient, so wird auch seine Liebe ganz der Materie sich zuwenden und bald über Hals und Kopf danach tätig werden, um sich desto mehr materielle Schätze zu sammeln und durch sie dem Fleische desto mehr Annehmlichkeiten zu bereiten. Bei dieser

Gelegenheit geht dann die Seele ganz in die Materie, als in den Gegenpol des freiesten Gottesgeistes, über und bildet also mit dem Gegenpole, als vom selben gefangen, eben auch den Gegenpol. Die notwendige Folge davon ist das Gericht in und durch sich selbst, der Fluch vom Leben in den Tod und also gewisserart der ewige Tod selbst. Und wer schuldet daran - als eben der Mensch selbst, der sich aus seinem Erkennen, Lieben, Wollen und Tun selbst das angetan hat!” (Gr.Ev.Joh. V 229,5)“Wahrlich, so da ist irgend ein Vater oder eine Mutter, die da nur sorgen darum, daß ihre Kinder in dieser Welt wohl versorgt werden möchten, und achten nicht höher den Wert des Lebens der Seele ihrer Kinder, die haben sich und ihren Kindern ein Grab zum ewigen Tode gegraben; denn was immer der Welt ist, das ist des Satans, also des Gerichtes und des Todes der Materie!” (Gr.Ev.Joh. V 171,7)

[— 5 —] Die Bildung der Kinder

5.1 Falsche und rechte Seelenbildung

„Wenn derart Menschen dann auch Kinder wie gewöhnlich bekommen, so werden diese doch unmöglich anders erzogen als nur in der Art, durch die ihre Eltern zum Weltglücke emporgekommen sind, nämlich durch allerlei Weltklugheit. Sie lassen dann solche Kinder allerlei lernen, aber alles nur für die Welt! Da wird auf die zuerst berücksichtigt werden sollende Bildung des Gemüts nicht die allergeringste Rücksicht genommen, kann auch nicht genommen werden, weil die Eltern und die ihnen aus Gewinnsucht gefällig und angenehm werden wollenden Lehrer und Erzieher selbst keinen Begriff von dem Gemüte einer Seele mehr haben.

Alles wird auf früheste Bildung und Schärfung des Verstandes verwendet. Dazu wird das Kind durch allerlei Geschenke und Auszeichnungen soviel als möglich angeeifert, wird dabei schon in der frühesten Zeit in der Selbst- und Gewinnsucht mit der Bildung des Verstandes soviel als nur möglich geübt, trägt feine und geschmückte Kleider und kennt sich oft schon im zehnten Lebensjahre vor lauter Hochmut nicht. Wehe dem armen Kinde oder auch einem andern armen Menschen, der solch einem verbildeten Kinde die gewünschte Ehre nicht bezeigete oder es etwa gar verhöhnete! Denn der hat sich an solch einem verzogenen Kinde einen bleibenden Feind gezogen! Wo ist aber dann bei solchen Menschen noch an jene Mir ähnliche innere Lebenskraft zu denken?! Wo ist da des Menschen Herrlichkeit über die gesamte Natur und über die Elemente, aus denen am Ende alles Geschaffene besteht und bestehen muß?!

Wird aber bei dem Menschen das Gemüt zuerst und vor allem gebildet, und kommt darauf dann erst eine ganz leicht zu bewerkstelligende und wirkungsreiche Ausbildung des Verstandes hinzu, so wird der also geweckte Verstand zum lebendigen Lichtlebensäther, der die Seele also umfließt wie der Lichtäther die Sonne umflutet, aus dem heraus dann alle jene herrlichen Wirkungen zum Vorscheine kommen, die ihr diese Erde allenthalben beleben sehet.

Bei der rechten Bildung der Seele des Menschen ist und bleibt die Seele ein Inwendiges und ein Tätiges, und das, was ihr ‘Verstand’ nennet, ist die ausströmende Wirkung der inneren Tätigkeit der Seele. Das Außenlicht des Verstandes erleuchtet der Seele alle noch so kritischen äußeren Verhältnisse, und der Wille der Seele geht dann in dieses Außenlicht über und wirket wunderbar alles Befruchten und Gedeihen; denn weil also gestellt ist des Menschen Ordnung nach Meiner Ordnung, so ist der Wille und das Vertrauen eben auch ein aus Mir oder aus Meinem allmächtigen Wollen Hervorgehendes, dem sich doch sicher alle Kreatur fügen muß. Was dann ein solch geordneter Mensch will, das muß geschehen im weiten Umkreise, weil die Außenlebenssphäre eines Menschen eigentlich von Meinem Geiste durchwehet wird, dem alle Dinge möglich sind.” (Gr.Ev.Joh. IV 217,4-8)

5.2 Verstandesbildung

„Wer denn seine Kinder beim Verstande zu wecken und zu bilden anfängt, der beginnt ein Haus beim Dachgiebel zu bauen und schöpft Wasser in ein durchlöchertes Gefäß. Naß wird es wohl sein, solange sich der Schöpfer mit solch einer vergeblichen Arbeit abgeben wird; aber es wird für sich dennoch nie ein Tropfen lebendigen Wassers darin verweilen, und mit den wundervollen Äußerungen des Seelenlebens wird’s wohl für alle Zeiten nichts sein. Man müßte denn das durchlöcherte Gefäß klein verstopfen mit einer unsäglichen Mühe, so möchte es dann auch wohl das Wasser halten. Aber wie leicht verfault ein zu wenig gutes und fest eingepfropftes Zäpfchen, und das Gefäß kann mit der Zeit wieder ganz lebenswasserleer werden! Es ist das also zu nehmen: Ein verstandesgebildeter Mensch kann es durch viele Selbsverleugnungen auch zu einer wirksamen, nachträglichen Gemütsbildung bringen; ist er aber dabei nicht äußerst sorgsam und gibt nicht gehörig acht auf die vielen Pfropfen, mit denen er sein Lebensgefäß in allen seinen vielen Löchern (irdischen Schwächen) verstopft hat, und läßt er auch nur einer Schwäche oder einem Löchlein, das nicht sorgsam genug verstopft ist, Luft, so wird er sich ehest überzeugen, wie das angesammelte Lebenswasser ihm durchgegangen ist, und wie er ganz unvermerkt wieder ganz der alte Mensch ohne allen innern Lebensgehalt geworden ist!” (Gr.Ev.Joh. IV 220,3-4)“Wo immer man mit der Verstandesbildung der Gemütsbildung vorangeht, ist die Bildung verkehrt.” (Gr.Ev.Joh. IV 219,10)

5.3 Kindererziehung bei den Nubiern

(Ein Nubier:) -Wir schlagen unsere Kinder nie, auch kein Tier; aber wir haben Geduld und Ausharrung und üben unsere Kinder beständig in allem, was wir als gut, wahr und notwendig erkannt haben. Werden unsere Kinder dann groß, kräftig und verständig, so behandeln wir sie nicht mehr als unsere zeitlebigen Sklaven, sondern als unsere mit uns ganz ebenbürtigen Brüder und Menschen, die gleich uns Eltern mit allen Lebensrechten aus der Hand Gottes hervorgegangen sind. Und dennoch lieben uns unsere Kinder überaus, und nie versündigt sich irgend ein Sohn oder eine Tochter je gegen Vater und Mutter! Bei den Weißen sahen wir die Kinder aus Furcht kriechen und gleich Hunden winseln vor dem strengen Angesichte ihrer Eltern! Man hätte da auf den Glauben kommen sollen, daß auf diese Weise Engel erzogen werden. Wie aber dann solche Kinder bei Gelegenheiten aus den Augen der Eltern gerieten, da waren sie ausgewechselt und hätten ganz bequem für Jünger der Teufel gehalten werden können, wie wir von derselben bösesten Anwesenheit in den argen Klüften der Erde vom Obersten in Memphis Kunde erhalten haben. - Für solch eine Zucht der Menschen möchten wir uns für ewige Zeiten bedanken!” (Gr.Ev.Joh. IV 208,78)

5.4 Verstandes- und Gemütsbildung bei den Nubiern

(Ein Nubier:) -Bei uns besteht eine wahre Zucht darin, daß wir zuerst das Gemüt unserer Kinder soviel als möglich nach unserer Art und Weise veredeln; und ist das Gemüt einmal in der Ordnung, so bekommt dann auch der Verstand diejenige Bildung, die wir selbst besitzen. Aber die Weißen fangen an, ihre Kinder, sobald sie nur zu lallen anfangen, beim Verstande zu bilden, und meinen, wenn das Kind nur einmal einen vollkommen ausgebildeten Verstand habe, so werde dann schon dieser für das Gemüt Sorge tragen! O Herr, wie dumm die vielen Weißen in dieser Hinsicht doch sind, daß sie das nicht einsehen, daß ein vorausgebildeter Verstand stets ein Mörder des Gemütes ist! Denn der pure Verstand macht das Kind einbilderisch und hochmütig; wo aber Einbildung, Eigendünkel und Hochmut einmal das Gemüt in den Besitz genommen haben, da soll dann nur jemand versuchen, dasselbe umzugestalten, und er wird sich ehest überzeugen, daß sich ein alter, krummgewachsener Baum nimmer gerade machen läßt.” (Gr.Ev.Joh. IV 209,1-2)

5.5 Herzensbildung der Kinder

„Sehe bei allen deinen Kindern nur auf die Bildung des Herzens! Denn diese zählt bei Mir allein. Alles übrige hat bei Mir keinen Wert. Und würden deine Kinder mehr wissen denn Salomo in aller seiner Weisheit, so würde alle deine Mühe gleichen, der der Goldmacher, deren Unternehmen noch allezeit zu Asche geworden ist. Lehre die Kinder daher demütig sein und vertrauen auf Meinen Namen, so wirst du ein guter Arbeiter Meines Weingartens werden und mit Meinem Lohne zufrieden sein ewig!” (Hi. I S. 332,8-9)

5.6 Geduld bei Herzensbildung

„Geduld ist somit aber dann unsere Hauptsache; wer diese hat in seinem Herzen, der wird die Kronen seiner Arbeit erschauen, während der Ungeduldige nicht selten in einem Augenblicke mehr zerstört, als er ehedem in zehn Jahren aufgerichtet hatte.

Wenn eine Mutter sieht, daß ihre Kinder Lust haben zu einem und dem andern Nützlichen, Erhabenen und Schönen, ist aber dabei ungeduldigen und ärgerlichen Herzens, dieweil die Kinder das nicht augenblicklich erfassen können, wozu sie eine Freude haben und eine edle Sehnsucht im Herzen, - sage mir, wie wird es da mit der inneren Bildung der Kinder mit der Zeit wohl aussehen? Wie mit ihrem Geiste? Die Kinder werden ängstlichen Herzens werden und werden heimlich ihre ungeduldige Mutter zu verachten anfangen und werden sie allzeit als einen Stein des Anstoßes ansehen, dem sie in ihrem Herzen ausweichen werden, wo es sich nur immer wird tun lassen! Siehe, so also einer Mutter bei der Herzensbildung ihrer Kinder vor allem Geduld vonnöten ist, ohne die sie Sklaven und Knechte nur anstatt liebevoller edler Menschen erziehen wird, um wieviel mehr der heiligen Geduld muß uns erst aus dem Vater eigen sein, so wir als von Ihm gestellte Wegweiser denen, die wir führen sollen, nicht den Weg verrammen wollen, sondern sie leiten zum ewig lebendigen Ziele! Daher also habe auch du, mein lieber Bruder, alle Geduld in diesem deinem wichtigen Amte, und gleiche nicht einer törichten Mutter, die ihre Kinder lieber Steine zerklopfen sieht, als daß sie sich beschäftigen möchten mit dem, was da ihren Herzen taugen möchte, so wirst du deine Arbeit nicht ungekrönt erschauen!” (HGt II 182,17-21)

5.7 Rechte Gemütsbildung

„In der Folge aber werden auch die Kindlein, so sie auf Mein Wort und auf Meinen Namen gezeichnet und getauft werden, den Geistesfunken Meiner Liebe ins Herz ihrer Seele gelegt bekommen; aber dieser wird dennoch nicht wachsen bei einer verkehrten Erziehung, wohl aber bei einer Erziehung nach Meiner euch allen nun überklar gezeigten Ordnung, nach der vor allem das Gemüt, und von dem aus erst entsprechend der Verstand, gebildet werden soll. Das Gemüt aber wird gebildet durch die wahre Liebe und durch Sanftmut und Geduld. Lehret früh die Kindlein den Vater im Himmel lieben, zeiget ihnen, wie gut und liebevoll Er ist, wie Er alles, was da ist, zum Besten der Menschen höchst gut, schön und weise erschaffen hat, und wie gar so sehr Er besonders den kleinen, Ihn über alles liebenden Kindlein zugetan ist! Machet sie bei jeder besonderen Gelegenheit aufmerksam, daß so etwas alles der Vater im Himmel anordnet und geschehen macht und läßt, so werdet ihr die Herzen der Kleinen zu Mir kehren, und Meine Liebe wird in ihnen ehest zu wuchern anfangen! Wenn ihr also die Kleinen leiten werdet, dann wird eure leichte Mühe euch bald die güldensten Früchte tragen, - sonst aber Dornen und Disteln, auf denen weder Trauben noch Feigen wachsen!” (Gr.Ev.Joh. IV 220,11-12)

5.8 Rechte Verstandesbildung

„Es fragt sich bezüglich der Erziehung der Kinder in Deiner Lehre:

Soll man bei ihnen auch jede bildliche Versinnlichung einer ihnen beizubringenden Sache möglichst vermeiden?

Sage Ich: Allerdings, denn bildliche Vorstellungen bleiben nirgends so fest haften als eben im Gemüte der Kinder und sind nachher schwer ganz aus ihnen zu entfernen!

Lehret sie nur zuerst ganz mechanisch lesen, schreiben, rechnen; dann enthüllet vor ihnen noch die Gestalt der Erde und zeiget ihnen gleich überall den wahren Grund, insoweit sich dieser für sie geziemt, und insoweit sie denselben zu fassen imstande sind! Bereichert sie mit allerlei nützlichen Kenntnissen, und lasset sie auch mit euch allerlei kleine Erfahrungen machen, und begeistert sie für alles Gute und Wahre.

Und glaubet es Mir, daß die Kinder das Gute und Wahre viel eher begreifen als alle die oft sinnlosen und weitwendigen Foppereien, aus denen sie dann erst selbst irgend tiefliegende

Wahrheiten herausentziffern sollen, was sie ermüdet und am Ende untätig machen muß! Übrigens werdet ihr alles das, so Mein Geist in euch selbst euch in alle Wahrheit leiten wird, im hellsten Lichte schauen und erkennen, was da zu tun sein wird!” (Gr.Ev.Joh. V 134,2-5)

5.9 Nützliche Bildung der Kinder

„Ich aber sage euch noch hinzu, daß ihr eure Mühe auch dahin verwendet, daß alle Menschen schon von Kindheit an ordentlich lesen, schreiben und rechnen lernen sollen - nicht nur die Reichen allein -, sonst nützen euch die geschriebenen Bücher wenig. Suchet vor allem eine rechte Bildung des Wissens und daraus des Herzens bei den Menschen zu bewerkstelligen, so werdet ihr euch einen großen Lohn in Meinem Reiche bereiten, und ihr werdet dadurch auch ein leichtes Handeln auf der Erde mit den Menschen haben; denn mit wahrhaft gebildeten Menschen ist leicht zu reden und zu verkehren. Aber suchet eine rechte und ganze Bildung unter den Menschen auszubreiten; denn eine halbe Bildung ist oft schlechter als gar keine!” (Gr.Ev.Joh. VI 124,4)

5.10 Weltliche Bildung nicht zur Hauptsache machen

„Es soll bei der Jugenderziehung wohl darauf gesehen werden, daß die Menschen diese Vorkenntnisse und ihre Erlernung nicht zur Hauptsache machen und nicht ihr Leben lang sich mit dem Studieren der Schriften und Sprachen abgeben und dabei die innere, geisterweckende Bildung vergessen, in der am Ende doch ganz allein aller Wert des Lebens besteht. Denn was nützte es einem Menschen, so er alle Schriften der Welt schreiben und verstehen und aller Menschen Zungen reden könnte, an seiner Seele aber Schaden litte?!” (Gr.Ev.Joh. VII 126,8)

5.11 Verdorbenes Gehirn schon im Mutterleib

„Nun aber haben wir ein verdorbenes Gehirn vor uns und werden es schauen, wie dieses durch eine nachträgliche, allerschlechteste und verkehrteste Erziehung noch mehr verdorben wird, und ihr werdet daraus mehr denn klar doch wohl ersehen können, wie gänzlich frucht-und weisheitslos so eine Weltweisheit gegenüber der wahren, himmlisch geordneten Weisheit sich ausnimmt!

Sehet an nun dieses wahre Chaos von einem Gehirne! Nirgends ein geordneter Zusammenhang; hie und da nur ein verkrüppeltes Gehirnpyramidchen! Die ganze Geschichte sieht lange eher einem Schotterhaufen denn irgendeinem Gehirne gleich! Eine solche Gestalt bekommt das Gehirn schon im Mutterleibe! Was soll aus einem Menschen in der Folge werden, welche Fortschritte wird er in der wahren Lebensschule machen mit solch einem Gehirne?! Ja, wenn man es noch beließe und finge mit einer sorgfältigen Bildung des Gemütes an bei zehn Jahre lang! Aber wo bleibt die Gemütsbildung?! Es wird ihrer gar nie mehr gedacht, in den höherstehenden Volksklassen schon gar nicht! Die untere Volksklasse aber weiß ohnehin weder von einer Seelen- noch Lebensbildung irgend etwas Besseres mehr als die lieben Tiere der Wälder, und ihre Eigenschaften gleichen vollkommen jenen Urbewohnern der Wälder, die vom Raube und Blute anderer sanfterer Tiere sich ernähren und leben.” (Gr.Ev.Joh. IV 235,8-9)“... das liegt alles in der Grundverdorbenheit des menschlichen Gehirnbaues schon im Mutterleibe und darauf in der nahe noch schlechteren Erziehung des Herzens und des Gemüts; denn würde wenigstens nach der Geburt eine rechte Erziehung des Herzens und des Gemütes erfolgen, so würde durch diese das im Mutterleibe verdorbene Gehirn zum größten Teile wieder zurechtgebracht werden, und die Menschen könnten in der Folge zu so mancher Helle und Lebenskraft gelangen, und durch eine fortgesetzte rechte Demut und wahre Herzensgüte würde sich, freilich nach Jahren, das Verlorene wieder ganz finden oder ersetzen lassen.

Denn wer da sät auf ein gutes Erdreich, bei dem kann die Ernte nicht unterm Wege bleiben; aber so in das ohnehin ganz magere und schlechte Erdreich weder ein Dünger und noch weniger je ein

Same der vollen Wahrheit des Leben gestreuet wird, wie und von woher soll da eine Frucht oder gar eine reichliche Lebensernte zu erwarten sein?!” (Gr.Ev.Joh. IV 236,2-3)

5.12 Einfluß der Verstandesbildung auf das Gehirn

„Das Gehirn ist bis jetzt noch ganz unverändert also zu sehen, wie es, schon im Mutterleibe verdorben, in die Welt ausgeboren wird. Wir werden aber nun gleich sehen, welches Gesicht und was für eine Farbe es annehmen wird, wenn das Kind etwa nach fünf Jahren Alters die ersten Züge einer verkehrten Erziehung bekommt, in der man da anfängt, sein Gedächtnis mit allerlei Auswendiglernereien zu belästigen und soviel als möglich zu verwirren. Sehet an, Ich will, daß nun die ersten Weltbegriffe dem Gehirne eingeprägt werden! Sehet nun nur recht genau her, und ihr werdet es leicht bemerken, wie die Obelisken vor einem oder dem andern zerstreut vorkommenden Gehirnpyramidchen ganz plump und mit einer sehr trägen Bewegung anfangen, auf eine Gehirntafel von einer Sache ein sehr mageres Bild mit einer ganz dunklen Substanz zu schmieren! Die erste Anlage ist kaum als etwas anderes als eine pure, ganz sinnlose Schmiererei anzusehen, daher die Seele solch eines Kindes sich anfangs in dem vorgesagten Sachbegriff auch lange nicht zurechtfinden kann. Hundert Male darf es dem Kinde vorgesagt oder vorgezeigt werden, bis es sich davon wohl endlich einmal eine gemerkte, aber immer nur eine höchst dunkle Vorstellung machen kann.

Der Grund davon liegt erstens in der Unreife der etlichen, an und für sich selbst noch ganz ordentlichen Pyramidalgehirntäfelchen. Die vor ihnen angebrachten Zeichenstifte (Obelisken), selbst noch ganz schwach und ungeübt, werden mit äußerer Gewalt genötigt, zu zeichnen ohne die gehörige, aus dem Gemüte hervorgegangene Übung und ohne Besitz der rechten Substanz, und das auf die rohen, noch lange nicht zum Daraufzeichnen gehörig präparierten Täfelchen. Daher verrinnt das Bild immer von neuem wieder und muß nicht selten von den ordentlich genotzüchtigten Obelisken zum hundertsten Male von neuem gezeichnet werden, bis einmal ein Bild, ganz schwach nur, auf der unreifen Tafel haften bleibt.

Und welchen Gewinn hat dann eine Seele von solch einem puren Schattenbilde? Sie erschaut nun bloß die matten äußersten Umrisse. Von einem Eindringen in die Sache selbst ist bei solch einem Bilde wohl von weitem keine Möglichkeit! Wer könnte aus einem matten Schatten eines Menschen ersehen, wie er innerlich beschaffen ist?! Durch vieles und mühsames Zwingen und Nötigen werden die brauchbaren Gehirntäfelchen zum größten Teile mit schwarzer Tünche übersudelt, auch die Gotteslehre wird gleich dem Einmaleins in das Gehirn hineingekeilt, und des Gemütes Bildung besteht bloß in den Raststunden von der materiellen Verstandeskeilerei. Erst, wenn der junge, geplagte Mensch nach zurückgelegten sogenannten Berufsverstandesquetschereien (Studien) irgendein Amt überkommen hat, wird sein Herz um etwas freier; er sieht sich nach einer ihm wohlgefälligen Maid um, um sie zum Weibe zu nehmen. Die kurze Zeit des eigentlichen Verliebtseins ist für den jungen Menschen noch die beste, weil während ihrer Dauer der Mensch doch ein wenig in seinem Gemüte eine kleine, wenn schon sehr untergeordnete Erregung überkommt, durch die so viel Licht in sein Gehirn kommt, daß er sich erst mit Hilfe dieses wenigen Lichtes in allem dem, was er jahrelang mühsam erlernt hat, doch ein wenig praktischer auszukennen anfängt und also für ein weltliches Amt ein etwas tauglicheres Individuum wird.” (Gr.Ev.Joh. IV

239,2-7)

5.13 Gehirnentwicklung bei falscher Bildung

„Ich habe es euch schon früher einmal gezeigt, wie eine Seele und am Ende der ganze Mensch durch eine verkehrte Erziehung um alle menschlichen, Mir ähnlichen Herrlichkeitsfähigkeiten kommt! Wenn du bei einem Kinde zuerst den Verstand einer gewissen Bildung unterziehst, und es ist das Gehirn noch nicht zu zwei drittel Teilen reif ausgebildet und wird dennoch belästigt, Worte, Bilder und Zahlen in einer Unzahl auf die noch sehr weichen und auch noch wäßrigen, in der besten Ausbildung begriffenen Gehirntäfelchen entsprechend bildlich aufzunehmen, so werden diese obbenannten Täfelchen einerseits zu sehr abgehärtet und anderseits durch zu starke Memorialanstrengungen in eine gänzliche Unordnung gebracht, infolgedessen dann solche Kindlein später als Jünglinge und noch später als Männer beständig von Kopfschmerzen geplagt sind, von denen sie zeitlebens nie völlig befreit werden können. Das ganze Gehirn wird schon lange vorher mit allerlei Zeichen überkleistert und für die Aufnahme der ganz subtilen Zeichen, die, aus dem Gemüte zuerst aufsteigend, sich den sehr empfänglichen Gehirntäfelchen einprägen sollen, ganz unempfänglich gemacht. Wird später der Seele auch etwas vom Gemüte, irgendeine höhere geistige Wahrheit, vorgetragen, so hat diese keine Haft irgend, und die Seele kann sie nicht fassen, weil diese Wahrheit der Seele nicht irgendmehr für länger als auf einen Moment nur beschaulich dargestellt werden kann.

Zudem hat die Seele stets eine Menge der materiellen, groben Weltbilder wie einen dichten Wald vor sich und kann unmöglich durch diese die gar zarten, kleinen, endlos vielen, nur ganz schwach eingeprägten Zeichen erschauen. Erspäht sie auf Augenblicke die ganz leise aufgetragenen Dunstbilder, die aus dem Herzen aufgestiegen sind, so erscheint ihr das als ein Zerrbild, das sie unmöglich fassen und klar genug erschauen kann, weil die groben Materiebilder vor das geistige Bild zu stehen kommen und dasselbe zum Teile verdecken und zum Teile zerstören.” (Gr.Ev.Joh. IV 227,1-3)

5.14 Menschliche Phantasie

„Ein jeder Mensch hat eine Naturphantasie. Wird diese verwahrlost, so kann durch sie aus dem edelsten Menschen eine reißendste Bestie werden; wird aber seine Phantasie geregelt und auf edlere Formen hingeleitet, unter denen sie sich ganz geordnet zu bewegen beginnt, so wird sie auch selbst edlere Formen zu schaffen anfangen, in ein reineres Denken und Trachten übergehen und für das Beste ihrer inneren Schöpfungen den Willen beleben.” (Gr.Ev.Joh. V 8,6)

5.15 Veranlagung und Talent der Kinder

Ein Inder: Siehe, es ist der rechte Fleiß und Eifer in allem Guten und Wahren eine nie genug zu lobende Tugend und die Trägheit ein Fundament aller möglichen Laster! Aber wer gibt einem Menschen den Fleiß und den Eifer und wer einem andern die Trägheit? Ich meine, daß weder das eine, noch das andere vom Menschen selbst errungen, sondern ihm das nur von einer höheren, göttlichen Willensmacht gegeben werden kann.

Ich selbst habe mehrere Kinder und habe bei ihnen die Erfahrung gemacht, daß ein paar unter ihnen, und das mein ältester Sohn und eine Tochter, ohne mein Antreiben im Erlernen der Künste und Wissenschaften außergewöhnlich fleißig sind, während die anderen Kinder faul und träge sind und zum Lernen mit allem Ernste angehalten werden müssen. Es sind das ja doch Kinder von gleichen Eltern, haben alle eine gesunde Natur, genießen auch den gleichen Unterricht, und dennoch ist sowohl in ihren Talenten und noch mehr in ihrem Erlernungseifer ein großer Unterschied. Wo liegt denn da der Grund? An uns Eltern kann es nicht liegen, weil wir ein jedes unserer Kinder ganz gleich behandeln und keines irgendwie verzärteln. An unserer und der Kinder natürlichen Leibesgesundheit kann es auch nicht liegen, denn wir sind vollkommen gesund und kräftig, und wir alle genießen auch stets die gleiche Kost; und doch diese merklichen Unterschiede in ein und derselben Familie! Wie soll ich mir das nun erklären?” Der Herr: -Wenn alle Menschen gleich fleißig wären und auch die gleichen Talente hätten, so würden sie sich gegenseitig bald völlig entbehrlich werden; aber so haben schon Kinder ein und desselben Elternpaares verschiedene

Talente und verschiedene Fähigkeiten. Der Erzieher aber muß sie wohl beurteilen können und dann den Kindern auch nach ihren Talenten und Fähigkeiten den Unterricht erteilen, und sie werden dann alle dem rechten Ziele zugeführt werden. Aber wenn du bei den verschiedenen Talenten und Anlagen deiner Kinder willst, daß sie zum Beispiel lauter Kleidermacher oder lauter Weber werden sollen, da wirst du freilich nur bei jenen einen rechten Fleiß und Eifer gewahren, die zu dem, was sie lernen, auch ein Talent haben. Die dafür wenig oder gar kein Talent haben, die werden dafür auch wenig Eifer zeigen. Solche Kinder werden, wenn sie später zu selbständigen Menschen werden, auch wenig Ersprießliches zum Wohle ihrer Nebenmenschen leisten, weil sie ohne das rechte Talent das mühsam Erlernte nie so recht gründlich und fertig innehaben können wie jene, die eben für das Erlernte schon von Geburt an ein rechtes Talent haben.

Also der Grund des größeren oder geringeren Eifers der Kinder liegt sonach - was mit Händen zu greifen ist - hauptsächlich bei den Eltern und anderen Lehrern der Jugend. Die Rebe bringt die Traube und der Feigenbaum die Feige als Frucht hervor, und beide Früchte schmecken süß; aber so du den Feigenbaum ebenso behandelst wie den Weinstock, da wird dir der Feigenbaum wenig Früchte tragen, und läßt du den Weinstock so unbeschnitten fortwachsen, wie da der Feigenbaum fortwächst, so wird der Weinstock bald verkümmern und dir wenig Trauben geben.” (Gr.Ev.Joh. VII 125,11-12“ 126,2-4)

5.16 Verschiedenartige Erziehung

„Gleichermaßen brauchen verschiedene Menschen auch eine verschiedene Erziehung, je nachdem ihre Herzen und Seelen vorderhand beschaffen sind. Wie es sich aber mit einzelnen Menschen als Kinder oft ein und desselben Vaters verhält, also verhält es sich auch mit ganzen Gemeinden und mit ganzen, großen Volksstämmen.” (Gr.Ev.Joh. II 205,4)

5.17 Des Kindes Eigenschaften

„So Ich sage, daß man nur als ein Kind das Reich Gottes einnehmen könne, da verstehe Ich ja nicht die leibliche, sondern nur die herzliche Kindschaft. Ein Kind hat keinen Hochmut, keinen Zorn, keinen Haß, keinen Unzuchtssinn, keine bleibenden Leidenschaften und auch keine Ungeduld; es weint wohl, so es ihm irgend zu hart geschieht, aber es läßt sich auch bald vertrösten und vergißt das gehabte Leid und umfaßt die Wohltäter mit aller Liebe. Und das soll auch ein jeder Mensch im Herzen und Gemüte sein, und dann ist auch das Reich Gottes schon sein eigen.” (Gr.Ev.Joh. VIII 165,20)

5.18 Erziehung von Wildlingen

„Wenn aber ein Landmann hat einen kleinen Baumgarten und sieht, daß die Bäumchen darin sind lauter Wildlinge, dann denkt er sich, was soll ich tun? - Reiße ich sie aus der Erde, so wird mein Garten leer werden, und so ich auch dafür andere hinsetze, so werden es anfangs auch nur Wildlinge sein, und vielleicht nicht einmal so kräftig, wie die schon bestehenden; somit will ich also diese sorgfältig reinigen von all’ dem bösen Gewürm und deren Nestern, und will und werde dann zu rechter Zeit suchen edle Zweiglein von guten Bäumen darauf zu pfropfen, und so werden diese Wildlinge, die sonst frisch und kerngesund sind, mit Hilfe von Oben gewiß noch alle zurecht kommen, die Mir dereinst noch sicher recht viele gute, süße und edle Früchte bringen sollen. - Und sehet, der kluge Landmann, da er tut wie er sich weise gedacht hatte, erhält dafür schon in wenigen Jahren eine reiche freudenvolle Ernte.- Und seht, ihr Eltern seid lauter Landleute, auf deren irdischen oder leiblichem Grunde, durch die sorglose hurenartige Weise in aller Unzucht Sodoms und Babels, gänzlich und lauter Wildwüchse der Hölle entstanden sind; daher sollet ihr hernach doppelten Eifers diese Gesträuche reinigen von all’ dem tausenderlei Ungeziefer, welches darin besteht, daß ihr die größte Sorgfalt verwendet auf all’ die Wünsche und Begehrungen, welche alle aus dem inwohnenden Höllengeziefer ihren Ursprung nehmen, und sollet vertilgen dieselben alle durch die wahre, von Mir aus schon klar angezeigte Weise, und beschneiden auch gleich anfänglich schon die nutzlosen Seitentriebe des öfter gut scheinenden, aber doch stets das Leben des Stammes schwächenden Eigenwillens; so werdet ihr bald einen gesunden und kraftvollen Stamm erziehen, und so dann die Zeit des Pfropfens kommen wird, das da ist die Bekanntmachung und Einpfropfung des aus Meiner höchsten Liebe ergangenen Gesetzes durch Moses, so werdet ihr unter Meiner kräftigen Mithilfe gewiß sicher erwarten können, daß eure auf diese Art gereinigten und sorgfältig gepflegten Wildlinge gewiß kräftig Meinen Willen ergreifen werden, nachdem ihnen der ihrige zuvor gänzlich genommen wurde, und werden aus demselben in kürzester Zeit in überüppiger Fülle die schönsten und wunderherrlichsten Früchte bringen aller Art, so ihr sie dazu noch eifrig begießen werdet mit dem Wasser des Lebens, damit ihre Häupter bald recht hoch zum Himmel emporwachsen möchten, wodurch sich dann ihr geistiger Gesichtskreis selig erweitern wird, und sie stets mehr und mehr Gnadenlichtes einsaugen werden, welches in großer Fülle beständig ausströmt aus der Gnadensonne, welche entstanden ist durch das Werk der Erlösung, aus deren Lichte und Wärme alle Kreatur erst neu- und vollends wiedergeboren werden kann zum ewigen Leben.” (Hi. III S. 17,27-28)

5.19 Bändigung böser Kinder

„Solange das Kind noch schwach und klein ist, wird es am Gängelband geführt; ist es aber einmal stark geworden, dann laßt ihr es frei laufen und wenn es stärker und stärker geworden ist, so gebet ihr demselben durch die Erziehung, die sich durch allerlei sanktionierte Gesetze ausspricht, eine solche Richtung, die am meisten eurer Ordnung entspricht.

Ich setze aber den Fall, es ist ein Kind so arg, daß es sich nicht fügen will in eure Ordnung, und ist beständig wider dieselbe, was werdet ihr wohl tun mit dem Kinde? Ich sage, ihr werdet es züchtigen und das im gleichen Maße mehr, je mehr es eurer Ordnung widerspricht, und wenn auf alle eure Züchtigungen das Kind in seiner Freiheit statt besser immer schlechter und am Ende sogar eurer Ordnung gefährlich wird, sagt, was werdet ihr mit dem Kinde dann tun? Werdet ihr nicht selbst sagen: Treibe ich das Kind vom Hause, so wird es mit der Zeit zurückkehren und mir zur Nachtzeit in seiner Bosheit sich rächend das Haus über dem Kopfe anzünden, und da könnte die ganze Geschichte und meine häusliche Ordnung ein übles Ende nehmen. Daher will ich das Kind nicht vom Hause treiben, sondern ich will ihm die Hände und Füße binden, es in einem verschlossenen Gemache bei sparsamer Kost wohl verwahren und geduldig abwarten die Zeit, ob es sich nicht doch einmal reuig in sich gehen und zu Meiner Ordnung zurückkehren wird.

Sehet, was ihr da getan haben würdet mit euren Kindern, dasselbe habe Ich auch getan mit dem, was aus Mir hervorgegangen ist; fraget euch aber selbst, habt ihr das Kind deswegen getötet in eurem Angesichte, wenn ihr es gerechtermaßen nur beschränkt habt in der mißbrauchten Freiheit? Und wie ihr das Kind nicht getötet habt oder haben würdet, da ihr doch an und für sich samt und sämtlich böse seid, um wieviel weniger werde Ich, die ewige alleinige Güte Selbst, etwas töten, was aus Mir hervorgegangen ist?! Da Ich lebendig bin, kann nichts Totes aus Mir hervorgehen, und da Ich übergut und liebevoll bin, so kann auch nichts getötet werden.

Nun werdet ihr fragen, was ist denn hernach ‘tot’ und was ist ‘der Tod’? Ich sage aber darauf: tot an und für sich ist nur dasjenige, was wohlabsichtlich der Fähigkeit beraubt ist - sich wider Meine Ordnung in seiner bösen Ordnung freibewegen zu können und der Tod selbst ist demnach nichts anderes als eine Beharrlichkeit in allem dem, was wider Meine Ordnung ist und die Folge solcher Beharrlichkeit ist dann das nötigende Gericht, durch welches einem ordnungslosen Wesen Hände und Füße gebunden werden und sonach ein Gemach für dasselbe bereitet wird, in welches das ordnungswidrige Geschöpf eingesperrt wird, bis es, durch Reue in sich gehend, zu Meiner Ordnung wieder freiwillig zurückkehrt.

Was aber hernach das Leben ist, daß brauche Ich euch wohl nicht mehr zu sagen, denn so ihr wißt, was der Tod ist an und für sich, so gibt sich das Leben von selbst.

So ihr aber ein so eingesperrtes Kind hättet, dessen Ich früher erwähnt habe, so frage Ich euch, wer kann denn allezeit mit dem wohlverwahrten Kinde reden? Und ihr werdet sagen: Wir gestatten es niemandem, als nur uns selbst, mit demselben zu reden, damit für’s erste das böse Kind nicht noch mehr verdorben werde, als es schon ist, durch irgend ein unzeitiges Barmherzigkeit heuchelndes Maul, und zweitens, damit durch den bösen Mund des Kindes auch nicht irgendein geordnetes Herz zur Unordnung verleitet würde.

So aber ein ehrlicher Mann zu euch kommen wird, und wird sagen:“Vater! Laß mich sehen dein widerspenstiges Kind, ich habe ein gutes Wort in deinem Namen in meinem Herzen für dein Kind gefunden; daher laß mich zu selbem, damit ich es sehen und sprechen kann.” Und da wird der Vater sagen zu dem Freunde: -Laß mich zuvor hören das Wort, und ich will dich dann führen zu meinem Kinde, und dir eröffnen das finstere Gemach desselben.” Seht, dieser Vater bin auch Ich: Wer da zu Mir kommt mit einem redlichen, liebevollen Herzen, und kommt zu Mir in Meinem Namen, so werde Ich ihn auch alsobald erkennen, daß er um Meines Namens willen zu Mir gekommen ist, um diesen Meinen Namen zu verherrlichen in sich, und dadurch in allen Meinen Geschöpfen. Sehet, zu dem werde Ich dann auch sagen: -Komme zu Mir, und Ich will dich darob führen in alle Gemächer Meiner Gefangenen und dir zeigen ihre Kerker und offenbaren deinem Herzen ihre Bosheit, damit sie sich stoßen sollen an der Treue deines Mir ergebenen Herzens und sollen daraus ersehen, was da besser ist, ein Freund oder ein Feind Meiner Ordnung zu sein.” Seht, durch dieses Gesagte will Ich euch nichts anderes als das sagen, daß demjenigen, dem es vollkommen ernst ist in seiner Liebe, dem es ernst ist mit der Verherrlichung Meines Namens, daß er Mich nicht nur in Worten, sondern ganz ernst und wahrhaft in seinem Herzen liebt, hernach auch alsobald aufgeschlossen werden alle Gemächer Meiner unendlichen Schöpfung nach und nach, und soll ihm auch nicht ein Punkt tot und fremd sein, und sollen ihm aufgetan werden die Gemächer der Luft, die Gemächer des Erdreiches, und er solle mit dem einen Auge schauen die große Welt der Geister und mit dem andern Auge zu gleicher Zeit die Welt der Körper, damit er da gewahren könne, wie eins für’s andere da ist, jedoch wohlgemerkt, nicht eher soll das jemandem zuteil werden, und würde er darum bitten Tag und Nacht, bevor es ihm nicht ganz vollkommen ernst mit seiner Liebe zu Mir geworden ist.

Denn das Himmelreich leidet allezeit Gewalt, und nur diejenigen werden es besitzen, die es mit der eisernen Gewalt an sich reißen. Diese eiserne Gewalt ist aber keine andere, als die Gewalt der Liebe; denn die Liebe vermag alles!” (Hi. I S.203,8-17)

5.20 Von der Erziehung der Kinder

„Der Hauptgrund der Verderbung der Menschenseelen aber liegt hauptsächlich in der uranfänglichen, gewöhnlich affenliebigen Erziehung. Man läßt das Bäumchen wachsen, wie es wächst, und trägt durch die sehr unzeitigen Verzärtelungen noch alles mögliche dazu bei, um den Stamm ja recht krumm wachsen zu lassen. Ist aber der Stamm einmal erhärtet, so nützen dann gewöhnlich alle Geradbeugungsversuche wenig oder nichts mehr; eine einmal krumm gewachsene Seele wird wohl selten mehr zu einem völlig geraden Stamme!

Darum beuget ihr alle eure Kinder in ihrer leicht lenksamen Jugend gerade, und es wird dann bald wenig mehr irgendwo eine solche sehr materielle Seele geben, die da nicht verstehen könnte das Geistige und sich nicht leicht fügete zur rechten Tat auf den Wegen der wahren Lebensordnung aus Gott! Merket es wohl; denn darum habe Ich euch gezeigt die Fleischwerdung einer Seele im Mutterleibe! Ein Kind bis ins siebente Jahr ist stets noch bei weitem mehr Tier als Mensch. Denn was bei dem Kinde Mensch ist, das liegt zumeist noch in einem tiefen Schlafe begraben. Da also ein Kind bei weitem mehr Tier denn Mensch ist, so hat es auch nur sehr viele tierische und dabei sehr wenige der wahrhaft menschlichen Bedürfnisse. Nur das Nötigste werde ihnen gereicht! Man gewöhne sie frühzeitig an allerlei Entbehrungen, lobe die Braven nie zu übertrieben, sei aber auch gegen die Minderbefähigten und -braven nie zu hart, sondern behandle sie mit rechter Liebe und Geduld.

Man lasse sie sich üben in allerlei Gutem und Nützlichem und mache ein noch so braves Kind ja nie eitel, selbstliebig und sich überschätzig. Auch mache man Kinder, besonders wenn sie irgend schöngestaltig sind, nie durch schöne und reiche Kleider noch eitler und stolzer, als solche Kinder schon von Natur aus gerne sind. Man halte sie rein, mache jedoch nie die gewissen Hausgötzen daraus, so wird man sie schon von der Geburt an auf jenen Weg setzen, auf dem sie in ihrer reiferen Jugend dahin gelangen werden, wohin ihr alle nun durch Mich erst gelanget. Die Jungfrau wird voll Keuschheit und Züchtigkeit den Stand einer ehrbaren Mutter erreichen, und der Jüngling wird mit mannsreifer Seele und gewecktem Geiste in ihr in das Mannesalter treten und wird ein Segen sein für die Seinen und für die Erde und alle ihre Kreatur. Gebet ihr aber den tierischen Begierden und Leidenschaften eurer Kinder zu sehr nach, so werdet ihr mit ihnen auch allen Lastern ein neues und weites Tor eröffnen, durch das sie heerscharenweise in diese Welt verderbensvoll dringen werden; und werden sie einmal dasein, so werdet ihr vergeblich gegen sie mit allerlei Waffen zu Felde ziehen und nichts ausrichten gegen ihre Macht und große Gewalt!

Pfleget daher die Bäumchen, daß ihr Wuchs ein himmelanstrebend gerader wird, und reiniget sie sorgfältigst von allen Afterauswüchsen; denn sind einmal die Bäume groß und stark geworden, und sind sie voll arger Krümmungen gestaltlich, die die bösen Winde an ihnen zustande gebracht haben, dann werdet ihr sie auch mit allen Gewaltmitteln nicht mehr geradezubiegen imstande sein! So ist auch aus einem Kinde alles leicht zu machen, während ein Mann oder gar ein Greis wenig oder nichts mehr annehmen wird.” (Gr.Ev.Joh.IV 124,2-12)“Seid darum vor allem auf eine wahre und gute Erziehung eurer Kinder bedacht, dann werdet ihr den neuen Völkern leicht dies Mein volles Evangelium zu predigen haben, und es wird der gute Same auch auf einen guten und reinen Boden fallen und wird bringen eine hundertfältige Ernte! Lasset ihr aber eure Kinder wie die Affen ihre Jungen emporwachsen, so werden sie als Unkraut euch den Nutzen gewähren, wie die Affenkinder ihren Alten: was die Alten zusammensammeln, das verzehren und zerstören mutwillig ihre Kinder; und wollen die Alten sie abwehren von solcher Frevelei, so fletschen ihnen ihre zarten Jungen gleich die scharfen Zähne entgegen und treiben die Alten hinweg.” (Gr.Ev.Joh. IV 124,13)

5.21 Der Drang zur Selbstsucht und zum Geiz

„Mit dem Drang zur Selbstsucht und zum Geiz kommt ein jeder Mensch als Kind zur Welt, und dessen Seele hat durchgängig noch das gröbst-materiell-tierische Element in sich, und namentlich gilt das für jene Seelen, die nicht von oben, sondern nur von dieser Erde her sind. Aber ganz frei von diesem Element sind auch jene Seelen nicht, die aus den Sternen auf diese Erde herüberkommen. Wird der Mensch nun in diesem tierischen Element erzogen, so verkehrt er dann solches selbst stets mehr und mehr in seinen Lebensgrund, das heißt in seine Liebe; weil diese aber tierisch ist, so bleibt der Mensch denn auch gleichfort ein reißendes Tier und hat nichts Menschliches als die lumpige Gestalt, die gelöste Zunge und infolge des geordneten Gehirnbaues ein geregeltes Erkenntnisvermögen, das aber stets mehr und mehr vom tierischen Elemente zur schnöden Tätigkeit angetrieben wird. Es kann infolgedessen nur das als gut und beseligend erkennen, was das rein tierische Element will.” (Gr.Ev.Joh. III 193,2-3)

[— 6 —] Zucht und Ordnung

6.1 Züchtigung

„So ihr aber eure Kinder sehet, wie sie öfters eure elterlichen Gebote nicht beachten und sich dann und wann auch recht stark an ihnen versündigen, würde es euch wohl anstehen, so ihr darum ein und das andere Kind gewisserart zum abschreckenden Beispiele martern und am Ende gar uns Kreuz hängen ließet?! Dies kann vielleicht einmal ein herrschsüchtigster Vater getan haben; doch viele Beispiele derart wird die Welthistorie nicht aufzuweisen haben! Ihr besseren Eltern aber werdet eure fehlenden Kindlein wohl wenigstens scheinernstlich zurechtweisen und im dringendsten Falle sie auch mit der heilsamen Zuchtrute strafen. Werden sich die Kinder darauf bessern, so werdet ihr sicher eine große Freude daran haben; denn eine rechte Lust wird es für euch sein, eurer Kinder Seelen frisch und gesund vor euch zu sehen.” (Gr.Ev.Joh. IV 38,8)

6.2 Strafe für Kinder und Jugendliche

„Es tut wohl jeder Vater recht so er die kleinen unartigen Kinder mit der Rute bestraft, aber den erwachsenen Söhnen soll er stets ein weiser und sanfter Lehrer sein!

Nur so ein Sohn sich auflehnete gegen den Vater, dem soll gedroht werden!

Bekehrt er sich da, so soll er wieder in den alten Frieden gesetzt werden; bekehrt er sich aber nicht, da soll er verstoßen und vom Hause des Vaters und aus seinem Vaterlande getrieben werden!” (JJ 168,13-16)

6.3 Wider die Züchtigung

Ein Sohn zu seinem Vater: -Lieber Vater, nur meinen Leib hast du gezeugt; mein Geist aber ist dem deinen gleich aus Gott. Daher glaube ich, auch ein Vater sollte sich an dem Göttlichen seiner Kinder nicht vergreifen. Denn es ist ja schon genug, daß der Geist ohnehin durch die Last des Leibes gezüchtigt ist und an dessen Gebrechen teilnehmen muß; so aber der Vater den Leib seiner Kinder züchtigt, so hat der Geist das seine schon aus der Hand des Zeugers empfangen. Mehr bedarf es nicht. Wenn aber dann der göttliche Geist des Kindes sich da wendet an den göttlichen Geist des Zeugers, dann sollen sich die zwei göttlichen Brüder nicht mehr züchtigen, sondern sich nur in aller Liebe als Brüder in Gott wiedererkennen und einander, sich freundlich unterstützend, Hand in Hand und Herz an Herz führen hin zur Pforte, durch welche das ewige Leben aller Gnade, Erbarmung und Liebe ewig unversiegbar strömt.” (HGt I 106,21)

6.4 Rat an überstrenge Eltern

„Gefällt es euch, so ihr irgend sehet, daß die Eltern ihre Kinder also erziehen, daß diese in aller Ehrfurcht in einem fort vor ihnen, ihren Eltern nämlich, kriechen müssen?! Was wird aus solchen Kindern? Nichts als feige und am Ende dennoch selbst- und herrschsüchtige Kriecher, von denen kein Nebenmensch je etwas Gutes zu erwarten hat.

Weil denn auch ihr eure Kinder also töricht erzogen habt, so war es denn auch ganz recht und billig, daß sie euch genommen worden sind, noch ehe eure blinde Götzentorheit ihre Seelen vollends knebeln und verderben konnte. Leget darum nun vor Mir diese Torheit ab, ansonsten Ich euch wahrlich eure Kinder nimmer zurückgeben könnte und würde!” (Gr.Ev.Joh. VIII 205,5-6)

6.5 Strenge und nachgiebige Eltern

„Die Völker verhalten sich zu ihren Regenten wie die Kinder zu ihren Eltern. Strenge und dabei weise Eltern werden auch gute, gehorsame und dienstfertige Kinder haben, die ihre Eltern lieben und ehren werden, wogegen den zu nachgiebigen Eltern die Kinder nur zu bald über den Kopf wachsen und sie am Ende aus dem Hause treiben und stoßen werden.” (Gr.Ev.Joh. II 55,5)

6.6 Gehorsam und Unterordnung

„Was ist denn mit einem Kinde, in welchem sich oft auch schon gar früh ein böser Wille kundgibt? Muß es nicht dem weisen Willen seiner Eltern gehorchen und seinen Willen am Ende nur dazu gebrauchen, allein das zu tun, was seine Eltern wollen? Und hat es sich mit der Zeit stets mehr und mehr in dem Willen seiner Eltern zurechtgefunden, so wird es dann selbst weise, weiß dann, was recht und gut ist und verabscheut aus sich selbst das Böse, Falsche und Ungerechte. Es kommt dadurch erst zum wahren Selbstbewußtsein und zur wahren, vernunftgemäßen Selbständigkeit. Würde das Kind aber je dazu gelangt sein, so es nicht der weisen Eltern Willen zu dem seinigen gemacht hätte?!” (Gr.Ev.Joh. VI 143,13)“Allein Kinder sind gegen ihren Eltern vermöge ihrer ursprünglichen Schwäche und notwendigen Erziehung den unbedingtesten Gehorsam schuldig; und wenn sie zur Erkentnnis des Willens Gottes in sich werden gelangt sein, dann trete an die Stelle des Gehorsams, den ihr dann Gott allein nur schuldig seid, die kindliche Liebe und Achtung gegen die Eltern in hohem Maße.” (HGt. I 34,8)

6.7 Gehorsam statt Eigenmächtigkeiten

„Für den unreifen Geist der Kinder ist überall nichts nachteiliger als eine, wenn auch von den Eltern zugelassene Eigenmächtigkeit. Denn dadurch begründen sich die Kinder zu allererst in der Hoffart und im Eigensinne, welche zwei Untugenden die unzerstörbaren Grundsteine aller nur erdenklichen folgenden Laster sind.

Allein die Menschen der Erde sind schon zu allermeist überaus beschränkt eigensinnigen Geistes, aus welchem Grunde sie auch in eben diese schroffe Erde gelegt wurden. Daher ist ihnen auch nichts saurer als ein pünktlicher Gehorsam, welcher die alleinige Schule zur Gewinnung der wahren, geistigen, inneren Willenskraft ist. - Aus diesem Grunde aber gelangen auch äußerst wenige Menschen dieser Erde in ihrem Leibesleben zu dieser Kraft, welche im Grunde doch nur die Bedingung ihres Hierseins ist.” (NS 15,18-19)

6.8 Gehorsam durch Erfahrungen

„Wenn ein Vater ein ungezogenes Kind besitzt, das wenig Neigung hat, seinen Worten und Geboten zu gehorchen, so wird er ihm auch Gelegenheit geben, durch irgendeine böse Erfahrung recht gründlich anzurennen, wird aber dabei suchen, möglichst die bösen Folgen zu lindern. So ist es auch bei Gott und den Menschen. Gott sucht allezeit die Mittel hervor, welche sanft sind, muß jedoch, falls diese wirkungslos bleiben, selbst zu den kräftigsten greifen, um die Menschheit auf der Bahn zu erhalten, welche zum Ziele des Friedens und der reinsten Glückseligkeit führt.

Wenn aber ein Mensch diese Bahnen nicht wandeln will, weil er alles mißachtet, was ihm durch diese Erziehungsmethode in den Weg gelegt wird, so ist es doch ganz natürlich, daß diese Mißachtung ihn schließlich ins Verderben führen muß, weil er keineswegs durch Schaden klug werden will, sondern sogar alle Hemmnisse, die sich ihm entgegenstellen, geradezu herausfordert, so daß er leicht sein Leibesleben einbüßen kann durch Nichtbeachtung der einfachsten Vorsichtsmaßregeln, die dem Klügeren sich von selbst aufdrängen. Wie kann aber da die Gottheit verantwortlich gemacht werden für das, was der einzelne Mensch selbst aus eigenstem Antrieb verschuldet?” (Gr.Ev.Joh. XI 59,18-19)

6.9 Erziehungswink zum Gehorsam der Kinder

„Und nun höre schließlich noch: Es ist ein kleiner Wusch von Mir dir gegenüber - und du weißt nun schon, was Ich unter ‘Wunsch’ verstehe, nämlich die Vereinigung Meines Willens mit dem euren -daß du deinen Kindern nicht (zuchtlos) den freien Willen lassen möchtest; sondern, was du sie lernen lässest, das sollen sie willig lernen aus Gehorsam gegen dich, und nicht ob es sie freue oder nicht. Sondern so du dies oder jenes für gut findest, so muß es auch ihnen gut und recht sein, weil es dir gut und recht ist. Und es wird dann auch wirklich daraus Gutes und Rechtes, so es geheiligt wird durch den Gehorsam. Sonst aber wird alles schlecht und unnütze.

Siehe, der Fehler bei aller Erziehung besteht gewöhnlich darin, daß die Eltern die Sache der Kinder für zu wenig bedeutend nehmen. Aber bedenke nur, wo bei Mir die Erziehung beginnt, von welcher Bedeutung Mir schon ein Sonnenstäubchen sein muß! Und nun denke dir, wie hernach erst ein Kind! - So du das recht bedenkst, wirst du wohl leichtlich einsehen, warum die Erziehung der Kinder sehr beachtet werden soll!” (Hi. I S. 231,1-2)

6.10 Gehorsam, die erste Pflicht des Kindes

„Die erste Pflicht des Kindes ist, gehorsam zu sein den Eltern, die ihm von Gott gegeben sind. Und wenn du aus Liebe und kindlichem Gehorsam dein Teuerstes und Liebstes zum Opfer bringst und entsagen lernst dem höchsten Wunsche, so bist du dadurch Mir lieber geworden und hast Größeres vor Mir getan, als so du nach eigenem Willen dein Leben Mir zum Opfer gebracht hättest. Denn alles, was du aus Liebe tust denen, die an Meiner statt über dich gesetzt sind, hast du Mir getan!

Ich werde einst nicht vom Kinde, sondern von den Eltern Rechenschaft verlangen über die Erziehung derer, die sie aus Meinen Händen empfangen haben. Darum tue du deine Pflicht als Kind und streue die Liebe, die du im Herzen trägst, da aus, wo du einen Mangel an Liebe findest - so hast du mehr getan, als wenn du Großes vollbracht hättest.” (VuK S.76)“Siehe nicht an die Welttränen! Und das Weinen der Kinder nach dem Verluste weltlicher Dinge soll dich niemals berühren! - Dann bist du geschickt zu Meinem Reiche.” (Hi. II S. 19,1)

6.11 Arbeit und Pflichterfüllung

„Je früher ein Kind den Ernst des Lebens kennenlernt, um so besser ist es für seine Seele. Vor allem soll daher jedes Kind frühe an Arbeit und treue Pflichterfüllung gewöhnt werden. Es soll ihm eine freudige Sorge sein, der auferlegten Pflicht nachzukommen. Und jede Nachlässigkeit oder Trägheit soll von seiten der Eltern und Erzieher aufs strengste gerügt werden. Besonders junge Mädchen bleiben durch anhaltende Arbeit auch vor nutzlosem Tändeln, Spielen und sonstigem Unfug bewahrt. Arbeit ist der treueste Wächter ihrer Seele und auch die heilsamste und kräftigste Arznei für ein blutarmes, träges Geschlecht, wie es die Jetztzeit aufzuweisen hat.” (Lwo S. 287)

6.12 Eltern- und Kinderzucht

„Ändert eure Sinne, ordnet eure Begierden, waschet euch mit der Liebe, werdet einander gleich in der Demut, im Gehorsam und in der wohlgeordneten Zucht eurer Kinder; lasset ab von der Hurerei und zeuget im Segen Gottes eure Kinder, und seid denselben wahre Väter und Mütter in der Liebe und Gnade Gottes; lehret sie vorerst gehorchen eurer weisen Liebe und darinnen finden die große Liebe, den heiligen Willen und so auch die unschätzbare Gnade Gottes.” (HGt I 35,37)

6.13 Kinderzucht

„So aber der um ein Lichtwort bittende Bruder gelesen hat im Buche Meiner Liebe und Gnade, daß da gesagt ist: ‘Siehe, die Kinder der Welt sind oft klüger denn die Kinder des Lichts!’ (Luk.16,8) warum mag er denn nicht die Klugheit seines Weibes anhören und liebt seine Kinder mehr denn daß es billig ist und achtet nicht strenge darauf, daß die Kinder möchten treulich ihrer Mutter gehorchen in der häuslichen Klugheit, die da unvergleichlich besser ist als alle nutzlosen Wissenschaften, mit denen er seinen Kindern die Köpfe anstopfen lassen möchte. O das (letztere) ist durchaus nicht der rechte Weg zu Meinem Reiche!

Er kann ja allerdings die Kinder beschäftigen mit nützlichen Lehrgegenständen, aber dabei soll er anderseits nicht die Bestimmung des Mädchens und wieder anderseits die Bestimmung des Knaben aus den Augen und aus dem Herzen verlieren, sonst wird es ihm dereinst geschehen, daß er eine große Not an seinen Kindern erleben wird. Denn diese werden dann ihren ungebrochenen Willen über seinem Haupte aufbauen und mit ihren ungebändigten Händen sein Herz erdrücken, da es jetzt schon zu schwach ist und zu nachgiebig in vielen Dingen, um die nun noch weichen Hände der Kinder zu bändigen! Er sollte daher nicht anhören die allfälligen Klagen seiner Kinder, sondern nur allezeit unerbittlich und strenge genau untersuchen die Werke des blinden Gehorsams sowohl gegen seinen Willen wie gegen die häusliche Leitung der Mutter, die doch den größten Teil des Tages allein mit den Kindern zubringen muß. Und er soll sich aber auch zuvor liebevoll und rechtlich nachgiebig, ohne deshalb von seinen Vaterrechten etwas hintanzugeben, mit seinem Weibe im geheimen (d.h. nicht vor den Kindern) verständigen und ihr in häuslicher Klugheit, nach Meinem Rate, ihren mütterlichen Wirkungskreis nicht allzusehr schmälern. Dann wird das Ganze bald eine andere, bessere Wendung nehmen.” (Hi. I S. 256,2 - 257,4)

6.14 Rat des Paulus an Kinder und Eltern

„Und ihr Kinder seid vollkommen gehorsam euren Eltern in allen Dingen, die nicht wider Christum sind; denn das ist Sein Wille und ist Ihm angenehm. Ihr Eltern aber machet nicht bitter die Gemüter eurer Kinder durch harte Worte und Mißhandlungen, auf daß sie nicht scheu werden vor euch und möchten dann zu feigen Kriechern und Heuchlern werden; denn einen offenbaren Trotzkopf könnet ihr durch Liebe geschmeidig machen, - aber ein Heuchler und Schmeichler ist unverbesserlich.” (Lao. 3,30-31)

6.15 Kindesfurcht und Kindesliebe

„Seht euch ein Kind an, das eine zu große Furcht etwa darum vor seinen Eltern hat, weil sie es seiner kindlichen Ungezogenheit wegen ein paarmal abgestraft haben! Solch ein Kind wird dann seinen Eltern wohl gehorchen, aber nicht so sehr aus Liebe als vielmehr aus Furcht vor einer Strafe, die es zu gewärtigen hätte, so es sich wieder einmal gegen der Eltern Willen versündigte. Die Nähe der Eltern wird solch einem Kinde mit der Zeit auch widrig, und es sucht sich aus solch einer für es unangenehmen Lage dadurch zu befreien, daß es das elterliche Haus verläßt und in der weiten Fremde sein Glück und seine Ruhe und Behaglichkeit sucht, - und es kehrt von da unter Furcht und Zittern reuig erst dann zu den Eltern zurück, so es in der Fremde das Gegenteil von dem gefunden hat, was es zu finden wähnte. Dieselben Eltern aber haben noch ein Kind, das sie weniger fürchtet, aber dafür stets mehr und mehr liebt, sich aus einigen Zurechtweisungen wenig macht und seine Fehler demnach nicht aus der stets steigenden Furcht vor der Strenge der Eltern, sondern aus der eigenen stets wachsenden Liebe zu ihnen ablegt und ihren Willen tut.

Was meinet ihr wohl, welches der beiden Kinder der größere Liebling der Eltern sein wird?

Offenbar das, welches weniger Furcht vor den Eltern, aber dafür mehr Liebe und kindliches Vertrauen zu ihnen hat!

Seid aber darum auch gleich dem Kinde, das seine Eltern mehr liebt denn fürchtet, und liebet demnach Gott als den ewigen Vater aller Menschen mehr, als ihr Ihn als irgendeinen unerbittlichen Richter fürchtet.

Glaubet es Mir, daß Gott auch die sehr furchtsamen Kinder liebt; aber mit dem kindlich furchtlosen Zutrauen zu Ihm hat es da oft seine sehr krummen Wege, ohne welches Zutrauen aber eine Seele nie völlig gottähnlich und selbständig frei in Gott selig werden und auf den besagten krummen Wegen auch schwer dahin gelangen kann. Nur eine große Not kann solche Kinder auf den rechten Rückweg ins Haus der Liebe seiner Eltern bringen.

Weil aber die Kinder durch die von oben kommenden Züchtigungen anstatt gebessert nur verschlimmert werden, so kommen diese auch nur selten und dann, wenn alle Liebeversuche an dem blinden Eigensinne der Menschen gescheitert sind; und Gott hat eben darum allzeit eine so große Geduld mit dem Übermute der Menschen, um sie durch ein beständiges Strafen Sich nicht noch mehr zu entfremden, als sie sich selbst von Ihm entfernen.

Hat aber Gott einmal die Menschen mit der Zuchtrute in Seiner Hand heimsuchen müssen, so trägt Er ihnen dabei in der andern Hand, wenn schon etwas verhüllt, auch Sein Herz entgegen, auf daß sie erkennen mögen, daß Gott der Vater auch mit der Zuchtrute in der Hand ihnen dennoch mit aller Liebe entgegenkommt.” (Gr.Ev.Joh. IX 129,4-11)

6.16 Erziehung zur freien Selbständigkeit

„Ich sage aber, obschon es dem Sohne besser ist, sein Leben lang zu gehorchen seinem Vater und demselben niemals in etwas zu widerstreben, so aber ist es doch dem Vater überaus angemessener, dem Sohne von der Geburt an eine solche Richtung zu geben, durch welche er fürder selbsttätig frei zu handeln vermag und als freier Mensch dann aus eigenem Liebestriebe zurückkehrt zum Vater und zu ihm sagt:

O Vater, siehe, dein Sohn ist gekommen und möchte dich tragen auf seinen Händen!

Saget, ist solches nicht mehr wert, denn so ihr sagen müsset zu euern Kindern: Komme her und führe mich!, und der Sohn kommt alsdann und tut deinen Willen, hätte sich aber nicht zu kommen getraut, so du ihn nicht geheißen hättest?!” (HGt I 111,19-21)

6.17 Kinder zur rechten Tätigkeit anhalten

„Wird der Mensch schon von seiner Kindheit an zur rechten Tätigkeit angehalten und erzogen im Gehorsam, in der Demut, Sanftmut und in der rechten Selbstverleugnung, so wird er in der reinen und wahren Erkenntnis Gottes und in der Liebe zu Ihm bald stark und mächtig werden, und Gott wird Sich ihm dann unbeschadet seiner Willensfreiheit, von neuem offenbaren können, und es wird dann heller und lebendiger in der Seele; aber da die Menschen die ihnen angeborene Trägheit nicht bekämpfen und besiegen lernen, weil dazu schon die Eltern zu lässig sind, so ersticken die Menschen schon lange eher in der ihnen notwendig angeborenen Trägheit, bevor sie nur einen Versuch gemacht haben, dieselbe in sich zu bekämpfen und zu besiegen.” (Gr.Ev.Joh. VIII 196,3)“Betrachtet nur so ein recht verzärteltes Kind, wenn es nicht schon von frühester Zeit an stets mehr und mehr an Tätigkeit gewöhnt worden ist, was für ein ganz entsetzlich trauriges Gesicht es machen wird, so es etwa nach dem zurückgelegten zwölften Jahre in eine ganz ernste und anhaltende, wenn auch seinen Kräften angemessene Tätigkeit treten muß! Es fängt an zu weinen, wird voll Traurigkeit, voll Mißmut, voll Ärger auch und voll Zorn gegen jene, die es zu einer anhaltenden Arbeit anzutreiben anfangen.

Sehet dagegen ein Kind von gleichem Alter an, das schon von seiner frühesten Jugend mit Arbeiten stets ernster Art, die den Kräften angemessen waren, beschäftigt wurde! Mit welcher Freude und mit welch einem Behagen tummelt sich so ein Kind den ganzen Tag herum, ohne müde zu werden! Wie aber in einer trägen Seele eine große Furcht vor aller ernsten und anhaltenden Tätigkeit stets daheim ist, so ist in der Seele auch aus derselben Quelle herrührend die Furcht vor dem Tode, ja sogar vor einer etwas gefährlicheren Krankheit vorhanden.” (Gr.Ev.Joh. IV 127,4-6)

6.18 Keine Verzärtelung und Nachgiebigkeiten

„Die Kinder aber sollen mit wahrer und ernster Liebe behandelt und erzogen werden. Jede Verzärtelung und Nachgiebigkeit von seiten der Eltern ist ein großer Seelenschaden für die Kinder, der den Eltern als Schuld gerechnet werden wird. Weise Eltern werden auch mit weisen Kindern gesegnet werden.

Bei der Erziehung der Kinder aber ist ein Muß so lange nötig, bis das Gute der Gesetze zu einem freiwilligen und freudigen Gehorsam geworden ist. Ist der Fall eingetreten, so hat das Kind des Gesetzes Muß in sich selbst aufgehoben und ist zum freien Menschen geworden.” (Gr.Ev.Joh. VIII 22,7-9)

6.19 Strafet das Lachen

„Merket euch diese Lehre aus den Himmeln! Strafet eure Kinder, so sie lachen; lieber höret sie weinen denn lachen! Denn das Lachen entsteht aus der Hölle, die allzeit voll des höhnischsten Lachens ist.” (Gr.Ev.Joh. I 169,18)

6.20 Kinder sind stark in ihrer Schwäche

„Ein anderes Beispiel bieten euch die Kinder, die in ihrer Schwäche nicht selten stärker sind denn ein allergrößter Held, vor dem Tausende und Tausende zittern. Nehmen wir an, der Held ist ein Vater und hat ein kleines Kind, das noch kaum verständig zu lallen imstande ist. Es dürften Tausende zu diesem Helden kommen, um ihn von einer Idee abzuhalten, so würden sie sicher nichts ausrichten. Dieses Kind aber darf ihn nur ansehen, anlächeln und dann zu ihm sagen: Vater, bleib bei mir, geh diesmal nicht aus, denn ich fürchte mich gar sehr, daß du unglücklich wirst; und der Held wird weich und folgt seinem Kind.” (GS I 34,9)

6.21 Wichtiger Erziehungsrat

„Niemand kann etwas geben, das er nicht hat! Zum Erziehen aber gehört nicht nur ein gutes, williges Herz, sondern ein wohlunterrichtetes, von Mir gezogenes Gemüt. Denn wer sich noch nie von Mir hat ziehen lassen und nicht weiß, wo und wer Ich bin und wie Ich wirke - wohin soll dann ein solcher die Kindlein ziehen?!” (Hi. I S. 50,2)

[— 7 —] Der Unterricht der Kinder

7.1 Elterlicher Unterricht der Kinder

„Der Mensch, wie er in diese Welt kommt, wird der Seele nach völlig von der Allmacht Gottes getrennt und ist in allem seinem eigenen Willen und Erkennen anheimgestellt. Erst so er auf dem Wege des Unterrichts aus dem Munde seiner Eltern und anderer weiser Lehrer zur Erkenntnis Gottes gelangt, sich dann gläubig an Ihn wendet und Ihn um Seine Hilfe und Seinen Beistand anfleht, fängt dann auch von der göttlichen Seite das Einfließen an durch alle Himmel hindurch, und die Seele des Menschen geht in ein stets klareres Erkennen über und aus dem immer mehr und mehr in die Liebe zu Gott.” (Gr.Ev.Joh. IX 171,4)

7.2 Liebe-, Glaubens- und Willensbildung

„Soll eines Menschen Liebe, Glaube und Wille wahrhaftig tatkräftig werden, so müssen sie schon von Jugend an gehörig ausgebildet und dann recht geübt werden. Wer da Kinder hat, der übe sie schon von früher Jugend an in den drei Stücken (Liebe, Glaube und Wille), und sie werden dann mit der Besiegung der Welt in sich ein leichtes haben!” (Gr.Ev.Joh. VIII 41,11-13)

7.3 Kinderbelehrungen in Wort und Tat

„Daher sage Ich euch noch einmal, daß da keine Lehre zu etwas nütze ist, wenn ihre Satzungen nicht durch Mein lebendiges Zeugnis in jedes Menschen Herz bestätigt werden!

Also ist es auch hernach zu nehmen, daß ihr zwar Meinen Namen und Meine urewige Gnade, Heiligkeit und liebevollste Wesenheit lehret die Kinder schon aus eurem Munde auf die Art, wie Ich es euch nun bis zur Genüge gezeigt habe; aber nur lasset es nicht bei der Lehre allein bewendet sein. sondern sorget eifrigst dafür, daß diese Lehre bei ihnen übergehe zur vollen, lebendigen Tat, und seid versichert, daß da jeder, der in und an sich diese Lehre ernstlich tätig aufnehmen wird, alsbald das große, lebendige, heilige Zeugnis in sich finden wird, welches da überstark leuchtend zeugen wird von der lebendigen Echtheit dieses Meines nun an euch alle gerichteten Wortes.” (HGt II 74,25-26)

7.4 Kinderlallen dem Herrn angenehm

„Wahrlich, Mir ist das dankbare Lallen eines Kindes um gar vieles lieber als viele weise Worte aus dem Munde eines Gelehrten, an denen sich wohl der Verstand ergötzt, bei denen aber das Herz wenig gewinnt.” (Gr.Ev.Joh. X 74,4)

7.5 Kindererziehung in Jesu Lehre

„Wenn aber in der späteren Zeit schon Kinder in Meiner Lehre wohl erzogen werden, dann werden sie als Männer voll guten und kräftigen Willens an Meiner Lehre ein leichtes Joch zu tragen haben.” (Gr.Ev.Joh. VII 140,2)

7.6 Frühzeitiges Erkennen Gottes

„Das größte Glück der Menscben aber besteht einzig und allein nur darin, daß sie schon in den frühen Kinderjahren den einen und allein wahren Gott kennen und ihn als den wahrsten und besten Vater aller Menschen über alles lieben lernen.” (Gr.Ev.Joh. VIII 219,4)

7.7 Gotterkenntnis durch zeremonielle Anschauung

„Wenn euch Kinder gegeben werden, womit wollet oder könnet ihr sie Mich und Meinen Willen besser als eben mit Hilfe der zeremoniellen Anschauung erkennen lehren?! Ihr alle seid anfangs nichts als Kinder und bedürfet daher sehr wohl kirchlicher Zeremonie, solange ihr noch Kinder seid, nur hat es bei derselben nicht zu verbleiben; sondern wer die Elementarklasse durchgemacht hat, der trete in eine höhere Klasse und lerne da lesen und schreiben und endlich rechnen in Meiner Liebe und handeln in der Gnade Meiner Weisheit. Und wessen Herz liebend rein geworden ist, der komme dann in Meine Schule, in der er erst zum ewigen Leben gelangen wird durch die Wiedergeburt.” (Hi. III S. 52,10-11)

7.8 Religiöse Erziehung der Kinder

„Aber die Religion vernachlässige bei den Töchtern ja nicht und halte mit ihnen an im Gebete, dergleichen auch mit den Knaben, so wirst du bald des Segens Fülle in deinem Hause gar leichtlich bemerken. Und teile der Jugend die Zeit, da sie eines und das andere tun und lernen soll, fest und bestimmt ein, so wirst du sie frühzeitig an die notwendige Ordnung gewöhnen, welche die Grundfeste aller Weisheit und aller Liebe ist. Und also tue und glaube und liebe, so wirst du gut fahren in Meinem Namen.” (Hi.I S.372,8-9)

7.9 Kindern von Jesus erzählen

„Und das sage ihr auch, daß die wahre Liebe ein wenig gezanket sein muß - daher Ich mit ihr auch ein wenig zanken muß. Das ist aber Mein Zank, daß sie ihre Töchter ein bißchen zu wenig zu Mir kehrt und ihnen viel am Tage von weltlichen Dingen, aber nur wenig von Mir erzählt oder sich von ihnen erzählen läßt.

Denn sage und melde ihr, daß Ich sehr eifersüchtig bin und daher ungern sehe, wenn von anderen Dingen als von Mir geplaudert wird. Ich gleiche einem leidenschaftlichen Liebhaber, der hinter der Türe seiner Geliebten horcht und lauscht und aus übergroßen Freuden in die wonnigste Entzückung gerät, so er seine so innigst Geliebte von nichts als von ihm schwärmen hört; aber auch alsbald traurig wird, sobald seine Geliebte ihr Gespräch auf andere, nicht auf ihren Geliebten bezug habende Dinge lenket, wobei dann der traurige Liebhaber zu denken und bei sich zu sprechen anfängt:

O du meine zu innigst Geliebte, wenn du mich liebst, wie ich dich liebe, wie können da noch andere Gedanken dir in den Sinn kommen, während ich doch beständig an dich denke und vor deiner Türe gar ängstlich, um den baldigsten Einlaß flehend, harre!?” (Hi. I 164,5-8)“Weltliche Konversation aber mit den Kindern von Seite der Eltern ist ein Gift für ihre Herzen.” (Hi. II S.14,7)

7.10 Erziehung bei Reichen und Armen

„Gehe in die Paläste der Reichen und erkundige dich da nach der rechten, von Gott angeordneten Bildung, und du wirst es zumeist finden, daß da selten eine gottgewollte Herzensbildung zu Hause ist. Gehe aber dann in die Hütte eines armen Landmannes, und du wirst ihn in der Mitte der Seinigen betend und das wenige Brot segnend antreffen! - Sage, was gefällt dir besser? - Du sagst: der arme Landmann in seiner armen Hütte! - Ich sage dir: auch Mir! Denn dieser betet aus seinem Geiste, erzieht dadurch seine Kinder geistig und erhebt sie zu Gott. Des Reichen Gott aber ist nur sein Fleisch, daß er durch alle erdenklichen Wohlgenüsse anbetet und hochverehrt. Und also erzieht er auch seine Kinder, auch nur fleischlich fürs Fleisch, des Fleisches wegen. Solch eine Erziehung aber kann doch Gott unmöglich gefallen, weil durch sie jener heilige Zweck, dessentwegen Gott die Menschen geschaffen hat, ewig nie erreicht werde kann.” (RBl. I 25,2)

7.11 Überschätzung der Kinder

„Also gibt es noch ferner wirklich recht gute Menschen, die das Glück haben, mit recht guten und schönen Kindern begabt zu sein. Auf diese Kinder, besonders so sie schon erwachsen sind, bilden sie sich aber dann schon so viel ein, daß es geradezu aus ist; solche Kinder finden dann nach der starken Einbildung ihrer Eltern schon kaum wo ihresgleichen. Sind die Eltern, was sehr oft der Fall ist, auch noch recht wohlhabend dazu, dann haben sie natürlich einen desto größeren Wert. Aber solche Überschätzung der Kinder ist nicht Meiner Ordnung gemäß, und daher Mir nicht im geringsten wohlfällig. Die rechte Liebe der Eltern zu ihren Kindern solle sein, wie ein rechtes Licht, und die Liebe zu den armen Kindern anderer armer Eltern wie ein großer Feuerbrand; dann wird sie sich Meines allzeitigen und ewigen Wohlgefallens und Segens zu erfreuen haben. Aber solch eine Liebe, wie sie oben gezeigt wurde, ist Mir sehr zuwider, daher Ich sie auch nie segnen werde weder hier noch dort.” (Hi. III S. 489,90-91)

[— 8 —] Schulunterricht der Kinder

8.1 Weise Kindererziehung

„Was würde wohl aus einem Kinde werden, so ihr es von der Amme weg gleich auf eine hohe Schule gäbet, wo grundweise und hochgelehrte Lehrer ihren schon wohl vorbereiteten Jüngern die tiefsten und für den gewöhnlichen Menschen völlig unbegreiflichen Wissenschaften und geheimen Künste vortragen? Ein solches Kind würde am Ende wohl seiner Lehrer Worte nachsagen, aber ihren tiefen Sinn und ihre tiefe Bedeutung nie fassen können. Daher lasset die Kindlein zuerst einmal von der Amme erziehen und sie durch allerlei Spielereien zum ersten, kindlichen Denken leiten. Von Jahr zu Jahr wird das Kind reifer und fähiger für einen höheren Unterricht.

Was ihr aber mit euren Kindern tut, das tun wir Engel auch mit euch Menschen, und müssen das eben darum also tun, weil ihr Menschen dieser Erde (Kinder) des Herrn seid.” (Gr.Ev.Joh. VI 190,67)

8.2 Kindererziehung in den alten Prophetenschulen

„Von gottesfürchtigen Eltern schon von der Geburt an rein und wohl erzogene Kinder, natürlich vor allem Knaben, die auch sicher zuallermeist physisch völlig gesund und kräftig waren, wurden von den im Geiste geweckten Richtern und Priestern in der Weise Aarons in diese Schule aufgenommen, in der sie zuerst des Lesens, Rechnens und Schreibens wohl kundig werden mußten; dann wurden sie in der Schrift wohl unterwiesen, das heißt in den Büchern Mosis, und sodann auch in der Länder- und Völkerkunde der den Menschen bekannten Erde. Dabei aber wurden sie auch sorglichst angehalten, die Gebote Gottes nicht nur zu erkennen, sondern auch strenge, und das soviel als möglich freiwillig und sich selbst bestimmend, zu beachten. Sie wurden dabei nach ihrem Alter und nach dem Grade ihrer geistigen Entwicklung gar manchen Proben und Prüfungen ausgesetzt, auf daß sie in sich selbst zu der lebendigen Überzeugung kamen, inwieweit sie schon in der Kraft, aller Welt und ihren Reizen zu widerstehen, zugenommen haben.

Vor allem mußten sie vor der Trägheit als der Mutter aller andern Sünden und Übel bewahrt werden, darum sie denn auch zu allerlei ihren Kräften angemessenen körperlichen Arbeiten angehalten wurden. Waren sie einmal in aller Selbstverleugnung und Selbstbesiegung groß und stark geworden, so wurden sie durch die Wissenschaft der Entsprechungen in ihr Inneres geführt, wodurch sie zum lebendigen Glauben und zu einem unbeugsamen Willen unter der Einung mit dem wohlerkannten und auch schon von Kindheit an stets genau beachteten Willen Gottes gelangten, wodurch sie dann auch schon so manche Zeichen zu bewirken imstande waren, weil ihr eigener Selbstwille mit dem Willen Gottes eins geworden war und der Glaube, als ein wahres, lebendiges Licht aus den Himmeln, in ihren erleuchteten Herzen keinen Zweifel mehr zuließ.

War das alles einmal in der wahren und lebendigen Ordnung, so wurden sie eben durch den lebendigen Glauben und durch den in aller Tat mit dem Willen Gottes geeinten Selbstwillen mit dem Geiste Gottes nach der individuellen Fähigkeit erfüllt, wodurch die innere Sehe erweitert ward und sie dadurch auch zukünftige Dinge und Begebenheiten in entsprechenden Bildern voraussahen, die sie dann für die Nachwelt aufzeichneten.

Wer einmal in diesen Zustand, in welchem er Gesichte bekam, gelangte, der gelangte auch zum innersten, lebendigen Worte und vernahm so die Stimme Jehovas in sich, und das war das Gotteswort, das der Prophet wie aus dem Munde Gottes den Menschen verkündete und eigentlich verkünden mußte, weil er von dem in ihm wohnenden Geiste Gottes dazu angetrieben worden ist. Und siehe, so sah die Schule der Propheten aus, und auf die beschriebene Art wurden die Menschen in einer förmlichen und wahren Lebensschule zu Propheten gebildet.” (Gr.Ev.Joh. IX 56,10-15)

8.3 Erziehung in altägyptischen Priesterschulen

„In Ägypten, und zwar in dieses Reiches alten Schulen, war in Hinsicht der Erziehung jener Kinder, die dem Priesterstande angehörten, eine höchst eigentümliche Erziehungsweise, die im Grunde gar nicht schlecht war.

Die neugeborenen Kinder wurden sogleich in unterirdische, sehr geräumige Gemächer gebracht, in die nie das Tageslicht dringen konnte. Sie wurden da gut gepflegt und erblickten kein anderes Licht als das künstliche irgendeiner wohlkonstruierten Naphthalampe, worin die alten Ägypter bekannt unnachahmlich große Meister waren. In solchen unterirdischen Gemächern mußte dann der Mensch bis in sein zwanzigstes Jahr verweilen und bekam darin den Unterricht von der schönen Ober- oder eigentlichen Außenwelt, die er aber noch nie zu Gesichte bekommen hatte.

Er machte sich in seiner Phantasie Bilder davon, so gut es nur immer gehen konnte; aber von der weiten Ausdehnung der Gegenden, vom Großlichte, in einem unermeßlich tiefen und freien Raume sich befindend, nämlich von der Sonne, vom Mond und von den zahllos vielen Sternen, sowie von der Stärke des Lichtes und dessen Wärme konnte er sich doch unmöglich irgendeinen wahren Begriff machen.

So ein ganz gemütlicher Jünger der unterirdischen dunklen

Schulgemächer hatte sonach auch nur lauter Bruchstücke von Wahrheiten über die Oberwelt und deren Verhältnisse in seinem Gehirne, aber er konnte sie bei all seinem Fleiße und bei all seiner Aufmerksamkeit dennoch nicht, wie man zu sagen pflegt, unter ein Dach bringen. Das waren denn alsonach auch lauter einzelne kernfeste und wahrheitsvolle Bausteine, deren Zusammenfügung zu einem großen Palastgebäude noch sehr bedeutend auf sich warten ließ und natürlich in den unterirdischen Gemächern rein unmöglich war. Wenn aber dann ein solcher Unterweltsjünger nach der Beurteilung seiner Lehrer den erforderlichen Grad der Bildung erreicht hatte, da ward ihm bedeutet, daß er nun durch die Gnade Gottes bald und unversehens auf die lichtvolle Oberwelt gelangen werde, in deren Lichte er in einem Augenblick mehr erfahren und lernen werde als in der dunklen Unterwelt in gar vielen Stunden.

Darauf freute sich der Unterweltsjünger natürlich gar sehr, obschon er eigentlich vorher noch auf eine ganz eigentümliche Art werde sterben müssen. Das Sterben bestand in einem recht tiefen Schlafe, währenddem man den Jünger dann in einen herrlichen Palast der Oberwelt brachte.

Welche Augen voll Staunens machte dann solch ein Jünger, wenn er zum ersten Male aus seinem Schlafe erwachte und sich im göttlichen Lichte der Sonne befand! Wie kam er sich selbst vor in weißen Kleidern, die mit roten und blauen Streifen verbrämt waren! Wie mußten ihm die freundlichen, ebenfalls schön gekleideten Menschen beiderlei Geschlechtes vorkommen! Wie schmeckten ihm die gut bereiteten neuen Speisen! Was aber mußte seine Seele erst empfinden, wenn er von den freundlichsten Menschen hinaus ins Freie kam, da die herrlichen Gärten durchwandelte und deren ambrosische Düfte einatmete, wenn er zum ersten Male die ganze Natur vor seinen über alle menschlichen Begriffe wonnetrunkenen Augen in konkreter Fülle, von der Sonne erleuchtet, vor sich sah!

Sieh, aus diesem Bilde, das du dir in deiner Phantasie noch selbst weiter ausmalen kannst, ersiehst du dein eigenes gegenwärtiges Begriffsverhältnis in bezug auf alle die neuen Wahrheiten, die dir hier offenbart werden!” (Gr.Ev.Joh. III 95,1-9)

8.4 Weise Kindererziehung auf der Erde

„Siehe, auf der Erde sind die Kinder am naschhaftesten und auch am wissbegierigsten. Sie sind fast beständig hungrig. möchten alles bis auf den Grund wissen und fragen darum ihre Vertrauten auch in einem fort um allerlei Dinge. Meinst du wohl, daß es gut wäre, die Mägen dieser Kleinen zu überladen mit allerlei, danach ihr sehr reizbarer Gaumen ein heftiges Verlangen verspürt? Und ihre Neugierde durch die steten Beantwortungen alles dessen, danach sie fragen, zu befriedigen? Siehe, weise Eltern legen da ihren Kindern einen rechten Zaum an und lenken sie so natürlich und sittlich auf einer rechten Bahn zum schönen Ziele der männlichen Entwicklung!

Dumme Eltern hingegen die ihren Kindern alles gewähren, was sie ihren Augen nur ansehen, machen aus ihnen Affen statt Menschen. Ihr zu strotzend genährtes Fleisch wird voll Sinnlichkeit und ihr Geist träge und endlich ganz stumpf für alles Hohe, Gute und Wahre. Wie aber auf der Erde, also ist es auch hier (im Jenseits) der Fall. Es wäre niemandem gut, sogleich alles zu genießen und zu erfahren, sondern erst nach und nach, wie es eines jeden Aufnahmefähigkeit erheischt. So geleitet, werden dann die hier jüngsten Kindlein stärker und stärker und können von Weile zu Weile mehr ertragen, bis sie zum Empfange des Allerhöchsten stark genug und tauglich werden.” (BM 108,2-4)

8.5 Kindererziehung auf der Sonne

„Für den unreifen Geist der Kinder ist überall nichts nachteiliger als eine, wenn auch von den Eltern zugelassene Eigenmächtigkeit. Denn dadurch begründen sich die Kinder zu allererst in der Hoffart und im Eigensinne, welche zwei Untugenden die unzerstörbaren Grundsteine aller nur erdenklichen folgenden Laster sind. In der Sonne, wo die Menschen ohnehin einen viel freieren und unumschränkteren Spielraum haben, ist aber eine solche Erziehung der Kinder um so notwendiger, damit dadurch ihr Wille eine solche Richtung bekommt, welche zur Erhaltung der allgemeinen Ordnung unumgänglich notwendig ist. Dies wäre auch bei euch freilich wohl über alles zu wünschen; allein die Menschen der Erde sind schon zu allermeist überaus beschränkt eigensinnigen Geistes, aus welchem Grunde sie auch in eben diese schroffe Erde gelegt wurden. Daher ist ihnen auch nichts saurer als ein pünktlicher Gehorsam, welcher die alleinige Schule zur Gewinnung der wahren, geistigen, inneren Willenskraft ist. - Aus diesem Grunde aber gelangen auch äußerst wenige Menschen dieser Erde in ihrem Leibesleben zu dieser Kraft, welche im Grunde doch nur die Bedingung ihres Hierseins ist.” (NS 15,18-19)

8.6 Schulunterricht auf der Sonne

„Welche Kinder besuchen denn den Unterricht eines solchen Amtshauses (auf der Sonne)? - Die Kinder der nächsten Umgebung nur; etwa von drei, vier bis fünf Wohnhäusern.

Und wie lange dauert denn ein Unterricht auf einmal? - Nie länger als höchstens fünfhundert Pendelschwingungen. Sodann werden sie wieder gegen fünftausend Pendelschwingungen freigelassen. Und also setzt sich dieser Unterricht fort, - solange, bis die Kinder die Elementargegenstände vollkommen inne haben, welche in nichts anderem bestehen, als daß den Kindern gewisse kleine Gesetze gegeben werden, welche sie beobachten müssen.

So wird z.B. einem oder dem andern Kinde untersagt, diesen oder den andern Gegenstand anzusehen, sondern seine Augen solange abzuwenden, bis der Amtmann sieht, daß es dem Kinde durchaus keine Anstrengung mehr kostet, einen solchen Gegenstand völlig unbeachtet zu lassen. Die Kinder werden darum auch durch verschiedene Reizmittel versucht, das Gesetz zu übertreten; so werden zu dem Behufe bald hier und bald dort, wohin einem Kinde zu schauen verboten ist, Schauspiele gegeben, bei welcher Gelegenheit es dann die Kinder sehr viel Anstrengung und Selbstverleugnung kostet, ihre schaulustigen Augen davon abzuwenden; allein mehrfache Übung gibt den Meister. Also ist es auch hier der Fall; die Kinder vergessen sich wohl zu öfteren Malen, werden dann wieder ernstlich ermahnt und bei oftmaligen Fällen der Übertretung mit kleinen, passenden Strafen belegt, - und so wird nach und nach der weise Zweck erreicht.

Können die Kinder einmal ein Gebot halten, so wird ihnen ein zweites ähnliches hinzugegeben; und geht es mit diesem, so wird noch ein drittes, viertes, fünftes, und so fort bis zu zehn, oft bis zu dreißig Gesetzen hinzugesetzt.

Haben die Kinder auf diese Weise ihre Augen im Zaume zu halten gelernt, sodann müssen sie auf dieselbe Weise die Zunge im Zaume halten lernen. Da wird von dem Lehrer ein jedes Kind genau beobachtet, was etwa das Lieblingsthema seiner Zunge ist. Solches wird dann dem Kinde auf längere Zeit auszusprechen untersagt. Kann das Kind endlich sich auch in diesem Punkte verleugnen, dann erforscht der Lehrer wieder eine andere Neigung in ihm und untersagt ihm das auf die passendste Weise.

Sehet, in solchen Dingen besteht alldort der Elementarunterricht, der keinen anderen Zweck hat, als den, daß dadurch den Kindern ihr eigener Wille auf die zweckmäßigste Art genommen wird, und sie dadurch ganz willenlos und eben dadurch wohlbereitete Gefässe zur Aufnahme des göttlichen Willens werden, welcher dann schon in einem höheren Amtshause vorgetragen und gelehrt wird. Wie die Kinder in diesem Elementar-Amtshause gewisserart von aller äußeren Tätigkeit abgehalten und dadurch alle ihre äußeren Sinne, ihre Gedanken und sonach auch ihre Begierden gefangengenommen werden, also wird ihnen in dem nächst höheren Amtshause wieder eine Tätigkeit um die andere nach dem Willen des großen Gottes zu erfüllen vorgelegt.

So wird z.B. einem oder dem andern Schüler ein Ding gezeigt; dieses muß er längere Zeit hindurch nach allen dessen Teilen unausgesetzt beobachten und muß sodann dem Amtmanne alles kundgeben, was er an dem Dinge bemerkt hat. Wenn er mit der Kundgabe fertig ist, so wird er abermals angehalten, eben dasselbe Ding noch schärfer zu beobachten und wohl zu prüfen, ob er bei der ersten Beobachtung nichts übersehen habe. Nach solcher zweiten Beobachtung gibt dann der Schüler wieder kund, was bei der ersten Beobachtung seiner Aufmerksamkeit entgangen ist.

Ist es jetzt etwa schon gut? - O nein; der Amtmann verweiset den Schüler oft zehn, zwanzig bis dreißig Male auf einen und denselben Gegenstand. Ihr fraget hier freilich wohl: Aber wozu soll denn das gut sein? Man kann auf einem Dinge ja doch nicht mehr finden, als dasselbe beim ersten Durchschauen auf seiner Oberfläche zu beschauen darbietet. Ich sage aber: Diese Beschauung ist nur eine höchst oberflächliche und nützet keinem Menschen etwas für seinen Geist; denn also kann auch jedes Tier ein Ding beschauen. Durch das öfter angenötigte Beschauen aber wird der Beschauer selbst genötigt, in seinem Geiste die verschiedenen Beziehungen, Verbindungen und Ergreifungen durchzumustern, und gewöhnt sich dadurch die Festigkeit und Bestimmtheit in seinem Blicke an, welche für den überaus flüchtigen Geist auch ebenso überaus notwendig ist.” (NS 17,919)

8.7 Freiheit des Willens in der Erziehung

„Wo die Freiheit des Willens soviel als möglich aufrechterhalten wird, dort kann dieser auch am leichtesten für die Aufrechterhaltung der allgemeinen Ordnung gebildet werden. Denn ein durch schroffe Gesetze zusammengeschraubter Wille ist ein geplagter Wille. Der geplagte Wille aber hat kein Vergnügen an der Ordnung, sondern er trachtet nur, daß er sich hier oder da Luft mache und achtet wenig darauf, ob diese Handlung der gesetzlichen Ordnung gemäß ist, sondern die Richtschnur seiner Handlung ist sein eigenes Wohlbehagen. Wenn aber der Wille freigehalten wird und in dieser Freiheit die Gesetze der Ordnung erkennt, so wird er dann auch bald mit der für ihn angenehmen Notwendigkeit derselben vertraut und freut sich dann der in sich selbst aufgefundenen göttlichen Ordnung. Solches ist auch eine Hauptgrundregel bei der Erziehung der Kinder in der Sonne, welche auch auf der Erde besser wäre als der Unterricht, durch den das Gedächtnis geplagt, der Verstand gemißhandelt und der Geist getötet wird!” (NS 13,9-11)

8.8 Engel und Weltschulung

„Spricht Cyrenius zu Ebahl: ‘Ist das deine Tochter doch, und du bist ein Jude; darum ist es zum Erstaunen, daß in ihr so viel von der tiefsten Weisheit steckt! Das kann sie doch nicht binnen etlichen Tagen von dem Meister der Meister und noch weniger von dem gewissen Jünglinge gelernt haben!? Denn diese Art Lehrer, obschon höchst selten auf dieser Erde, machen mit dem Unterrichte an uns sterblichen Menschen eben auch nicht zu übergroße Fortschritte! Solches weiß ich aus der Erfahrung bei meinem Sohne Josoe, den zwar ich nicht gezeugt, aber dennoch für alle Zeiten als Sohn angenommen habe. Zu ihm kommt auch zuweilen so ein (Engel-) Rabbi. So sie aber eine Zeit miteinander verkehren, da weiß man am Ende wahrhaftig nicht, wer da eigentlich recht hat; denn da haben bei oft sehr verschiedener Meinung am Ende nur zu oft beide recht. Der ganze Unterricht ist eigentlich nichts als ein Weisheitskampf, aus welchem am Ende beide Parteien als Sieger hervorgehen.

Mein Josoe ist oft so hitzig gegen seinen mystischen Meister, daß er ihn geraden Weges fortschafft; aber der Meister läßt sich dadurch nicht im geringsten irremachen, behauptet seinen oft mit Händen zu greifenden Unsinn und läßt erst gegen Ende etwas Licht durchschimmern. Und so bin ich der Meinung, daß solches auch der schöne Rabbi bei deiner Tochter tun wird!’

Sagt Ebahl: ‘Ja, ja, hoher Gebieter, es ist völlig also. Ich für mich wenigstens kann daraus nie so recht ganz klug werden, wer da am Ende vollends recht hat. Die Sache bleibt zumeist unentschieden. Von irgendeinem positiven Lehren ist da nie eine Rede. Der junge Geist sucht nur irgendeine Verwirrung in die Begriffe des Zöglings zu bringen, und dieser muß sie dann aus sich selbst ordnen, so gut es geht. Von irgendeinem Dareinhelfen ist da schon gar keine Rede, und es bleibt darum am Ende immer etwas Unentschiedenes. Will der Zögling seines Rabbi Einwürfe vollends zunichte machen, so muß der Zögling ihm aber schon mit so nagelfesten Gegeneinwürfen entgegenkommen, daß sich der Rabbi weder nach links noch nach rechts mehr wenden kann. Das ist dann ein Beweis, daß der Zögling vollends recht hat; aber ohne die erwähnten nagelfesten Gegenbeweise hat der Zögling stets unrecht - und stellte er auch die gerechteste Behauptung auf! Oh, meine Jarah hat ihren Rabbi schon ganz entsetzlich in der Schlinge gehabt; er hätte sich am Ende kaum mehr selbst zurechtgefunden, so ihn nicht das Mädchen wieder zurechtgebracht hätte, was er selbst eingestand.

Wahrlich, die eigentlich himmlische Unterrichtsweise ist oft wirklich höchst sonderbar! Da unterrichtet gewöhnlich der Schüler den Lehrer, und der Lehrer begnügt sich immer sehr, so er von seinem Jünger irgend etwas gelernt hat. Aber die Sache geschieht dennoch stets auf eine wahrhaft himmlisch freundliche Weise, und ich wohne solcher Unterrichtsweise sehr gerne bei; denn man lernt daraus dennoch in einer Stunde mehr als von den Weltrabbis in einem Jahre. Bei den Weltrabbis ist und bleibt der Zögling leiblich und geistig stets ein Sklave seines Rabbi; denn er kann nur das lernen, was sein oft leiblich und noch ärger geistig verkrüppelter Rabbi selbst kann und weiß. Ob’s nun falsch oder wahr ist, um das darf sich der Zögling bei schwerer Strafe nicht erkundigen. Was kümmert es so einen pausbackigen Weltrabbi, welche inneren geistigen Anlagen und Fähigkeiten sein Zögling besitzt?! Da heißt es allzeit: Vöglein, friß oder stirb! Kurz, die Unterrichtsweise dieser Zeit gleicht völlig einem Helme, der auf alle Köpfe paßt, und einem Bette, in dem alle Menschen eine bequeme Ruhe genießen sollen! Der Riese Goliath würde sicher ein merkwürdiges Gesicht dazu machen, so man ihm eine Wiege der Kinder zur Ruhestätte anwiese!

Ich habe nicht selten Kinder gesehen, die schon in ihrer zartesten Jugend einen wahren Riesengeist bekundeten. Was hätte aus ihnen werden können, wenn sie ihrer Fähigkeit gemäß wären erzogen und unterrichtet worden! Man lehrte sie aber gleich den Schwächlingen nur Körbe flechten und ließ ihren Geist sogestaltig verkümmern! Und das halte ich für ein größtes Unrecht! Denn was hätte so ein in seiner Art ausgebildeter Geist der Menschheit alles für Dienste leisten können! Und - was nützt er in seiner Verkümmertheit? Er flicht Körbe und fängt am Ende Fische und Muscheln!

Aber eben darin merke ich den ungeheuren Unterschied zwischen dem Unterrichte der eitlen und zumeist dummen Weltrabbis und der nun wunderbarst unter uns seienden Himmelsrabbis. Diese erziehen den Geist frei und helfen ihm gewisserart auf die Beine dadurch, daß sie ihn durch allerlei Fragen wecken in der Art, von welcher eben ein Menschengeist ist; die Weltrabbis aber suchen den Geist nur zu unterdrücken und zu töten - und erziehen dafür den Kot für und um den Kot!’” (Gr.Ev.Joh. II 191,6-12)

8.9 Untaugliche Weltschulen

„Eure Schulen sind gerade dazu tauglich, um schon in den zarten Gemütern der Kinder allen Geist zu töten, und es wäre deshalb wenig schade um sie, so sie gänzlich eingingen; denn wahrlich sage Ich euch: „So die Welt euer Lehrer ist, was Geistiges wollt ihr dann von ihr erlernen?” (Gr.Ev.Joh. I 168,2)

[— 9 —] Sittliche Bewahrung

9.1 Bewahrung vor der Fleischeslust

„Bewahret die Kinder vor dem ersten Fall und erhaltet ihnen ihre Schamhaftigkeit, so werden sie als Erwachsene dann ihr Fleisch leicht zu beherrschen haben und nicht leicht zu Falle kommen; aber einmal übersehen, - und des Fleisches böser Geist hat vom selben Besitz genommen! Kein Teufel aber ist schwerer aus dem Menschen zu vertreiben als eben der Fleischteufel; der kann nur durch vieles Fasten und Beten aus dem Menschen geschafft werden. Hütet euch darum, die Kleinen zu ärgern oder sie durch übermäßiges Putzen und durch reizende Kleidung zu reizen und fleischlich zu entzünden! Wehe dem, der sich also an der Natur der Kleinen versündigt! Wahrlich, dem wäre es wohl erklecklicher, so er nie wäre geboren worden!

Den Frevler an der heiligen Natur der Jugend werde Ich Selbst züchtigen mit aller Macht Meines Zornes! Denn ist das Fleisch einmal brüchig geworden, dann hat die Seele keine feste Unterlage mehr, und ihre Vollendung geht schlecht vonstatten.

Welche Arbeit ist es für eine schwache Seele, ein brüchiges Fleisch wieder zu heilen und ganz und narblos zu machen! Welche Angst steht sie dabei oft aus, so sie merket ihres Fleisches, ihres irdischen Hauses Brüchigkeit und Schwäche! Wer schuldet daran? Die schlechte Überwachung der Kinder und die vielen Ärgernisse, die den Kindlein durch allerlei gegeben werden!

Namentlich aber ist die Sittenverderbnis in den Städten stets größer als auf dem Lande; darum machet einstens als Meine Jünger die Menschen darauf aufmerksam und zeiget ihnen die gar vielen bösen Folgen, die aus einem zu frühen Fleischbruche entstehen, so werden sich viele daran kehren, und es werden daraus gesunde Seelen zum Vorscheine kommen, in denen der Geist leichter zu erwecken sein wird, als es nun bei gar so vielen der Fall ist!

Sehet an die Blinden alle, die Tauben, die Krüppel, die Aussätzigen, die Gichtbrüchigen; sehet weiter an alle die verschiedenartig bresthaften und mit allerlei Leibesübeln behafteten Kinder und erwachsenen Menschen! Alles Folgen einer zu frühen Fleischbrüchigkeit!

Der Mann soll vor seinem vierundzwanzigsten Jahre keine Jungfrau anrühren - ihr wisset es, wie und wo es zu verstehen ist vor allem -, und die Jungfrau soll wenigstens vollkommen achtzehn Jahre zählen oder mindestens volle siebzehn; unter dieser Zeit ist sie nur notreif und soll keinen Mann erkennen! Denn vor dieser Zeit ist hie und da eine nur notreif; wird sie zu früh berührt von einem geilen Manne, so ist sie schon brüchigen Fleisches und zu einer schwachen und leidenschaftlichen Seele geworden.

Es ist schwer, eines Mannes brüchiges Fleisch zu heilen, - aber noch um vieles schwerer das einer Jungfrau, so sie vor der Zeit brüchig geworden ist! Denn fürs erste wird sie nicht leichtlich ganz gesunde Kinder zur Welt bringen, und fürs zweite wird sie darauf von Woche zu Woche beischlafsüchtiger und am Ende gar eine Hure, die da ist ein elendester Schandfleck beim Menschengeschlechte, nicht so sehr für sich selbst, als vielmehr für jene, durch deren Nachlässigkeit sie dazu gemacht wurde.” (Gr.Ev.Joh. IV 80,4-11)

9.2 Selbstverleugung in der Jugend

„Sehet, so auch ergeht es einem jeden Menschen, der nicht schon von der frühesten Zeit an von seinen Eltern und Lehrern streng angehalten wird, sich in allen möglichen fleischlichen Leidenschaften selbst zu verleugnen, damit diese nicht die Herren und Meister über seine Seele werden! Denn sind sie einmal der Seele über den Kopf gewachsen, so hat diese dann einen schweren Stand, über alle die Begehrungen und Reizungen ihres Fleisches zu gebieten, weil sie eben in ihrem Fleische schwach und nachgiebig und hinfällig geworden ist. Wird aber eine Seele schon von Jugend an nach der Wahrheit des klaren Verstandes vernünftig also geleitet und geübt, daß sie stets mehr Herr ihres Fleisches wird und demselben ja nicht mehr gewährt, als was ihm von der Natur aus nach Meiner Ordnung gebührt, so wird solch einer Seele auch von selbst verständlich alle Welt mit ihren Schätzen und ihren andern Lustreizen gleichgültig, und die also nun rein im Geiste starke Seele ist dadurch denn auch nicht nur Herr über ihres Leibes Leidenschaften, sondern auch ein Herr über die gesamte Natur der Welt und somit auch ein Herr über die gesamte Hölle und ihren Fürsten der Lüge und der Finsternis.” (Gr.Ev.Joh. VIII 12,15-16)

9.3 Vom Schamgefühl der Kinder

„Eine jede Seele hat, angestammt von Gott aus, dessen Idee und Wille sie ist, ein Hoheitsgefühl, dessen Dasein man schon an der Kinder Schamhaftigkeit gar wohl merken kann.

Das Schamhaftigkeitsgefühl der Kinder ist eine Empfindung der Seele, sowie sie sich einmal zu fühlen anfängt, durch die sich stumm die Unzufriedenheit kundgibt, da sich die Seele als ein Geistiges mit einem plumpen und ungefügigen Fleische umkleidet sieht, dessen sie ohne Schmerzen nicht los werden kann; je zarter und sensitiver der Körper einer Seele ist, desto stärker wird auch ihr Schamhaftigkeitsgefühl sein. Wenn nun ein rechter Erzieher der Kleinen es versteht, dieses unvertilgbare Gefühl zur rechten Demut zu lenken, so schafft er aus diesem Gefühle dem Kinde einen Schutzgeist und stellt es auf den Weg, auf welchem fortwandelnd es leicht zur frühen geistigen Vollendung gelangen kann; aber eine nur ein klein wenig schiefe Leitung dieses angestammten Gefühls kann sogleich auf den Hochmut und Stolz hinüberlenken.

Das Schamhaftigkeitsgefühl in den sogenannten Kinderehrgeiz hinüberzulenken, ist schon hoch gefehlt; denn da fängt ein Kind gleich an, sich als ein vorzüglicheres zu denken denn ein anderes. Es wird leicht beleidigt und gekränkt und weint darum ganz bitterlich; in diesem Weinen gibt es klar und deutlich kund, daß es in seinem Hoheitsgefühle von jemand verletzt worden ist. Suchen nun schwache und sehr kurzsichtige Eltern das beleidigte Kind dadurch zu besänftigen, daß sie, wenn auch nur zum Scheine, den Beleidiger des Kindes zur Verantwortung und zur Strafe ziehen, so haben sie bei dem Kind schon den ersten Keim zur Stillung des Rachedurstes gelegt; und so die Eltern ihr Kind gleichfort auf dieselbe Weise besänftigen, so erziehen sie aus demselben nicht selten einen Teufel für sich und für viele andere Menschen. Wo aber die Eltern klug sind und dem Kind schon frühzeitig stets den größeren Wert in den andern Menschen und Kindern erschauen lassen und so das Schamhaftigkeitsgefühl in eine rechte Demut hinüberlenken, da werden sie aus ihren Kindern Engel ziehen, die später als wahre Lebensvorbilder den andern, gleich den schönsten Sternen in der Nacht des Erdenlebens, voranleuchten und sie erquicken werden mit ihrer Sanftmut und Geduld.

Da aber Kinder nur selten eine solche Erziehung erhalten, durch die ihr Geist in ihrer Seele erweckt würde, so hat dann der erwachsene und zur reineren Erkenntnis gelangte Mensch vor allem darauf zu sehen, daß er sich der wahren und rechten Demut befleißige aus allen seinen Kräften. Bevor er nicht den letzten Rest eines Hochmutsgefühles getilgt hat, kann er weder hier noch jenseits in eine völlige Vollendung des rein geistigen Himmelslebens übergehen.” (Gr.Ev.Joh. IV 83,3-7)

9.4 Kinder keinen Reizungsgefahren aussetzen

„Zugleich aber soll das allen Eltern ans Herz gelegt sein, daß sie ihre erwachsenen Kinder nicht den Reizungsgefahren aussetzen sollen! Denn ein brennbares Material kann leicht in den Brand geraten; wenn aber einmal die Flammen von allen Seiten lichterloh aufschlagen, dann geht es mit dem schnellen Löschen oft gar nicht mehr, und ohne Opfer schlägt keine Flamme auf! Wenn sie gelöscht ist, zeigt sich dann auch bald der Schaden, den sie verursacht hat.

Darum sollen besonders die Jungfrauen wohl gekleidet, aber nie reizend bekleidet einhergehen, und die Jünglinge sollen nicht dem Müßiggange preisgegeben werden; denn der Müßiggang ist stets der Zeuger aller Laster und Sünden.” (Gr.Ev.Joh. III 66,9-10)

9.5 Behütet eure Töchter

„Wer Vater ist und eine Tochter mit einem entsprechenden Äußeren hat, darf rechnen, daß mit ihr, besonders in einer Stadt, oftmals begierliche Unzucht getrieben wird.

Zwar wird man hier sagen: Das tut ja nichts, Gedanken und unausführbare Begierden sind zollfrei. Ich (Johannes) aber setze hinzu und sage: Allerdings, für den Blinden im Geiste, der über die Materie hinaus auch nicht um ein Haar breit zu schauen vermag. Was würde aber ein Vater sagen, so ihm das geistige Auge geöffnet würde und er dann alle diese Wollüstlinge vor sich erblickte, die seine Tochter auf jede erdenkliche Art vor seinen Augen schänden? Das Fleisch der Tochter kann zwar behütet werden. Wer behütet aber ihren Geist und dessen ausstrahlende Sphäre, mit welcher sich diese Fleischbolde in Verbindung setzen und sie in ihre schändliche Sucht verkehren? Meinet ihr, das sei von keinem nachteiligen Einfluß für eure Töchter? Da irret ihr euch gewaltig. Führt ihr eure Tochter öfter auf solche Plätze, wo sie von vielen sinnlichen Augen betrachtet wird, so wird sie in kurzer Zeit sinnlich fleischlich gesinnt werden und heimlich anfangen, eure elterlichen sittlichen Ermahnungen zu bespötteln und zu belachen. Ihr Sinn wird mehr und mehr dahin gerichtet werden, wo sie solche sinnlichen Männer wittert.

Es wird hier vielleicht mancher sagen: Nein, das ist zu arg, eine Übertreibung. Was soll eine unschuldige Begierde oder ein geheimer wollüstiger Gedanke ohne weitere Berührung auf ein fremdes Objekt für eine nachteilige Wirkung haben? Ich sage hierzu nichts als: An Menschen solcher Ansicht und Geistesgewecktheit ist diese Mitteilung ebensowenig gerichtet, wie die Sonne an den Mittelpunkt der Erde. Sodann frage ich diejenigen, die auf dem Gebiet des sogenannten Somnabulismus Erfahrung gesammelt und selbst die Beobachtung gemacht haben, welche störende Wirkung auf magnetische Personen sich nähernde Fleischbolde hervorbrachten, woher diese Wirkung kommt und worin sie ihren Grund hat? Hat doch auch ein solcher ungebetene Gast die Somnabule nicht berührt und dennoch empfindet sie im Augenblick des Eintritts eines solchen Gastes eine krampfhafte und nicht selten schmerzliche Wirkung.

Sehet, der Grund liegt in der sogleich erfolgten schändlichen Herabziehung der geistigen Sphäre der Somnabule. Bei der Somnabule entsteht daraus kein moralisches Übel, weil ihre Sphäre abgeschlossener ist und weil jede Somnabule alles mögliche aufbietet, um einen solchen Gast von sich zu entfernen. Frage: Geschieht das auch im natürlichen Zustande, wo die Sphäre eines jeden Menschen viel ausgedehnter ist und er die Empfindung des Nachteiles in sich nicht wahrnimmt? Fürwahr, die Einwirkung ist im naturgemäßen Zustande noch um vieles Ärger als im somnabulen, aus welchem Grunde auch für dergleichen unkeusche Gedanken und Begierden ein eigenes Gebot gegeben ist, daß sich ein jeder derselben enthalten und entschlagen soll.” (GS II 113,7-12)

9.6 Warnung vor dem Verliebtwerden

„Ich, Johannes, rate, als nun wohlerfahrener, ewiger Diener und Knecht des Herrn allen Menschen, besonders aber den Eltern, daß sie ihre Kinder vor nichts so sorgfältigst warnen wie vor dem sogenannten Verliebtwerden. Wie sehr der Geist darunter leidet, könnet ihr bei jedem studierenden Jünglinge, der sich unzeitigermaßen verliebt hat, schon naturmäßig klar erschauen; denn ein solcher Jüngling ist sicher für seine ganze Lebenszeit verdorben und keines geistigen Fortschrittes fähig. Mag er sonst auch was immer für eine Leidenschaft haben, so könnet ihr sie ihm durch eine gerechte Leitung hinwegnehmen und aus ihm einen ordentlichen Menschen machen. Aber ein gewisses lebendiges Zauberbild, das sich mit dem Geiste einmal verbunden hat, bringet ihr schwerer aus dem jugendlichen Gemüte, gleich welchen Geschlechtes, als einen Berg von der Stelle. Und eben solchen unzeitigen Verliebtwerden liegt größte geistige Unzucht zugrunde; denn Unzucht und Hurerei ist alles, was auf den Betrug des Geistes absieht.

Da aber die Liebe am meisten des Geistes ist, so ist ein Betrug der Liebe oder eine offenbare Verschuldung an dieser der wahren geistigen Unzucht tiefster und unterster Grad oder die eigentliche unterste Hölle.” (GS II 116,11)

9.7 Unschuld und Seelenreinheit der Kinder bewahren

„Wenn die Eltern es verstünden, ihre Kinder also zu erziehen, daß diese ihre Unschuld und Seelenreinheit erhalten könnten nur bis in ihr vierzehntes Jahr, so würden ihnen auch aus den Himmeln Lehrer und Führer unmittelbar gegeben werden; aber da das nun in dieser Zeit unter den besonders angesehenen Juden schon gar nie mehr vorkommt, so haben auch die Lehrer aus den Himmeln mit euren Kindern unmittelbar nichts mehr zu tun.” (Gr.Ev.Joh. VIII 68,11)

9.8 Frühreife Mädchen

„Nehmen wir an eine zarte, frühreife Maid, bloß nur physisch. Sie zählt noch kaum etwa zwölf Jahre, ist aber schon in allen ihren Leibesteilen derart ausgebildet, daß sie das Aussehen eines mannbaren Mädchens hat. Solch eine Maid reizt dann jeden Mann, der nur ein wenig sinnlicher Natur ist, mächtiger denn hundert auch noch so schöne, aber an Jahren reife Dirnen. Eine solche frühreife Maid ist dann ihrem Leibe nach hundert Gefahren ausgesetzt, und es gehört von seiten ihrer Eltern die größte Sorgsamkeit dazu, solch eine zu früh reif gewordene Tochter vor allen den ihren großen Reizen nachstellenden Feinden zu bewahren. Wird sie zu früh einem lüsternen Manne gegeben, so wird sie leicht verdorben in ihrer Fruchtbarkeit; wird sie zu sehr eingesperrt und von aller schlimmen Luft abgehalten, so wird ihr Fleisch, wie man zu sagen pflegt, mockig. Sie wird bleich, zehrt ab und erreicht selten ein nennenswertes Alter. Bekommt sie wenig Kost, und das nur eine Magerkost, so wird sie traurig und zehrt am Ende auch früh ab; wird sie gut genährt, so wird sie noch fetter und unbehilflicher und dadurch träge, so daß ihr Blut bald absteht und sie bald das Aussehen einer Leiche überkommt, was dann ihrem Leibe offenbar einen frühen Tod bringen muß. Das gleiche ist mit einer zu frühzeitigen übertriebenen seelischen Bildung der Fall. Wenn daher Kinder von oft nur wenig Talenten zur Weisewerdung mit einer Strenge angehalten werden, als gälte es die Erhaltung einer Welt, so werden solche Seelen dann matt, weil sie zuvor nicht Zeit hatten, ihren Leib als für alle Fälle brauchbar auszubilden!

Daher braucht alles nach der Ordnung Gottes seine Zeit, und es läßt sich da nirgends ein sogenannter Prachtsprung tun. Bei der Ausgeburt des Leibes aus dem Mutterleibe wird der ewige Lebenskeim als ein Fünklein des reinsten Gottesgeistes in das Herz der Seele gelegt, gleichwie bei der Frucht einer Pflanze, wenn sie die Blüte abgeworfen hat und sich für sich zu wappnen und zu konsolidieren (festigen) anfängt. Ist der Leib einmal ausgebildet, so beginnt die Ausbildung des Geistes im Herzen der Seele. Hier muß dann die Seele alles mögliche aufbieten, daß der Geist in ihr zu keimen beginne, und muß ihm förderlich an die Hand gehen.” (Gr.Ev.Joh. II 217,2-5)

9.9 Regung der geschlechtlichen Triebe

„Gemäß der Aufklärung baut sich dann der geistige Mensch im Innern auf; es regen sich im Jüngling endlich auch die geschlechtlichen Triebe, er sieht sich zum weiblichen Geschlechte hingezogen, das ihm in den Schuljahren gleichgültig, oft sogar verächtlich war. Dieser Trieb, so gefährlich für die entfesselte Natur, ist doch einer der Heilsamsten, denn er zähmet oft die rohesten Leidenschaften eines verdorbenen Kindes, und was Mutter, Vater und Lehrer nicht möglich war, das bezähmt ein Blick aus einem Auge voll Liebe und Seelenglück eines sich dessen nicht bewußten

Mädchens, welches in dieser geistigen Magnetisierung etwas vollbringt, das nur in den Himmeln begriffen, dort einst seine rechte Aufklärung finden, und hier auf dieser Erde nur einen leisen, leider nicht bleibenden Nachklang zurückläßt.” (LGh S.45)

9.10 Kinder vor der Welt verwahren

„Siehe, es ist wohl recht, eine strenge und gute Hauszucht bei den Kindern zu halten, und sehr lobenswert ist es, die Mädchen vor der Welt zu verwahren; aber siehe, hier, wo Ich bin, ist keine gefahrdrohende Welt, sondern ein segenvollster Himmel nur, und den sollst du deinen Kindlein nicht mißgönnen!” (Gr.Ev.Joh. II 112,4)

[— 10 —] Erziehung der Kinder

10.1 Geistige Hausordnung - Winke zur Kindererziehung

„Warum bist du nicht auch so emsig für die Kinder, die Ich dir zum Reinigen gegeben habe, wie du emsig bist in Meinem Worte? Siehe, du bist zu lau für deine Mädchen, darum sie sich wenig aus dir machen. Und da sie listigerweise wohl wissen, daß du ihnen gut trauest und dein Auge für ihrer Herzen Welttätigkeit schläft und du sonst nicht nach ihnen siehst, außer bei einem Bedürfnisse für dich - so haben sie freien, willkürlichen Raum und tun hinter deinem Rücken, besonders mit ihrem Herzen, was sie wollen. Und fragst du sie auch dann und wann um etwas, so sagen sie dir, da sie wissen, daß mit dir sehr leicht auszukommen ist, was sie wollen, nur nicht die Wahrheit - bei wichtigeren Fällen! Und siehe, du bist damit zufrieden; und Ich sage dir, deine Töchter dann auch nicht minder mit dir! Ich sage dir aber, du sollst in deinem Hause eine ganz andere Ordnung einführen! Du sollst dich an jedem Tage wenigstens eine Stunde geistig mit ihnen abgeben und dabei weise liebeernstlich eine sichere ‘Türsperre’ anlegen, willst du dein Haus vor Unglück und Schande verwahren und es so halten, daß Ich nicht genötigt werde, das eine oder das andere deiner Mädchen zur Besserung der übrigen fallen zu lassen oder deine Kinder (gänzlich) der Welt zu überlassen. Siehe, schon jetzt mag Ich nicht in die Zimmer deiner Wohnung gelangen! Was wird’s dann werden, so Ich dein Haus ganz der Welt übergeben sollte? - Das ist’s, davon Ich dir durch den Knecht von Kärnten (Jakob Lorber) einen zu beachtenden Wink geben ließ und dich selbst zu mehreren Malen mahnte, du sollest dich in acht nehmen vor deinem unbekannten Nachbar! - Allein du verstandest nichts davon! Nun, so dir das Wasser schon beim Dache hereinbricht, muß Ich wieder schreien gleich einem Nachtwächter, daß du wachen sollest, damit ihr nicht alle ersaufet! Ich warne dich jetzt auf deutsch, da du noch nicht verstehst Meiner Liebe geistig Wehen! Lasse deine Töchter M., W. P. und I. nicht mehr zu jenem Nachbar und habe ein sorgsames Auge auf sie und dulde nicht die gefährlichen Zusammenkünfte, sonst wirst du dir üble Tage bereiten! Was alles dahinter lauert, das sehe nur Ich!

Willst du aber deine eigenen Kinder mit der Zeit zu Judassen machen, so kannst du es ja auch tun, so dir etwa diese Warnung und ihr Gegenstand zu geringfügig sein sollte. Doch die Folge möchte dir wohl klärlich machen, ob Ich schärfer sehe oder du! Daher ergreife diese ‘deutsche’ Warnung, bevor es zu spät sein möchte! - Versteh es wohl! Amen.” (Hi. II S. 11,1-12,7)

10.2 Das tägliche Stündchen

„Damit du aber doch einmal deine große Blindheit ersehen mögest, daran du ganz allein Schuld bist, wie an der geistigen Verwahrlosung deiner Kinder, so will Ich aus großer Erbarmung dir das Übertörichte deines gegenwärtigen Verlangens ein wenig vor die Augen stellen. Siehe, du beschuldigst Mich einer unbilligen Forderung, darum Ich von dir eine Mir wohlgefällige Erziehung deiner Kinder verlange und dir doch nicht mehr als zwei Augen gegeben habe, mit welchen du kaum deine Ohnmacht und Blindheit zu erkennen wähnst. Ich aber sage dir, erkenntest du solches an dir, dann hättest du Mich hier nicht einer solchen Unbilligkeit beschuldigt, der Ich dir doch allezeit den sichersten, richtigsten und leichtesten Weg vorgezeichnet und nichts weiter von dir verlangt habe, als dich doch wenigstens täglich ein einziges Stündchen in Meinem Namen mit deinen Mägden so recht väterlich liebeernst abzugeben! Also dieses unendlich leichte Kreuzlein willst du auch noch auf Mich schieben, der Ich für dich ohnehin schon von jeher ein weltenschweres Kreuz unausgesetzt bis auf den gegenwärtigen Augenblick zu schleppen habe! - O du bequemer Geist! Es war dir doch nicht zuviel, in der stummen Lust deines Fleisches all die Kinder zu zeugen!

- Aber solche geringe Forderung von Mir zur Tilgung deiner Fleischsünden ist dir ein Mühlstein am Halse!

Sage Mir, ist es dir denn wirklich unmöglich, dich in Meinem Namen täglich mit den Deinen ein Stündchen nur liebeernstlich abzugeben, sie zu belehren und ihre Herzen für Mich zu erwecken? Weltliche Konversation aber mit den Kindern von Seiten der Eltern ist ein Gift für ihre Herzen; ja Ich sage Dir, ein wahres Klapperschlangengift! Und siehe, doch hättest du dazu eher Kraft, Sucht und Begierde, mit deinen Töchtern zu reden wie mit den verteufelten Masken auf einer höllischen Tanzredoute! Da du dich in solchen nicht zu erkennen scheinst, muß Ich dir es schon deutlich unter die Augen reiben, da du durch manche solche läppisch-törichten Gespräche und unüberdacht hingeworfenen Wortschlamm- bröckchen deinen Töchtern bis jetzt mehr geschadet als im eigentlichen, rein geistigen Sinne genützt hast! - Ich könnte dir noch viel mehr des stärksten ‘Zimts’ unter deine Augen reiben! Allein Ich habe dir alle die Fehler schon lange nachgesehen, habe dich schon lange gesegnet. Nur das einzig Geringe, das ‘tägliche Stündchen’, verlange Ich von dir für so viele deiner Gebrechen und Sünden vor Mir, deinem Vater.

Du möchtest jetzt schon des höchsten Himmels Wonne müßig genießen, ohne das dazu erforderliche Kreuzlein auch nur des Tages ein Stündchen lang zu tragen! - Siehe, solches ist aber wahrhaft rein unmöglich! Du mußt das Leichte tun, du mußt darinnen Mir deinen Glauben und deine Liebe lebendig erweisen, willst du zu Mir kommen! Du mußt dich verleugnen, dein Kreuzlein auf deine Schultern laden und Mir nachfolgen!

Siehe, kein anderer als nur allein der Weg des Kreuzes führt zum Leben! - So du aber eine Kreuzesscheue in dir hast, welchen Weg willst denn du hernach gehen, um zu Mir zu gelangen? -Ich sage dir, du wandelst einen bequemen Weg zwar; allein zu Mir führet ein ganz schmaler, unbequemer und oft sehr steiler Pfad himmelwärts bergan! - Beurteile daher den deinen genau und siehe, ob er zu Mir führt? So du es etwa durchaus willst, daß Ich dir auch dieses nur süßleichte Kreuzlein abnehmen solle, wenn es dich denn wirklich so drückt wie ein Mühlstein eine Mücke, siehe, das kann Ich ja auch tun, und das sehr leicht. Ich nehme dir deine Kinder alle zu Mir von der Erde weg und lasse sie hier erziehen durch Meine allerbereitwilligsten Engel!“ Sage, wird dir solche Abnahme deines Kreuzleins wohl auch angenehm und in deinem Vaterherzen recht sein?

Ja, Ich gebe dir noch dazu die teuerste Versicherung, daß sie allda samt und sämtlich besser erzogen werden als bei dir; und alle Meine Lehrengel werden das dir abgenommene Kreuzlein mit übergroßem Danke von Mir annehmen. Und du selbst wirst dich dann allein doch gewiß hinreichend durchschauen können, indessen du es jetzt trotz Meiner so großen Gnade und Erbarmung nicht imstande zu sein vorgibst. Worin besteht denn so ganz eigentlich die ‘unerträgliche Last’ deines Kreuzleins? - Siehe, Ich will sie dir noch einmal ganz darstellen! Diese unerträgliche schwere Last besteht in nichts anderem als da du dich ein Stündchen im Tage liebeernstlich als Vater und wahrer Lehrer über Meine dir wohlbekannten Wege mit deinen erwachsenen vier Mägden abgibst; aber nicht mit ihnen gleich einem weltlichen Liebhaber schäckerst, was sie verdirbt und dir unheimelig und untraulich macht; sondern, wie gesagt, als wahrer Vater, liebeernst! So dich aber deine Mägde also als Vater ersehen werden, werden sie sich auch nicht verbergen vor dir und werden dich wahrhaft achten und durch ihr Benehmen auch deine Achtung zu erstreben suchen, indem du sähest auf ihren Geist, aber nicht auf ihren etwas schön geformten Leib.

Siehe, der Vater ist der erste Mann, den die Tochter als wahren Mann in ihrem Herzen wohlgefälligst und ehrbar erkennen soll. Wenn aber dieser erste Mann vor seiner Tochter in aller Schwäche schmachtet und sie an ihm allerlei Schwächen gewahrt - sage Mir dann, welche Richtung wird dann wohl das Herz der Tochter in Anbetracht der anderen Männer nehmen? - Sie wird die anderen Männer dann alle in gleicher Schwäche erschauen. Und wer aus der Zahl der jungen Männer ihr dann nur ein wenig zusagen wird, den wird sie ohne weiteres Bedenken auch sobald wählen, und zwar in der und aus der inneren, losen Siegesfreude, eine schwache männliche Frühjahrspuppe zu ihren Füßen schmachten und seufzen zu sehen. - Siehe, solches ist auch schon zumeist der Fehler bei deinen Mägden! Sage oder urteile, wie soll Meine Allmacht ihnen da zu Hilfe kommen! Was da für dich wie für deine Mägde hinreichend ist, habe Ich dir treulichst gezeigt.

Eifere sie an zum Guten! - Da einige darunter auch Musik lernen, eifere sie dazu an und betrachte diese Sache nicht als nutzlos und geringfügig bei ihnen. Und dein Wohlgefallen darinnen wird nicht wenig ihre Herzen veredeln und wird sie von vielen anderen, unreinen Gedanken abziehen.

Und wie gesagt, beschäftige dich mit ihnen wenigstens täglich ein Stündchen wahrhaft in Meinem Namen geistig! - Du kannst auch machmal, da sie wohnen, nachsehen, was sie tun! - Siehst du unter ihnen Augendeutereien oder Flüsterworte tauschen, da lasse dir’s nur einige Male gleich laut kundgeben, warum sie also taten; und verweise es ihnen ernstlich und schäckere ja nicht mit ihnen, so wirst du bald sehen, daß , fürs erste, Mein Kreuzlein dir durchaus nicht so schwer ist wie ein Mühlstein einer Mücke; und du wirst dazu auch völlig einsehen, daß Ich nichts Unbilliges in der Tragung dieses Kreuzleins von dir verlange, sondern Ich, der heilige Vater, nur allezeit voll Liebe und Erbarmung bin. Verstehe dieses wohl! Amen.” (Hi. II S. 13,2-18,27)

10.3 Kindererziehung in der göttlichen Ordnung

„O Herr, wie sollen die Kinder erzogen werden, damit sie fähig werden möchten, dereinst Deine Kinder zu heißen? Nun, so schreibe! - Es ist das eine gut und recht gestellte Frage, worauf Ich euch eine vollbestimmte Antwort geben will. Aber sehet zu, so Ich euch ein rechtes Licht hierin gebe, daß ihr getreue Hirten werdet eurer kleinen Herde, die euch gegeben wurde aus der Tiefe, damit ihr sie bringet zur Höhe aller Demut und dadurch auf den Weg alles Lebens durch das leuchtende Feuer Meiner Liebe. Aber es wird euch viel Mühe machen, und diese Mühe soll sühnen eure Fleischeslust, die ihr mit euren Weibern vielfach getrieben habt, wodurch euren Kindern erteilt wurde das Kleid der Hure und ein Denkmal im zerstörten Jerusalem und ein weites und tiefes Grab unter dem Schutte Babels.

Denn sehet, wäret ihr wiedergeboren gewesen aus dem Geiste Meiner Liebe, dann hättet ihr die Jungfrau, die ihr zum Weibe begehrt habt, zuvor reinigen können in den Strömen des lebendigen Wassers, das da in unendlicher Fülle entströmt wäre eurem Wesen. Und so wäre dann eure Ehe eine himmlische gewesen, und eure Kinder (gezeuget in der Lust der Engel, welche ist eine wahre Einung der Liebe mit der Weisheit), wären dann Kinder aus den Himmeln und wären schon zur Hälfte wiedergeboren, darin der Geistessame bald gedeihen würde zur Frucht in der neuen Erde, die da ist gelegt in den großen Gärten des neuen Jerusalems. Und die Erziehung wäre euch zur großen Freude geworden im Angesichte eures heiligen Vaters. Da ihr nun aber eure Ehe geschlossen habt in der Finsternis der Welt, zu verrichten die Werke des Todes und zu zeugen Früchte der Hölle, das da sind eure lieben, verzärtelten Kinder - so ist es auch schwer, der Brut der Schlangen das Gift zu nehmen. Und es kann dies nicht anders geschehen, als durch die gänzliche Abtötung des Fleisches und volle Gefangennehmung des Willens, weil der Eigenwille solcher Kinder ein rein höllischer oder satanischer ist, da auch nicht ein Funke ist, der da wäre ein himmlischer.

So ihr aber meint, Ich sage hier zuviel, da entgegne Ich, prüfet eure Brut und ihr werdet nichts finden als Eigenliebe, Neid, Zorn, Trägheit, Unlust gegen alles Ernste und einen heimlichen, entschiedenen Widerwillen gegen alles Göttliche, weshalb sie nur durch Strafen oder (welt-) sinnliche Belohnungen können bewegt werden, irgend einige magere Sätze aus den harten Katechismen zu erlernen.

Und nun denn, so ihr solches bei euren Kindern gefunden habt, dann saget und bekennet offen, daß Ich euch das nun nur aus Meiner übergroßen Liebe des Heils eurer Kinder und eurer selbst wegen sage, daß eure Kinder wahre Kinder der Hölle sind! Wollet ihr nun aus eurer Brut neu zeugen Kinder der Liebe, so müsset ihr blind sein gegen eine niedliche und geschmeidige Fratze und taub gegen jeden ihrer (törichten) Wünsche und müsset schon frühzeitig gefangennehmen jeden Funken ihres bösen Eigenwillens, damit da Raum werde für Meine Liebe und für einen neuen Willen daraus. Alles, was die Kinder (starrsinnig) begehren, müsset ihr ihnen versagen, und wäre es auch Gutes, damit nicht der ihre, sondern euer Wille lebendig werde durch die Ergebung und den gerechten und heilsamen Gehorsam in ihren Herzen.

Strafet allezeit den Eigensinn und den Unwillen, die Trägheit, die Unlust zum Göttlichen, vorzüglich aber eine sich heimlich im Herzen aufhaltende Geringachtung heilsamer Ermahnungen sowie Meines Namens und alles darauf bezug Habenden. Beim Rechttun belobet nicht und noch weniger belohnet die Kinder! Saget ihnen freundlich ernst, daß sie ein Werk des neuen Willens ausgeführt haben, worüber der Vater im Himmel schon eine kleine Freude habe. Und hat ein Kind aus eigenem Antriebe in einer pflichtfreien Zeit als Erholung des Leibes etwas getan, das da scheine, als wäre es etwas Gutes, dann fraget es ja haarklein aus, was es dazu bewogen habe. Und habt ihr es bis auf den Grund erfahren, ob es aus Eigenliebe, oder aus Liebe zur Pflicht, oder aus Liebe zu euch, oder aus Liebe zu Mir geschehen ist, so richtet danach allezeit euer Miß- oder Wohlgefallen. Aber mit euren Liebkosungen seid sparsam wie der Winter mit den warmen Tagen, damit die Fruchttriebe nicht zerstört werden in einer folgenden Versuchung, gleich den Blüten des Frühlings durch einen späteren Reif. Jedoch lasset häufig kalte Winde wehen, damit die Pestluft und die jungen Herzen zur Wohlfahrt des Geistes gereiniget werde.

Die Knaben lehret blindlings gehorchen und lasset sie die Ursache des Gebotes in Meiner Liebe erkennen. Und bestrafet deren Neugierde und zu große (zuchtlose) Spielsucht und weiset sie strenge zur Ruhe. Die Mädchen aber haltet daheim und lasset ja nicht auch nur die allerleiseste (unziemliche) Begierde in ihnen wach werden, sei es in was immer. Und willfahret ja nie auch nur im allergeringsten irgendeinem Wunsche, bevor euch nicht klar geworden die geheimste Quelle desselben.

Hütet sie sorgfältigst vor Zusammenkünften mit fremden Kindern, die eine Welterziehung genießen, sonst habt ihr selbst schwere Hagelwolken zusammengezogen. Und da wird nicht eine Ähre des Weizens verschont bleiben.

Mit dem Alter gehe auch eure gerechte Strenge siebenfachen Schrittes vor.

Höret eure Kinder lieber weinen in der Kränkung (Dämpfung) ihrer verderblichen Eitelkeit als frohlocken in ihren allezeit hochmütigen Weltfreuden, damit ihr gleich werdet den Engeln im Himmel, die große Freude haben an den (reuig) Weinenden der Welt. Ein zorniges Mädchen soll fasten siebenmal so lange, als ihr Zorn gedauert hat, damit sie sanft werde wie eine Taube. Eure Liebe sei ihnen verborgen, wie Ich euren Augen, damit die neue, zarte Frucht nicht ersticke in der Hitze eines unzeitigen Feuers. Und (in dem Maße) wie die Frucht sich zeiget, die aus den neuen Samen des Himmels sproßt, und fester und fester wird, und (wie) sicht- und sichtbarer wird in ihren Herzen die wahre, reine Liebe zu Mir und daraus ein werktätiger Glaube, so auch öffne sich euer Herz in verständiger Liebe zu den (geistig) neugeborenen Kindern. Sehet, das ist der Weg des Lebens für eure Kinder! Und das ist der einzige, und außer diesem gibt es keinen, wie es außer Mir keinen Gott mehr gibt. Wer ihn wandeln will, der wird Segen finden und erkennen, daß er aus Mir ist. - Wer aber tun wird nach dem Buche der Welt, der wird auch da seinen Lohn sicher finden bei dem Fürsten der Welt im Pfuhle der Ewigkeit.” (Hi. I S. 35,1-18)

10.4 Über Kindererziehung

„Es ist eine alte Sache, daß Kinder erzeugen und sogar selbe gebären viel leichter ist, als solche gerecht erziehen. Bei ersteren beiden Akten ist Meine Hilfe und Mein Zulassen der Hauptfaktor, bei dem letztem aber überlasse Ich das meiste den Menschen selbst, weil Ich, in dem Ich den Eltern eine solche kleine Pflanze Meines geistigen Gartens übergebe, ihnen indirekt auch dabei Gelegenheit verschaffe - erstens ihre eigenen guten Eigenschaften in die Kinder zu verpflanzen, die bösen eigenen dort zu vermeiden. und endlich für sich selbst eine Schule der Geduld und Resignation durchzumachen, welche ihnen mehr zu Gute kommt, als den Kindern selbst. Und so, wenn Ich Eltern Kinder schenke, ist es mehr um der Forterziehung der Eltern für Mein Reich halber, als der Kinder wegen, die dann - auf Mir nur bekannten Wegen - ihre neue Laufbahn mit deren Freuden und Leiden auch durchmachen müssen, wie jeder auf Erden Geborene.

Damit aber diese Kinder nicht so ganz in vernachläßigtem Zustande in die Welt hinausgestoßen werden, so liegt es eben den Eltern ob, ihnen diese körperliche und geistige Unterstützung zu geben, die sie selben schuldig sind, weil die Kinder ja ohne das Zutun der Eltern gar nicht auf die Welt gekommen wären.

Nun diese Erziehung der Kinder, besonders die geistige, wird oft durch übergroße Strenge und übergroße Liebe verdorben, und auf die eine oder andere Weise solch zartes Pflänzchen einer höhern Geisterwelt wenigstens auf so lange vom rechten Wege abgeleitet, bis Ich, aber nur durch energische Mittel, den krumm gewachsenen Baum wieder gerade aufrichte, damit seine Äste, Blätter und Blüten der Licht- und nicht der Schattenseite des geistigen Lebens zugekehrt werden.

Um also ein Kind erziehen zu wollen, nach dem Mir wohlgefälligen Sinne, muß man nicht dem Kind eine Gedanken- oder Ideenassoziation aufdrängen, die ja nur der reifere Verstand beim Erwachsenen hervorbringt, und das erst nach vielen traurigen Erfahrungen, sondern, um die Kinder etwas zu lehren, und es ihnen begreiflich zu machen, muß man ihre Sprache, ihre Denkungsweise annehmen, sich mit ihnen auf gleiches Niveau setzen, damit sie das begreifen lernen, was sie später als Gesetz anerkennen sollen. Ebendeswegen ist der erste Grundsatz: Wollt ihr Kinder erziehen, werdet zuerst selbst Kinder! -

Das Kind hat Neugierde, will alles wissen, fragt bei allem um das Warum. Um diese Fragen zu beantworten, müssen die Eltern in Kindessprache antworten, den Kindern nicht allein befehlen, du sollst das oder jenes tun, sondern es ihnen - aber wohlgemerkt, auf eine ihnen begreifliche Weise nachweisen, warum das oder jenes verboten oder erlaubt ist.

Die Eltern müssen aber auch stets dabei mit dem Beispiele vorausgehen, denn wenn das Kind seine eigenen Eltern nicht befolgen sieht, was ihm geboten wird, wie soll es dann den Lehren Glauben schenken, die ihm oft unter allen Androhungen geboten werden. In dieser Hinsicht also mit Liebe und Vertrauen zu Werke gegangen, dieses wird auch bei den Kindern nicht Furcht vor Vater und Mutter, sondern die nämlichen Triebe gegen selbe erwecken, mit welchen man ihnen entgegenkam.

Daß aber in dieser Art zu erziehen, die Liebe manchmal zu blind, oder die Strenge zu groß ist, geht aus dem Fehler hervor, weil die eigenen Eltern nur andere bessern wollen, und ganz vergessen, wie sie selbst erzogen wurden, wo sie jetzt im erwachsenen Zustande wohl beurteilen können, was in ihrer Jugend recht und was unrecht angewendet war. In der Vergangenheit liegt immer der Schlüssel der Zukunft und das Wort gegründet: ‘Was du nicht willst, daß man dir tu, das füge auch nicht andern zu!’

Also deswegen, Meine lieben Kinder (als Eltern), denket an eure eigene Jugend zurück; dort werdet ihr die Lösung der Frage wegen der Erziehung eurer Kinder finden; lasset euren Kindern angedeihen was auch euch zu Besten war, und vermeidet bei ihnen, was auch vielleicht bei euch bis heute noch bittere Erinnerungen zurückgelassen hat! Verbindet Strenge mit Milde, lasset die Liebe walten, aber vergesset dabei nicht, daß Liebe sehr leicht ausartet, zu weich, zu nachsichtig wird, und Strenge nie zur Liebe, sondern nur zur Furcht und zu Mißtrauen führen muß!

Sehet Mich an, wie erziehe Ich denn Meine Kinder? Denn ihr müsset annehmen, daß auch ihr so unmündig und kurzsichtig und unerfahren seid im Vergleich zu Mir, wie eure Kinder zu euch. Sehet, Ich gebe euch Worte, die ihr verstehen könnet, Lehren, die ihr begreifen, ausführen könnet und die euren Kräften angemessen sind. Ich spreche nicht mit euch aus Meiner höchsten Weisheit, denn das wären spanische Dörfer für euch (wie ihr zu sagen pflegt). Ich rede mit Meinen Kindern kindlich, weil Ich Liebe und Vertrauen in ihnen erwecken will; daß sie Mich nicht als Vater fürchten, und vor Meinem Erscheinen zittern, sondern daß sie vertrauensvoll sich von Meiner Hand leiten lassen, und sogar das Unangenehme und Bittere, was ihnen auf ihrer Lebensbahn begegnet, nicht als Strafe von Mir, sondern höchstens als Folge eigener Fehler ansehen lernen. So müsset auch ihr eure Kinder erziehen, ihnen mit Ruhe begreiflich machen, was nicht erlaubt, nicht möglich, warum es nicht erlaubt, nicht möglich, und am Ende ihnen selbst schädlich ist, und noch schädlicher werden kann! Lehrend müsset ihr eure Kinder dahin leiten, wohin ihr selbst gelangt seid! Das Kind muß den Vater oder die Mutter als ersten aufrichtigsten Freund erkennen, der nie etwas anderes wollen kann, als sein Bestes!

Auf diese Art werdet ihr nach und nach die Kinder zu guten Menschen erziehen, und so auch sogar eine Züchtigung nötig sein sollte, so wird das Kind selbe so aufnehmen, in welchem Sinne sie gegeben wird, da es selbst schon im Voraus weiß, das es selbe verdient hat. Es ist beim geistigen Leben eines kindlichen Herzens wie bei den Speisen im Magen; zu süß oder zu bitter und sauer erzeugen den nämlichen Effekt, beide schwächen das Verdauungsvermögen, das eine durch Erschlaffung, das andere durch Überreizung. So ist es auch durch Anwendung von zu vielen Liebesbezeugungen oder Anwendung zu großer Strenge; ersteres verwöhnt die Kinder mit lauter Gutem, wo sie dann das geringste Unangenehme nicht ertragen wollen, und letzteres stumpft am Ende die Seele so ab, daß ebenfalls - wie bei zu großer Überreizung - die Gleichgültigkeit gegen alles das Endresultat ist! - Trachtet also, den Mittelweg beizubehalten, versüßet nicht durch zu große Zärtlichkeit den Kindern das Leben, denn ihr wisset es aus Erfahrung selbst, daß das Leben im Ganzen wenig Trostreiches bietet, wenn der Mensch nicht im Innern eine unversiegbare Quelle des geistigen Schatzes hat; gewöhnet selbe vielmehr an Entbehrungen lehret sie aber das ‘Warum’, damit sie den Grund einsehen zuerst sich Opfer aufzuerlegen euch zu lieb, und später dann begreifen zu lernen, daß alles dieses euch wenig, ihnen selbst aber das meiste gefruchtet hat.

Es liegt in der menschlichen Natur, als geistigem Wesen, begründet, daß man zuvor einsehen lernen muß, warum das eine oder das andere getan, oder vermieden werden solle; denn ohne dieses erste Vernunftgesetz entwürdigt sich der Mensch zur Maschine, verliert seine geistige Individualität, und ebensowenig als Ich Meine Kinder zu Maschinen machen will, was Ich doch leichter könnte, als wie ihr, ebendeswegen erziehet auch ihr eure Kinder so, daß sie geistig kräftig emporwachsen, Liebe, Sanftmut, Vertrauen und alle Tugenden sich eigen zu machen, die ihr selbst als die höchsten schätzet. Nur auf diese Art erziehet ihr euch künftige Freunde für euer späteres Alter, und dankbare Herzen.

Nehmet ein Beispiel an Mir, mit wie viel Liebe und Geduld führe Ich die Menschen, lasse Gnade für Recht ergehen, sehe geduldig zu, wie die armen, verirrten Menschen sich alles mögliche Unangenehme selbst zuziehen, an dessen traurigen Folgen sie dann selbst schuld sind, sie aber gewöhnlich glauben, als hätte Ich sie gestraft! - Überall leite Ich durch Liebe, sehet euer eigenes Schicksal, welch’ unmündige, blinde und verirrte Kinder ihr selbst waret! Sehet zurück, wie habe Ich euch geleitet, war es mit Strenge, mit Zorn, mit Befehlen? - Gewiß nicht; es war mit Liebe, mit väterlichen Mahnungen. Manches legte Ich euch ins Herz, wo ihr am Ende nicht Mir, sondern euch selbst die Schuld geben mußtet, wenn es nicht so ausfiel, wie ihr gehofft.

Und wenn ihr über dies Geschehene, Erlittene nachdenkt, habt ihr das Vertrauen oder die Liebe verloren? Nein, sondern seit Ich Meine Worte euch angedeihen ließ, seit Ich euch erkläre, beweise, daß alles, wenn auch bitter, doch zur großen Genesung, zur großen Weiterreise im ewigen Jenseits gehört, - jetzt hänget ihr noch mehr an Mir, wie zuvor, denn das Vertrauen, die schönste Blume der Liebe - blüht in euren Herzen, mit Zuversicht ergebet ihr euch Meinen Fügungen, weil ihr überzeugt seid, ein Vater kann nicht strafen, sondern - wenn es auch den Anschein der Strafe hat - nur liebend bessern! - So haltet es auch bei euren Kindern, mäßiget die zu große Liebe und Nachsicht, sowie auch die Strenge!

Bedenket, es sind Kinder, nicht Erwachsene, die ihr erziehen müsset, sprechet mit kindlichen Worten zu kindlichen Herzen, und das Kind wird euch verstehen; seid nicht immer in Hader und Streit miteinander, vergebet auch ihr euch, wenn euch von Mir vergeben werden solle; verlanget nicht von den Kindern, was ihr selbst noch nicht fähig seid, das ist - daß die Kinder sich in ihrem Ungestüme zähmen sollen in ihrer Jugend, was ihr im reifen Alter nur zur Not vermöget! - Messet nach eigenem Maße und gebet noch die Unerfahrenheit und größere Lebenstätigkeit, aber kleinere Überlegungskraft der Kinder als Zuwage, und ihr werdet erstens zwischen euch beiden die Harmonie der Seelen wieder herstellen, und dieses Friedensleben wird sich auch auf das Leben mit euren Kindern übertragen.

Sehen die Kinder ihre Eltern in Fried und Eintracht miteinander leben, so werden auch sie unter diesem Einflusse weder bei dem einen noch beim andern Schutz suchen wollen, wenn die gerechte Rüge wegen unrechter Tat sie trifft, sie werden das Verdiente stillschweigend annehmen, weil sie wissen, die Belehrung oder Mahnung, die ihnen von euch beiden geworden, war eine verdiente.

Ich habe euch Kinder gegeben, damit ihr euch in den Tugenden der Nachgiebigkeit, Sanftmut und Toleranz üben sollet, und eben diese Schule führt (sie und) euch vorwärts, Meine Kinder zu werden, die Ich ebenfalls auch nicht anders erziehe, als wie ihr die eurigen zu erziehen habt, d.h. mit Liebe und nur mit Liebe! - Dieses merket euch und bedenket es wohl, sehet zuvor den Balken im eigenen Auge, ehe ihr daran denket, den Splitter im fremden Auge auszuziehen! Dieses mit Meinem Segen euch beiden! Amen.” (Lebensgarten/Lw S. 164-168 )

10.5 Vom Spielteufel und der modernen Erziehung

„Eine andere Art Menschen hat schon von Jugend auf, was gewöhnlich ein großer Schnitzer in der Erziehung ist, einen besonderen Hang zu allerlei Spielerei; sie können die Zeit nicht anders zubringen als bloß mit Tändeln und Spielen. Dieser Hang zum Spielen wird von seiten kurzsichtiger und dummer Eltern dadurch geweckt, daß sie schon den kleinen Kindern fortwährend eine ganze Menge sogenannter Kinderspielereien anschaffen, um die Kinder durch derlei Spielzeug, wenn sie noch sehr klein sind, zum Stillschweigen zu bringen, und wenn die Kinder etwas erwachsener sind, sie durch eben ein solches Spielzeug zu einer Tätigkeit anzuleiten.

Behufs solcher Kinderspielereien gibt es in den Städten sogar eigene Handlungen, und noch mehr: es gibt sogar Märkte, wo dergleichen Dummheiten in möglichst verschiedener Auswahl nicht selten unter den skandalösesten Formen zum Verkaufe geboten werden. Sehet, da haben wir eine Quelle und wieder einen neuen Weg, auf welchem die bösen Seelen abgeschiedener Menschen in das Fleisch solcher Kinder gelangen.

Was wird wohl die Folge davon sein? - Diese Kinder schon werden von diesen in ihnen wohnenden Geistern dahin angetrieben, stets mehr und nur stets mehr Spielzeug zu besitzen; ja mancher Eltern Kinder haben so viel Spielzeug, daß dieses schon ein tüchtiges Kapital ausmacht. Die Kinder vertiefen sich endlich in diese Spielerei und haben beinahe keine Rast und Ruhe, etwas anderes zu denken als nur an ihr Spielzeug. Die Knaben haben Reiter, hölzerne Reitpferde, papierene Soldatenhelme, blecherne Schießgewehre und Säbel; wenn sie aber herangewachsen sind, wollen sie die hölzernen Pferde in lebendige umgestaltet haben, und statt der blechernen werden wirkliche Gewehre beigeschafft, - denn es ist ja notwendig, daß ein junger Mensch vor allem tanzen, reiten, fechten und schwimmen lernt. Auch eine Übung, mit Pistolen zu schießen, kann nicht schaden. Nebst dem versteht sich von selbst, daß ein junger Mensch cavalierement - wie ihr zu sagen pflegt, -bevor er noch seine Muttersprache kennt, auch ein paar moderne fremde Sprachen würgen lernt, natürlich sich dabei auch im Modejournal auskennt, die Glacehand- schuhe schon in der ersten

Jugend sich so fest an die Hand zu pressen gewöhnt, daß die Finger darin wie Prügel steif sind! Und glücklich der, der schon als Knabe auf einem Kinderballe den ersten Vortänzer machen kann, worüber die Eltern eines solchen Genies manchmal beinahe vor lauter Entzücken krank werden und viele Freudentränen vergießen, welche Tränen freilich als aufgelöste Spezifika bei der Seele jene merkwürdige Wirkung verursachen, welche darin besteht: weil eben diese Tränen so einen lächerlichen Abschied von den Augen nehmen mußten, so suchen sie hernach bei den Ohren derselben Seele ihre Zuflucht, wodurch aber eben die Ohren an der ungewöhnlichen Verlängerung sehr stark zunehmen.

Aus solchen, nicht hoffnungsvollen, sondern hoffnungslosen Söhnen solcher wahrhaft mehr als eselhaften Eltern werden Gecken, die nichts wissen, weil sie nie etwas gelernt haben, was die guten Verstandeskräfte ihrer Seele nur im geringsten hätte bereichern können.

Damit aber ein solcher Geck vollkommen wird, so muß er auch schon in frühester Zeit seines Lebens alle noblen Spiele radikal verstehen, worüber in der Zeit sogar die allernnützlichsten - für die Hölle nämlich, das versteht sich von selbst - Anleitungen und sogar philosophische Betrachtungen geschrieben und gedruckt vorhanden sind.

Geschichte wäre freilich besser, auch die Geographie; denn vom Evangelium - da seien wir lieber still! Denn der Welt kann man nur einen weltlichen, aber keinen göttlichen Rat erteilen. Geschichte und Geographie würden solche Leute doch wenigstens dem Göttlichen näher bringen, während sie durch oben gezeigte moderne Erziehung an Haut und Haaren ohne Gnade und Pardon schnurstracks der untersten Hölle zugeführt werden. Und das ist alles Folge des schon in frühester Jugend eingewurzelten und das Fleisch in Besitz genommen habenden Spielteufels, welcher zu den allerhartnäckigsten gehört; denn er vereinigt in sich Spielsucht, Gefallsucht, fortwährende Unterhaltungssucht, materielle Gewinnsucht und mit ihr verkappte Herrschsucht. Dieser Teufel ist am allerschwersten aus dem Menschenfleisch hinauszubringen und geht beinahe auf keine andere Weise hinaus, als wie er gegangen ist beim Judas Ischariot, der noch bei weitem besser war als der beste gegenwärtige Modegeck. Gleicherweise wird auch das weibliche Geschlecht dergestalt verbildet, daß nicht selten schon die Seele eines zwölfjährigen sogenannten Fräuleins gerade so aussieht wie ein Proteus. Ein solches Fräulein ist schon in der Wiege eine Modistin; denn zu dem Behufe bekommt sie schon mehrere Kinderspielpuppen damit sie dieselben frisiert, neue Kleider macht und ihnen auch gewisse Haltungen geben lernt, wie sie solche in irgend einem Journale erblickt. Daneben muß sie freilich auch schon entweder französisch oder englisch zu reden anfangen, wo vom Beten noch lange keine Rede ist; auch der Tanzmeister bekommt bald Beschäftigung, darauf der Klavier- und Zeichenmeister.

Auf diesem Wege wird mit rechter Handhabung instruktorischer Methoden aus dem Wiegenkinde, das sich kaum noch selbst zu schneuzen imstande ist, zuerst ein Wunderkind, und wenn ein solches Mädchen nur fünf Spannen lang geworden ist, dann ist es schon ein Engel, wenn nicht gar eine Göttin.

Es versteht sich von selbst, daß der Katechet nicht der Religion wegen, sondern nur des bon ton (guten Tones) wegen in einem solchen Großhause den Hofmeister spielen muß.

Wird ein solches Mädchen dann etwa mit 13 oder 14 Jahren reif, dann wird es auch schon nach dem großen Modejournal geputzt und in die sogenannte große Welt eingeführt, bei welcher Gelegenheit es natürlich wieder Freudentränen bei den Eltern gibt, wenn so eine zum ersten Male in die große Welt eingeführte Tochter Beifall in derselben gefunden hat.

Diese Tochter kennt zwar, trotz des katechetischen Hofmeisters, oft nicht einen Text aus der Schrift, auch das Vaterunser und die Zehn Gebote nicht; denn das Beten ist ja etwas Gemeines und gehört nicht in die eigentliche sogenannte haute volee (vornehmste Gesellschaft). Da wird nur zuerst auf die Stellung, auf den Gang, auf die Haltung beim Gange, ob diese journalmäßig ist, dann auf ein hübsches Gesicht, auf einen stark bloßgegebenen Nacken, zarte, weiße, weiche und runde Hände und womöglich noch mehr auf einen ziemlich (d. h. geziemend umfangreich, oder: von einem solch kleinen Umfange, wie es sich für eine vornehme Dame geziemt) umfangreichen Fuß gesehen, und auch, ob so ein Mädchen in der edlen Koketterie bewandert ist, - und natürlich, daß ihr Anzug, wie man zu sagen pflegt, sehr gewählt ist. Unter solchen Umständen ist dann ein solch weibliches haute voleeisch-modernes Prachtexemplar fertig.

Wie glücklich, wähnt da mancher Esel, wäre er, wenn er so ein weibliches Prachtexemplar zum Weibe bekommen könnte! Ja wohl, glücklich wäre ein solcher Esel; denn ein solches Prachtexemplar könnte ihn in kurzer Zeit zu der höchst nüchternen Überzeugung bringen, daß er fürs erste wirklich ein großer Esel war, und fürs zweite, daß sein entzückendes weibliches Prachtexemplar nichts als ein übertünchtes Grab war oder eine von außen vergoldete Bildsäule, deren inwendiges Holz nicht einen Groschen Wertes in sich faßt. Was aber ist wohl die Ursache solcher Entartung? - Die Ursache ist schon oben gezeigt: sie ist das Besessensein von einem sogenannten Spielteufel, der sich mit der Menschheit das zu machen erlaubt, was die Kinder, besonders Mädchen, mit ihren Puppen machen. Wäre es denn nicht besser, wenn schon Kinder Spielereien haben müssen, daß man ihnen solche Sachen zum Spielzeug gäbe, die in einer oder der anderen Beziehung auf Meine Kindheit auf der Welt Bezug haben? Dadurch würde den Kindern ein guter Trieb eingepflanzt, und sie würden, wenn sie mehr erwachsen sind, sich um nähere Daten und Begebnisse freudig erkundigen, was alles ihr Spielzeug vorstelle und zu bedeuten habe. Unter solchen Umständen hätte dann ein wahrer Katechet sicher eine sehr erfreuliche Arbeit in der Anlegung eines jungen Weingartens und würde auch bald erstaunliche Früchte ernten. So aber ist hier der ganz umgekehrte Weg. Statt für den Himmel wird das Kind schon in der Wiege für die Hölle eingeschult, welche dann am Ende auch triumphiert.

Von diesem Kaliber werden die meisten der Hölle zugeführt; denn solche Menschen halten sich für sehr gut, gerecht und nach ihren Begriffen für die Welt vollkommen tugendhaft, - daher da an eine Besserung auch nie zu denken ist. Solche wäre nach dem Begriffe solcher Menschen nur ein Rückgang und eine Verschlimmerung ihrer feinen Sitten.

Ein Dieb und ein Mörder kann Reue fühlen; ein Hurer, Ehebrecher und auch ein Säufer kann durch gewisse Umstände dahin geleitet werden, daß er seine große Torheit einsieht und man zu ihm sagen kann: -Deine Sünden sind dir vergeben; gehe aber hin und sündige nicht mehr!” Was sollte man aber zu dieser feingebildeten, hochmütigen, überaus stolzen hohen Welt sagen? Sie hält sich für gerecht, für überaus zivilisiert und hält die Gesetze des feinen Tons und Geschmackes; sie unterstützt auch die Armut, wenn es der feine Geschmack erlaubt, geht auch in die Kirchen - zu der Zeit natürlich, in welcher sich darin bloß die elegante Welt einzufinden pflegt -, wohnt auch einer Predigt bei, wenn der Prediger ein Mann von feinem Geschmacke ist und so hübsch theatralisch seine Predigt vortragen kann, natürlich auch eine angenehme Stimme hat und eine hübsche Person ist. Von der Predigt wird freilich nicht viel gemerkt; ist sie aber dem feinen Tone und Geschmacke angemessen, so kann sie der Prediger dann ja ohnehin in einem zierlichen Duodezformate (Zwölftelformat) durch den Druck herausgeben, sie einer großen Dame dedizieren (widmen), wo dann diese Predigt dem Prediger wenigstens einige Dukaten, manchmal auch eine höhere Anstellung, und dem Buchhändler - nicht etwa der Predigt, sondern des guten Geschmackes und der noblen Dame wegen, der so etwas gewidmet ist, einen recht erklecklichen Absatz, freilich nicht zum Wiederlesen, sondern nur für eine zierliche Hausbibliothek, zuwege bringt.

Aus dem aber geht hervor, wie schwer oder gar nicht solche Menschen gebessert werden können; denn bei denen ist im Ernste wie ihr zu sagen pflegt - Taufe und Chrisam verloren. Es wird in der Geisterwelt sehr viel brauchen, um solche Menschen auf den Weg des Lebens zu bringen; denn solchen Menschen - ihr sollt es kaum glauben! - ist Mein Name zum Ekel, und Ich Selbst bin für sie so gut wie entweder gar nicht oder höchstens wie ein armseliger Moralist der alten Zeit, welche Moral aber jetzt keinen Wert mehr hat, weil man in Paris eine viel bessere erfunden hat.

In der geistigen Welt, wohin natürlich die Pariser Modejournale nicht mehr dringen, geht dann freilich ein anderer Wind. Er ist zwar ein Gnadenwind, riecht aber für solche Seelen ärger als die Pest; daher fliehen sie schon lange zuvor von der Stelle, an der sie etwa doch von solch einem Gnadenwind begegnet werden könnten. - Ich sage euch:

Aus dieser Klasse Menschen werden viele in das A...loch des Satans gelangen, was soviel heißt - als in jenen letzten Unrat der Materie, welcher als Umfassung mit seinem Zentrum die euch schon bekanntgegebene letzte Reise machen wird.” (EM 60)

10.6 Gefährliche Kinderspielereien

„So können die Eltern ihre Kinder nicht oft genug und hinreichend wirksam vor diesen und jenen Spielereien, die oft sehr gefährlich werden können, warnen; da kommen wir (Engel) mit unserer himmlischen Schlimmheit und machen, daß sich solche Kinder bei ihren verbotenen Spielen recht empfindsam beschädigen, ja manchmal lassen wir es sogar darauf ankommen, daß dabei ein oder das andere Kind den Ungehorsam sogar mit dem Tode bezahlen muß, zum abschreckenden Beispiele für die andern. Die Kinder werden dadurch abgeschreckt, bekommen endlich eine große Furcht vor den verbotenen gefährlichen Spielen und kehren nicht mehr zu denselben zurück. Es tritt dann bei ihnen der Spruch als wirkend ein: ‘Ein gebranntes Kind fürchtet das Feuer!’ (Gr.Ev.Joh. II 165,9)

10.7 Vom Zorn und Eigensinn

„Im Knaben oder Kinde schlafen noch alle Leidenschaften, höchstens der Eigensinn und der Zorn sind es, die sich kundgeben; es sind dies die ersten Schmarotzer-Pflanzen, die sich um den jugendlichen Lebensbaum ranken, sich an ihn klammern, und wenn nicht frühe Hilfe zur rechten Zeit dazutritt, den ganzen Baum seiner Kräfte berauben, seine Säfte und Kräfte in die der beiden Unkrautpflanzen verwandeln, und dann den mit diesen Eigenschaften aufwachsenden Menschen gänzlich verderben, indem er als Sklave dieser Leidenschaften beinahe auf allen geistigen Fortschritt Verzicht leisten muß, und viele Unannehmlichkeiten sich und anderen bereitet, die mit ihm in Berührung kommen.

Eigensinn und Zorn sind einige der mächtigsten Eigenschaften der satanischen Natur; denn der ersten wegen will der Satan nicht auf den Weg zu Mir einlenken, und wegen der zweiten Eigenschaft kann er keiner leisesten Spur von Liebe in seinem Herzen Eingang geben, die ihn, statt wilder, sanfter machen würde.

So geht es dem Knaben, da gar oft dumme Eltern, statt diese beiden Eigenschaften mit aller Gewalt zu bekämpfen, dieselben noch unterstützen, glaubend, wenn man dem Kinde nicht gibt was es will, man ihm an der Gesundheit schade, oder mit der leichtfertigen Ausflucht gleich bereit sind - ‘das Kind versteht es ja nicht, was es will; wenn es größer wird, wird es schon anders werden!’ Törichte Eltern! Ja es wird anders werden; das, was es als Kind mit Tränen und unartikulierten Lauten ausdrückte, wird sich später in lieblose und kränkende Worte gegen euch verwandeln, dann mit dem Wachsen des Kindes und eurem Abnehmen vielleicht in tätliche Handlungen ausarten, wo ihr eure schöne Aussaat wieder zurückbezahlt erhalten werdet, wie ihr es verdient habet.” (Lgh S. 44, 4. Aufl.)

“Alle Leidenschaften und Tugenden schlafen ruhig den Schlaf der Gerechten, bis andere Zustände sie zur Trennung und zum Kampfe aufwecken, wo dann ebenso beim Mädchen der Eigensinn und der Zorn die ersten bösen Eigenschaften sind, die sich kund geben, wie wir es beim Knaben gezeigt haben.

Was Ich dort über diese beiden Triebe gesagt, das gilt auch nun beim Mädchen; nur ist hier der Eigensinn eine noch gefährlichere Leidenschaft beim Mädchen, als beim Knaben, indem der Knabe im späteren Alter doch mehr Willenskraft besitzt, denselben eher zu bändigen, während das Mädchen, schwächer, nicht dem Reize widerstehen kann, und auch noch leichter in all ihrem Tun deshalb bestätigt wird, weil es als das schwächere Geschlecht überall Nachgiebigkeit findet, welche Nachgiebigkeit gegen seinen Trotz aber später der Jungfrau und Mutter böse Stunden bereiten wird, indem sie alsdann mit dem anderen Geschlechte in Berührung kommt, das von Mir selbst bestimmt wurde zu herrschen, und nicht beherrscht zu werden. Soviel also über diese beiden Eigenschaften.

Wer Kinder zu erziehen hat, der beachte wohl diese beiden Giftkräuter, die, so sehr das Weib geschaffen ist, überall, wo es nur auftritt, den Frieden und Segen zwischen aufgeregten Gemütern herzustellen, ebenso im Gegenteile den schönsten Himmel zur Hölle verwandeln kann, wenn das Weib diese bösen Eigenschaften zu bezwingen nicht die Kraft hat, woraus dann die schlimmsten Folgen erwachsen, nicht nur füt das eigensinnige und zornmütige Weib selbst, sondern auch auf Kind und Kindes-Kinder, wie ein krebsartiger Schaden sich fortpflanzt.” (LGh. S.58-59)

10.8 Fasten bei kindlischen Zornausbrüchen

„Wird aber bei einem oder dem andern (Kind) trotz all der Vorsichten bemerkt, daß nicht selten Gemütsaufbrausungen vorhanden sind, da ist eine zweckmäßige Strafe nie zu versäumen, welche jedoch nicht so geschwind mit Schlägen sondern viel wirksamer und gedeihlicher mit zweckmäßigem Fasten bei der Hand sein sollte; denn nichts heilt den Zorn besser als der Hunger, und Hungernde sind am wenigsten zu einer Revolution aufgelegt, während, wenn sie satt sind, ihnen durchaus nicht zu trauen wäre.

Sehr gut für Kinder ist, wenn man sie dergleichen Ursachen wegen zu strafen nötig hat, daß man ihnen begreiflich macht und ihnen sagt, daß der himmlische Vater, weil sie schlimm wären, ihnen kein Brot geschickt habe. Wenn sie aber wieder vollends brav würden und den himmlischen Vater um Brot bitten würden, so werde Er ihnen gleich wieder eines geben. Dadurch werden dergleichen Kinder auf Gott aufmerksam gemacht, und es wird sich ihrer jungen Seele stets tiefer einprägen, daß sie in allem von Gott abhängt, und daß Er der getreueste Vergelter ist für alles Gute und Schlechte.” (EM 62,12-13)“Ein zorniges Mädchen soll fasten siebenmal so lange, als ihr Zorn gedauert hat, damit sie sanft werde wie eine Taube.” (Hi. I S. 37,16)

10.9 Wesen und Folgen des Zornes

„Da wir schon von den Besitznahmen in unseren vorangehenden Denkwürdigkeiten gesprochen haben, so wollen wir in diesen auch noch fortfahren und eben in dieser Denkwürdigkeit eine sehr gefährliche Art von Besessensein enthüllen. - Worin wird wohl etwa diese bestehen?

Diese besteht in der Besitznahme des irdischen Fleisches durch den Zornteufel. Dieses Besessensein ist das allergefährlichste, weil ein solcher Zornteufel nie allein ein Fleisch besitzt, sondern allzeit noch eine Legion dienstbarer böser Geister mit ihm. Zorn ist der allerschroffste Gegensatz der Liebe und bildet den eigentlichen Hauptbestandteil des Satans. Der Zorn aber kann ohne Nahrung nicht bestehen; daher hat er allezeit eine zahllose Menge Nährgeister um sich, an denen er saugt und zehrt. Gleich also wie die Liebe nicht ohne Nahrung, die da ist die Gegenliebe, bestehen kann, also kann auch der Zorn nicht ohne Gegenzorn, der da ist seine Nahrung, bestehen. - Lasset uns aber sehen, was für ein ihn nährendes Hilfsgesinde er um sich hat.

Haß ist ein Haupternährer des Zornes, dann die Hoffart, daraus hervorgehende Selbstsucht, Neid, Geiz, Ehebruch, Hurerei, Verachtung alles Göttlichen, tiefe Geringschätzung seinesgleichen, Mord und Totschlägerei, Herrschbegierde - und am Ende gänzliche Gewissenlosigkeit. Das sind nur so die Nebenhäuptlinge dieses Zornteufels, von denen ein jeder noch eine bedeutende Anzahl untergeordneter schlechter Geister hat, die sich in den mannigfachsten Leidenschaften eines vom Zorne besessenen Menschen leicht erkennen lassen.

Dieser böse Geist, wenn er ein Fleisch in Besitz genommen hat, ist ebenso schwer aus dem Fleische eines Menschen zu bringen, als wie schwer es da ist, ein großes Haus zu löschen, das schon in all seinen Teilen vom Brande ergriffen worden ist. Da ist kein anderes Mittel, als es bis auf den letzten Balken zusammenbrennen zu lassen und mit der Zeit die abgekühlte Asche zu untersuchen, ob in ihr sich noch etwas vorfindet, was die grause Glut nicht verzehrt hätte. Da aber dieser Zornteufel gar so arg ist, wie er sich zeigte bei den zwei besessenen Gergesenern, so müssen wir doch sehen, wie dieser Auswurf der Hölle in das Fleisch des Menschen kommt. Dieser Geist kommt nicht wie andere etwa mit der Zeit erst in das Fleisch des Menschen, sondern der wird schon bei der Zeugung als ein Same der Hölle in dasselbe gelegt und muß auch da sein, weil eben dieser Same das Fortkommen des Fleisches bedingt; aber der Same gerät zu keiner Selbständigkeit, wenn der neugeborene Mensch zu dem Behufe keine Erziehung bekommt.

Erst durch eine gewisse Erziehung sammelt sich dieser böse Stoff in der Leber, und wenn er da einmal im Vollmaße vorhanden ist, so erweckt eben dieser Stoff in ihm selbst die Selbständigkeit des Zornteufels; ist dieser aber selbständig geworden, so nimmt er alsbald die ganze Seele gefangen und zieht sie in sein Bereich, durch welchen Akt dann der ganze Mensch in kurzer Zeit darauf zu einem förmlichen Teufel wird.

Es ist aber bei vielen Menschen gerade nicht notwendig, daß dieser Fleischteufel die eigene Selbständigkeit völlig erlangt; sondern die böse Spezifikalausdünstung pflanzt sich durch den ganzen Leib fort, und zwar zunächst durch das Blut, welches sehr leicht aufbrausend wird, wenn es mit diesem Spezifikum schon ziemlich gemengt ist. Durch das Blut gelangt es in die Nerven, durch diese in den Nervengeist und durch den Nervengeist in die Seele.

Hat dieses böse Spezifikum auch die Seele durchdrungen, dann ist der Mensch auch schon wenigstens ein halber Teufel, und es ist nicht gut, mit solch einem Menschen Gemeinschaft zu machen. Diese Art Menschen ist daran zu erkennen, daß sie über jede Kleinigkeit, die sie nur irgend im geringsten berührt, überaus heftig aufbrausen und gleich mit Fluchen und Schlagen fertig sind. Sie gleichen einem rotglühenden Eisen, welches für sich selbst ganz solid und ruhig zu sein scheint; man werfe aber nur die leichtesten Sägespäne darauf, und es wird gleich Rauch und Flamme zum Vorschein kommen!

Das alles aber kann durch eine gerechte und gute Erziehung bei den Kindern vermieden werden; wenn auch bei einem oder dem andern eine größere Anlage da ist, so kann sie aber doch durch eben die vorerwähnte gute Erziehung und daneben auch durch eine gerechte Lebensdiät also geordnet werden, daß mit der Zeit aus ihr nur Gutes und nimmer Böses hervorgehen kann.

Das größte Übel aber ist dabei die Verzärtelung; durch diese Untugend wird dem kleinen Kinde jede Unart durch die Finger gesehen. Das Kind wird von Tag zu Tag älter und merkt es, wie es Unarten und allerlei kleine Bübereien, ohne gestraft zu werden, begehen kann. Da versucht es dann, stets größere sogenannte Bubenstücke zu unternehmen; bleiben auch diese von seiten der Eltern nur wenig oder gar nicht geahndet, so hat das Kind in sich schon eine gewisse Zornsolidität erreicht, wirft sich bald zu einem ungestümen Forderer auf und gebietet förmlich, daß man ihm das gebe, wonach es verlangt. Gibt man ihm das nicht, oder läßt man ihm etwas Gewisses nicht angehen, so wird es bald glührot vor Zorn und nicht selten unerträglich roh und grob. Lassen sich die Eltern durch dieses Benehmen einschüchtern und geben dem wilden Verlangen des Kindes nach, dann hat dasselbe schon den ersten Grad der teuflischen Selbständigkeit erlangt. Bald darauf fängt dann das stets mehr erwachsene Kind an, sich zum brutalen Gesetzgeber seiner Eltern aufzuwerfen, und den Eltern würde es wirklich nicht gut bekommen, wenn sie einem solchen wie ein Gesetz aussehenden Verlangen ihres ungeratenen Kindes nicht alsbald nachkommen möchten.

Wird nun ein solches Kind älter, größer und stärker, da wären so manche Eltern mit ihrem Leben nicht sicher, wenn nicht Ich durch so manche Krankheiten diesen Fleischteufel bändigen würde in dem Fleische solcher ungeratenen Kinder. Nur diese Krankheiten treiben diesen bis zu einem gewissen Grade wieder aus, besonders in der Zeit, wenn er sich des Blutes bemächtigt hat. Scharlach, Friesel (Ausschlag), Flecken, Blattern (Pocken) und noch andere Krankheiten sind Abtreibmittel des Verderbers der menschlichen Natur. Sie treiben aber natürlich dieses böse Spezifikum nicht ganz aus, sondern nur insoweit es sich in das Blut gewagt hat.

Wenn aber Eltern nach einer solchen überstandenen Krankheit der Kinder, durch die Ich ihnen zu Hilfe gekommen bin, vernünftig wären und würden dann das Kind ordnungsmäßig und gehörig diät behandeln, dann wäre es gut für sie und das Kind, geistig und leiblich. Aber darauf verzärteln sie es gewöhnlich noch einmal so stark wie früher, und dann wird gewöhnlich der zweite Zustand ärger als der erste; denn hat dieser Fleischteufel im Kinde gemerkt, daß der Weg durch das Blut nicht geheuer ist, dann geht er, das Blut beseitigend, schnurgerade auf die Nerven los. Sind diese ergriffen, da wird das Kind äußerst empfindlich, was die Eltern gewöhnlich für einen krankhaften Zustand ansehen und geben dann dem Kinde ja alles, was es nur immer verlangt, um es wegen vermeintlicher schwacher Nerven ja nicht zu sehr zu reizen.

Da muß wieder Ich ins Mittel treten und das Fleisch des Kindes mit einer Ruhr oder starkem Husten heimsuchen. damit dieses Spezifikum von den Nerven wieder abgeleitet wird, wodurch dann dem Fleische des Kindes, wenn es derlei Hilfsmittel auszuhalten imstande ist, wieder eine Zeitlang geholfen ist, - wo es aber schon beinahe allezeit besser ist, wenn der Seele des Kindes solch ein impestifiziertes (verpestetes) Fleisch früher genommen wird, bevor noch durch dasselbe der Fleischteufel die Seele hat ergreifen können. Daher nehme Ich auch gewöhnlich solchen Eltern die Kinder ab, welche dieselben zu sehr verzärteln, was gewöhnlich bei jenen Eltern der Fall ist, die wenig Kinder haben, und daher auch nicht selten die Klage: -Ich habe nur ein einziges Kind, und das ist fortwährend kränklich!” , oder: -Mein einziges Kind mußte sterben; mein Nachbar aber hat eine ganze Butte voll Kinder, und die laufen oft halb nackt herum, haben keine Wartung und keine Pflege und sind kernfrisch und gesund, und nicht eins stirbt!” Das ist ganz sicher, sage Ich, und darum ganz sicher, weil es einen guten Grund hat. Das einzelne Kind würde zu sehr verzärtelt werden und mit der Zeit völlig getötet für Mein Reich, weil dessen Eltern Narren sind und haben eine Affenliebe, mit der sie ihr Kind für die ganze Ewigkeit erdrücken würden, so Ich mit ihnen ein gleicher Narr wäre und es ihnen beließe zum Zeitvertreib, auf daß sie sich damit unterhalten könnten, wie sich eitle Stadt- und Schloßdamen mit Papageien, kleinen Hündchen und Vögelein unterhalten.

Da Ich aber mit der Menschheit einen höheren Zweck habe, als daß sie bloß ein eitles Spielzeug dummer, alberner Eltern sein solle, so bleibt natürlich kein anderes Mittel übrig, als solchen Eltern die Kinder schnurgerade wegzunehmen und sie Meinen Engeln zur weiteren Erziehung zu geben.

Ich suche Mir daher auch allezeit diejenigen Kinder aus, die von den Eltern, wenn sie auch mehrere Kinder haben, zuviel gehätschelt und geliebt werden: denn eine zu große Liebe der Eltern zu ihren Kindern ist gewöhnlich der Tod derselben.

Ließe Ich sie dem Leibe nach leben, da wäre ihre Seele unwiderruflich verloren; sonach ist besser der Tod des Leibes, damit die Seele für den Himmel das Leben erhalte. Darum darf sich auch niemand wundern, wenn so viele Kinder in der Jugend und oft schon in der Wiege sterben; denn Ich weiß es am besten, warum Ich sie schon so früh von der Welt wegnehme. Es ist besser, daß sie schwache Himmelsgeister werden, als daß sie sonst auf der Welt zu starken Höllengeistern würden.

Hie und da aber geschieht es dennoch wohl und muß es auch der Welt wegen geschehen, daß dergleichen Zorngeister aufwachsen. Wenn die Eltern noch zeitlich genug den Zorn und Eigensinn solcher Kinder energisch bekämpfen, so können aus ihnen recht brauchbare, in einem oder dem andern Fache sehr eifrige Menschen werden; wird aber ihrem Zorne und Eigensinn nicht eifrig begegnet, so werden aus ihnen Raufbolde, Meuterer und womöglich nicht selten gräßliche Peiniger der Menschheit. Daher ist das allen Eltern ans Herz zu binden, die bei dem einen oder bei dem andern ihrer Kinder Zornsucht, Eitelkeit, Eigendünkel, Selbstsucht und eine gewisse Zierbengelei entdecken, diesen Leidenschaften mit aller Energie zu begegnen. Die Folge davon wird sein, daß sie daraus recht tüchtige und brauchbare Menschen gewinnen werden, weil dadurch das böse Zornfeuerspezifikum in ihnen in ein gutes verkehrt wird durch einen eigenen psychisch-chemischen Prozeß.” (EM 61)

10.10 Von der kindlichen Rangsucht

„Etwas fast noch Ärgeres und Schädlicheres als die Zornmütigkeit oder der Zornteufel im menschlichen Fleische ist die Rangsucht, welche zwar mit dem Zorne gleichen Schritt geht, aber dennoch die Basis von ihm ist; denn ein Demütiger wird nicht leicht zum Zorne gereizt, während bei einem Hochmütigen alsogleich, wie ihr zu sagen pflegt, Feuer im Dache ist. Diese Rangsucht ist der eigentliche Hauptteufel bei den Menschen und ist mit dem Satan schon fast homogen. Von diesem bösen Geiste werden die Kinder jedoch erst dann in Beschlag genommen, wenn sie zu einiger Selbsterkenntnis gelangt sind.

Anlagen dazu aber merkt man schon früher, wenn die Kinder noch kaum reden können. Stellt nur einmal mehrere Kinder zusammen und beobachtet sie bei ihren Spielhandlungen und ihr werdet sogleich bemerken, wie sich da bald eines vor dem andern wird hervortun wollen; denn schon einem solchen, kaum reden könnenden Kinde gefällt es, wenn ihm von den übrigen gehuldigt wird. Besonders stark ist dieser Trieb beim weiblichen Geschlechte zu Hause. Dieses wird sich sehr bald schön finden und sich zu putzen anfangen, und wer sich bei einem solchen Mägdlein einschmeicheln will, der darf es nur recht oft seiner Schönheit wegen beloben. Das kleine Mägdlein wird darüber bald wie etwas verlegen zu lächeln anfangen, und es wird nicht gut aufgelegt sein, wenn sich noch ein zweites sehr hübsches Mädchen in seiner Gesellschaft befindet. Ganz gefehlt aber würde es sein, wenn man ein zweites Mädchen etwa gar noch schöner finden möchte; da wird es gewiß heimliche, wo nicht öffentliche Tränen absetzen.

Bei den Knaben, wenn sie noch Kinder sind, hat die Schönheit des Leibes nicht soviel Einfluß, aber dafür die Kraft. Da will ein jeder der Stärkere sein und mit seiner Kraft seinen Kameraden total besiegen und wird ihm auch womöglich ohne Gnade und Pardon mit seinen Händen und Füßen darüber nicht selten einen nahe mörderischen Beweis liefern, um nur als der Stärkste und deswegen der Gefürchtetste in der Knabengesellschaft dazustehen.

Bei solchen Anlässen merkt man die Gegenwart des satanisch-bösen Dämons gar leicht schon in den Kindern.

Daß dieser Dämon sogleich bekämpft werden sollte, dafür gibt die Natur schon den Wink - auch wenn niemand eine höhere und tiefere Kenntnis in dieser Sphäre hätte -, weil dergleichen Ranglust ja doch augenscheinlich nur gar zu bald in die größten Laster ausarten kann.

Ein gefallsüchtiges Mädchen wird in frühester Zeit eine Kokette und sogleich auch eine Hure, und in dem Zustande ist sie gewisserart auch schon auf dem Punkte, wo sie der Herr Satan haben wollte. Und der Knabe wird bald ein Grobian, Raufer und überhaupt ein Mensch, dem nichts mehr als nur er sich selbst heilig ist.

Was soll hernach aus einem solchen Menschen werden? Wer soll den belehren, der alles besser weiß als jeder andere? Und wird ihm auch von einem andern seine Torheit klar gezeigt, so wird er hitzig, und was er dagegen mit dem Munde nicht mehr auszurichten vermag, das überläßt er der Schwungkraft seiner Hände, die gewöhnlich stärker sind als die Zunge des Gegners.

Das liegt alles in der Ranglust, nach der ein jeder der Vorzüglichere sein will, und wenn er auch wirklich der Allerletzte wäre. Versagen ihm beide Waffen, so bleibt ihm noch ein Mund zum Fluchen und ein unauslöschlicher Rachedurst übrig. Natürlich gehen bei solchen Gelegenheiten dann schon die Ranglust und die Zornmütigkeit miteinander einher; ihr Bedienter ist dann Hinterlist und Verstellung.

Dieser allerböseste Teufel im menschlichen Fleische ist die Quelle alles Übels unter dem menschlichen Geschlechte und ist vollkommen gleichartig mit der untersten und dritten Hölle, denn in ihm sind alle Übel vereinigt.” (EM 63,1-10)

10.11 Muttersöhnchens Erziehung und vom Geistereinfluß

„Höre, deinen Sohn beherrschen drei Geister böser Art! Und da ist Nummer eins: der großherrliche Träge!

Es sind diesem aber zwei andere beigegeben von unten her! - Der eine ist stets auf Vergnügungen bedacht, beständen sie in was immer! - Dieser Geist zieht zu seiner Bedeckung den Geist des Widerspruchs, der geheimen oder offenbaren Widerspenstigkeit und so auch aller Lüge und alles Truges mit.

Siehe, der Träge ist und will keine Tätigkeit; sondern seine Sache ist: träge genießen. - Der zweite ist sozusagen sein Hofnarr. Und der dritte ist die Schildwache und sorgt dafür oder muß vielmehr sorgen, daß dem sich stets süß tun wollenden Geiste der Trägheit ja möglichst kein Eintrag geschehen möchte.

Siehe, das ist die eigentliche, verborgene Ursache (vom Seelenübel des Sohnes), was da eine unkundige Folge ist dessen, daß der Knabe von mütterlicher Seite, den Töchtern entgegengehalten, zu sehr fürgedeckt wurde, wodurch er als Kind insgeheim zu willensfrei geworden ist und ohne deine Gegenwart tat, was er wollte, dieweil er wohl wußte, daß seine Schwestern aus Furcht vor mütterlicher Rüge von allen den geheimen Bübereien dir nichts melden mochten und es sich auch nicht getrauten (was noch heutzutage ein wenig der Fall ist). Jedoch was Ich der Mutter nicht zur Last lege, das lege auch du ihr nicht zu, da die Mutterliebe zumeist völlig blind ist und neben dem Zuge ihres Herzens nichts davon merkt, wie da eine Natter um die andere durch solche Blindeliebe-Wärme ausgehegt wird. Jedoch, da sich nun die Sache also verhält, so ist nun vor allem nötig, dem Kranken wieder zu helfen. - Das aber ist das Rezept:

Erstens, verlange für die Zukunft von allen deinen Kindern ein offenes Geständnis über ihn.

Zweitens, lasse dem Knaben nun durchaus keinen freien Willen! Schreibe ihm darum zur Erholung eine bestimmte Beschäftigung genauest vor, die er bei strenger Ahndung pünktlichst verrichten muß, so wirst du gar bald die (leere) Unterhaltungslust bei ihm töten. Drittens, lasse ihn vor jeder Beschäftigung bei einer Viertelstunde laut beten, und zwar allezeit recht langsam und wohlbedächtig ein ‘Vaterunser’ und dann mehrere passende Stellen aus den Psalmen Davids, aus den Propheten und so manches aus dem Buche Sirach. Dadurch wird er gar bald seiner üblen Gesellschaft los werden. Und solches mag er dann beständig fortsetzen fürs ewige Leben und zur einst möglichen, sicheren Gewinnung Meiner Gnade, die mehr wiegt denn alle hohen Schulen der Schulen.

Viertens aber mußt du dich bei dir, d.h. im Herzen, ja nicht ärgern, sondern denken, Ich, dein himmlischer Vater, gebe auf der Erde allen Meinen Nachfolgern ein ihnen am allermeisten zusagendes Kreuz, darüber sie nicht murren sollen, sondern alles Mir wohl aufopfern. - Tue desgleichen, so wirst du deinen Kindern ihren Weg mit Edelsteinen pflastern.

Binde dich, fünftens, nicht allzusehr auf den Fortgang der (weltlichen) Schule, du weißt ja ohnehin, wie viel sie bei Mir zählt!“ Was liegt denn daran, ob jemand um ein Jahr früher oder später der Welt zu dienen fähig wird!? - Aber alles liegt daran, wie frühzeitig er Mich erkennt und Mich zu lieben anfängt! Denn nicht von der Welt, sondern von Mir kommt alles Leben!

Sechstens sollst du nicht auf das horchen, was der Knabe möchte; denn alles solches rührt von den geheimen Einflüsterungen jener von außen einwirkenden Geister her, welche auf die eine oder die andere Art ihren Einlaß bekommen möchten. Es liegt auch in der Eigen-Standeswahl allezeit Eigenliebe und Eigenwille bei den Kindern, da sie nur das werden möchten, wozu sie ihrer Sinnlichkeit wegen die meiste Neigung haben, d.h. nach dem Triebe ihrer argen, innewohnenden Geister! Siebentens mußt du die andern Knaben nicht minder also handhaben - den Peter wie den Paul. Und auch dem Jüngsten lasse nicht sein Begehren, außer er bittet; und dann gib ihm nur so viel, als es zu seiner Eindrittel-Befriedigung erforderlich ist. Dann wird er leiblich gesund und möglichst lenksamen Willens emporwachsen. Siehe und beachte diese sieben Punkte genau, so wirst du alsobald andere Erfolge an deinem Knaben bemerken.

Sage aber auch den Mädchen, daß sie ihn ruhig lassen und den Bruder nicht mit wertlosen Worten ankneifen möchten, daran nicht viel Geschwisterliebe hanget; sondern sie sollen für den noch nicht geweckten Bruder beten und ihn also lieben, statt, wie gesagt, ihn durch beständige und allerlei Kneifereien zu reizen und zu ärgern. Dein Weib aber soll sich verhalten gleich dir!

So aber irgendeins der Geschwister den Knaben etwas Fremdes tun sieht, so soll man es dir - wie schon anfangs bemerkt - insgeheim alsogleich unverhohlen anzeigen - doch, wohlgemerkt, daß solches aus Liebe und nicht aus einer Art Anrächelung geschehe! Denn für ein rachsüchtiges Anzeigen, das etwa noch hinzulügelnd geschähe, könnte der Anzeiger von Mir empfindlich gestraft werden! Was dir aber immer nutzlos Tätiges an dem Knaben bemerkbar wird, dazu verpflichte ihn am nächsten Tage und, sollte das nicht hinreichen, auch für mehrere Tage, daß er dasselbe pünktlich, also wie seine Schulaufgabe, bei strengster Ahndung vollziehe; und du wirst in kurzer Zeit ihn von aller sinnlichen Unterhaltungslust losmachen! Verstehe es wohl und handle danach! -Es sind aber alle deine Kinder mehr oder weniger etwas träge in einem und dem andern Dinge. Daher habe auf alle acht! Lasse sie ja nicht in andere Häuser, die nun allenthalben mit Nattern, Schlangen und Skorpionen angefüllt sind! Wie leicht ist da eine böse Erbschaft!

Ich habe dir nun alles gezeigt bis auf eins. Handle danach im Glauben und in der Liebe genau, so wirst du die Kraft Meines Wortes erproben.” (Hi. I S. 372,1-375,20)

[— 11 —] Vom Tanz und seinen Folgen

11.1 Die Untugend des Tanzens

„Eltern aber, die da ihre Kinder im Tanze unterrichten lassen, legen sich selbst eine große verantwortliche Last auf den Hals, wenn dadurch ihre Kinder von was immer für bösen Geistern verdorben werden. Entweder die Mädchen in der Fruchtbarkeit, in ihrer Reinigung, in ihrer heimlichen Zucht, in ihrer Sittlichkeit des Herzens, im wahren Glauben und in der reinen Liebe zu Mir und daraus dereinst zu einem allfälligen Gatten, im häuslichen Fleiße und in wahrer christlicher Tugend, Geduld, Sanftmut, Beharrlichkeit in allen Prüfungen und Nöten, ja sogar in dem jedem Weibe so nötigen frommen Frohsinne, allzeitigen Nüchternheit, Frische, Heiterkeit und Munterkeit ihres keuschen Gemütes und stillen Ruhe des Geistes. Oder die Knaben durch Unlust zu allen ernsten Betrachtungen in der Gottesfurcht, in der geheimen Zucht, in der zu frühen Entwicklung des Geschlechtstriebes und dadurch hernach aber auch in allem, was Mich, den Urheber alles Guten und Wahren der Liebe, betrifft. Sehet, so solches geschieht und auch notwendig geschehen muß, so denket selbst, wer daran schuld ist und wer es dereinst zu verantworten haben wird!” (Hi. I S. 250,11)

11.2 Der Tanz als Laster

„Denn sie wissen es so gut wie ihr, daß Mir der ewig verfluchte Tanz unter was immer für einer Form, unter was immer für einer Bedingung und an was immer für einem Orte eines der allerwiderlichsten Laster ist, weil es fürs erste nichts als eine Art sodomitischer Unzucht ist, durch welche sich heidnische Völker zu allen möglichen Ausschweifungen aufreizen ließen; und fürs zweite, weil eben dieses Laster (heutzutage) sogar unter einem weltlichmoralischen Anstriche gar pflichtig-frei, ohne eine Mißbilligung, gang und gäbe geworden ist. - Darum soll es (nun aber auch) tausendmal tausend Male verflucht sein!

Und fürs dritte ist der Tanz ein allerwiderlichstes Laster, weil er sogar schon die Kinder von Mir gänzlich abwendet und ihre Herzen (geistig) versteinert, die Mädchen verdirbt und sie häufig unfruchtbar oder doch sehr oft schlecht fruchtbar macht, und die Frucht im Leibe schon mit einem oft unwiderstehlichen Triebe nach diesem Laster versieht, der sich dann schon nach wenigen Jahren kundgibt - und weil es noch dazu, wie kein anderes Laster, den Menschen, der sich ihm ergeben hat, nicht nur auf eine Zeit, sondern mit sehr seltener Ausnahme für immer von Mir abzieht, so daß ein solcher sich dann nimmer zu Mir kehren mag, außer durch ein Gericht, welches ihn aber wenig mehr nützen wird. Denn zu dem Ich im Gerichte komme, über den ist Mein Zorn gekommen mit dem ewigen Tode! Das beste Mittel gegen diese widerliche Sucht aber ist dieses (so ihr es beachten wollet), daß ihr Eltern euch der Welt zwar äußerlich gerade nicht widersetzet, aber durch ernste und wohlmeinende Darstellung Meines Willens bei euren Kindern zu bewirken trachtet, daß sie sich selbst verleugnen und selber widersprechen sollen den tollen Anforderungen der Welt. Denn so die Kinder unter was immer für einem verständigen Grunde nicht (zum Tanze) gehen wollen, so wird die Welt die Eltern gewiß in aller Ruhe lassen. Im Gegenteile aber wird ihr alleiniges Bemühen, außer einem gänzlichen Weltbruche, wenig fruchten und nützen. Möget ihr der Welt vernünftigste Gegenreden stellen, so viel ihr nur immer wollt, so wird euch diese allezeit etwas zu erwidern wissen, das euch betrüben wird; und eure Kinder werden von ihr verschlungen werden so oder so und werden am Ende euch in ihren Herzen zu hassen anfangen und eure größten Peiniger werden. Gestattet ihr ihnen aber, den Anforderungen der Welt zu folgen, da wisset ihr ja ohnehin, welchen Dienst ihr dadurch Mir leisten möget!

Ich werde dereinst mit denjenigen Eltern nicht gut zu sprechen sein, die Mir ihre Kinder anders zurückbringen, als Ich sie ihnen gegeben habe. Denn da soll jeder, der zu Mir kommen will, sein gleich den Kindern. Wenn aber die Kinder, gleich der Welt, voll Ärgernisse sein werden, da will Ich alles zur Hölle schicken und soll die reine Lebenswohnung Meiner Heiligen nimmer befleckt werden mit dem Drachenblute solcher weltverdorbener Kinder.” (Hi. I S. 262,2-263,6)

11.3 Wider den Tanzgebern

„Denn die Tanzmusik ist eine trügerisch feine Stimme des Satans und gleichet dem Gesange der Sirenen, von dem die Alten gar weise fabelten. Wer aber solche Stimme führt, ist kein Besessener mehr, sondern einer, der da selbst fängt und Besitz ergreift. Wehe euch Tanzmeistern und Vortänzern, Ballgebern und Ballmeistern, auch ihr gehöret gleich den Musikern zum Jagdgefolge des Satans und seid wohl brauchbare Schuß- und Treib-Teufel selbst! Euch brauche Ich nicht euren Lohn für dereinst auszusprechen, denn in dessen Amte ihr stehet, der wird euch euren Sold schon ohnehin wohl ausgemessen haben! Ihr seid fleißige und gar treue Diener eures Herrn; jeder Arbeiter aber ist ja seines Lohnes wert! Und so könnet ihr wahrlich ganz vollkommen versichert sein, daß ihr dereinst, und zwar bald schon in der letzten Zeit der großen Lohn- und Preisverteilung durchaus nicht zu kurz kommen werdet!

Denn wahrlich, es wird da gehen nach Meinem Ausspruche, und der möchte euch wohl ein sicherer Bürge dieser Verheißung sein!” (Hi. I S. 277,8-9)

11.4 Tanzveranstaltungen als Fallen des Satans

„Nun ist eine Tanzveranstaltung, eine Reunion und ein Ball, ein offenes Grab voller Unrat, ... ein Abgrund, da in der untersten Tiefe der Satan nun auch ein Weihrauchgefäß gestellet hat, damit man den, hie und da doch mancher geistig empfindlichen Nase sich bemerklich machenden, groben verführenden Gestank seines Unrates nicht merken soll!

Der Satan nämlich hat mit Leidwesen und vielem Ärger gesehen, daß mehrere bessere Familien sich seinen belustigenden Verführungen des Gestankes wegen nicht haben fügen wollen. Darum hat auch er ein Mittel erfunden, nämlich in einem unendlich tiefen Abgrunde, da zu unterst er ein großes wohlverschlossenes Faß gestellet hat, den Abgrund der Hölle aber wohlverdeckt mit schönen, sehr glatten Brettern und gezieret den Abtritt mit sehr wohlriechenden Blumen der Welt, damit da niemand etwas Arges auch nur ahnen solle. Denn, sagte er bei sich selbst, hier will ich mir eine gute Mahlzeit bereiten und will vom zarten Fleische der Kinder zu leben anfangen, und nicht immer das zähe Fleisch der ausgemergelten Huren fressen, die sollen in der Zukunft meine (Höllen) Engel verkauen und verdauen. Ich werde mich hinter den wohlriechenden, anlockend schönen Blümchen verborgen halten, da mich niemand bemerken soll, und so dann die blumensüchtigen Kindlein hinströmen, werde ich sie ergreifen, verschlingen, verdauen und sie als feinen Unrat hinunterlassen ins Faß im Abgrunde. Da sollen dann die Eltern sehen, wie sie dieselben von da wieder herausbekommen, so war ich Satan der Mächtigste bin! Einen Fixstern vom Himmel zu reißen, soll ihnen leichter sein, als da heraus auch nur ein Haar eines Kindes, sei es ein Fräulein oder auch ein Jüngling, zu retten! Da habt ihr geoffenbart des Satans eigenes Wort und Plan. Was meinet ihr, wie Mir eine solche Anstalt gefalle? Ich habe euch väterlich und göttlich fürsorgend gezeigt die große Gefahr in aller Meiner unbestechbaren Wahrheit; in ihrer ganzen Tiefe der Bosheit steht der Satan entblößt vor euch Meinen wenigen Kindern; daher beherziget wohl Meine Liebe und diese aus ihr fließende große Gnade eures heiligen Vaters, und seid auf der Hut!” (Hi. I S. 49)

11.5 Gefahren beim Tanz

„Nun sehet, bei Ansammlungen von vielen Menschen in geschlossenen Lokalen, müssen sich ja die Athmosphären (Aura) aller dieser versammelten Menschen vermischen, ja selbst, da das Einatmen ein notwendiges Lebensmittel ist und von den Lungen das eingeatmete Element in andere Organe eingeführt, dort ebenfalls Verschlechterungen hervorbringen kann, die dann später in Krankheiten ausarten können, wovon niemand den Grund ahnt, woher sie gekommen sind.

So muß nebenbei beachtet werden, wie dann dieser Prozeß oft beschleunigt wird, wenn die in einem Orte versammelten Menschen in Aufregung sind, sei es durch körperliche Bewegung, als wie beim Tanze, sei es durch geistige, wie durch die Eindrücke der Sprache oder der Musik, wodurch diese Ausscheidungsprozesse beschleunigt werden, und tausende von verwesten Partikeln des Körpers in Dunstform demselben entsteigen, und von andern wieder eingeatmet werden. Wo also neben den geistigen Erregungen, selbst das materielle Leben, teils durch eigenes übermäßiges Bewegen, teils durch von andern Aufgenommenes, endlich Krankheiten ausgesetzt oder verkürzt wird, so könnet ihr eine schwache Idee haben, was denn eigentlich bei euren so ersehnten und leidenschaftlich betriebenen Tanzveranstaltungen für geistige Sünden verübt werden, wovon dann die meisten keine Idee haben.

Aber Ich, der die Welt nicht wie ihr als Materie, sondern als geistiges Produkt sehe, weiß am besten, was da geschieht, und kenne auch dessen Tragweite für jeden einzelnen, welch unermeßliche Folgen oft ein Ball mit sich bringt. Wenn ihr wüßtet, welche Folgen oft ein Tanz auf einzelne Personen beider Geschlechter oder auf ganze Familien hat, ihr würdet zurückschaudern vor den Ergebnissen, die aus solchen, wie ihr sie benennet, ‘unschuldigen Vergnügungen’ erwachsen.

Abgesehen von den Opfern, die der Tanzwut erliegen, verbleiben die unmoralischen Konsequenzen, welche aus den steten körperlichen Berührungen und Amalgamieren (Verschmelzen) der Dunsthüllen beider Geschlechter herrühren, wo so mancher schlummernden Begierde nur die Gelegenheit zur Ausübung fehlt, und die Folgen eines Tanzes oft sich noch auf nachfolgende Geschlechter als Unglück und Misere fühlen lassen. Führt nur eure Töchter fleißig auf Bälle, ihr blinden Eltern, die ihr mit ganz anderen Mitteln das zu erringen glaubt, was euer Sehnen ist! Selten erreicht ihr so, was ihr wollt, und oft ist dann das Kind ewig unglücklich, welchem ihr in eurer beschränkten Ansicht auf diese verkehrte Art zum Glücke verhelfen wolltet. Sehet, was geschieht denn bei Bällen? Sehet die ungezügelte Putzsucht der Weiber an. Sehet, wie sie alles beitragen, um zu glänzen mit dem, womit sie nicht prunken sollten, mit dem Fleische ihres Körpers treiben sie Handel. Und deswegen ist der Name besonders dieser unzüchtigen Zeit ganz am Platze: ‘Karneval’, wo ‘das Fleisch gilt.’ Denn es ist wörtlich nur das Fleisch, welches feilgeboten wird, ob aber hinter diesem Fleische eine geistig-gebildete Seele steckt, darnach wird gar nicht gefragt. Wenn nur das Fleisch recht geputzt und geziert dem lüsternen Auge des Mannes gefällt, so glaubt das verirrte Kind und die blinde Mutter, es sei alles getan, daß vielleicht ein ‘Gimpel auf den Leim geht,’ wie ihr oft sprichwörtlich sagt.

Und was ist die Folge, wenn auch eine eheliche Verbindung nebenbei erfolgt? Daß man sich erst später gestehen muß, daß zwischen einem Ballabende und einem längeren Beisammenleben ein großer Unterschied ist, und daß man erst später bemerkt, was man gleich anfangs hätte sehen sollen, daß zwar beim Tanze die Körper fest umschlungen, die Seelen aber von diesem Bande oft nichts wußten, noch je wissen wollten.

Und was ist die Folge solcher Bündnisse? Sehet euch in der Welt um, und in den meisten Familien könnet ihr es an den Fingern abzählen, wo Harmonie und Disharmonie herrscht. Bei manchem Weibe könnet ihr dann einen Fluch auf ihren Lippen sehen gegen die, welche ihrer großen Blindheit glaubten, mit Bällen ihre Kinder grlücklich zu machen, während sie ihnen langes Elend und Leiden aller Art bereitet hatten.” (Festgarten/Weihnachten S. 64,1-65,1)

11.6 Besessenheit, Krankheit und Tod durch den Tanz

„Hitzige Getränke sind der erste Weg, auf welchem diese Fleischteufel in das Fleisch des Menschen kommen. Der zweite Weg, ebenso gefährlich wie der erste, sind die öffentlichen

Tanzbelustigungen, wo ihr immer annehmen könnt, daß auf einem Balle oder sonstigen Tanzunterhaltung sich auch allezeit zehnfach soviel unsichtbare fleischsüchtige, unreine Seelen einfinden, als sonst Gäste auf einem solchen Balle beisammen sind. Auf diesem Wege kommen sie am leichtesten in das Fleisch, welches hier sehr aufgeregt wird und daher überaus stark aufnahmefähig ist für derlei schmutziges Seelengesindel. Aus diesem Grunde empfinden denn auch Menschen nach einem solchen Balle für alles Höhere und Erhabenere einen förmlichen Widerwillen, was in den Städten, besonders bei Studierenden, von jedermann leicht beobachtet werden kann, da nicht selten früher recht fleißig Studierende nach einem Balle, anstatt an ihre Bücher zu denken, nur fortwährend den weißen Nacken, Busen, Arm und die Augen ihrer Tänzerin vor dem Gesichte haben und ihr Sinn sich fast mit nichts anderem mehr beschäftigt als bloß nur mit dem Gegenstande, der auf dem Balle ihnen eine so große Lust bereitet hatte.

Mancher Studierende läßt darob das Studieren gar sein; mancher aber studiert darauf statt der Wissenschaft nur das Brot, um sobald als möglich mit seiner üblichen Tänzerin ein Paar zu werden

- und gehe es ihm schon, wie es wolle. Und wird so ein Paar auch wirklich ein Ehepaar, so ist das aber auch ein Ehepaar, welches einem eigentlichen Ehepaar ebensowenig gleichsieht als die Nacht dem Tage. Die erste Zeit wird bei einem solchen Ehepaare bloß mit der sinnlichen Lust zugebracht, so daß binnen kurzer Zeit fast alle Spezifika, die dahin bestimmt sind, um Zeugungskraft zu bilden, bis unter Null verbraucht werden. Dann tritt gewöhnlich bald eine gänzliche Erschlaffung des Fleisches und besonders der Genitalien ein. In solchen Fällen sucht dann der solchen Leuten innewohnende Fleischteufel darin einen Regreß (Ersatzanspruch), daß er der Seele, besonders durch die Nieren, einflüstert - wie gewisserart ein Hausarzt -, sich an anderes Fleisch zu wenden. Dadurch wird dem Manne sein Weib bald zum Ekel - und der Mann seinem Weibe. Sie fängt an, nach und nach sich nach jugendlichen Hausfreunden umzusehen; er aber geht gewöhnlich abends frische Luft suchen, und wenn er vermögender ist, so macht er Reisen wegen größerer Luftveränderung. Und so geht die Sache fort, bis sich mit der Zeit ein solches Ehepaar dergestalt überdrüssig wird, daß es sich bald scheiden läßt, oder es läßt einander ohne gerichtliche Scheidung sitzen; oder wenn es in einem Hause mehr nobel und adlig zugeht, so wird dahin eine Konvenienz (Übereinkunft) getroffen, daß ein jeder Teil bezüglich seiner sinnlichen Lust tun kann, wie es ihm am besten gefällt. - Derlei Erscheinungen, die gegenwärtig schon an der Tagesordnung sind, sind lauter Früchte der Ball- und Tanzunterhaltungen und sind Folgen von Besessensein von oberwähnten argen Fleischpatronen. Dieses Besessensein äußert sich anfänglich zwar nie mit der Heftigkeit als wie bei manchen, die durch hitzige Getränke derlei unreine Geister in sich aufgenommen haben - die Geister aus den hitzigen Getränken werden jedoch leicht durch ein kräftiges Gebet der Seele durch ihren Geist hinausgeschafft, worauf dann wieder der normale Zustand des Fleisches eintreten kann -; aber die Besitzungen auf dem Wege öffentlicher Tanzbelustigungen sind nicht so leicht hinauszubringen, und es wird dann schon sehr viel Fasten, Beten und Selbstverleugnung erfordert, wodurch die Seele sich mehr und mehr mit ihrem Geiste vereinigt, dieser dann durch sie greift und das arge Gesindel aus dem Hause der Seele schafft.

Aber wo ist nun ein solcher Tänzer und eine solche Tänzerin, die das täten? - Gewöhnlich fressen sie schon während und nach dem Tanze noch mehr als vorher und wollen sich dadurch wieder restaurieren, was ebensoviel heißt, als dem Fleischteufel leibeslebenslängliche Pension und Unterkunft mit Seele und Blut zu garantieren. Manche Tänzerin und mancher Tänzer, wenn sie zuviel solcher Gäste in sich aufgenommen haben, gehen auch ihrem Leibe nach in kurzer Zeit zugrunde; denn diese argen Fleischbolde, wenn sie in den Nieren und in den Genitalteilen nicht Platz finden, richten auch ihre Wohnungen in der Milz, Leber oder auch in der Lunge auf. Wo aber ein solcher Höllenemigrant seine Wohnung aufrichtet, da tötet er gewisserart das Fleisch, und die Folgen davon sind Milz- und Leberverhärtungen und in der Lunge Lungensucht, Abzehrung oder auch, wenn zwei oder mehrere sich auf die Lunge geworfen haben, die sogenannte galoppierende Lungensucht.

Ich sage euch, und ihr könnet es sicher annehmen: Die meisten Krankheiten rühren bei den Menschen von ihrer höllischen Einwohnerschaft her, der sie selbst den Weg in ihr Fleisch bahnten.” (EM 59,5-13)

[— 12 —] Das heranwachsende Kind

12.1 Erziehung zum guten Staatsbürger

„Will ein Staat gute Untertanen haben, so muß er sich solche schon in der Wiege zu bilden anfangen. Wollen Eltern gute Kinder haben, so müssen sie dieselben auch schon in der Wiege zu bilden anfangen, sonst werden aus ihnen Wildlinge und werden ihren Eltern zur Qual, anstatt zum Trost und zur Stütze in den alten Tagen. Werden aber die Ehen in guter Ordnung gehalten, so werden aus solchen Ehen auch Kinder in guter Ordnung hervorgehen, und aus ordentlichen Kindern werden dann auch ordentliche Staatsbürger, und solche werden dann auch ganz Bürger des Gottesreiches in ihrem Herzen werden.” (Gr.Ev.Joh. III 72,19-20)

“Also in der weisen Erziehung lag das ganze geistige und staatliche Wohl der Menschen.” (HGt III 82,7)

12.2 Ehen und Kindererziehung im 1000jährigen Reich

„Die Hauptsache im Wohltun wird in jener Zeit in der rechten Erziehung der Kinder bestehen und darin, daß der Starke mit aller Liebe das physisch schwächere Alter nach allen Kräften unterstützen wird. Es werden aber auf der neuen, glücklichen Erde auch Ehen geschlossen werden - aber also wie im Himmel nach Meiner Ordnung -, und es werden auch Kinder gezeugt werden in großer Anzahl, aber nicht auf dem Wege der puren Geilsucht, sondern auf dem Wege des wahren Liebeernstes, und das bis ans Ende aller Zeiten dieser Erde.” (Gr.Ev.Joh. VIII 48,10-11)

12.3 Jesu Rat an junge Menschen

„Erheitert euch mit allerlei nützlichen Betrachtungen! Sehet euch diese schöne Gegend an, betrachtet die Blumen und verschiedenes anderes, und gedenket dabei, wie das alles ein guter Gott mittels seiner Weisheit und Allmacht aus sich heraus erschaffen hat, und seid Ihm darob recht dankbar in euren Herzen, so werdet ihr die Zeit am allernützlichsten zubringen und dabei eine große Freude in euren Herzen haben!” (Gr.Ev.Joh. VII 64,11)

12.4 Vater und Mutter ehren

„Moses sagte: ‘Ehre Vater und Mutter, so wirst du lange leben, und es wird dir wohlergehen auf Erden!’ Damit bezeichnete Moses nicht nur den Zeugevater und die gebärende Mutter, sondern ebensogut auch die Erde und ihre stets neues Leben gebärende Kraft. Dieser soll der Mensch auch nicht den Rücken zukehren, sondern sie tatsächlich in hohen Ehren halten, und er wird jenen Segen dafür erhalten, den Moses verheißen hat leiblich.

Die In-Ehren-Haltung des leiblichen Vaters und der Leibesmutter ist gut und nötig, wo die Verhältnisse danach sind und es auch tunlich ist; aber wenn das, was Moses verhieß, ein Gotteswort ist, so muß es auch gleich dem Sonnenlichte eine allgemeinste und durch nichts unterbrechbare Wirkung haben!

Ist aber die Verheißung Mosis nur eine bloß darauf beschränkte, daß nur jene ein langes Leben und Wohlergehen auf Erden zu gewärtigen haben, die ihre Leibeseltern ehren, dann sieht es mit jenen offenbar schlimm aus, die nicht selten dieselben schon in der Wiege verloren haben und dann von ganz fremden Menschen auferzogen worden sind! Wie sollen diese ihre wahren Eltern ehren, die sie nie gekannt haben?! Viele Kinder werden oft gefunden auf Wegen und Straßen; Rabenmütter haben sie in ihrer Geilheit empfangen und bald nach der Geburt irgendwo ausgesetzt. Solche

Findlinge werden von irgendeinem gefühlswarmen und barmherzigen Menschen aufgeklaubt und versorgt; diesen Wohltätern sind sie dann auch alle Liebe und Ehre schuldig. Moses spricht nichts von solchen Aftereltern, sondern nur von wirklich wahren Eltern!

Nun aber kann der wohlerzogene Findling seine wahren Eltern doch unmöglich ehren, weil er sie fürs erste gar nicht kennt, und kennete er sie auch, so hätte er fürs zweite doch wohl vor Gott und allen Menschen wahrlich keine ehrsame Verpflichtung gegen sie, die ihn in der sündigen Geilheit gezeugt und, als er geboren ward, sogleich dem Tode ausgesetzt haben. Weil aber ein solcher Mensch dann nach Moses seine wirklichen Eltern unmöglich lieben und ehren kann, so hätte er dann keinen Anspruch auf die Verheißung Mosis? Oh, diese Sache wäre dann ja ganz hübsch und nähme sich als weisestes Gotteswort entsetzlich gut aus!

Weiter gibt es aber auch Eltern, die ihre Kinder zu allem, was nur schlecht genannt werden kann, erziehen. Sie pflanzen ihnen schon in der Wiege einen echt satanischen Hochmut ein und lehren sie gegen jedermann hart und gefühllos sein; solche Tigereltern lehren ihre Kinder schon frühzeitig, keck, lügenhaft und betrügerisch zu sein! Soll Moses wohl auch für solche Kinder, die ihre argen Eltern mit aller Schlechtigkeit und Bosheit ehren, weil solches die Eltern von ihren Kindern wollen, seine gute Verheißung bestimmt haben? Was sind denn Kinder von Dieben, Räubern und Mördern ihren wirklichen Eltern schuldig? Sie können ihre Eltern nur ganz natürlich dadurch ehren, wenn sie im sehr ausgezeichneten Grade das sind und tun, was ihre Eltern auch sind und allzeit tun, also sieh: durch Diebstahl, Raub und Mord an den fremden Reisenden! Kann sich die Verheißung Mosis wohl auch auf solche Kinder als wirksam erstrecken? Der nur einigermaßen klare Weltverstand muß dir da sagen, daß eine so zu verstehende Verheißung samt dem Gebote Mosis eine Schmach ersten Ranges für alle göttliche Weisheit wäre! Wie kann Gott, der höchst Weise, ein Gebot geben, demzufolge auch ein ins Fleisch eingezeugter Engelsgeist dem Elternpaare, das aus der untersten Hölle ins Fleisch trat, Liebe und alle Ehre schuldig wäre?!

Du siehst, daß das Gebot Mosis, von diesem wahren Gesichtspunkte betrachtet, der größte und tollste Unsinn wäre! Es ist also einerseits klar und nun mehr als erwiesen, daß alles, was Moses geredet und bestimmt hat, reines Gotteswort ist und daher ewig keinen Unsinn in sich bergen kann; anderseits aber, wenn man nach der altgewohnten dummen Art das Gesetz Mosis also auslegt und beobachtet, wie es bisher ausgelegt und auch beobachtet wurde, dasselbe vor dem Richterstuhle aller besseren menschlichen Vernunft ein offenbarster Unsinn sein muß!

Woran liegt es dann, daß das Gesetz Mosis, wie es bisher beobachtet ward, ein Unsinn trotz des rein göttlichen Ursprunges sein muß? Es liegt solches in dem gewaltigsten Mißverstande dessen, was Moses mit diesem Gebote hauptsächlich angezeigt hatte, das allgemeine Elternpaar der großen Natur Gottes, nämlich die Erde, als der für die Menschengeschlechter geschaffene Weltkörper als Vater, und ihr Schoß, aus dem zahllose Kinder aller Art und Gattung in einem fort ausgeboren werden, als die rechte Mutter! Dieses uralte Elternpaar soll also der Leibesmensch stets ehren und achten, und ihm nie zu verweichlicht den Rücken zeigen, so wird er gesunden Leibes ein langes Leben überkommen und auch ein rechtes Wohlergehen. Von diesem alten Elternpaare kann ein emsiger Mensch auch am meisten alles Gute, Große und Wahre erlernen und sich daraus zuerst jene große Stufenleiter erbauen, auf der der Erzvater Jakob die Engel der Himmel auf- und niederklettern sah. Wer da fleißig und mit großem Ernste in der Natur forscht, der wird vielen Segen für sich und für seine Brüder zum Wohlergehen ans Tageslicht fördern.” (Gr.Ev.Joh. III 211,9-19)

“Wie aber viele, so ist auch das Gesetz der Opferung im Tempel an Stelle des Mosaischen bezüglich der Kinderpflichten gegen ihre Eltern ergangen. Im Anfange hat es ein ganz gutes und gerechtes Aussehen gehabt und bezog sich nur auf jene Kinder allein, deren Eltern - wie es häufig der Fall ist, wahre Auswürfe der Menschheit waren. Diese hatten aber merkwürdigerweise oft gar recht gute und brave Kinder, die gottergeben das Kardinalschlechte (Grundschlechte) ihrer Leibeseltern gar wohl erkannten und einsahen. Die Forderungen, die ihre bösen Eltern an sie stellten, machten ihnen die Haare sich zu Berge sträuben; aber im unverstandenen Gesetze Mosis stand, die Eltern vor allem durch Gehorsam zu ehren!

Aus solchen Gründen fragten dann in einer noch ganz guten Tempelzeit solche unglücklichen Kinder im Tempel an, was sie tun sollten, und sagten: Es sei allerdings wahr, daß Moses aus Gott geboten habe, den Eltern zu gehorchen und sie also hoch zu achten und zu ehren sein Leben lang, auf daß man lange lebe und es einem wohlergehe auf Erden; aber Moses habe auch geboten, nicht zu töten, nicht zu stehlen, kein Falsch zu reden, nicht Unkeuschheit zu treiben mit den Jungfrauen und noch weniger zu begehren des Nächsten Weib. Solches alles aber geböten ihnen nun ihre argen Eltern! Was sollten sie nun tun, um sich an keinem Gebote Mosis zu versündigen?’

Da sprach der vom Geiste Gottes wohl durchströmte Hohepriester:

‘Stehet ab von solchen euren Leibeseltern, opfert eine Gabe statt dem schlechten Gehorsam und betet zu Gott, und es wird das besser sein für euch und durch die Gnade von oben auch für eure ungeratenen Eltern!’

Und da geschah es denn, daß solche Kinder ihre argen Alten verließen, brachten dem Tempel für sich und für ihre argen Alten ein Opfer und suchten dann bei guten Menschen Dienste zu bekommen, um da ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen. Bisher und insoweit war dies Gesetz ganz völlig göttlichen Ursprungs. Aber mit der Zeit haben die argen Wölfe, die in Schafspelzen auf den Stühlen Mosis und Aarons saßen, dies Gesetz verallgemeinert, und da konnten denn auch ungeratene Kinder ganz guter und braver Eltern sich durch Opfer von dem Gehorsam gegen ihre Eltern loskaufen, um dann ganz frei und gewissenlos sündigen zu können!

Es ist ja sonst doch ganz sicher in aller Ordnung, daß ein Schwacher sich von einem Starken führen läßt! Die Eltern aber sind doch allzeit stärker denn ihre Kinder, und es ist darum ganz in aller Ordnung, daß sich die Kinder von ihren Eltern führen lassen; wenn aber der Schwache merkt, daß ihn der Starke in einen verderblichsten Abgrund stürzen will, so tut der Schwache sehr wohl daran, sich dem Starken zu entwinden und einen sichern Ort sich auszusuchen.” (Gr.Ev.Joh. III 213,5-11)

12.5 Erziehungswinke für Knaben

„Der Knabe, oder das Kind, unbehilflich geboren, seine Seele in einem Traumleben befangen, weiß und erkennt nichts, muß alles erst lernen, selbst seine Gedanken, die mit dem Entwickeln seines Ichs sich vermehren, in eine Sprache einkleiden, welche letztere anfangs mangelhaft, dann stets klarer und bezeichnender wird, je mehr der Körper und das Begriffsvermögen voranschreitet. Der Geist, als Funke von Mir, verhält sich ruhig, in das Innerste des Herzens eingeschlossen, treibt nur hie und da die Seele an, auf die gesetzmäßige Weise ihren Körper auszubilden, um denselben als tüchtiges Werkzeug gebrauchen zu können, und um den aus dem regelmäßig ausgebauten Körper sich entwickelnden Seelenleib für ein anderes Leben mit ins Jenseits hinüber zu nehmen, wenn der irdische Leib und die Umhüllung der Seele für dieselbe nicht mehr brauchbar ist, und sie eines anderen bedarf.

Im Knaben oder Kinde schlafen noch alle Leidenschaften, höchstens der Eigensinn und der Zorn sind es, die sich kundgeben; es sind dies die ersten Schmarotzer-Pflanzen, die sich um den jugendlichen Lebensbaum ranken, sich an ihn klammern, und wenn nicht frühe Hilfe zur rechten Zeit dazutritt, den ganzen Baum seiner Kräfte berauben, seine Säfte und Kräfte in die der beiden Unkrautpflanzen verwandeln, und dann den mit diesen Eigenschaften aufwachsenden Menschen gänzlich verderben, indem er als Sklave dieser Leidenschaften beinahe auf allen geistigen Fortschritt Verzicht leisten muß, und viele Unannehmlichkeiten sich und anderen bereitet, die mit ihm in Berührung kommen. Eigensinn und Zorn sind einige der mächtigsten Eigenschaften der satanischen Natur; denn der ersten wegen will der Satan nicht auf den Weg zu Mir einlenken und wegen der zweiten Eigenschaft kann er keiner leisesten Spur von Liebe in seinem Herzen Eingang geben, die ihn, statt wilder, sanfter machen würde.

So geht es dem Knaben, da gar oft dumme Eltern, statt diese beiden Eigenschaften mit aller Gewalt zu bekämpfen, dieselben noch unterstützen, glaubend, wenn man dem Kinde nicht gibt was es will, man ihm an der Gesundheit schade, oder mit der leichtfertigen Ausflucht gleich bereit sind - ‘das Kind versteht es ja nicht, was es will; wenn es größer wird, wird es schon anders werden!’ Törichte Eltern! Ja es wird anders werden. Das, was es als Kind mit Tränen und unartikulierten Lauten ausdrückte, wird sich später in lieblose und kränkende Worte gegen euch verwandeln, dann mit dem Wachsen des Kindes und eurem Abnehmen vielleicht in tätliche Handlungen ausarten, wo ihr eure schöne Aussaat wieder zurückbezahlt erhalten werdet, wie ihr es verdient habet.

Das Kind, welches wie eine Pflanze sich nach und nach entwickelt, immer mehr seine Arme von der Mutterbrust in die weite Welt hinausstrecken will, um gerade das zu erfassen, was von ihm am weitesten entfernt liegt, das Kind wächst mit der Erkenntnis, und mit der Erkenntnis wachsen die Leidenschaften und mit den Leidenschaften wächst die Begierde, dieselben zu befriedigen. So angekommen in einem Alter, wo dieser Strom geistiger, seelischer und körperlicher Triebe noch wie untereinander vermischt, geläutert werden muß, tritt das Bedürfnis des Lernens und der Schule heran, das Kind muß einen Begriff bekommen, was gut, was schlecht, was erlaubt, was verboten, was Tugend und was Sünde ist. Hier, in diesem Stadium der Läuterung aller jugendlichen Begierden und Wünsche, müssen Eltern und Lehrer alles aufbieten, den von jugendlichem Übermute beinahe überflutenden Strom aller Wünsche, Leidenschaften und Begierden in ein streng abgeschlossenes Beet einzurahmen, ihm Dämme zu setzen, damit er nicht aus seinen begrenzten Ufern heraustritt.’ Hier fängt die Seele an zu lernen, d.h. das erste ernste Wort des geistigen Menschen; es ist die Bezähmung seiner Leidenschaften, die Kraft, seinen Wünschen ein Ziel, und seinen Eingebungen und Einflüsterungen ein gerechtes Ja oder Nein entgegenzusetzen.

Mit der Schule und dem Beispiele der Eltern als erste Führer in ein weiteres Feld eintretend, gleitet das Lebensschiffchen des Knaben zwischen Spielen und Lernen, Belehrung und Bestrafung in das Jünglingsalter, mehr schon aufgeweckt in Geist und Seele, sowohl mit anderen ihm Gleichstehenden, als Höheren oder Älteren in Berührung kommend, drängt es die jugendliche Seele zu fragen über Dinge, die sie zwar willenlos als Kind angenommen, aber nicht aus Überzeugung in ihrem Innern zur Vergeistigung ihres eigenen Ichs gemacht hat. Mit dem Eintritte in eine höhere Lebenssphäre, die zwar auch noch voll von Trugansichten ist, fängt das Fragen an, ‘aber warum dieses, warum jenes ?-!-?’

Gemäß der Aufklärung baut sich dann der geistige Mensch im Innern auf; es regen sich im Jüngling endlich auch die geschlechtlichen Triebe, er sieht sich zum weiblichen Geschlechte hingezogen, das ihm in den Schuljahren gleichgültig, oft sogar verächtlich war. Dieser Trieb, so gefährlich für die entfesselte Natur, ist doch einer der Heilsamsten, denn er zähmet oft die rohesten Leidenschaften eines verdorbenen Kindes, und was Mutter, Vater und Lehrer nicht möglich war, das bezähmt ein Blick aus einem Auge voll Liebe und Seelenglück eines sich dessen nicht bewußten Mädchens, welches in dieser geistigen Magnetisierung etwas vollbringt, das nur in den Himmeln begriffen, dort einst seine rechte Aufklärung finden, und hier auf dieser Erde nur einen leisen, leider nicht bleibenden Nachklang zurückläßt.” (LGh S.44-46)

12.6 Eigensinn, Zorn und Eitelkeit der Mädchen

„Wir wollen beginnen wie bei dem vorigen vierfachen Diktate, das heißt, mit der Jugend oder mit dem ersten Stadium als Kind oder im geschlechtlichen Ausdrucke - mit dem Mädchen. Zunächst nach der Geburt, wo noch kein geschlechtlicher Unterschied vorhanden ist in Bezug auf Triebe und Leidenschaften, wo das vegetative Leben nur allein das Vorherrschende ist, da zeigt sich beim Knaben oder Mädchen kein Unterschied als nur in der körperlichen Einrichtung, indem beim

Mädchen der schwächere Organismus, der ruhigere, leidende, passive vorherrscht, während beim Knaben schon mehr das ungestüme und beweglichere Temperament durchleuchtet, was demselben später seinen Charakter gibt, im Vergleich mit dem sanfteren und schwächeren Mädchen. Diese Epoche ist also die nämliche bei beiden Geschlechtern; alle Leidenschaften und Tugenden schlafen ruhig den Schlaf des Gerechten, bis andere Zustände sie zur Trennung und zum Kampf aufwecken, wo dann ebenso beim Mädchen der Eigensinn und der Zorn die ersten bösen Eigenschaften sind, die sich kund geben, wie wir es beim Knaben gezeigt haben. Was Ich dort über diese beiden Triebe gesagt, das gilt auch nun beim Mädchen; nur ist hier der Eigensinn eine noch gefährlichere Leidenschaft beim Mädchen, als beim Knaben, indem der Knabe im späteren Alter doch mehr Willenskraft besitzt, denselben eher zu bändigen, während das Mädchen, schwächer, nicht dem Reize widerstehen kann, und auch noch leichter in all ihrem Tun deshalb bestätigt wird, weil es als das schwächere Geschlecht überall Nachgiebigkeit findet, welche Nachgiebigkeit gegen seinen Trotz aber später der Jungfrau und Mutter böse Stunden bereiten wird, indem sie alsdann mit dem anderen Geschlechte in Berührung kommt, das von Mir selbst bestimmt wurde zu herrschen, und nicht beherrscht zu werden. Soviel also über diese beiden Eigenschaften. Wer von deinen Schwestern Kinder zu erziehen hat, der beachte wohl diese beiden Giftkräuter, die, so sehr das Weib geschaffen ist, überall, wo es nur auftritt, den Frieden und Segen zwischen aufgeregten Gemütern herzustellen, ebenso im Gegenteile den schönsten Himmel zur Hölle verwandeln kann, wenn das Weib diese bösen Eigenschaften zu bezwingen nicht die Kraft hat, woraus dann die schlimmsten Folgen erwachsen, nicht nur für das eigensinnige und zornige Weib selbst, sondern auch auf Kind und Kindeskinder, wie ein krebsartiger Schaden sich fortpflanzt.

Was bei dem Knabe mit seinen fortschreitenden Jahren die Kampfeslust, das - stärker als andere sein, und über seine Kameraden herrschen Wollen, eine Lieblings-Neigung ist, das ist im Gegensatze bei dem Mädchen die Eitelkeit.

Der Knabe möchte als der Stärkste, Gewandteste (und Gescheiteste) von seinen Mitgespielen angesehen und als solcher gefürchtet sein, - das Mädchen dagegen möchte die Schönste und Bestgekleidete (und Reizendste) unter ihren Freundinnen sein; ersteres ist zwar auch beim Knaben, aber eine bei weitem nicht so gefährliche Leidenschaft, als jene bei Mädchen, wo sie als Eifersucht von desto größerer Tragweite ist. Sie, die Eifersucht, ist die ärgste und furchtbarste Leidenschaft, die aus dem weiblichen Gemüte alle anderen besseren Eigenschaften verdrängt, sich mit Haß, Zorn und Rache verbindet, und es ist so, wie Ich einst in einem Meiner Worte sagte: -Wollt ihr den Satan in Person sehen, so schauet nur ein eitel aufgeputztes Fräulein, oder ein eifersüchtiges Weib an!” Ja, ein nur von Leidenschaften sich regieren lassendes Weib ist eine Furie in Person; denn beim Manne ist trotz des Rache- und Zorngefühles doch fast stets die Vernunft mehr Herrscherin; aber beim Weibe gibt es da kein Denken mit dem Kopfe mehr, sondern nur das Herz, der Sitz alles Edelsten oder alles Schlechtesten, ist der Leiter und Träger aller ihrer Entwürfe und Handlungen.” (LGh S. 58-59)

12.7 Bestimmung der Ehe

„Die meisten Mädchen treten in die Ehe, ohne auch nur eine Ahnung zu haben von dem, was ihrer erwartet, noch wozu Ich sie bestimmt habe, nämlich zu wahren Müttern zu werden. Das Weib, die Trägerin der Liebe, ist dazu geschaffen, den noch unvollkommenen Seelen den Weg ins Fleisch zu ermöglichen, auf dem sie die Möglichkeit haben, dem hohen Ziele der Gotteskindschaft nachzustreben. Weil aber so wenige Menschen diesen hohen Zweck und ihre Aufgabe erkennen und weder der Mann noch das Weib weiß, was es heißt, Kinder nach dem Willen Gottes zu zeugen, muß Ich (mit Meinen Belehrungen) stets wieder von vorne anfangen, um euch wenigstens zum klaren Bewußtsein dessen zu bringen, was ihr seid oder sein sollt. Ihr seid Kinder des Lichts, darum sollt ihr nicht wandeln in der Finsternis, sondern im Lichte - so werdet ihr Frieden finden in Mir, eurem Vater. Und so wollen wir nochmals zum Weibe und ihrer Bestimmung zurückkehren und dem Manne zeigen, wie und wann er sein Weib erkennen soll, um eine Frucht in ihrem Leibe zu erwecken. Nach Meiner göttlichen Ordnung soll dieser Akt nur dann geschehen, nachdem die reine Liebe in den Herzen beider Gatten erwacht und das Streben beider in dem Wunsche der Zeugung eines Menschenkindes völlig eins geworden ist. Erst wenn diese geistige Vereinigung, die allein gültig ist vor Mir, stattgefunden hat, kann eine vor Mir wohlgefällige und von Mir gesegnete Liebesfrucht entstehen, weil sie aus wahrer Liebe und nicht aus eitler Sinneslust hervorgegangen ist. Eine solche Ehe ist vor Mir wahrhaft gesegnet. Sie ist nicht nur für dieses kurze Erdenleben, sondern für die Ewigkeit geschlossen.” (Lwo S. 285)

12.8 Eherat des Herrn

„Schließlich muß Ich euch, namentlich den Eltern, diesen Meinen väterlichen Rat noch hinzufügen, daß ihr eure Söhne ja nicht eher ehelichen lassen sollet, und wären sie dazu auch in allem weltlichen Erhaltungsvermögen, sei es im Amt oder Habe wohl versehen, bevor sie nicht wenigstens zur Hälfte wiedergeboren worden sind, damit dann ihre Weiber durch sie geheiligt werden möchten, um gesegnete Früchte zur Welt zu bringen, die da bald selbst leicht ein Segen des Himmels einer ganzen großen Generation werden, wodurch ihr dann auch ein großes Reich, gleich dem des Abrahams, in den Himmeln gründen, und worüber ihr euch freuen werdet, ewig mehr und mehr. über die stets sich mehrenden Herrlichkeiten, hervorgehend aus eurem gesegnetem Samen. -

Eure Töchter aber gebet Meinen Söhnen, die da sind gekommen aus Meiner Liebe zu euch, und haben auf der Welt mich wohl erkannt, und sich ziehen lassen von Meiner Liebe, und leiten von Meiner Weisheit, da sie allezeit hören Meine Stimme, und ihre Augen geheftet haben nach Meinem Herzen. Dadurch werdet ihr mich zum segnenden Schwiegervater eurer Töchter machen, und ich sage euch, da ihr Mich dadurch gemacht habt zum nächsten Anverwandten, so könnt ihr euch wohl leicht selbst denken, daß Ich Meine Mitschwieger dereinst nicht zu Grunde gehen lassen werde; und so Ich sage, daß sie in Meinem Hause wohnen werden und an Meiner Haustafel allezeit speisen und gewiß große Freude haben sollen mit den überschönen Enkeln Meiner lieben Söhne und ihrer durch sie gesegneten Töchter, und sie an Meiner Vaterhand in alle Meine Reiche geführt und da schauen werden Meine großen Herrlichkeiten, - dann erst werden sie es fassen, was es heißen will, Mich zum Mitschwieger zu haben!” (Hi. III S. 19,32-33)

12.9 Das Alter für die Ehe

„Der Mann soll vor seinem vierundzwanzigsten Jahre keine Jungfrau anrühren - ihr wisset es, wie und wo es zu verstehen ist vor allem -, und die Jungfrau soll wenigstens vollkommen achtzehn Jahre zählen oder mindestens volle siebzehn; unter dieser Zeit ist sie nur notreif und soll keinen Mann erkennen! Denn vor dieser Zeit ist hie und da eine nur notreif; wird sie zu früh berührt von einem geilen Manne, so ist sie schon brüchigen Fleisches und zu einer schwachen und leidenschaftlichen Seele geworden.” (Gr.Ev.Joh. IV 80,10)

12.10 Standesdünkel in der Erziehung

„Die Menschen selbst haben Gott auf die Seite und ihren eigenen Hochmutsdämon auf den Thron gesetzt, und was sie einst taten, das tun sie noch; denn überall sorgen die Eltern ja bei ihren Kindern, daß sie etwas besseres und höheres werden als sie selbst. Der einfache Bauer, wenn er auch seinen Wunsch nicht ausführen kann, so hat er ihn doch wenigstens im Herzen, demzufolge sein Sohn ein großer Herr und seine Tochter, wenn sie nur irgend ein weicheres Gesicht hat, wenigstens eine Bürgersfrau in einer Stadt oder das Weib irgendeines Landbeamten werden möchte.

Ein Schuster ist weit entfernt, seine Kinder sein Handwerk lernen zu lassen. Und hat er eine etwas mehr schöne als häßliche Tochter, da wäre es keinem seines Handwerks zu raten, sie zum Weibe zu verlangen, weil sie leicht eine Beamtenfrau, wenn nicht noch mehr werden kann. Der Schuhmacherssohn muß natürlich studieren und dann je mehr desto besser werden. Ist die Tochter eines solchen Toren wirklich eine Rätin geworden und der Sohn etwa gar ein Kriminalaktuar, dann darf es der Vater ja nicht gar zu keck weg mehr wagen, sich seinen hochgestellten Kindern mit aufgesetztem Hute zu nahen. Es kränkt ihn zwar sehr, und er weint oft gar bittere Tränen, daß ihn seine Kinder nicht mehr kennen wollen; aber es geschieht ihm recht. Warum war er ein solcher Esel und hatte Freude daran, sich statt zwei Stützen für sein Alter nur zwei Tyrannen heranzubilden?

Darum geschieht es jedermann recht, und der ganzen Menschheit geschieht es recht, daß sie von oben bis unten und über und über tyrannisiert wird, denn sie selbst hat ja die größte Freude daran, Tyrannen aus ihren eigenen Kindern zu bilden. Wer läßt denn die Kinder studieren? Die Eltern. -Warum? Damit die Kinder etwas werden sollen. - Und was sollen die Kinder werden? Ganz natürlich, wenn es möglich ist allezeit mehr als die Eltern. Denn überall heißt es: ‘Ich lasse meinen Sohn studieren, auf daß er einst entweder ein Geistlicher oder ein Staatsbeamter werden möchte, und wenn er es zu einem Hofrate oder gar zu einem Minister bringen könnte oder als Geistlicher womöglich zu einem Bischofe, so wäre es mir wohl am liebsten.’

Also spricht das Gemüt des Vaters, und ebenso das Herz einer Mutter. Aber daß ein Vater sagen möchte: ‘Ich lasse meine Kinder nur darum studieren, daß sie sich recht nützliche Kenntnisse sammeln sollen, um dann mit weisem Vorteil das zu sein, was ich selber bin oder auch etwas Geringeres, - aber gut und recht!’, das wird nicht leichtlich gehört werden, noch weniger Mein Wort: ‘Wer unter euch der Erste sein will, der sei der Letzte und euer aller Knecht.’

Das habe Ich geboten und siehe, kaum ein Bettler befolgt dieses Gebot. Aber was der Satan befiehlt durch seine Dämonen, nach dem rennt klein und groß, Kind und Greis. Daher geschieht aber der Welt auch zehnmal und hundertmal recht, daß sie mit Schwert und Feuer tyrannisiert wird, denn sie hat ja selbst das größte Wohlgefallen daran.

Hört auf, aus den Kindern Tyrannen zu erziehen, und werdet selbst lieber die Letzten als die Ersten, dann werden die Tyrannen auf den Thronen bald allein dastehen. Und weil ihr tief drunten stehen werdet, so werden auch sie tief herab von ihrer Höhe steigen müssen, um nicht auf selber verlassen zugrunde zu gehen. Aber wenn ihr aus euren Kindern stets mehr und mehr Staffeln zu dem Throne bauet, da muß dieser ja stets höher werden, und je höher er wird, desto weiter kann er die Steine schleudern von seinem erhabenen Standpunkte und desto härter treffen sie auch euch Untenstehende. Und Ich lasse es recht gerne zu, daß der Höheren Macht wachse, damit die Narren unten doch etwas haben, das sie demütigt und ihnen zeigt, was sie sein sollen und nicht sind. Und so sind die Regenten nunmehr von Mir bemächtigt und tun sehr recht, wenn sie die dumme Menschheit drücken soviel als nur möglich, denn sie verdient nichts Besseres. Läßt der Vater seinem Sohne nicht einen besseren Rock machen, als er ihn trägt? Und die Mutter geht mit ihren Töchtern in die Modeläden und sucht stundenlang Zeuge aus, in denen sich ihre Töchter desto besser ausnehmen möchten, um dadurch mehr ‘Eroberungen’ zu machen. Warum denn ‘Eroberungen’? ‘Erunterungen’ wären’s nach Meinen Worten, nach denen die Menschheit streben sollte! Weil aber Eroberungen, - da sind die Tyrannen recht; ja sie sind sogar Engel, weil sie die Eroberungssucht soviel als möglich durch Steuern und andere lästige Gesetze herabdrücken.

Also spricht der Vater zu seinem Sohne: ‘Du mußt dir ein solches Benehmen aneignen, daß du alle Augen und Ohren auf dich ziehst und dadurch unentbehrlich wirst einer ganzen Gesellschaft, oder mit anderen Worten gesagt: Suche der Erste in der Gesellschaft zu werden!’

Warum sagt der Vater nicht lieber: „Sohn, ziehe dich zurück! Es ist besser, daß du vom untersten Standpunkte deine Augen auf die Gesellschaft richtest, als daß die Gesellschaft auf dich alle ihre

Augen richte!” - Oder was ist wohl besser: der Grundstein eines Gebäudes oder ein Dachgiebel desselben zu sein? Wenn aber ein Sturm kommen wird und wird zerstören Dach und Haus, wird er wohl auch den Grundstein von seiner Stelle bringen?

Wer am meisten unten ist, der ist auch am meisten sicher. Die Spitze eines Turmes aber ist ein Spielzeug alles Gewitters. Darum gehet nach unten! Die rechte Demut sei der feste Standpunkt eures Seins. Dort wird jeden der böse Rangdämon verlassen und mit der Tyrannei wird es für ewige Zeiten ein Ende haben.” (EM 63,12-21)

12.11 Ein Beispiel gottesfürchtiger Töchter

„Die fünf Urenkelinnen Kisehels waren von ausnehmender Schönheit, und es hatte in einem Alter von dreißig bis vierzig Jahren noch keine einen Mann, obschon eine große Menge Bewerber. Denn ihr schlichter frommer Vater lehrte sie Mich suchen und allein lieben. So sie solches täten, sagte er gar oft zu ihnen, so werde Jehova ihnen schon zur rechten Zeit ausgewählte Männer geben, mit welchen sie eine große Freude haben würden.

Durch solche gute Lehre geleitet, liebten diese fünf Mägde den Jehova stets mehr und mehr trotz ihrer für die Urzeit noch sehr zarten Jugend.

Ich ließ sie darum von Zeit zu Zeit Meine Liebe recht tief schmecken, und so waren sie auch unsichtbarerweise in Mich, ihren Jehova, ganz förmlich verliebt und mochten nimmerdar ihre Herzen von Mir abwenden, sondern ihre große Sehnsucht nach Mir stieg von Tag zu Tag, ja oft von Stunde zu Stunde.

Sie liebten sich aber auch gegenseitig fast unzertrennbar, und zwar so, daß eine tat, was die übrigen taten, und die übrigen, was die eine tat. Alles, was sie immer ansahen, entzückte sie; denn sie erkannten in allem ein teures Andenken ihres alleinigen Geliebten. Besonders aber, so sie irgendein frisches, ungewöhnliches Blümchen fanden, das mußte schon gar gewiß von Mir für sie bestimmt worden sein! Da war’s aber dann auch wieder völlig aus mit ihnen; denn alsbald nahmen sie mit großer, liebzitternder Ehrfurcht das Blümchen und eilten dann. überfreudig zum Vater und zeigten ihm was gar so überaus schönes ihnen ihr heiliger Geliebter schon wieder beschert habe. Darüber freute sich dann auch ihr Vater über die Maßen und dankte Mir auch allzeit im Herzen. daß Ich seine lieben Kinder behütet habe vor so manchen unkeuschen Nachstellungen männlicher Lüsternheit.

Und nach vollbrachtem Danke opferte er sie Mir wieder auf und bat Mich inbrünstigst, mit Meiner Liebe noch ferner gnädigst und barmherzigst die Herzen seiner Töchter zu ziehen, welche Bitte Ich bei diesen Umständen sicher nicht unerfüllt habe dahingehen lassen. Und so wuchsen diese fünf Mägde pur in Meiner Liebe auf und wurden dadurch auch stets schöner und reizender und zarter, geistig und leiblich. Ja, ihre Schönheit war so groß, daß alle gegenwärtigen Erdenschönheiten gegen sie nicht einmal einen kleinen Tautropfen ausmachen möchten, so sie auch in eins vereinigt werden könnten; denn für ihre große Liebe zu Mir ließ Ich sie auch, soviel als leiblich nur immer möglich ist, so recht vollends himmlisch schön werden, darum sie auch von jedermann ‘Die schönen Kinder der Liebe’ (Allurahelli) benamst wurden.“ (HGt I 180,7-14)

12.12 Winke für Mütter verzogener Kinder

„Deine Schwester hat sich ausgedrückt, da sie wissen möchte, wie sie sich in ihrem Hause und mit ihren (bereits erwachsenen) Kindern zu benehmen habe? Und so will Ich dir einige Zeilen für Meine liebe Tochter geben, die so gerne ihr ganzes Haus und seine Einwohner auf dem Wege sehen möchte, den sie selbst zu ihrem Heil eingeschlagen hat.

Schon einmal sagte Ich ihr, ob sie denn glaube, als ein kleines Flämmchen ein ganzes großes Haus erleuchten zu können, und doch möchte sie dieses Mirakel sehen, weil sie glaubt, das sei ihre Mission.

Was ihre Kinder jetzt sind, sind sie geworden unter dem Einflusse von ganz anderen Umständen und Weltansichten, als wie deine Schwester jetzt die Welt ansieht. Ich weiß es recht gut und kenne ihr Herz, sowohl als Meine Tochter als auch als Mutter; allein das Vergangene kann nicht mehr ungeschehen gemacht werden, und so muß sie mit Geduld zusehen, wenn ihre Kinder nun andere Wege gehen, als sie selbst. Es mag ihr zur Beruhigung dienen, daß, was ihre Kinder jetzt sind, nicht auf Rechnung der Mutter geschrieben wurde, und so solle sie nur ruhig abwarten, was für Schritte Ich einleiten werde, um ihre Kinder so zu führen, daß selbe einst doch auch noch Meine Kinder werden könnten. Eines aber muß Ich hier voraus bemerken, Ich kann nicht umhin, dabei solche Wege einzuschlagen, die Ich selbst als notwendig erachte. Hat deine Schwester vielleicht je jemand gesehen, der, ohne zuvor weltlich etwas gezüchtigt worden zu sein, freiwillig den Weg zu Mir gefunden hat? Oder hat sie selbst etwa, so lange die Welt mit all ihren Reizen ihr zulächelte und es von Vergügungen zu Vergnügungen ging an Mich gedacht, wie sie es jetzt tut? - Sie lege die Hand aufs Herz, und eine Stimme wird ihr mit ‘Nein’ antworten. Erst als die Welt sich für sie zu schließen begann, und ihr so mehr Zeit zum Nachdenken gelassen wurde, über die falschen Ideen von Wert und Unwert aller mondanen Dinge reifer nachzudenken, erst da fand sie, daß über all diesen Dingen es noch etwas Höheres und Wichtigeres gibt. Von diesem Zeitpunkt her schreibt sich ihre Um-und Einkehr bei Mir und wenn sie ihre Kinder glücklich wissen und auch bei ihnen den Trieb nach Mir erwachen sehen möchte, wie ist solches möglich ohne bittere Stunden und sogenannte Unglücksfälle! Oder glaubt sie denn, es sei so leicht, den Titel ‘Mein Kind’ zu erwerben und die Menschen, könnten das so mitten im Reichtum und Glück, wo ihnen die Not und der Hunger nur vom Hörensagen bekannt ist, aber nicht aus eigener Erfahrung?

Wenn sie nur ein wenig darüber nachdenken will, so muß sie es als ein Wunder, ja als eine außerordentliche Gnade ansehen, daß ihre Familie sie selbst so schnöde behandelt hat, wie sie es wirklich getan; denn ohne diese Behandlungen wäre sie nie zu Mir, nie in Meine Nähe gekommen; und so ist es auf dieser Welt überall, da oft die Menschen gerade mit dem, was sie eigentlich Böses an andern verüben wollen, das Meiste zu deren Besten beitragen.

Deswegen solle sie nur ruhig sein und Mich sorgen lassen; will Ich ihren Kindern diese Gnade angedeihen lassen wie ihr, so solle sie überzeugt sein, daß Ich gewiß die Mittel und die Art finden werde, um ihre Herzen von der Welt abzuziehen, und ihnen den Weg zum Frieden und zur inneren Seelenruhe zu zeigen, den sie alle jetzt vergebens suchen und gemäß ihrer Anschauungsweise auch nicht finden können. Meine liebe Tochter solle nur ihre eigene Führung als Richtschnur auch für ihre Kinder nehmen, und mit Vertrauen zu Mir wird sie bald erfahren, daß alles was der heilige Vater tut, stets im rechten Zeitpunkt und in der rechten Weise zum Besten der verirrten Menschenkinder geschieht.” (Lebensgarten/Lw S.29)

12.13 Erziehungswinke I

„Siehe, Mein Kind, du möchtest Aufschluß darüber, was da Mein Wille sei in dieser Erziehungsfrage - ob Ich für oder gegen ein sogenanntes ‘Pensionat für junge Mädchen’ bin? Das möchtest du wissen, um ganz nach Meinem Willen dein Kind zu erziehen.

Nun, weil du Mich fragst, will Ich dir denn auch antworten und dir sagen, daß Ich durchaus nicht einverstanden bin mit einer solchen Erziehung, wie sie in jenen Anstalten gehandhabt wird. Sie entspricht der Welt und hat mit Mir und Meiner Lehre nichts gemein. Und so dein Kind Mein Kind werden soll, bedarf es dieser Schule nicht. Für Meine Kinder ist die Welt im eigenen Herzen das ‘Institut’! Dort gibt es viele und schwere Aufgaben zu lösen, die alle dahin weisen, der äußeren Welt zu entsagen, um Mich zu erringen. Je früher ein Kind den Ernst des Lebens kennenlernt, um so besser ist es für seine Seele. Vor allem soll daher jedes Kind frühe an Arbeit und treue Pflichterfüllung gewöhnt werden. Es soll ihm eine freudige Sorge sein, der auferlegten Pflicht nachzukommen. Und jede Nachlässigkeit oder Trägheit soll von seiten der Eltern und Erzieher aufs strengste gerügt werden.

Besonders junge Mädchen bleiben durch anhaltende Arbeit auch vor nutzlosem Tändeln, Spielen und sonstigem Unfug bewahrt. Arbeit ist der treueste Wächter ihrer Seele und auch die heilsamste und kräftigste Arznei für ein blutarmes, träges Geschlecht, wie es die Jetztzeit aufzuweisen hat.

Ferner ist Einfachheit, Genügsamkeit und Bescheidenheit in jeder Hinsicht ein Punkt, der sehr zu beachten ist, damit die Seele früh für Hohes und Edles aufnahmefähig und der Geist nicht erstickt wird von der Welt und ihren Genüssen, noch ehe er seine Entwicklung begonnen und sein Dasein bekundet hat.

Wecket darum alle edlen Triebe! Und vergesset nicht, daß Kinderseelen noch zu lenken sind und daß die früh empfangenen guten Eindrücke unauslöschlich in den Herzen haften. Wie die Saat, so wird einst die Ernte ausfallen!

Ihr alle, die ihr Mein Licht empfanget und dadurch hellsehender für die Fehler eurer Kinder geworden seid, gehet nicht achtlos darüber hinweg, sondern jätet das Unkraut bei Zeit eifrig aus. In eure Hände ist es gelegt, neue Menschen zu schaffen! Benützet das Recht, das Ich euch einräume, bieget das Bäumchen, solange es sich noch biegen läßt und versäumet nicht die kostbare Zeit, die euch gegeben ist. Ihr müßt Hand anlegen und die Kleinen frühzeitig für Mein Reich erziehen -damit sie nicht im Verkehrten aufwachsen und dann erst später das Versäumte mühsam nachholen müssen. Ich erziehe euch ja auch also, damit ihr das künftige Geschlecht ebenfalls erziehen könnt, wie Ich euch erzogen - mit viel Geduld und Nachsicht; aber auch mit väterlicher Strenge und göttlichem Ernste! Also hinweg mit der Verzärtelung, hinweg mit aller mütterlichen Schwäche! Es gilt ein ernstes Werk - Mir Kinder für Mein Reich zu erziehen! Daher seid weise Mütter, aber nicht Sklavinnen eurer Kinder! Lernte sie unbedingten Gehorsam leisten! Brechet ihren Eigenwillen! -Dann werdet ihr sehen, wie die Liebe und Achtung in euren Kindern erwacht, die jetzt durch eure verkehrte und unzweckmäßige Erziehung so vielfach erstorben ist. Sehet, das alles möget ihr gar wohl beachten, so ihr eurem Vater im Himmel eine Freude bereiten wollt. - Mein Segen ist mit euch.” (Lwo S.286)

12.14 Erziehungswinke II

„Es fragt Mich eines Meiner Kinder, wie Ich denn die ‘Ausbildung der Kinder’ verstehe, ob deren Talente und Fähigkeiten berücksichtigt werden sollen und ob für Mädchen das Erlernen fremder Sprachen am Platze sei?

Wenn Ich in Meinen letzten Worten über Kindererziehung das Arbeiten hervorhob, so ist darunter nicht nur grobe, körperliche Arbeit verstanden, sondern jede Beschäftigung, die einen guten, edlen Zweck hat. Und was die Ausbildung betrifft, so will Ich, daß ihr die edlen Künste pfleget, die Gaben, die Ich den Kindern verliehen, rechtzeitig herausfindet und ein jedes nach seinen Anlagen und Fähigkeiten ausbildet.

Das alles ist nicht wider Meine Ordnung. Nur sollt ihr darauf sehen, daß die Kinder alles, was sie tun, zu Meiner Ehre tun. Lehret sie frühe, alles aus Meiner Hand zu empfangen, damit der Hochmut und die Eitelkeit ihren Herzen fern bleibe und sie dankbar erkennen, daß Ich der Geber aller guten Gaben bin und nicht allein ihr Fleiß, sondern die Kraft Gottes sie zu allem Guten befähigt.

Überall soll die Liebe zu Mir die Triebfeder sein. - Darum erwecket vor allem die Liebe zu Mir in den Herzen der Kleinen. Stellet ihnen täglich Mein Bild vor die Seele und gewöhnet sie an einen regelmäßigen Verkehr mit Mir. Präget ihnen tief ein, daß Ich stets gegenwärtig bin, ob sie Gutes oder Böses tun, daß Mein Auge sie überall sieht und Ich nur Freude habe an einem guten, willigen, gehorsamen Kinde. - Dies faßt ein Kinderherz am leichtesten. Und sobald es dieses wirklich innehat, wird es auch leicht zu lenken sein - so ihr Liebe anstatt Furcht in die Kinderseelen pflanzet. Hier aber ist der Punkt, wo so vielfach in blindem Eifer gefehlt wird. Versuchet es nur einmal, Mich euren Kindern als den allerliebevollsten, gütigsten und besten Vater darzustellen, der sie über alle Maßen lieb hat und nichts will, als da auch sie Ihn von ganzem Herzen als ihren besten Vater lieben

- und sehet, ob ihr damit nicht mehr Erfolge erzielt, als so ihr stets von Meiner Strenge Meinen Strafen und gar von Meinem Zorne redet. Saget ihnen nicht, wie Ich strafe, wenn sie ungehorsam sind, sondern erzählet ihnen, wie sehr Ich sie liebe, wenn sie brave Kinder sind. Die Aussicht Meiner Liebe wird ihre Herzen erwärmen und sie für Mich erglühen machen, daß sie alsbald sich zu dem guten Vater wenden und ihm aus Liebe freiwillig folgen.

Habe Ich nicht auch euch also getan? Mit Meiner Liebe habe Ich euch zu Mir gezogen. Und aus Liebe folget ihr Mir! Und sehet, also sollt ihr auch die Kleinen zu Mir führen! Lasset sie Meine Liebe recht sehr verkosten, ja lasset sie zu jeder Stunde zu Mir kommen, daß Ich sie segne, denn ihrer ist das Himmelreich. Erschließet vor ihren Augen das Geheimnis Meiner Liebe und sie werden mit Freuden Wasser schöpfen aus dem Heilsbrunnen. Wie solches geschrieben steht im Alten Bunde. also wird es geschehen vor euren Augen. - Amen.” (Lwo S.288)

12.15 Winke für Eltern zur Kindererziehung

„Wenn du dein Kind aber also von Mir gereinigt aus Meiner Hand wieder empfangen hast, dann hüte dich, eine allzugroße Liebe und Zärtlichkeit ihm entgegenzubringen, erziehe es mit gerechter Strenge und lasse es stets mehr Ernst als Liebe fühlen, so wirst du mehr Charakterfestigkeit in ihm erzielen, als wenn du seine Schwächen und Fehler übersehend, es mit zu viel Liebe überhäufst. Aus dem Grunde muß Ich den zu schwachen Eltern ihre Kinder meist schon im frühen Alter wieder nehmen, weil sie eine Art Abgötterei mit ihnen treiben und sie für Mein Reich nahezu untüchtig machen, durch ihre Meiner Ordnung zuwiderlaufende Erziehung. Wo Ich Verleugnung des eigenen Willens lehre, da tut ihr dem Kinde seinen Willen, und ziehet seinen Eigensinn und Eigenwillen groß, und wo Ich Enthaltsamkeit, Nüchternheit und Einfachheit anstrebe, da stopfet ihr nahezu eure Kinder an, und gewöhnet sie dadurch ans Übermaß, und anstatt nur ihres Leibes Blöße zu decken, hänget ihr allerlei Flitterwerk und eitlen Tand um sie herum, daß sie, kaum aus den Windeln entwachsen, schon vor lauter Eitelkeit und Hoffart sich nicht mehr kennen, und also schon als unmündige Kinder sich zu putzen und zu zieren anfangen, wodurch der kindliche Sinn, das wahrhaft Göttliche an ihnen (durch die dumme Einimpfung des Weltgeistes) erstickt wird, und sie nur noch gezierten Puppen, aber nicht Meinen Kindern gleichen!

Ich sage euch, Mein Vaterherz blutet bei diesem Anblick, ihr Eltern aber würdet sterben vor Schmerz und namenlosem Weh, so ihr sehen könnet, wie ihr das zarte Seelenpflänzchen, den edlen Keim ersticket, vor lauter Sorge um die Fleischmasse den Geist des Kindes verkrüppeln und elendigst umkommen lasset, aus lauter Affenliebe und verkehrter Lebensanschauung, sowie dadurch, daß ihr selbst nicht fest gegründet seid im Glauben an Mich und an Mein Wort, und selbst nicht in der wahren Liebe zu einander stehet. Wie kann da euer Beispiel leuchtend auf eure Kinder wirken und wie möget ihr die Kleinen im rechten Sinne erziehen, solange ihr selbst noch nicht von Meinem Geiste durchdrungen seid, und der (Selbst-) Erziehung bedürfet.” (Lwo S.289)

12.16 Erziehungswinke IV

„Mein liebes Kind, siehe, du machst dir viel Sorge um deinen Liebling. Du weißt nicht, tut ihm Strenge oder Liebe not. Du möchtest ihn auf meine Wege leiten. Und siehe, deshalb sage ich dir, übergib dein Kind ganz Mir und laß dein ängstliches Sorgen! Er ist in meiner Hand, und ich will ihn leiten und führen auf all seinen Wegen! Sein Herz ist mehr durch Liebe als durch allzugroße Strenge zu leiten. Daher darfst du wohl ein klein wenig mehr Liebe durchblicken lassen, damit sein Herz nicht verhärtet werde, sondern deiner Liebe zugänglich bleibe. Sorge dich auch nicht darum, wenn er nicht obenan sitzt in der Schule dieser Welt. Du weißt es ja mehr zu schätzen, wenn er bei Mir wohl angeschrieben ist. Deshalb richte du dein Augenmerk mehr auf die Herzensbildung und pflege sein kindliches Gemüt vor allen Dingen. Dann wirst du viel mehr Freude erleben und wirst die Erziehung leicht finden, sobald du dein Augenmerk richtest auf das, was ewig ist. - Amen.” (Lwo S.291)

[— 13 —] Auszüge aus den Schriften Emanuel Swedenborgs (1688-1772)

13.1 Ursprung der Kinderliebe

„Die Kinderliebe stammt ursprünglich aus der ehelichen Liebe. Es ist bekannt, daß die Mütter eine äußerst zärtliche Liebe zu ihren Kindern haben, aber die Väter eine weniger zärtliche. Daß der ehelichen Liebe, zu welcher die Frauen geboren sind, die Kinderliebe eingepflanzt ist, kann man sehen an der liebreichen und zutunlichen Neigung der Mädchen zu den Kindern und zu den Abbildern derselben (Puppen), welche sie tragen, ankleiden, küssen und an ihr Herz drücken; eine solche Neigung haben die Knaben nicht.

Es scheint, als ob die Mütter die Liebe zu ihren Kindern daher haben, weil sie diese im Mutterleib mit ihrem Blut ernährt und daher ihnen ihr Leben zugeeignet haben und so sympathisch mit ihnen vereinigt sind; aber dennoch ist dies nicht der Ursprung jener Liebe; denn wenn ohne Wissen der Mutter ein anderes Kind nach der Geburt anstatt des echten untergeschoben würde, so würde dieses mit der gleichen Zärtlichkeit (von ihr) geliebt werden, wie wenn es das ihrige wäre; überdies werden die Kinder zuweilen von den Ammen mehr geliebt, als von den Müttern. Hieraus ergibt sich, daß jene Liebe nirgends anders herkommt, als von der einem jeden Weibe eingepflanzten ehelichen Liebe, welcher die Liebe zur Empfängnis beigegeben ist, durch deren Lustreiz die Gattin zur Aufnahme vorbereitet wird; dieses Erste jener Liebe ist es, was mit seinem Lustreiz nach der Geburt völlig auf die Leibesfrucht übergeht.“ (E.L. 393)

„Die Sphäre der Unschuld fließt ein in die Kinder und durch diese in die Eltern, und regt an. Daß die Kinder Unschuldswesen sind, ist bekannt, daß aber ihre Unschuld vom Herrn einfließt, ist nicht bekannt; sie fließt vom Herrn ein, weil Er die Unschuld selbst ist, wie gleich oben gesagt wurde; es kann aber ein Ding nirgends anders woher einfließen (als aus seinem Urgrund), weil es aus nichts anderem bestehen kann, als aus seinem Urgrund, welcher dieses Ding selbst ist. ... Die Unschuld des Herrn fließt ein in die Engel des dritten Himmels, wo alle in der Unschuld der Weisheit sind, und geht über in die unteren Himmel, aber nur in die Unschuld der Engel daselbst, und so unmittelbar und mittelbar in die Kinder; diese verhalten sich kaum anders, als wie plastische Formen, aber dennoch sind sie empfänglich für das Leben des Herrn durch die Himmel.

Aber wenn nicht auch die Eltern diesen Einfluß in ihren Seelen und in den inwendigsten (Regionen) ihres Gemüts aufnähmen, so würden sie von der Unschuld der Kinder vergeblich angeregt; es muß etwas Angemessenes und Gleichartiges im andern sein, wodurch eine Gemeinschaft entstehen, und was eine Aufnahme, Zuneigung und daher Verbindung bewirken kann; sonst wäre es gerade, wie wenn ein weicher Same auf einen Kieselstein fiele, oder wie wenn ein Lamm einem Wolfe vorgeworfen würde; das ist nun der Grund, weshalb die in die Seelen der Eltern einfließende Unschuld sich mit der Unschuld der Kinder verbindet. Da diese Verbindung mittelst der leiblichen Sinne, hauptsächlich aber durch den Tastsinn (Gefühlssinn) bei den Eltern bewirkt wird, kann die Erfahrung lehren; z.B. daß das Auge auf's Innigste sich an ihrem Anblick ergötzt; das Gehör an ihrer Rede, der Geruchssinn an ihrem Geruche; daß die Gemeinschaft und daher die Verbindung der beiderseitigen Unschuld hauptsächlich durch den Tastsinn bewirkt wird, ersieht man augenscheinlich an dem Vergnügen, womit (die Kinder) auf den Armen getragen werden, an den Umarmungen und Küssen, besonders bei den Müttern, welchen es Freude macht, wenn Mund und Angesicht derselben auf ihrem Schoße liegt, und sie zugleich dann ihre Händchen berühren; im allgemeinen auch daran, da sie dieselben mit ihren Brüsten säugen und mit Milch ernähren; außerdem an dem Streicheln ihres nackten Körpers und an der unermüdlichen Sorgfalt, womit sie dieselben auf ihrem Schoße einwickeln und reinigen. Daß durch den Gefühlssinn die Mitteilungen der Liebe und ihrer Wonnegefühle zwischen den Ehegatten geschehen, ist oben mehrmals gezeigt worden; da auch die Mitteilungen des Gemütes durch denselben geschehen, beruht darauf, da die

Hände das Letzte des Menschen sind, und sein Erstes im Letzten beisammen ist; dadurch wird alles dem Leibe und alles dem Gemüt Angehörige was dazwischen liegt, in unzertrenntem Zusammenhang erhalten.

Hieraus erhellt, daß die Unschuld der Eltern und die Unschuld der Kinder einander entgegenkommen durch Berührung, hauptsächlich der Hände, und so sich gleichsam durch Küsse verbinden.“ (E.L. 395. 396)

„Der innerste Himmel ist es, durch welchen der Herr wahre eheliche Liebe einflößt. Ihr Anfang oder Ursprung ist aus dem innersten Himmel; und dann (nimmt sie ihren Weg) mitten durch die unteren Himmel. Dorther stammt auch die elterliche Liebe. Denn die Himmlischen des innersten Himmels lieben die Kinder weit mehr als Eltern oder Mütter es tun; ja sie sind bei Kindern gegenwärtig und haben acht auf sie. Es wurde mir sogar gesagt, da sie gegenwärtig sind im Mutterleibe und über sie wachen, damit sie ernährt werden. Ebenso beschützen sie die Schwangeren.“ (Diar.Spir. 120l)

13.2 Die verschiedene Beschaffenheit der Liebe zu Kindern bei den Geistigen und bei den Himmlischen

„Bei geistigen Ehegatten ist die Kinderliebe dem Anschein nach der Kinderliebe bei natürlichen Eltern gleich, sie ist aber innerlicher und daher zärtlicher, weil jene Liebe aus der Unschuld und aus der näheren Aufnahme, und so auch aus der stärkeren Empfindung derselben bei ihnen entsteht; denn die Geistigen sind nur in dem Maß geistig, als sie Unschuld haben. Wenn aber solche Väter und Mütter die Süßigkeit der Unschuld bei ihren Kleinen gekostet haben, lieben sie auch ihre Kinder ganz anders als die natürlichen Väter und Mütter. Die Geistigen lieben die Kinder wegen ihrer geistigen Verständigkeit und ihres sittlichen Lebens, somit wegen ihrer Gottesfurcht und tätigen oder Lebensfrömmigkeit, und zugleich wegen der Neigung und Anschickung zu Nutzleistungen, welche zum Besten der Gesellschaft dienen, somit wegen ihrer Tugenden und guten Sitten; aus Liebe zu diesen hauptsächlich sorgen sie für ihre Bedürfnisse und befriedigen sie. Wenn sie daher solches in ihnen nicht sehen, werden sie ihnen fremd, und tun bloß aus Schuldigkeit etwas für sie. Bei den natürlichen Vätern und Müttern kommt zwar die Kinderliebe auch aus der Unschuld, aber sobald diese von ihnen aufgenommen ist, wird sie ringsum verhüllt durch ihre Eigenliebe, und daher lieben sie aus dieser, und zugleich aus jener ihre Kinder, indem sie dieselben küssen, umarmen, tragen, an die Brust drücken und über alles Maß liebkosen, und dieselben als ein Herz und eine Seele mit ihnen betrachten; nachher aber, nach ihrem Kindheitszustande bis zum Jünglingsalter und darüber hinaus, wenn die Unschuld nicht mehr einwirkt, lieben sie dieselben nicht wegen ihrer etwaigen Gottesfurcht und tätigen oder Lebensfrömmigkeit, auch nicht wegen ihrer vernünftigen und sittlichen Verständigkeit, und nehmen wenig oder kaum eine Rücksicht auf ihre innern Neigungen, und daher auf deren Tugenden und guten Sitten, sondern nur auf Äußerlichkeiten, die sie begünstigen; an diese knüpfen, heften und hängen sie ihre Liebe; eben darum verschließen sie die Augen bei ihren Fehlern, indem sie dieselben entschuldigen und begünstigen. Der Grund ist, weil bei ihnen die Liebe zu ihrer Nachkommenschaft zugleich Selbstliebe ist, und diese hängt sich an das Subjekt von außen, und geht nicht in dasselbe ein, wie sie selber auch nicht in sich geht.

Wie beschaffen die Liebe zu den kleinen und die Liebe zu den erwachsenen Kindern bei den Geistigen, und wie beschaffen sie bei den Natürlichen ist, kann man deutlich an ihnen nach dem Tode ersehen; denn die meisten Väter erinnern sich , wenn sie in das Jenseits kommen, an ihre Kinder, welche vor ihnen aus diesem Leben geschieden sind, und sie stellen sich auch (beiderseits) gegenwärtig dar, und erkennen einander. Die geistigen Väter sehen sie nur an und fragen, in welchem Zustand sie sich befinden; sie freuen sich, wenn es ihnen wohl geht, und bedauern es, wenn es ihnen übel geht; und nach einiger Unterredung, Unterweisung und Ermahnung in betreff des sittlich himmlischen Lebens trennen sie sich von ihnen, und vor der Trennung belehren sie dieselben, da sie sich ihrer nicht mehr als ihrer Väter erinnern sollen, weil der Herr der einzige Vater ist für alle, nach seinen Worten, und da sie sich ihrer auch nicht mehr als ihrer Kinder erinnern.

Sobald dagegen die natürlichen Väter merken, daß sie nach dem Tode leben, und die Kinder in ihr Gedächtnis zurückrufen, die vor ihnen aus der Welt geschieden sind, und diese dem Wunsch ihres Verlangens gemäß sich als gegenwärtig darstellen, verbinden sie sich sogleich, und hängen aneinander wie zusammenhängende Bündel; und dann ergötzt sich der Vater immerfort an ihrem Anblick und an dem Gespräch mit ihnen. Wenn dann dem Vater gesagt wird, daß einige von diesen Kindern Satane seien, und daß sie den Guten Schaden zugefügt haben, so behält er sie doch im Kreis um sich, oder in einem Haufen vor sich her; wenn er auch selbst sieht, daß sie Schaden zufügen und Böses tun, so achtet er doch gar nicht darauf, und weist keines von sich zurück. Damit nun eine solche schädliche Rotte nicht fortbestehe, werden sie zwangsweise miteinander in die Hölle verwiesen, und dort wird der Vater vor den Kindern in ein Gefängnis verschlossen, und die Kinder werden getrennt, und ein jedes an den ihrem Leben angemessenen Ort gebracht.“ (E.L. 405. 406)

13.3 Das Zurückweichen der Kindesunschuld und damit der elterlichen Liebe

„In demselben Grade, in welchem die Unschuld bei den Kindern zurücktritt, läßt auch die Zuneigung und Verbindung nach, und zwar allmählich bis zur Trennung. Daß von den Eltern die Liebe zu den Kindern oder die elterliche Zärtlichkeit in dem Maße zurückweicht, als die Unschuld von diesen weicht, und daß sie bei den Menschen bis zur Trennung der Kinder vom Hause, und bei den Landtieren und Vögeln bis zur Vertreibung aus der Gegenwart, und bis zum Vergessen ihrer Abstammung zurückweicht, ist bekannt. Hieraus, als aus einem anerkannten Beweisgrund, kann auch erhellen, daß die beiderseits einfließende Unschuld die Liebe erzeugt, welche die elterliche Liebe oder Zärtlichkeit genannt wird.“ (E.L. 3 8)

13.4 Nur gute Geister und Engel sind bei Kindern

„Sobald die Geister zu Menschen kommen, nehmen sie den ganzen Inhalt seines Gedächtnisses in sich auf. ... Zu den kleinen Kindern aber können die bösen Geister nicht treten, weil sie noch nichts im Gedächtnis haben, was sie anziehen könnte; daher sind bei ihnen (nur) gute Geister und Engel.“ (H.G.585 )

13.5 Die Anteile der Eltern am Kind

„Die Seele des Kindes stammt vom Vater, ihre Umkleidung von der Mutter. Daß die Seele vom vater ist, wird von keinem Weisen in Zweifel gezogen; man sieht es auch deutlich an den Gemütern und auch an den Physiognomien, welche Abbildungen der Gemüter sind, bei den Nachkommen, die in gerader Linie von ihren Stammvätern abstammen; denn der Vater kehrt, wie im Bilde, wieder, wo nicht in den Söhnen, doch in den Enkeln und Urenkeln; und dies kommt daher, weil die Seele das Innerste des Menschen ausmacht und dieses zwar von dem nächsten Nachkommen umhüllt werden kann aber doch wieder zum Vorschein kommt und sich in der weitern Nachkommenschaft offenbart.“ (E.L.206)

„Es ist bekannt, da die Eltern den Kindern ihre Anlagen weitervererben, da den Kindern somit eine den Eltern ähnliche Liebe und Einstellung zum Leben angeboren wird. Das betrifft aber nur die Grundanlagen, nicht die besonderen Neigungen und die Lebensweise. Auch in diese können die Kinder hineingeraten, doch sorgt die göttliche Vorsehung auch immer dafür, daß schlimme Erbschaften gebessert werden können.“ (E.L.202)

„Sie erben die guten Anlagen und Fähigkeiten ihrer Eltern; die Söhne: inne zu werden, was zur Weisheit gehört, die Töchter: zu lieben, was die Weisheit lehrt. Jedem Menschen ist von der Schöpfung her das Eheliche des Guten und Wahren eingepflanzt.... Doch ist Kindern aus echten Ehen eine besondere Fertigkeit und Leichtigkeit vererbt, das Gute mit dem Wahren und das Wahre mit dem Guten zu verbinden, mithin weise zu werden, und auch die Fähigkeit, das in sich aufzunehmen, was Kirche ausmacht und zum Himmel gehört. Sie können durch die elterliche Erziehung tiefer und tiefer darin eingeleitet und hernach, eigenen Urteils mächtig, vom Herrn eingeführt werden.“ (E.L.204)

„Alle Kinder haben von Geburt her das Eheliche des Guten und Wahren als Anlage in sich, weil dies von der Schöpfung her in die Menschenseele eingepflanzt ist. Es fließt vom Herrn in den Menschen ein und macht sein menschliches Leben aus. Doch geht dieses Eheliche oder jene Fundamentalliebe, die eheliche Liebe, von der Seele aus in das Gemüt und in den Körper und wird in jedem Menschen verschieden variiert oder aber sogar in sein Entgegengesetztes verändert, nämlich in die Begattung des Bösen mit dem Falschen. Dann wird das Gemüt von unten zugeschlossen oder völlig in die entgegengesetzte Richtung verdreht. So also - nach oben offen, nur halb offen, verschlossen oder ganz nach unten ausgerichtet - wird es als Veranlagung von den Eltern den Kindern vererbt.“ (E.L.203)

13.6 Die Sphäre der Kinderliebe

„Von der Schöpfung her ist geordnet, da die schutzlosen und hilfebedürftigen Neugeborenen und Jungen erhalten, bewahrt, beschützt und versorgt werden, sonst würde das Weltall zugrunde gehen. Die Sphäre der Kinderliebe ist die Sphäre des Schutzes derer, die sich nicht selbst schützen und versorgen können. Da dies bei dem Geschöpf, dem Selbstbestimmung eignet, nicht unmittelbar vom Herrn geschehen kann, hat er den Menschen - Vater, Mutter, Pfleger - die Kinderliebe eingepflanzt. Diese wissen freilich nicht, daß eine solche Sphäre vom Herrn her in ihnen wohnt, denn sie nehmen das Einfließen nicht wahr und noch weniger eine Allgegenwart. Der Einsichtige aber sieht, daß dies nicht Sache der Natur, sondern des Allwaltens der göttlichen Vorsehung ist, die in der Natur durch die Natur wirkt. Daß Väter und Mütter ihre Kinder schützen und versorgen, weil diese sich nicht selbst schützen und versorgen können, ist nicht der Grund der Kinderliebe, sondern nur ihre der Vernunft faßbare Ursache. Jede vom Herrn ausgehende und einfließende Sphäre verwandelt sich im Subjekt oder Träger in die besondere Sphäre seines Lebens. Jedes beseelte Subjekt hat das Gefühl, es liebe aus sich selbst, denn es empfindet jenen Einfluß nicht, und indem es also aus sich selbst liebt, macht es auch die Liebe zu den Kindern zu seiner eigenen. Es sieht sich in ihnen und sie in sich und vereinigt sich so mit ihnen. Aus Fügung der göttlichen Vorsehung regt die vom Schöpfer ausgehende Sphäre die Erhaltung des Erzeugten alle Geschöpfe an, wandelt sich in jedem in seine eigene und bestimmt jedes, den guten wie den bösen Menschen scheinbar aus Eigenliebe und aus Liebe zu seiner Art, seine Nachkommen zu lieben, zu schützen und zu versorgen sonst würden nur wenige überleben.“ (E.L.392)

13.7 Kinderliebe und Erziehung

„Die Verbindung der Seelen und Gemüter setzt sich in den häuslichen Geschäften fort. Die des Mannes vereinen sich in vieler Hinsicht mit denen der Frau und die der Frau schließen sich denen des Mannes an, woraus gegenseitige Hilfeleistung erwächst. Hauptsächlich verbindet beide die gemeinschaftliche Sorge für die Erziehung der Kinder, gesellt sie zusammen und verknüpft sie. Freilich unterscheiden sich beider Anteile auch hierin: zu den besonderen Pflichten der Frau gehört das Stillen des Säuglings, die Erziehung des Kleinkindes und die Unterweisung der Mädchen bis zu deren Hochzeit, dem Manne dagegen obliegt der Unterricht der Knaben nach der Kindheit bis zum

Jünglingsalter und zur Selbständigkeit. Aber beide Teile vereint wiederum gemeinsame Beratung und die gemeinsame Fürsorge für die Kinder. Beide Aufgaben, die verschiedenartigen und die gemeinsamen, verbinden die Gemüter der Ehegatten zur Einheit.“ (E.L.176)

„Auch in nur äußerlich ehelichen Verhältnissen ohne wirkliche eheliche Liebe liebt die Frau ihre Kinder, und dadurch entsteht auch eine engere Verbindung mit dem Mann. Das hat seinen Grund darin, da jedem Weib von der Schöpfung die eheliche Liebe eingepflanzt ist und zugleich mit dieser die Liebe zum Hervorbringen und zum Hervorgebrachten, die sich in das Kind ergießt und dem Mann übermittelt wird.“ (E.L. 409)

Buchtitelabkürzungen

Jakob Lorber

Gr.Ev.Joh. I - X = Das Große Evangelium Johannes Band 1 - 10 (5. u. 6. Aufl. 1949-1967)

HGt I - III = Die Haushaltung Gottes, Band 1 - 3 (4. Aufl. 1960-66)

GS I - II = Die Geistige Sonne, Band 1 - 2 (6. Aufl. 1975)

RBl I - II = Robert Blum, Band 1 - 2 (2. Aufl. 1929)

Hi I - III = Himmelsgaben, Band 1 - 3 (1. Aufl. (1935/36/93)

BM = Bischof Martin (3. Aufl. 1960)

EM = Erde und Mond (4. Aufl. 1953)

NS = Die Natürliche Sonne (5. Aufl. 1956)

Lao = Der Laodizenerbrief (4. Aufl. 1952)

JJ = Die Jugend Jesu (7. Aufl.)

HuG = Heilungs- und Gesundheitspflege (Aufl. 1933)

Sat = Der Saturn (3. Auflage 1934)

Gottfried Mayerhofer

Pr. = Predigten des Herrn (7. Aufl.)

LGh = Lebensgeheimnisse (4. Aufl. 1981)

SGh = Schöpfungsgeheimnisse (4. Aufl. 1989)

Lw = Lebenswinke (1. Aufl. 1907, in Lebensgarten Teil II)

KuZ = Kennzeichen unserer Zeit (3. Aufl. 1920, in Lebensgarten Teil III)

L = Liebe, das Grundgesetz alles Lebens (3.Aufl. 1932, in Lebensgarten Teil I)

Drei. = Zur Dreieinigkeit (3. Aufl. 1930, in Festgarten Teil V)

HDw = Heil- und Diätwinke (2. Aufl. 1885)

Ida Kling

Lwo = Lebensworte der Ewigen Liebe (1. Aufl. 1932)

VuK = Vater und Kind (1. Aufl. 1937)

Johanne Ladner

Vb I - 3 = Vaterbriefe, Band 1 - 3 (3. Aufl. 1933)

Textstellenabkürzung: z.B. Gr.Ev.Joh. IV 230,4-5 = Großes Evangelium Johannes Band 4, Kapitel 230, Vers 4 bis 5.

INHALTSVERZEICHNIS

1 DIE ZEUGUNG EINES MENSCHEN.

1.1 Gebot der Keuschheit

1.2 Vom heiligen Ernst des Zeugungsaktes

1.3 Der Beweggrund der Zeugung

1.4 Der heilige Zweck der Zeugung.

1.5 Die gerechte fleischliche Zeugung.

1.6 Reichhaltige Zeugungsfähigkeit des Mannes.

1.7 Geschlechtlicher Gefühlsreichtum des Mannes.

1.8 Geistige Zeugung in der Urzeit.

1.9 Geistige Zeugung auf dem Saturn

1.10 Geistige Zeugung auf der Sonne.

1.11 Folgen der Unkeuschheit

1.12 Ungeordnete und geordnete Zeugung

1.13 Die Bildung einer Menschenseele

1.14 Einzeugung einer Naturseele

1.15 Einzeugung einer Sternenseele

2 ENTWICKLUNG UND GEBURT

2.1 Entwicklung der menschlichen Leibesfrucht

2.2 Einlegung von Seele und Geist in den Embryo

2.3 Embryonalentwicklung und Geisteseinlegung

2.4 Embryonalentwicklung und Geburt

2.5 Einlegung des Geistes bei der Geburt.

2.6 Geschlechtliche Schonung während der Schwangerschaft.

2.7 Nachteiliges Ebenliegen für Schwangere.

2.8 Vorkreaturformen der Kinder

2.9 Die Ähnlichkeit der Kinder mit den Eltern

2.10 Die Geburt.

2.11 Der Ursprung der Muttermale

2.12 Geistige Nacht der Kindesseele.

2.13 Unentwickelte Kinder.

2.14 Woher sind eure Kinder?

3 ERNÄHRUNG, KRANKHEIT UND TOD DER KLEINKINDER

3.1 Das Stillen des Säuglings

3.2 Stillen und Ernährung hitziger Kinder

3.3 Besessenheit und Tod durch unreine Ernährung.

3.4 Eßgier der Kinder

3.5 Mäßige Ernährung.

3.6 Natürliche und geistige Kinderkost.

3.7 Besessenheit der Kinder

3.8 Krankheiten und Besessenheit der Kinder

3.9 Ursachen der Leibeskrankheiten der Kinder

3.10 Erbkrankheiten durch elterliche Unzucht

3.11 Erbkrankheiten durch Sünden

3.12 Erbkrankheiten der Neugeborenen

3.13 Tod der Kinder durch Sünden der Eltern.

3.14 Ursachen der Kindersterblichkeit.

3.15 Mütterliche Sehnsucht nach verstorbenem Kind.

3.16 Erscheinung verstorbener Kinder im Jenseits

3.17 Über die Pockenschutzimpfung.

3.18 Von den Eingeweidewürmern

4 LIEBE UND WEISHEIT IN DER ERZIEHUNG.

4.1 Die Kleinkindertaufe.

4.2 Über Kindertaufe und Elternpflicht.

4.3 Das Weib als Mutter

4.4 Wiegenunterricht.

4.5 Weise Weiber - weise Kinder

4.6 Mutterliebe

4.7 Den Müttern über Kindererziehung.

4.8 Mütter, wachet und betet!.

4.9 Erziehung ohne Weltfurcht.

4.10 Erziehung ohne Furcht und Angst.

4.11 Blinde Elternliebe

4.12 Rechte Elternliebe

4.13 Die Liebe als Triebfeder der Erziehung

4.14 Die Liebe zwischen Kindern und Eltern.

4.15 Das Kind als Vorbild der Liebe

4.16 Werdet wie die Kinder.

4.17 Vater, Mutter und Kind

4.18 Der Mann als Vater

4.19 Über familiäre Liebe und Sorge

4.20 Sparsamkeit und familiäre Sorgen

4.21 Kinderversorgung durch Jesus

4.22 Kinder reicher Eltern.

4.23 Eigenliebige Sorge um die Kinder

4.24 Die Liebe zu den Kindern

4.25 Adoption armer Kindern

4.26 Adoption statt Hundehaltung.

4.27 Folgen falscher Erziehung.

4.28 Materielle Erziehung und deren Folgen.

5 DIE BILDUNG DER KINDER

5.1 Falsche und rechte Seelenbildung

5.2 Verstandesbildung.

5.3 Kindererziehung bei den Nubiern.

5.4 Verstandes- und Gemütsbildung bei den Nubiern.

5.5 Herzensbildung der Kinder.

5.6 Geduld bei Herzensbildung.

5.7 Rechte Gemütsbildung

5.8 Rechte Verstandesbildung

5.9 Nützliche Bildung der Kinder

5.10 Weltliche Bildung nicht zur Hauptsache machen.

5.11 Verdorbenes Gehirn schon im Mutterleib

5.12 Einfluß der Verstandesbildung auf das Gehirn

5.13 Gehirnentwicklung bei falscher Bildung

5.14 Menschliche Phantasie.

5.15 Veranlagung und Talent der Kinder.

5.16 Verschiedenartige Erziehung.

5.17 Des Kindes Eigenschaften

5.18 Erziehung von Wildlingen

5.19 Bändigung böser Kinder

5.20 Von der Erziehung der Kinder

5.21 Der Drang zur Selbstsucht und zum Geiz

6 ZUCHT UND ORDNUNG.

6.1 Züchtigung

6.2 Strafe für Kinder und Jugendliche.

6.3 Wider die Züchtigung

6.4 Rat an überstrenge Eltern.

6.5 Strenge und nachgiebige Eltern

6.6 Gehorsam und Unterordnung.

6.7 Gehorsam statt Eigenmächtigkeiten.

6.8 Gehorsam durch Erfahrungen

6.9 Erziehungswink zum Gehorsam der Kinder

6.10 Gehorsam, die erste Pflicht des Kindes

6.11 Arbeit und Pflichterfüllung.

6.12 Eltern- und Kinderzucht.

6.13 Kinderzucht.

6.14 Rat des Paulus an Kinder und Eltern.

6.15 Kindesfurcht und Kindesliebe

6.16 Erziehung zur freien Selbständigkeit

6.17 Kinder zur rechten Tätigkeit anhalten

6.18 Keine Verzärtelung und Nachgiebigkeiten

6.19 Strafet das Lachen.

6.20 Kinder sind stark in ihrer Schwäche

6.21 Wichtiger Erziehungsrat

7 DER UNTERRICHT DER KINDER.

7.1 Elterlicher Unterricht der Kinder

7.2 Liebe-, Glaubens- und Willensbildung.

7.3 Kinderbelehrungen in Wort und Tat

7.4 Kinderlallen dem Herrn angenehm

7.5 Kindererziehung in Jesu Lehre

7.6 Frühzeitiges Erkennen Gottes.

7.7 Gotterkenntnis durch zeremonielle Anschauung.

7.8 Religiöse Erziehung der Kinder.

7.9 Kindern von Jesus erzählen.

7.10 Erziehung bei Reichen und Armen

7.11 Überschätzung der Kinder.

8 SCHULUNTERRICHT DER KINDER

8.1 Weise Kindererziehung

8.2 Kindererziehung in den alten Prophetenschulen

8.3 Erziehung in altägyptischen Priesterschulen

8.4 Weise Kindererziehung auf der Erde.

8.5 Kindererziehung auf der Sonne

8.6 Schulunterricht auf der Sonne

8.7 Freiheit des Willens in der Erziehung

8.8 Engel und Weltschulung.

8.9 Untaugliche Weltschulen

9 SITTLICHE BEWAHRUNG.

9.1 Bewahrung vor der Fleischeslust

9.2 Selbstverleugung in der Jugend.

9.3 Vom Schamgefühl der Kinder.

9.4 Kinder keinen Reizungsgefahren aussetzen.

9.5 Behütet eure Töchter.

9.6 Warnung vor dem Verliebtwerden.

9.7 Unschuld und Seelenreinheit der Kinder bewahren

9.8 Frühreife Mädchen

9.9 Regung der geschlechtlichen Triebe.

9.10 Kinder vor der Welt verwahren

10 ERZIEHUNG DER KINDER

10.1 Geistige Hausordnung - Winke zur Kindererziehung.

10.2 Das tägliche Stündchen.

10.3 Kindererziehung in der göttlichen Ordnung

10.4 Über Kindererziehung.

10.5 Vom Spielteufel und der modernen Erziehung.

10.6 Gefährliche Kinderspielereien

10.7 Vom Zorn und Eigensinn.

10.8 Fasten bei kindlischen Zornausbrüchen

10.9 Wesen und Folgen des Zornes

10.10 Von der kindlichen Rangsucht

10.11 Muttersöhnchens Erziehung und vom Geistereinfluß

11 VOM TANZ UND SEINEN FOLGEN

11.1 Die Untugend des Tanzens.

11.2 Der Tanz als Laster

11.3 Wider den Tanzgebern.

11.4 Tanzveranstaltungen als Fallen des Satans

11.5 Gefahren beim Tanz.

11.6 Besessenheit, Krankheit und Tod durch den Tanz.

12 DAS HERANWACHSENDE KIND

12.1 Erziehung zum guten Staatsbürger.

12.2 Ehen und Kindererziehung im 1000jährigen Reich.

12.3 Jesu Rat an junge Menschen

12.4 Vater und Mutter ehren

12.5 Erziehungswinke für Knaben

12.6 Eigensinn, Zorn und Eitelkeit der Mädchen.

12.7 Bestimmung der Ehe

12.8 Eherat des Herrn

12.9 Das Alter für die Ehe.

12.10 Standesdünkel in der Erziehung.

12.11 Ein Beispiel gottesfürchtiger Töchter

12.12 Winke für Mütter verzogener Kinder.

12.13 Erziehungswinke 1

12.14 Erziehungswinke II.

12.15 Winke für Eltern zur Kindererziehung.

12.16 Erziehungswinke IV.

13 AUSZÜGE AUS DEN SCHRIFTEN EMANUEL SWEDENBORGS (1688-1772).

13.1 Ursprung der Kinderliebe

13.2 Die verschiedene Beschaffenheit der Liebe zu Kindern bei den Geistigen und bei den Himmlischen

13.3 Das Zurückweichen der Kindesunschuld und damit der elterlichen Liebe

13.4 Nur gute Geister und Engel sind bei Kindern.

13.5 Die Anteile der Eltern am Kind

13.6 Die Sphäre der Kinderliebe

13.7 Kinderliebe und Erziehung.